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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
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AAW

Tag der Limo oder: Budweis das II. (mvB)

Startbeitrag von AAW am 04.09.2016 20:50

Ahoj zusammen,

mit nun gültiger Sommerfahrkarte begebe ich mich früh morgens in Břeclav zum ersten Zug nach Znojmo. Im 842(?) läßt sich das Licht nicht löschen, also setze ich mich entgegen meiner Gepflogenheiten in den angehängten Wagen. Ziemlich frisch hier drin. Daran wird sich (i. Ggs. zum Paddelzug am WE zuvor) auch nichts ändern, aber bei Fischluft schläft sich's besser. Nach Nahrungserwerb beim Bäcker im Znaimer Bf und in der Potraviny schräg gegenüber des Empfangsgebäudes schaue ich mich etwas um:


Gepflastert oder wie man hier im Forum zu sagen pflegt: Betonizace :rp:


Langlebige ČSD


Begleitwagen im (Nahgüter-)Zug


Zugverstärkung (ich hatte mich schon gewundert, warum ein Büchsenhänger zum Wochenende am Bahnsteig geparkt wird.) Links der Sonderzug zum Streckenjubiläum der Jemnická Dráha, meinem heutigen Tagesziel.

Ab Mährisch Budweis fahre ich mit RC (810 623) dorthin, wo auch schon der „Fotovlak“ der Güterzugsparte der ČD angekommen war.


Rechts der Protokollzug der „Ausflugsbahn“.


Fahrscheine von RC, SVM und die Pappkarte zum Streckenjubiläum als Vorder- und daneben Rückansicht.

So richtig viel war nicht los. Die planmäßigen Ausflugszüge waren sicher besser besucht. Aber der Sonderzug (extra aus der Walachei eingefahren) war für tschechische Verhältnisse ziemlich leer. Na gut, er war nicht recht beworben. Im Znaimer Bahnhof kein einziger Hinweis. Auch in der Zielanzeige taucht er gar nicht erst auf.

Gelächter erschallt unter den Reisenden, als die letzte Aufforderung zum Einstieg in den zur Abfahrt anstehenden Zug nach Okřišky erschallte. Der war nämlich noch gar nicht wieder am Bahnsteig eingtrudelt, nachdem er nach Ankunft und Ausstieg erstmal in Richtung Depo entschwunden war.

An der Geburtstagsstrecke dann um den Bf Jemnice ein paar Bilder gemacht, kurz nach Třebelovice zurück und später im Sonderzug bis Moravské Budĕjovice. Ein Tag der Limo hätte es werden können. Gezapftes, gelbes Zuckergetränk nahm ich zur Wurst in Jemnice zu mir, ebensolches in Budweis, bevor ich mich zum Einfahrsignal für den Sonderzug nach Znojmo aufmachte und Stellensuche für den Güterzug betrieb, der später ankommen sollte. Hier war sie auch etwas weniger süß. Aber die erhoffte Malinovka vom Faß in Okřišky (Country Bar am Bahnsteig) gab es dieses Jahr leider nimmer mehr. Und Kola muß auch nicht unbedingt sein. Letztes Jahr, auch am letzten Augustwochenende hatte ich ebenda noch eine weggespült. Ich glaube ich hatte berichtet. Dafür gönnte ich mir nach dem Besuch einer „Sehenswürdigkeit“ am Brünner Stausee tags darauf solch rote Brause. Der halbe Liter verdunstete wieder schneller, als man gucken kann. ;)


Da haben sich wohl ein paar Schrottpakete verirrt ... ;)


Im Inneren des Hurvinek ...


... ebenda: in Jemnice


Třebelovice


Paßt das zusammen?


Hurvinek und „Güterfotozug“ im Endbahnhof

Ich dachte schon der Fotovlak von Cargo wäre Richtung Jihlava abgefahren, weil er bei meiner Rückkehr zum Bf schon nicht mehr zu sehen war. Aber nach seiner Ankunft in Budĕjovice wurde der Wagenzug erstmal an den Rand gefahren – und die Lok 742 230 fuhr danach solo zurück nach Znojmo. Das Cargoblau steht den 742ern gut, finde ich.


Aufgeräumt, wie damals, in Mährisch Budweis.

Es war sehr heiß, eben wie am letzten Augustwochnende des Vorjahres auch schon ...

Nachdem die beiden Schnellzüge (leider wenden die auf Gleis 3, vmtl. weil beim Umfahren der Bahnübergang nicht befahren werden muß) ging es nahradní autobusem nach Brünn, wo ich die nächsten beiden Tage etwas ruhiger angehen ließ. Bei 36 °C am Sonntag und schül-warmen 28 °C nach mittäglichem Regen tags darauf aber immer noch anstrengend. Nur gut, daß ich abends im Schlafwagen die Dusche im WC-Trakt nutzen konnte. Die Moderne hat auch ihre Vorzüge. Allerdings blies mir später die Klimaanlage dafür zu sehr um die Nase. Nach dem ich bettfertig war (es war schon nach vorgesehenen, aber verstrichenen Abfahrzeit) schrieb ich dann noch diese Zeilen ...

In Brünn stand neben den Straßenbahnen auch etwas nicht bahnrelevantes und nebenbei etwas große Bahn auf dem Programm. Zwei retrolackierte konnten verarztet werden. Der 560er gezielt, auch wenn er den von mir erwarteten Umlauf am Montag nicht mehr einhielt. Die Relationen aus Richtung Blansko und Vranovice waren aufgrund des Baufahrplans (wegen eines gesperrten Bahnsteigs im hl. n. zu Brno) miteinander verbunden, wohingegen aus Richtung Tišnov der hl.n. nach Modřice umfahren wurde, und wiederum Anschluß nach Vranovice(- Břeclav) bestand.

Außerdem nutzet ich die Gelegenheit einmal die Güterumfahrung von Brünn über den unteren Bf abzufahren. Nachdem ich in Kralovo Pole angekommen war, gesellte ich mich zu den Aussteigern des Os der Gegenrichtung. Dieser war verspätet, aber der NTD (Ersatzverkehr mit Tramvaj als Linie P6 unterwegs) wartete sogar ab und fuhr +10' gen Nove Sady. Aber nicht auf solche wie mich, die noch den Kupon für den MHD-Transfer am Schalter holten (nur für die Sammlung, denn ich hatte ja eine Tageskarte ;)).


150 012 kommt abends aus Ungarn durch Brünn.


Ausflugzug aus Znojmo in Brno hl.n. (nást. 6) kam mit 754 062 an der Spitze.


754 018 pausiert am nächsten Morgen ebenda.


Opa, gehen wir Züge gucken? (Brno-Kralovo Pole, ziemlich überdimensionierter Bf heutzutage)


Abends begegnete er mir überraschend in Lundenburg wieder, stand aber am ungünstigsten Bahnsteiggleis.


Auch in Břeclav: 810 455 in rot-beige (und Supermann als Statist inklusive, den hatte ich mir immer anders vorgestellt ;)).

--------
Koneč
AAW

Antworten:

Re: (Exkurs ohne Eisenbahnbezug) Ausflug zu "Altlasten" in Brünn (auch m.B.)

Zitat
AAW
In Brünn stand neben ... auch etwas nicht bahnrelevantes und nebenbei etwas große Bahn auf dem Programm.



Der Stausee zu Brünn


Die Ungeheuer von Loch Brno ...


Der Fels in der Brandung - äh Beton ohne Sinn ...


Anderer Blickwinkel des unnützen Überbleibsels, ins Grüne eingebettet.


Den Stausee haben die Braunen hingegen noch fertiggestellt ...


Die alte Straßenrandgestaltung hat überlebt (Straße führt von der Staumauer herauf, nachdem sie die diese überquert hat, wohl auch in den 30ern errichtet).


So sieht das, was die Nazis nicht zu Ende bekommen haben, ein paar Schritte oberhalb der Schiffsanlegestelle aus.


Um 180° fedreht: Die Straßenbahn der Real-Sozialisten berücksichtigt schon die Unterquerung der nie fertiggestellten Straße. (Der graue Betonstreifen ist die Tunneldecke.) Ob sie unter den „Demokraten“ doch noch gebaut wird?


So sieht die Straßenbahnstrecke am oberen Tunnelportal aus.

Am Ende gab es wie gezeigt, nur teilweise etwas Trassé und ...


... ein kurzes Stück Straße.


Da hinten dürfte der ursprüngliche Querschnitt erreicht werden. Wegen der Hitze hatte ch keine Lust hinter zu laufen. Die noch ein paar Meter parallel führende Straßenbahnstrecke war wegen Bauarbeiten außer Betrieb. Alle Fahrten endeten in der Zwischenschleife Bystrc, Rakovecka nebenan.



Welche nie fertiggestellte Straße meint dieser AAW denn nun eigentlich?

Es geht um die exterritoriale Autobahn A88, im tschechischen Sprachgebrauch Hitlerová Dalnice genannt. Diese sollte von Wien nach Breslau über das Gebiet der damaligen Tschechoslowakei führen. Die abschnittsweise im Rohbau fertig gestellte Trasse quert bspw. bei Velké Opatovice die Bahnstrecke nach Chornice. vollumfänglich in Betrieb gegangen war nur ein kurzes Stück auf dem heutigen Stadtgebiet von Brünn, das den Straßennamen Stará Dalnice daher zu Recht trägt.

Neben den heuchlerichen Absichten, die Hitlerdeutschland mit dem Autobahnbau betrieb (Stichwort Aufrüstung durch Herstellung kriegswichtiger Infrastruktur), ist das Besondere an ihr, daß sie die erste moderne Autobahn geworden wäre. Beim Entwurf wurden z.B. Eingriff in Landschaft und Umwelt berücksichtigt. Damals ein Novum. Heute das normalste der Welt.

Nachlesen könnt ihr das auf den Internetseiten eures (Suchmaschinen-)Vertrauens.

Ahojky,
AAW

von AAW - am 04.09.2016 21:01
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