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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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6
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Monaten, 4 Wochen
Beteiligte Autoren:
AAW, Joachim Piephans, Niels K., Matthias Schöck

Prag will seinen Bahnverkehr mit Tunnelbauten revolutionieren

Startbeitrag von AAW am 26.08.2017 22:43

Prag will seinen Bahnverkehr mit Tunnelbauten revolutionieren

Prag ist eine pulsierende Stadt. Doch der öffentliche Verkehr der Metropole platzt mittlerweile aus allen Nähten. Auf der Suche nach Lösungen hat der Stadtrat nun erneut eine Studie aus dem Jahr 2007 aufgegriffen. Ihr zufolge soll Prag unterirdische Bahnstationen erhalten.

...

[radio.cz]


Wenn das Verkehrsaufkommen auf den Bahnstrecken von und nach Prag weiter steigt und zusätzliche Strecken tatsächlich in Angriff genommen werden, füht wohl kein Weg an einem "městský tunel" vorbei ...

Ahoj

Antworten:

Zitat
AAW
Wenn das Verkehrsaufkommen auf den Bahnstrecken von und nach Prag weiter steigt und zusätzliche Strecken tatsächlich in Angriff genommen werden, führt wohl kein Weg an einem "městský tunel" vorbei ...


Wenn ich so an das Projekt Blankatunnel denke, stellt sich mir die Frage welcher Eisenbahn-Tunnel eher fertig sein wird, einer durchs Prager Stadtzentrum oder einer unterm Erzgebirge.
Gibt es denn schon irgendwelche konkreteren Vorstellungen, welche Bahntrassen man unterirdisch verknüpfen möchte? Oder sind es bisher alles nur Hirngespinste der durch die Baufirmen "finanzierten" Lobbyisten?

Schön fand ich auch diesen Satz: "Angesichts der vielen Genehmigungsverfahren, Tests und finanziellen Herausforderungen, die mit dem Vorhaben verknüpft sind, rechnet Dolínek sogar mit einer zweistelligen Jahreszahl bis zur Einweihung der neuen Verkehrswege." Willkommen im 21. Jahrhundert! :rolleyes: Geht es dank überbordender EU- wie auch National-Bürokratie nicht inzwischen eher darum welche Ziffer die zweistellige Zahl anführt?

von Niels K. - am 27.08.2017 06:31
Zitat
Niels K.


Gibt es denn schon irgendwelche konkreteren Vorstellungen, welche Bahntrassen man unterirdisch verknüpfen möchte? Oder sind es bisher alles nur Hirngespinste der durch die Baufirmen "finanzierten" Lobbyisten?


Vielleicht keine 100% Antwort, aber auf Facebook hat die Stadt Praha vor ein paar Tagen das hier verlinkt: [prahaeu.tumblr.com]

Darin enthalten ist eine Grafik über den geplanten Streckenverlauf.


Matthias

von Matthias Schöck - am 27.08.2017 08:14

Re: Zeit ins Land

Hallo,

bisher war immer ein Tunnel Masarykbf - Smíchov geplant (besser: vorgeschlagen).

Die verwiesene Grafik mit den vielen Ein-/Ausfahrten und "Leerkilometern" scheint eher darauf ausgerichtet zu sein, das Projekt am Geld scheitern zu lassen. Da sind viele Tunnelkilometer ohne wirkliche Mehrerschließung dabei. Der Hauptbahnhof wäre jeweils erreichbar (hl.n. dol.), das erschließt sich mir noch.

Wozu aber dieser Bogen unter der Neustadt in Richtung tr. 220 gut sein soll? Das ginge entlang der Bestandsstrecke auch kürzer, etwa mit Ausfahrt am heutigen Tunnelmund unter den Weinbergen oder im westlichen Gleisvorfeld von Vršovice.

Sollte diese Trassierung umgesetzt werden, dann wäre das kein Citytunnel, wie er in vielen Ländern existiert (mehrfach in Deutschland, Zürich, Brüssel, etc.) sondern eher eine überlange, also teure Erweiterung des Hauptbahnhofs.

@ Niels: Das im Artikel der verniedlichende Zweckoptimismus des Projektsprechers mit journalistischem Weichspüler zusammen kommen, muß man natürlich berücksichtigen. Es wird noch sehr viel Wasser die Moldau herunter fließen und sicher einige Jahrzehnte ins Land gehen, ehe da ein Rohbau existieren könnte.

Aber arm ist eben nicht nur wer alles Geld zum Fenster hinaus wirft, sondernauch der, welcher keine Visionen hat ...

Man stelle sich mal vor, keiner hätte die Vision der Berliner Stadtbahn, vom Gotthardtunnel, ... besessen - dann hätte sie auch keiner gebaut.

Ob es nicht wichtigere Projekte gäbe, als die Infrastruktur im vglw. guten Prager ÖV-Netz asuzubauen oder Neubaustrecken parallel zu ganz gut ausgebauten Korridoren zu bauen, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ich sage nur Prag-Reichenberg ...

Ahoj

von AAW - am 27.08.2017 13:17

Re: Auch andere Tunnel werden unumstößlich gebaut!

... Absichtserklärung sei Dank. Das ist so sicher, wie das Amen (in Polen alternativ der Exorzist) in der Kirche. (Überspitzung beachten!)

[www.sz-online.de]

Auch hier muß der sog. JEW zugeschlagen haben. (nein, nicht der Jude, sondern der Journalisteneuphorisierungsweichspüler). Wie man sonst das Wort Absichtserklärung und eine faktische Aussage in einen Satz packen kann? Oder hat das Postfaktische jetzt über Dresdens Straßen auch die hiesigen Schreibstuben der Zeitungen erreicht?

Na gut, ich lese da auch von einer "Bibel für alle Bauprojekte". Noch Fragen Kienzle? (um mal ein ausgestorbenes Politmagazin zu zitieren)

Ahoj ;)


Zitat
Niels K.
Wenn ich so an das Projekt Blankatunnel denke, stellt sich mir die Frage welcher Eisenbahn-Tunnel eher fertig sein wird, einer durchs Prager Stadtzentrum oder einer unterm Erzgebirge. [...]


von AAW - am 27.08.2017 14:09

Glückauf!

Ich dachte beim Lesen der ersten Überschrift schon, die Prager wollten ihr innerstädtisches Schienennetz insgesamt unter die Erde legen, den Hauptbahnhof aufgeben, den Fantá-Bau mit Glaspalästen zustellen. Erleichterung ...
Denn wenn ich dank der Verlinkung von Matthias die Skizze und den Text richtig verstehe, geht es im Grunde um eine unterirdische Stammstrecke ausschließlich für die ESKA, nicht viel anders als bei den S-Bahnen von München, Stuttgart, Leipzig. Besonderheit ist, daß sich der Tunnel jeweils aufteilen würde in zwei Zufahrten Nähe Florenc (von Bubny und von Balabenka) und ebenso nach Smichov und Ri. Vršovice/Hostivar. Jeglicher aufs Zentrum zulaufende Nahschnellverkehr würde damit in Durchmesserlinien gebündelt.

Diese Skizze ist noch nicht mehr als ein Planspiel, in einer genauen Planfeststellung kann sich da noch viel tun, aber der Grundgedanke ist doch erstmal bestechend und sollte für uns Eisenbahnaffine positiv sein: die Entflechtung des Fern- und Überregionalverkehrs vom Nahverkehr namens ESKA schafft beiden mehr Trassen und insbesondere mit einer verdichteten ESKA schnelle attraktive Verbindungen ins Zentrum. Mehrverkehr kann aufgefangen werden bzw. eine spürbare Entlastung von Straßen und Stadtqualität wäre möglich (wenn zugleich der Individualverkehr gelenkt würde und Hürden bekommt).

Und AAW hat recht: Kühnheit gehört zu einem großen Projekt dazu. Ob wir ein fertiges "doppeltes Prager Y" in vollem Betrieb mit der übernächsten Generation von ESKA-Fahrzeugen noch erleben - fraglich. Daß es das aber nie geben wird, wenn niemand mit Überzeugungs- und Planungsarbeit beginnt, ist auch klar.

Deshalb: Glückauf für einen Prager Schnellbahntunnel!

Joachim

von Joachim Piephans - am 27.08.2017 17:36
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