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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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vor 6 Monaten, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 6 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
HgE, wxdf, Zamracena, JFHf, Niels K., Joachim Piephans

Choceň - Ustí nad Orlici : Tunnel in Planung

Startbeitrag von wxdf am 06.02.2017 20:18

[pardubice.idnes.cz]

Nach 2020 will man die Strecke für den Fernverkehr mit zwei Tunneln und Brücken begradigen. Die landschaftlich schöne Strecke durch das Tal der Stillen Adler soll aber für den Regional- und Güterverkehr bestehen bleiben .

Antworten:

Re: Weiterer Tunnel unter dem Krušné hory frühestens 2035

Ahoj,

ich halte es für gut und sinnvoll, die alte Strecke entlang der Stillen Adler beizubehalten. Somit gelange ich auch künftig auf dem Schienenweg nach Brandýs n.Orlicí :)

In Richtung Norden wird es viel länger dauern, bis die Tunnelbauer anrücken:

Radio Prag

S přátelským pozdravem

Zamracena

von Zamracena - am 08.02.2017 16:24

Re: Weiterer Tunnel unter dem Krušné hory frühestens 2035

Noch 18 Jahre planen, bevor der Radek Bagr anrückt? Die Tschechen können also auch Europa... :rolleyes:

Eigentlich wollte ich noch vor der Rente mal in knapp zwei Stunden nach Prag rollen.

von Niels K. - am 08.02.2017 17:00

Luxusvariante

Servus,

hat SŽDC wirklich soviel Geld übrig, eine Neubaustrecke nur für den Schnellverkehr zu errichten und parallel zu dieser Neubaustrecke, die den Weg zwischen den Überholmöglichkeiten Choceň und Ústí n/O ohnehin wesentlich verkürzt, noch die gewundene Altstrecke zu unterhalten? Oder soll man sich die Kurven entlang der Stillen Adler als kilometerlanges Überholgleis vorstellen? Das macht dann aber nur Sinn, wenn man in beiden Anstoßbahnhöfen Schnell- und Regional-/Güterverkehr entflechten kann, sprich: Überwerfungsbauwerke errichtet.

Den rechtlosen Haltepunkt kann man vernachlässigen, bleibt der Zugang von Brandýs zum Regionalverkehr. Den kann man auch aufrechterhalten, indem man von der Altstrecke einen eingleisigen Stummel Choceň - Brandýs liegen läßt und mit einer Büchse pendelt - solange, bis das Gleis nach zwei Jahrzehnten völlig runter ist. Und dann kommt der Bus ...

Ich sehe also noch nicht, daß diese Luxusvariante von neuer Schnellfahr- und weiter unterhaltener Altstrecke auf diesem Abschnitt dereinst wirklich so umgesetzt wird. Wäre ja auch sehr singulär im tschechischen Netz.


Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 08.02.2017 18:58

Re: Luxusvariante

Moin,

ich hätte da eine gewagte Hypothes:
Da wohl ein zweigleisiger Ausbau zwischen Velký Osek und Hradec Králové geplant ist, könnte man stärker als bisher den Güterverkehr zwischen dem nordböhmischen und dem mährisch-schlesischen Industriegebiet über Hradec Králové - Týniště n.O. - nach Choceň führen. Aufgrund der starken Auslastung zwischen Praha und Kolín könnte diese Verlagerung sogar so ausgeprägt sein, dass der Abschnitt zwischen Kolín und Česká Třebová mit dem größten Güterverkehrsaufkommen nun eben der zwischen Choceň und Ústí n.O. wird.

Selbst wenn sich diese gewagte Hypothese als unzutreffend erweisen sollte, besteht das grundsätzliche Problem, dass bei gleichem Verkehrsaufkommen im schnellen Personenfernverkehr die Zahl der noch dazwischen passenden Güterzüge umso geringer wird, desto größer die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Güterverkehr und SPFV ist. Dieser Effekt wird zwar durch eine eventuelle Wegverkürzung kompensiert, andererseits dürfte es im Tunnel im Gegensatz zum Bahnhof Brandýs n.O. keine Überholgleise geben. Das bedeutet also, dass durch die schnellere Tunnelstrecke eventuell weniger Güterzüge passen als aktuell über die Altbaustrecke, sofern man folgende - m. E. plausible Annahmen trifft.
1. Das Verkehrsaufkommen im SPFV geht nicht zurück.
2. Die Züge des SPFV sollen mit größtmöglicher Geschwindigkeit durch den neuen Tunnel fahren.

Ganz beispiellos ist das übrigens auch nicht: Die Altstrecke über Chrast soll doch auch nach der Eröffnung der Tunnel bei Ejpovice nicht stillgelegt werden, sondern - allerdings eingleisig - für den Nahverkehr erhalten bleiben. Allerdings scheint man dort den Güterverkehr durch den Tunnel schicken zu wollen, allerdings denke ich, dass die Auslastung dort doch etwas geringer ist als zwischen Choceň und Ústí n.O..

Gruß,
Hans-Georg

von HgE - am 08.02.2017 20:23

Re: Luxusvariante

Ahoj Joachim und Hans-Georg,

Zitat
Ganz beispiellos ist das übrigens auch nicht: Die Altstrecke über Chrast soll doch auch nach der Eröffnung der Tunnel bei Ejpovice nicht stillgelegt werden, sondern - allerdings eingleisig - für den Nahverkehr erhalten bleiben. Allerdings scheint man dort den Güterverkehr durch den Tunnel schicken zu wollen, allerdings denke ich, dass die Auslastung dort doch etwas geringer ist als zwischen Choceň und Ústí n.O..


Das sehe ich genauso. Ich hatte vor sieben Jahren eine Wanderung von Brandýs nad Orlicí nach Ustí nad Orlici unternommen. Das Aufkommen von Fern-, Regional- und Güterzügen war damals schon immens. Kaum hatte man die Kamera in der Tasche verstaut, kam schon der nächste Zug, der dokumentiert werden wollte.

Anders als bei der künftig eingleisigen Altstrecke über Chrast könnte ich mir im Tal der Stillen Adler weiterhin einen zweigleisigen Zugverkehr gut vorstellen. Allerdings ist der Sanierungsbedarf enorm. Da gibt es abenteuerlich anmutende Unterführungen, die scheinen noch aus der Zeit von Jan Perner zu stammen ...

S přátelským pozdravem

Zamracena

von Zamracena - am 08.02.2017 20:42

Re: Luxusvariante

Hallo Hans-Georg!

Man hat doch Pardubice--Hradec Kralove teilweise zweigleisig ausgebaut. Das betrifft den Abschnitt Pardubice-Rosice nad Labem bis Opatovice n.L.. In Opatovice kommt die Verbindungskurve von der 020 rüber. Da kann man den Güterverkehr von der 231 bis Pardubice umlenken und dabei den Knoten Kolin entlasten. Bei Deinem angebrachten Leitungsweg müßte man Hradec Kralove-Tyniste n.O.-Chocen ausbauen bzw. modernisieren (?). Im Sommer gab es schon Wochenendumleiter Pradubice--Opatovice-Velky Osek und Gegenrichtung.
Bei meinem Gedankengang müßte die Einfahrt in Pardubice, von der 031 her, auch irgendwann saniert werden. Denn das letzte Stück ist ja noch eingleisig. Ist denn sowas geplant? Zur Zeit wird die Strassenbrücke dort saniert.

Gruß Jörg

von JFHf - am 09.02.2017 19:40

Re: Luxusvariante

Hallo Jörg,

an die 031 habe ich nicht gedacht - auf meine Hypothese kam ich nur, weil ich (krampfhaft) nach einer Begründung dafür suchte, dass an der 010 nun ausgerechnet der diskutierte Abschnitt ausgebaut wird.
Vielleicht ist es auch einfach so, dass man mit irgendwo mit anfangen muss und irgendwann später vielleicht noch weitere Neubaustrecken folgen.

Gruß,
Hans-Georg

von HgE - am 09.02.2017 21:57

Was die SŽDC so alles vor hat ...

... kann man auf [www.szdc.cz] nachlesen.
Auf Seite 12 ist z.B. davon die Rede, dass ein Projekt für ein 3. Gleis Pardubice – Česká Třebová erarbeitet wird.
2019-2021 soll die Zweigleisigkeit Pardubice -Hradec Králové vollständig hergestellt sein, dabei will man auch den Bahnhof Pardubice modernisieren und sich das kopf machen über Rosice nad Labem Richtung Chrudim mit einer Neubaustrecke sparen.

von wxdf - am 10.02.2017 07:38

Ist das nicht ein bisschen widersprüchlich?

Guten Abend.

Vielen Dank für den Link, der mich doch ein bisschen verwundert. Da steht doch, dass gerade im Abschnitt Ústí nad Orlicí - Choceň das dritte Gleis gefördert werden soll. Ist nun das dritte Gleis das im Tunnel? Tunnel und drittes Gleis wären dann vielleicht doch ein wenig übertrieben, gerade bei der nur zweigleisigen Zulaufstrecke von Pardubice...

Gruß,
Hans-Georg

von HgE - am 10.02.2017 21:59
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