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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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AAW, EC Vindobona

[CZ][D] Rund um Erz- und Elstergebirge (18 B.)

Startbeitrag von EC Vindobona am 11.01.2017 18:48

Hallo Eisenbahnfreunde,

Da am gestrigen freien Tag eine andere Tour ausfiel, beschloss ich kurzer Hand eine eigene Tour über die Sachsen-Franken-Magistrale nach Marktredwitz zu machen,
um anschließend über Schirnding, Cheb, Karlovy Vary und Děčín zurück nach Sachsen zu fahren. Ein kleiner Abstecher über eine unscheinbare Nebenbahn, mit nur noch 2 Zugpaaren an Arbeitstagen wurde auch mit in die Reise eingebaut.

Mein Reiseplan für den 10.01.2016

07.25 Freiberg(Sachs) RE 26966 "NationalExpress"
09.32 Hof (Saale)
09.40 Hof (Saale) ALX 84111
10.06 Marktredwitz
11.08 Marktredwitz OPB 20876
11.33 Cheb
12 45 Cheb Os 7029
13.29 Chodov
13.31 Chodov Os 27113
13.44 Nová Role
14.26 Nová Role Os 17135
14.39 Karlovy Vary
15.15 Karlovy Vary R 613 SVATAVA
17.09 Ústí nad Labem hl.n.
17.27 Ústí nad Labem hl.n. R 1171
17.43 Děčín hl.n.
18.41 Děčín hl.n. Os 5453
19.10 Bad Schandau
19.15 Bad Schandau S 31762
19.58 Dresden Hbf
20.52 Dresden Hbf RE 26994 "NationalExpress"
21.25 Freiberg (Sachs)


Auf geht`s

Ich fuhr nun am gestrigen Morgen mit dem Stadtbus zum Freiberger Bahnhof und zog mir am Automaten ein EgroNet-Ticket.
Dazu hatte ich in der Geldbörse noch einen Fahrschein "VMS Einzelfahrt Verbundraum", den ich am Vortag nicht gebraucht hatte.

Pünktlich gegen 7.25 Uhr fuhr der MRCE-Taurus( ES 64 U2-024) mit seinen Wagen in der NationalExpress Lackierung ein und ich nahm in
einem modernisierten Silberling Platz, in dem ich nun bis in die Saalestadt Hof verblieb.
Die verschneite Landschaft zog am Fenster vorbei und ich konnte einen Hauch von Fernverkehrsflair genießen, der auf jener Strecke
einst so alltäglich war.

In Hof an der Saale stieg ich nun aus und enterte wenig später den ALEX-Nord nach München, wo ich in einem ABomz Platz nahm, der abermals
satte Gemütlichkeit verbreitete.

Jedoch dauerte die Fahrt nicht lang, denn in Marktredwitz musste der Zug wieder verlassen werden. Dies war wichtig, denn 1 Stunde später sollte es weiter in
Richtung Tschechien gehen.


(1)Eigentlich sollten ja im Oberpfalznetz der Länderbahn inzwischen PESA-Link unterwegs sein, doch wurde wegen Nichtzulassung
Ersatzfahrzeuge in Form von Lint bestellt. 1648 206 ist ein Vertreter davon und durfte 10.15 Uhr in Richtung Regensburg Hbf aufbrechen.

Da ich nun noch eine gute dreiviertel Stunde Zeit hatte, und die beiden Russen im Hintergrund sich nicht von Ort und Stelle bewegten,
machte ich einen kleinen Stadtrundgang.


(2)Altstadt Marktredwitz ..Ganz gemütlich und belebt empfand ich die Innenstadt.


(3)Die evangelische Kirche kam in Form einer einst wehrhaften Festung und 2 Türmen daher. Hier einer jener Türme ..

Bald ging es zurück zum Bahnhof. Vor der Abreise wurde noch die obligatorische Brezel gekauft und die Bahnhofsbuchhandlung unsicher gemacht.
Hier lagen die tollen Damals..-Bücher von Edition Bohemica aus :[edition-bohemica.de]
Ich habe sie beide in meinem Regal und sie verbreiten beim Lesen den Charme aus den 90ern, der unwiederbringlich entschwunden ist.

Gegen 11.00 Uhr wurde die Oberpfalzbahn nach Hof über Cheb bereit gestellt und ich konnte nun auch für kurze Zeit aus deutschen Landen
entschwinden. Nach einem netten kleinen Gespräch mit der lieben, jungen Zugbegleiterin war ich frohem Mutes. Gegen 11.08 Uhr wurde nach Ausfahrt
des RE aus Nürnberg nach Hof abgefahren und wenig später nach Schirnding die Grenze gequert.

Der Bahnhof Schirnding ist noch örtlich besetzt und lässt noch etwas von seiner Blütezeit als Grenzbahnhof erahnen. Fernverkehrszüge und
Grenzkontrollen sind mit dem Schengener Abkommen und seiner Ausführung fast zeitgleich verschwunden und der Bahnhof ist nur noch ein Schatten seiner Selbst.

Jedoch gibt es seit einiger Zeit wieder Direktzüge von Nürnberg nach Cheb, die außer einer Lücke nun im 2h-Takt verkehren.
Dazwischen fährt die OPB und füllt die Lücken mit ihren modernen, und von der Einrichtung auch ansprechenden, Triebwagen.

Gegen 11.33 Uhr wurde in Cheb eingefahren und besagter Triebwagen noch einmal am Bahnsteig abgelichtet.


(4)1648 204 fuhr 11.37 Uhr als Os 20876 über Selb-Plößberg nach Hof Hbf.

Ich verblieb derweil in Cheb und beobachtete das Geschehen auf dem Bahnhof.
Eine Rychlik-Garnitur mit modernem Schlafwagen wurde gerade in die Abstellung rangiert und ein Schnellzug nach Prag wurde bereit gestellt.

Ich ging derweil zu Fuß in die Innenstadt und wechselte ein paar Euro in tschechische Kronen. In der Wechselstube warnte der nette, ältere Mann
vor den sich herumtreibenden Rumänenbanden, die in Menschenansammlungen meine Geldbörse zu Ihrer machen könnten. Nix dergleichen geschah
und pünktlich zur Mittagszeit wurde in der Bahnhofskneipe eingekehrt.

Ein großes Bier, eine Nudelsuppe und gekochte Eier mit Knödeln brachten mich wieder auf Trab und ich verließ die Kneipe
12.30 Uhr um noch ein paar Fotos zu machen.


(5)742 343 kam gerade in Richtung Bahnsteig II gefahren und konnte somit 12.32 Uhr auf den Chip wandern. Die Lok ist eine alte Bekannte, denn
sie war vor nicht allzu langer Zeit sehr oft im Os-Dienst Karlovy Vary - Johanngeorgenstadt unterwegs.


(6)Gegen 12.36 Uhr konnte außerdem noch 242 208 bei der Ausfahrt mit Rx 761 "Vyšehrad" beobachtet werden.
In Plzeň erfolgte sicher ein Lokwechsel, da sich in Beroun die Systemwechselstelle von Wechsel-auf Gleichstrom befindet.
Ein Passieren dieses Systemwechsels würde der Lok sicher arge Bauchschmerzen bescheren.

Danach ging es nun zum Os in Richtung Karlovy Vary, der ebenfalls am Bahnsteig II bereit stand.
Er verkehrte als RegioShark und fuhr mit 4 Minuten Verspätung in Chodov ein.

Mein Os nach Nová Role wartete auf die Anschlussfahrgäste und nahm zwei weitere Fahrgäste und mich mit,
auf die nur noch mit 2 ZP (Mo-Fr) befahrene Nebenbahn.

Nach dem Start in einem Stumpfgleis kam die Brotbüchse wenig später zum Stehen, denn auf die Nebenbahn 144 gehts in Chodov nur mittels Sägefahrt.
Der Führerstand wurde alsbald gewechselt und nach dem Umstellen der Weiche konnte die Nebenbahn nach Nová Role über Božičany passiert werden.

Einfahrt im Zielbahnhof war 13.44 Uhr.


(7)Das schöne Büchsle 810 548 war nun als Os 27113 in Nová Role angekommen und machte inklusive Tf fast 1 Stunde Pause.

Ich machte derweil einen kleinen Ortsrundgang und tauchte 14.15 Uhr wieder auf dem Bahnhofsgelände auf.


(8)Szenerie unter dem Bahnsteigdach.

Gegen 14.20 Uhr wurde es langsam wieder etwas lebhafter auf dem Lokalbahnhof. Die Zugkreuzung mit Os Nové Hamry und Karlovy Vary sollte
bald von statten gehen. Ich entschied mich wenig später Richtung K.V. zu fahren.


(9)814 004 kam wenig später aus Nové Hamry eingefahren und brachte mich wenig später nach Karlovy Vary.


(10)Vor dem Einstieg wurde noch die Zugkreuzung mit 844 012 nach Johanngeorgenstadt bildlich festgehalten. Trotz der Nichtzulassung seiner
Brüder, die für Deutschland bestimmt waren, darf er wegen der Grenzvereinbarung deutsches Gebiet erreichen.

Für mich ging es nun über Stará Role nach Karlovy Vary.

Als ich dort ausstieg, war ich froh das das alte Bahnhofsdach noch stand. Und auch ein Teil des alten Bahnhofsgebäudes ist noch verblieben.

Weichen musste die alte Schalterhalle einem Neubau in Form einer Kaffeebohne, der jedoch noch nicht eröffnet ist.
Fotos des neuen EG gibt es heute allerdings noch nicht, da ich es vorziehe es nach der Eröffnung vollständig zu dokumentieren.

Die Dokumentation der nächsten dreiviertel Stunde galt dem alten Bahnhofsdach und dem Geschehen Drumherum.

Da der Halt einfahrender Züge derzeit durch die Baustelle derzeit etwas schwierig ist, wurde die Halteposition den Tf der jeweiligen Züge per roter Fahne
vom Fahrdienstleiter angezeigt.


(11)Nachdem der Fahrdienstleiter den Rychlik KARLEX nach Cheb in die richtige Position gebracht hatte erfolgte ein kurzer Plausch
mit der Schaffnerin von 814 004, die nach Ausfahrt des Eilzuges weiter zum unteren Bahnhof fahren sollte.


(12)Gegen 14.44 Uhr erfolgte nun die Ausfahrt des KARLEX nach Cheb und da der Fahrdienstleiter mir wohlwollend gewogen war, war
auch das Fotografieren auf dem Mittelbahnsteig kein Problem.

Bald fuhr Os 27101 aus Loket in die nostalgische Bahnhofshalle ein und stand eine Weile bis alle Fahrgäste den Triebwagen
verlassen hatte. Ich bezog derweil Stellung, um die Szene auf den Chip zu bannen.


(13)Beide noch nicht in den Farbtopf gefallen. 810 041 in unrestaurierter Bahnhofshalle.

Da es 15.15 Uhr weiter in Richtung Ústí nad Labem wurde nun erst einmal der Supermarkt oberhalb des Bahnhofes aufgesucht.
Dazu muss die Bahnhofsbrücke überquert und eine Straße unterquert werden, um vor dem Supermarkt abermals eine Straße zu überqueren.


(14)Blick in Richtung Altstadt.

Die ich im Supermarkt erst an der Kasse wieder auf die Uhr schaute, wurde die Zeit sehr kanpp und ich eilte im Eilzugtempo über die Holzbrücke um
den einfahrenden Eilzug nach zu bekommen.

Die Eile wurde belohnt und ich konnte wenig später ein gemütliches Abteil im Bautzner beziehen, um bald darauf wieder abzutouren.

Bei der fahrt durch Egertal dämmerte es den restlichen Fahrgästen und mir bald und um Dunkeln wurde Ústí nad Labem hl.n. erreicht.

Schnell spurtete ich auf den Hausbahnsteig, um noch ein Foto vom Lokwechsel zu machen.


(15)R 613 SVATAVA wurde ab Ústí nämlich auf 150 221 umgespannt. Das Umspannen spart Mehrsystemloks und natürlich das Umfahren in der Kreisstadt.
Somit geht's ab hier flüssiger und die Mehrsystemer sind im Egertal flexibler einsetzbar z.B. für Sp-Leistungen nach Karlovy Vary.

Ich ging derweil auf den äußersten Bahnsteig und wartete auf den Rychlik nach Liberec, der Mo-Fr von Lovosice kommt.

Überrascht war ich als die Zuggarnitur endlich einfuhr, denn stat 843 xxx, durfte 754 048 die beiden Großraumwagen nach Liberec
ziehen. Ich fuhr bis Děčín hl.n mit und machte ein schnelles Bahnsteigfoto. Der Weg zur anderen Seite wäre nicht möglich gewesen,
da die Ausfahrt bereits auf Fahrt stand und somit gar kein Foto entstanden wäre.


(16)Hier nun das Ergebnis: 754 048 mit Studenka-Wagen als R 1171 nach Liberec in Děčín hl.n.

Die Freude über das Gespann war meinerseits wirklich groß, denn wenn Brilleneinsatz im Gebiet um Liberec gemeldet wird, bin ich meist unabkömmlich
oder ganz woanders.

Danach ging es erst einmal in die gemütliche Bahnhofskneipe und ein feines Bierchen wurde eingenommen.
Ich beobachtete das Geschehen und die angepriesene Linsensuppe machte mir Appetit.

Gegen 18.30 Uhr verließ ich die Kneipe wieder und ging in Richtung VT 642, der mich nach Bad Schandau bringen sollte.
Bei Grenzübertritt noch ein kurzer Gruß an Fdl Dolní Žleb und schon war ich wieder im Heimatland.


(17)Jedes Mal das selbe Gefühl was einem beim Überqueren zurück nach Deutschland beschleicht. So eine Mischung zwischen
Heimweh(nach CZ) und warum man überhaupt zurück fährt :-).

Wenig später wurde in die S-Bahn gestiegen und in einem, von blauem OP-Licht erfüllten, scheinbar sterilen, Wagen Platz genommen.
Die Fahrt war endlich und 19.58 Uhr wurde Dresden Hbf erreicht.


(18)Kurz nach der Ankunft bekam ich an jenem Tage ES 64 U2-024 mit ihrem NX-Wagen zum 2.Mal zu Gesicht und beschloss
mit diesem Zug 20.52 Uhr zurück nach Freiberg zu fahren.

Mangels Steuerwagen wird bei dieser Ersatzgarnitur umfahren und in dieser Zeit aß ich noch eine Kleinigkeit im Dresdner Hauptbahnhof.
Im gemütlichen Abteil wurde später Platz genommen, um die Heimatstadt Freiberg zu erreichen.

Gegen 21.25 Uhr kam ich am dortigen Bahnhof an und war 22.00 Uhr zu Hause, wo ich wenig später den Tag für beendet erklärte.

Ich hoffe ihr wart wieder einmal mit dabei und es hat euch ein wenig gefallen.

Es grüßt euch und wünscht ein schönes Reisejahr 2017

Euer
EC Vindobona

Antworten:

Schöne Wintertour. Danke für's Mitnehmen.

Der letzte Winter war bei mir irgendwie vorbei, noch bevor ich eine wie auch immer geartete Wintertour realisiert hatte ... :confused:

Ahoj

von AAW - am 16.07.2017 22:06
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