Sp 10010 » in Worten und drei Fotos vyp:

Startbeitrag von awp am 21.08.2017 10:15

Eine nette Seele gewährte mir kurzfristig Teilhabe am Fahrplan. Bot sich am Freitag keine Chance, die Fahrt mit der roten 107.018 durchs Erzgebirge zu begleiten, so lockte doch vor allem die sonntägliche Rückfahrt von Eger nach Schwarzenberg. Bespannt mit zwei Hektoren. Über den Erzgebirgssemmering. Eine der Linien, welche meine böhmische Passion befeuerte. Kollege Wulfgang mußte leider sein Vögelchen fliegen lassen, so daß ich mir mit dem leicht unpäßlichen Emil viel Zeit bei der Anfahrt ließ.

Gewiß, es war von Anfang klar, daß ein Foto entstehen würde, was man nicht wirklich „braucht“. Doch mal raus, sonst würde der Sonntag wieder nur von Arbeit gepiesackt sein. Tja, und vielleicht klappt es doch mal mit einer Neuausgabe des erfolgreichsten Titels der böhmischen Reihe. Dann wäre so ein Bild eine nette Bereicherung.

Ebenfalls logisch, bitte keinen Streß, keinen Ärger. Dazu waren nämlich die Wolken viel zu zahlreich. Aber sie sollten in Bärringen-Abertham /Pernínk kreuzen. Das sie es dort machen, war schon wegen der Rückfallweichen verständlich. Keinesfalls würde man sich das antun, in Bergstadt Platten Weiche und Gleissperre mehrfach händisch zu bewegen, wenn sie denn vor der Zeit wären.

Sie kamen dann auch tatsächlich eine Viertelstunde vor Plan. Das kam meiner Überlegung zupaß, in der sowieso vorgesehenen Viertelstunde Kreuzungsaufenthalt dürfte es sicher mit einigen Sonnenstrahlen klappen. Nun blieben fast 30 Minuten fürs Ausharren, was die Chance erhöhte.



Und Clärchen ließ sich tatsächlich blicken. Dazu merkte man am Haltepunpkt die Anwesenheit kundigen Personals. Im Regelfall stehen sie weiter rechts. Inzwischen waren auch alle unten fertig, selbst mit Smattfon direkt vor der schattigen Lokfront. Doch bei einem Sonderzug sind halt nun mal Fotografen/Fahrgäste davor übliches Beiwerk. Auch davon fertigte ich bewußt Fotos an ... Gleichfalls gehört das Frachtenmagazin zum Bahnhofsensemble. Schon zugemauert steht zu befürchten, daß dieses dem Schicksal vieler anderer folgen wird, die derzeit landesweit wohl zur Bereinigung der Bilanz plattgemacht werden.

Einige tapfere Recken versuchten sich im Besteigen des in dieser Partie sehr steilen Hanges, als sie mich oben wahrnehmen. Hm. Das täte ich jetzt jedoch nur Moki oder Malo zutrauen. Weniger sportliche, Inhaber von Knödelfriedhöfen wie ich, nehmen besser den sanften Zugang. Dazu braucht es jedoch etwas Zeit. Nichts für den, der zum nächsten Punkt hetzen muß.


Kurz nach Drei rollt überpünktlich der Wartegrund heran, Hai Numero Fünf.



Eigentlich hätte ich mitfahren sollen. Denn der Unterschied drunten zu mir Hanghahn – ein ganzer roter Wagen voller Bier. Am Fenster stehend Landschaft und Streckenverlauf verfolgen, den Plattenberg erspähen. Doch so landete ich auf der Heimfahrt über Dörfer und entlang ausgekohlter Tagebaue gerade rechtzeitig in Maria Kulm, als eine Reisegruppe unserer Zunge zur Besichtigung ansetzte und ich in Genuß einer kenntnisreichen Führung durch einen jungen Böhmen kam.

Ein sehr feiner Sonntagsausklang.


Glückauf!

Antworten:

's wird schon langsam Herbst, gell

Zitat
awp
Ein sehr feiner Sonntagsausklang.


Wirklich sehr fein, deine Hangaktion. Bist Du also doch gefahren ;)
Ich frage mich, warum man das Schalthäuschen etwa an diesem Ort nicht auch im Schönbrunnergelb streichen kann ...


Glückauf!
Joachim

von Joachim Piephans - am 21.08.2017 11:20
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