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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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vor 1 Woche, 4 Tagen
Letzter Beitrag:
vor 1 Tag, 19 Stunden
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Strojmistr, 217 055, Schwandorfer

4 Informationen in » [1 B.]

Startbeitrag von Strojmistr am 13.06.2018 18:50

Servus,

Umleiterverkehr bestimmt derzeit überall das Geschehen in Tschechien und den angrenzenden Gefilden. So kann auch der Stahlzug vom Thüringer Stahlwerk aus Könitz nicht im geringsten den normalen Laufweg von dort nach Eger nehmen. Sorgte unlängst ein Erdrutsch bei Arzberg für eine Streckenunterbrechung, finden nun zwischen Schirnding und Eger geplante Bauarbeiten statt. Deswegen ist der Laufweg des Zuges im Moment Könitz-Saalfeld-Nürnberg-Schwandorf-Furth-Domazlice-Klatovy-Plzen. Heute fuhr er zum 2. Mal.



Zum 2. schreiteten die seit Ostern laufenden Bauarbeiten am völlig sinnlosen Mittelbahnsteig gaaaanz laaangsam voran, die mit der Kastration einer einigermaßen intakten Infrastruktur einhergehen. Heute wurde die Stütze für die Zugangsbrücke gegossen. Jawoll, richtig teuer muss es sein. Aufzüge kommen dann bestimmt auch noch dran. Das der Güterverkehr mit den paar Gleisen Probleme bekommt - völlig egal. Ausgerechnet die 2 Gleise mit der größten Nutzlänge ...

Zum 3. ist die Laubeindeckung auf den Gleisen sichtbar, die von einem schweren 10-minütigen Hagelunwetter vom 11.6. her rühren. » Netzzeitungsbericht

Und zum 4. zeigt sich, dass die Ignoranz bei CDC auch immer größer wird, indem man den 1200 Tonnen schweren Stahlzug nur mit 742.111 und 742.137 und ohne Schiebelok über den Berg nach C. Kubice fahren lässt (Abfahrt 19.05 Uhr) - mit der Folge, dass der Zug am Berg liegen geblieben ist und aktuell noch die Strecke blockiert. Hilfe naht irgendwann, wenn von Pilsen ein Autozug in Domazlice eintrifft ... Später Feierabend für beide strojveduce ...

Antworten:

Re: Furth im Wald

Servus Michael,

da hast Du Dir ja viel Mühe gegeben mit den vier Blickrichtungen auf Dein Bild.
Die Unwetterfolgen sind heftig zu sehen, das kann man sich ja nach den Nachrichtenmeldungen meist doch nicht so recht vorstellen.

Täusche ich mich, oder war das Liegenbleiben eines Güterzuges zwischen Furth im Wald und C. Kubice nicht doch schon am 12.06.? Ich habe ganz am Rande während mehrerer unschöner Nachtschichten eine solche Tickermeldung in Erinnerung, allerdings eher nicht aus der vergangenen Nacht. Oder die Dinge verschieben sich eben - das war ja wenigstens kein Fall für meine Arbeit.

Zum Bahnsteigneubau in Furth teile ich Deine Meinung über Sinnlosigkeit aber nicht. Eine zweite Bahnsteigkante (oder auch noch eine dritte?) an einem durchgehenden Gleis ohne ebenerdigen Zugang wäre schon lange erforderlich gewesen. Wie viele Tausend unnötige Minuten Verspätung haben die Ex- bzw. ALX-Züge in den letzten Jahren erhalten, weil die Kreuzung eben nicht flexibel und ohne Sondermaßnahmen nach Furth im Wald verlegt werden konnte? Außerdem war durch die faktische Nichtnutzbarkeit des zweiten durchgehenden Gleises ohne Personal vor Ort ja schon eine Störung am Stumpfgleisbahnsteig bzw. der Weiche dahin geeignet, eine zeitweise Betriebseinstellung des Reiseverkehrs dort herbeizuführen. Nein, für einen "ordentlichen Bahnhof" gehört auch die zweite Bahnsteigkante an durchgehenden Gleisen unbedingt dazu.
Daß der personalfreie Zugang dahin heutzutage hohen Aufwand erfordert, ist zwar zu hinterfragen, aber meiner Meinung nach trotzdem erforderlich. Die möglicherweise dritte entstehende Bahnsteigkante (es wäre ein schöner Schildbürgerstreich, dort kurz vor der Kante einen Zaun vorzufinden) kann ja trotzdem im Regelverkehr als Güterverkehrsgleis dienen und könnte für die maximale Gleislänge ja auch hinter dem Bahnsteigbereich an das alte Gleis 3(?) angeschwenkt werden. Wenn das nicht passiert, haben die Gv-EVU bei der Planfeststellung gepennt (was es nicht besser macht).


Freundliche Grüße
217 055

von 217 055 - am 14.06.2018 13:43

Re: Furth im Wald

Hallo,

also wenn es notwendig ist, wird wurde die Kreuzung der Ex ohne Wenn und Aber nach Furth verlegt. Insofern gab es schon jetzt die 3. Bahnsteigkante. Die hätte man auch erneuern können. Im Moment geht das natürlich wegen der Bauarbeiten nicht, deswegen oben die Streichung des "wird". Und das Warten auf verspätete Züge halte ich auf dem neuen Bahnsteig für ungemütlicher, als im Schutz des Bahnsteigdachs des alten Hausbahnsteiges. Und klar könnte man einen GZ auch an die neue 3. Bahnsteigkante fahren lassen. Kann nur sein, dass er dann durchaus mal 1, 2 Tage dort steht. Ungünstig ist vielmehr die Lage der Tankstelle. Hier hab ich schon boebachtet, dass AWT-Brillen das Tanken unterbrechen und auf dem Stumpfgleis 111 an den Prellbock fahren mussten, damit die OPB abweichend auf dem Gleis 1 einfahren konnte.

Richtig Sinn hat für mich der neue Mittelbahnsteig erst, wenn ein TW der OPB dort hält und auf dem Nachbargleis ein Anschlusszug nach Domažlice oder Plzeň bereit steht - den es aber nicht gibt.

Gruß
Michael

von Strojmistr - am 16.06.2018 06:00

Re: Furth im Wald

Servus Michael,

ja, ich weiß, daß manchmal auch die Ex/R/ALX auch im alten Zustand in Furth im Wald gekreuzt haben. Aber das geht nur von der Außensicht her so einfach "ohne Wenn und Aber". Wenn der Zugang zum zweiten Bahnsteig das erste Gleis überquert und es ist keine Anlage oder Personal zur Absicherung des Überwegs vorhanden, muß vom zuerst einfahrenden Zug das Personal zur Reisendensicherung beauftragt werden und diese durchführen. In Furth im Wald ist dies aufgrund des planmäßigen Personalwechsels besonders schwierig sicherzustellen (wer wird beauftragt und auf welchem Weg? Das Zugpersonal hat auch andere Dinge zu tun, das Gepäck des Zugpersonals ist in der Hand beim Ausstieg). Da bleibt am Ende nur übrig, daß der eine Fdl es eben macht, der andere nicht! "Nicht machen" war aber nicht gerade selten. Meiner Beobachtung nach wurde das meist auch nur dann gemacht, wenn der Zug aus Prag noch deutlich vor dem verspäteten Zug aus Schwandorf in Furth eintraf.
Was bisher überhaupt nicht zulässig ist, ist die "gleichzeitige" Einfahrt an beide Bahnsteiggleise. Gleichzeitige Einfahrt heißt dabei, daß beide Fahrwege zeitgleich eingestellt und gesichert sind und die Signale eine Fahrtbegriff zeigen.

Bei größerer Länge des Zuges am Gleis 1 müssen die Reisenden sogar durch die Wagen klettern, um zu Gleis 2 zu gelangen. Gemeinhin wird so etwas als nicht mehr zeitgemäß angesehen.

Bei einer Ortsbesichtigung gestern sind meine Zweifel gewachsen, daß der neue Bahnsteig beidseitige Kanten bekommt. Die Angaben auf der Seite der BEG beantworten diese Frage auch nicht. Für eine mögliche Nutzung auch als Güterverkehrsgleis meinte ich dann das dritte Gleis vom Bahnhofsgebäude aus, also das bisherige Gleis 4, für das ebenso die mögliche Anschwenkung auf das alte Gleis 3 im westlichen Bereich gemeint war.

Güterzüge, die auf einem Grenzbahnhof einige Tage abgestellt werden, sind da aus meiner Sicht grundsätzlich falsch. Die sollten sich für solche Projekte lieber Abstellgleise mieten, die Nutzung des Grenzbahnhofs dafür ist in Zeiten ohne Betriebsstörung eher Mißbrauch.
Ja, ich weiß: genau wie die Anlagen solcher Bahnhöfe aus Zeiten der Ein-Unternehmens-Bahn stammen, ist auch die bedarfsgerechte Zuführung solcher Züge aus dem nächsten Knotenbahnhof zum Grenzbahnhof heute eine Aufgabe, an der manches scheitert. Loks und Personale mit dem Dienstinhalt "Grenze" sind (in Deutschland zumindest) Geschichte. (Aber wenn ich die Aussagen aus Reihen der CSU richtig übersetze, ist manchen ja die Wiedererrichtung richtiger Grenzen das wichtigste Projekt der aktuellen Wochen - nur eben ganz anders genannt, damit man beim Zustimmung schreien noch nicht richtig merkt, wohin die Reise geht.)


Gruß
217 055

von 217 055 - am 19.06.2018 10:40

Re: Furth im Wald

Ich sehe den neuen Bahnsteig insgesamt eigentlich auch als notwendig an. Eine Kreuzung in NFW war immer ein ganz schönes "Gschiß" und noch dazu .W. sowieso nur im Verspätungsfall zulässig.
Ärgerlich natürlich, wenn dafür ein Güterzuggleis draufgeht. Abgesehen davon hat der Bahnhof dafür, daß es keine planmäßigen Güterzüge mehr gibt, ohnehin noch eine recht intakte Infrastruktur.

Wirklich ärgern (aber nicht wundern) würde mich aber, wenn der neue Bahnsteig wieder nur eine Bahnsteigkante erhält. Diese Form von "Ausbau" ist einfach nur kurzsichtig (eine weitere Kante kann doch im Vergleich zu den Kosten des Gesamtprojektes so teuer nicht sein?!).

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 22.06.2018 19:21

Re: Furth im Wald

Zitat
Schwandorfer
Ich sehe den neuen Bahnsteig insgesamt eigentlich auch als notwendig an. Eine Kreuzung in NFW war immer ein ganz schönes "Gschiß" und noch dazu .W. sowieso nur im Verspätungsfall zulässig.


Für diesen nunmehr recht seltenen Notfall wäre die Investition noch abstruser. Die Kreuzung findet bekanntlich nicht mehr in Česká Kubice sondern in Domažlice statt. Fahrzeit von Furth bis Domažlice ca. 20 Minuten. Das würde bedeuten, dass der Zug aus München mindestens 40 Minuten verspätet sein müsste, der Zug aus Prag dagegen pünktlich ist. Das kann doch nicht das Ziel des Baus sein? Im "normalen" Verspätungsfall wird die Kreuzung auf die benachbarten Bahnhöfe verlegt.

Was mich weiterhin wundert, dass die neue Standard-Bahnsteighöhe 76cm sein soll, der Bahnsteig aber mit 55 cm gebaut wird. Ich weiß, Planungsvorlauf ... woanders muss/wird aber auch von 55 auf 76 cm umgeplant (werden).

Gruß
Michael

von Strojmistr - am 23.06.2018 06:14
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