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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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Erster Beitrag:
vor 11 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 11 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
AAW, wxdf, Joachim Piephans

Karlsbader Kreis schreibt SPNV-Leistungen aus (mL)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 07.09.2016 14:52

[ted.europa.eu]

Der kraj Karlovy Vary hat im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zur Erbringung öffentlicher Verkehrsdienste in der Region Karlsbad gegeben (2016/S 172-309544). Die Verkehre sollen auf folgenden Strecken erbracht werden:

• 140: Cheb – Perštejn (kraj-Grenze),
• 141: Karlovy Vary – Merklín,
• 142: Karlovy Vary dol.n. – Potůčky st. hr. (- Johanngeorgenstadt),
• 144: Loket předměstí – Nová Role,
• 146: Cheb – Luby u Chebu,
• 147: Cheb – Plesná,
• 148: Cheb – Hranice v Čechách / Aš – Aš st. hr.,
• 149: Horní Slavkov, Kounice – Karlovy Vary dolní nádraží,
• 161: Bečov nad Teplou – Libkovice (kraj-Grenze),
• 170: Cheb – Plzeň hl. os. n.,
• 179: Cheb – Cheb st. hr.

Der geplante Beginn ist am 15. Dezember 2019 vorgesehen und erstreckt sich über 15 Jahre. Die Linien 148 und 179 enthalten grenzüberschreitenden Verkehr in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.


Bemerkenswert: Der Kreis ist also wild entschlossen, auch die Roßbacher Lokalbahn, Böhmens Längste (161) sowie den Schlaggenwalder Rest (bis Kounice) weiter bedienen zu lassen! vyp:

Besteht für die Bäderbahn Karlsbad unterer - Marienbad eine vertragliche Bindung kraj/GWTR, die zeitlich mit dieser geplanten Ausschreibung nicht kompatibel ist, weil die Linie hier nicht auftaucht?

Jedenfalls erfreuliche Aussichten, wenn sich alles Geplante nach Ausschreibung und Angeboten auch finanzieren läßt!

Gruß,
Joachim

Antworten:

Ätsch ! "Die angegebene URL ist ungültig"

Dann versuchen wir es mal damit : :joke:
[ted.europa.eu]
und zu den Strecken 145 und 149 : [ted.europa.eu]

von wxdf - am 07.09.2016 15:49
Zitat
Joachim Piephans
Der kraj Karlovy Vary hat im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zur Erbringung öffentlicher Verkehrsdienste in der Region Karlsbad gegeben (2016/S 172-309544). Die Verkehre sollen auf folgenden Strecken erbracht werden:

• 140: Cheb – Perštejn (kraj-Grenze),
...
• 161: Bečov nad Teplou – Libkovice (kraj-Grenze),
...


Hallo Joachim,

welchen Sinn wohl die Ausschreibung nur bis zur Krajgrenze haben soll?

Ist der Aufgabenträger gewillt die einzusetzenden Fahrzeuge zu stellen und man übergibt ggf. an der "Grenze" an andere EVU? Anders macht das in meinen Augen wenig Sinn ...

Ahoj

von AAW - am 09.09.2016 20:43

Wer lesen kann ....

... ist klar im Vorteil :joke: Při zajišťování dopravní obslužnosti mimo územní obvod Karlovarského kraje bude objednatel spolupracovat a dopravní obslužnost koordinovat ve spolupráci s Plzeňským a Ústeckým krajem včetně zamýšlené směny recipročních dopravních výkonů. U tratí 148 a 179 bude objednatel při organizaci přeshraniční dopravy spolupracovat s bavorským organizátorem dopravy Bayerische Eisenbahngesellschaft mBH včetně možné směny recipročních výkonů.

"Bei der Sicherstellung der verkehrlichen Bedienung außerhalb des Gebietes des Karlovarský kraj wird der Besteller zusammen arbeiten und die verkehrlichen Bedienung mit dem Plzeňský und Ústecký kraj einschließlich der beabsichtigten Änderungen der reziproken Verkehrsleistungen koordinieren. Bei den Strecken 148 und 179 wird der Besteller bei der Organisation des grenzüberschreitenden Verkehrs mit dem bayerischen Verkehrs-Organisator Bayerische Eisenbahngesellschaft mBH einschließlich möglicher Änderungen der reziproken Verkehrsleistungen zusammen arbeiten.

Wobei bei der Zusammenarbeit unterschiedliche Auffassungen aufeinander prallen werden. Während der Karlovarský kraj der Meinung ist, dass Züge dann fahren müssen, wenn sie gebraucht werden und nicht, wenn es einem Takt-Fahrplankonstrukteur in den Kram ist (was auch meine Meinung ist), geht dem Ústecký kraj eine Vertaktung über alles, wobei selbst der dortige Verantwortliche zugibt, dass 2-Stunden-Takte auf Nebenstrecken oft bewirken, dass ein Zug gerade fährt, wenn man ihn nicht braucht. Was er aber nicht mit einem Bedarfs-Fahrplan lösen, sondern in Spitzenzeiten einen 1-Stunden-Takt verlangen will.

von wxdf - am 10.09.2016 09:16

Re: Also wie vermutet ....

Hallo Helmut,

wie vermutet schreibt also Karlsbad Leistungen aus, ohne sich mit den Nachbarn abgestimmt zu haben. Mal abgesehen davon, daß der zukünftige Betreiber schon feststeht, ein eher fragwürdiges Vorgehen. Wer sagt denn, daß man in Aussig nicht auf die Idee kommt gleiches zu tun und an einen anderen Betreiber zu vergeben? Von daher ist das Vorgehen in meinen Augen schon ein Stück weit naiv. Da ist man anderswo in CZ weiter und vergibt sogar internationale Strecken abgestimmt zwischen mehreren Aufgabenträgern.

(Mal abgesehen davon, daß Ústí wohl einen Teufel tun wird, die paar km zwischen Klösterle und Perstein nicht an den Betreiber des Abschnitts im Nachbarkraj zu vergeben.)



Meine Meinung zum zeitgemäßen Zugangebot dürfte dir bekannt sein. Mit dem Karlsbader Ansatz beförderst du nur Zwangskunden (die A-Klientel: Auszubildende, Arbeitslose, Alte) und ein paar Idealisten auf Ausflug. Das klappt m.M.n. nur bei Ausflugsbahnen (wie nach Moldau hoch) und punktuell als Angebotsfahrplan für Arbeiter oder Schüler (Chodov-Nová Role oder Dobruschka). Bei letzterem haste das Problem, daß die Arbeitszeiten außerhalb der Schichtarbeit immer flexibler werden. Und selbst da mußte Züge zu Unzeiten fahren, die deiner Meinung nach keiner braucht (Zub-/Abbringer entgegen der Fahrgastrichtung, Fahrzeugzahlen sind auch in CZ endlich).

Außerdem ist es in nachfrageorientierten Fahrplänen problematisch weitere Strecken ggf. mit mehreren Umstiegen zu fahren. Vorbildlich kommt man in CZ werktags zwar abends nach 10 aus dem Mittelzentrum in die kleinen Orte ringsherum. Aber im nächsten Mittelzentrum verpassen sich diese Züge meistens um eine Halbe bis ganze Stunde, so daß man eben nicht mehr von Cheb nach Most oder von Česká Lípa nach Deutschland (was mir schon so manche Tour verunmöglichte, da man dort über 1h warten muß und dann den ELS um 32' verpaßt) kommt.

Da ist der Ansatz in Ústí mit Taktverkehr und Verdichtungen doch weitaus erfolgversprechender, zumindest einen Teil der Wahlfreien in die Züge zu locken. Generell ist ein 2h-Takt für Ausflüge (also am WE oder vormittags/abends) akzeptabel, aber einem Pendler, muß man schon mehr bieten. Andersherum fehlen im angebotsorientierten Fahrplan die, die zu Schwachlastzeiten in die eine Richtung fahren, zur HVZ in der Gegenrichtung. Was wiederum die Verdichtung eben dann in Frage stellen kann.

Meiner Meinung nach macht es die Mischung:
- Taktverkehr von 8 morgens bis 8 abends (ggf. mt Verstärkern am Nachmittag)
- anschlußorientierte Einzelzüge zu den anderen Zeiten (werktags am Morgen heißt das auch nachfrageorientiert ;))


Ahoj

von AAW - am 11.09.2016 13:04
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