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RNLF-Tratschforum
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vor 8 Jahren
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TW 334, Stefan Klein, Tw237, Fabegdose, Fantômas, Lokleitung, David Jung, Tw 17, Bahnsen

Lasst den TW 17 in Ruhe!

Startbeitrag von TW 334 am 20.07.2010 19:55

Hallo zusammen,
ich verstehe gar nicht, warum ihr denn TW 17 so fertig macht, nur weil er angeblich eine Anti-Homosexuelle Äußerung gebracht hat...

Mein Gott, es ist nunmal ärgerlich, wenn man sich auf die Stadtrundfahrt (und dann auch noch mit der letzten richtigen bayrischen Straßenbahn...) freut und die dann wegen einer Großveranstaltung, die viele Menschen gar nicht betrifft, abgesagt wird.

Und dazu gleich eine Frage: Braucht es sowas wirklich? Also den CSD, klar, man will feiern und einfach sein Leben ausleben, aber muss man derart provozieren, wie es bei den CSD auch immer wieder vorgemacht wird (Beispiel Regensburg). Homosexuelle Paare sind doch, zumindest in größeren Städten, mittlerweile ein so alltägliches Bild mehr, dass sich da da keiner mehr dran stört.

Macht es doch nicht an Kleinigkeiten aus...es ging nicht darum, dass CSD war, sondern das eine Veranstaltung war, und deswegen die Bim nicht fahren konnte. Wenn das Dekanat München-Stadt (oder wie auch immer das dort heißen mag) seinen Minitag an der selben Stelle ausgerichtet, hätte TW 17 wahrscheinlich auf die Stadtkirche und die dummen Hanseln in den langen Röcken geschimpft.

Und wenn schon nach Toleranz geschrien wird...Toleranz fängt bei einem selber an, indem man nnicht groß diskutiert, sondern sich einfach seinen Teil denkt und sich auf die Sachen besinnt, um die es hier im Forum geht, nämlich um die Straßenbahn.

Antworten:

Was soll der Beitrag hier nun?

Ich finde die Diskussion - völlig zurecht - in Ordnung. In dem Alter wo Tw17 ist sollte man schon darauf achten was man schreibt. Und wer sich wie die Axt im Wald benimmt, muss sich nicht wundern wenn es so aus dem Wald schallt, wie man rein ruft.

von David Jung - am 20.07.2010 20:02
Zitat
TW 334
Macht es doch nicht an Kleinigkeiten aus...es ging nicht darum, dass CSD war, sondern das eine Veranstaltung war, und deswegen die Bim nicht fahren konnte. Wenn das Dekanat München-Stadt (oder wie auch immer das dort heißen mag) seinen Minitag an der selben Stelle ausgerichtet, hätte TW 17 wahrscheinlich auf die Stadtkirche und die dummen Hanseln in den langen Röcken geschimpft.

Genau, du hast es erfasst, danke ! - Leider hab ich erster gestern Abend auf der MVG-Seite herausgefunden, dass die Bahn am Sonntag doch fuhr, aber wegen der inkompetenten Auskunft am Marienplatz ich das nicht wusste. Die Gelegenheit mit München wird sich ja hoffentlich nochmal ergeben, zwar wahrscheinlich nicht mehr mit P-Wagen auf Linie, aber halt mit der Münchentram. Ich hoffe, dann sind nicht irgendwelche Demos gegen Biogemüse oder Ähnlichem, die die Fahrroute versperren könnten! (NEIN, ich habe nichts gegen Biogemüse!)

Zitat
Lokleitung
Was hättest Du gesagt, wenn statt des CSD gerade ein Faschingsumzug gewesen wäre? Hättest Du Dich dann auch aufgeregt?

Ja, hätte ich auch, wenn ich mir ihn nicht selbst angeschaut hätte!

MfG
Tw 17

von Tw 17 - am 20.07.2010 20:21
Zitat
TW 334
Und wenn schon nach Toleranz geschrien wird...Toleranz fängt bei einem selber an, indem man nicht groß diskutiert, sondern sich einfach seinen Teil denkt und sich auf die Sachen besinnt, um die es hier im Forum geht, nämlich um die Straßenbahn.

Dann dürften solche Äußerungen wie die, über die hier gerade diskutiert wird, gar nicht erst auftreten. Aber trotzdem ist das passiert. Überleg mal, wohin das von dir beschriebene Szenario führen würde, denn genau das Schweigen der Masse macht solche Angriffe im großen Stil erst möglich, wo dann von Toleranz nicht mehr die geringste Rede sein kann.

von Bahnsen - am 20.07.2010 20:50
Mein lieber Tw 334,

vielleicht hast Du ja die originale Version seines Reiseberichts nicht gelesen.

Vielleicht hast du auch meine Antwort (und die der anderen User) nicht verstanden. Daher noch mal in klaren Worten:

1. Wir haben Tw 17 nicht fertig gemacht. Wir haben uns über seine Texte ausgelassen.

2. Er hat nicht "angeblich" eine Anti-Homosexuelle Äußerung gebracht, sondern er hat drei dieser Äußerungen geschrieben.

3. Zur Deiner Frage "Braucht es sowas wirklich?" bitte ich Dich, mein unten stehendes PS zu lesen.

Und nun nochmal im Detail:
Über einen Ausdruck wie "tanzende Schwuchteln" könnte ich ja notfalls noch hinweglesen - wenn er auch nicht von besonders guten Stil zeugt. Ein Ausdruck wie "Christoper Street Deppen" ist aber so tief unter der Gürtellinie, dass ich dazu was sagen musste.

Ich habe es mit dezenten erklärenden Worten versucht, worauf mir Tw 17 mit dem folgenden Satz antwortete " ...und die ********** in ihren komischen Fetzen aus Stoff auf der Straße rumgetanzt sind, hat mir schon gelangt die in den Haltestellen zu sehen. Nunja wenigstens war es nicht die Loveparade da hätte ich mich wesentlich mehr noch aufgeregt".

Für mich war das ein Zeichen, dass er meine Kritik an seinem Text nicht verstanden hatte. Und ich denke, meine Ausführungen (und auch die der anderen User) waren sachlich und begründet. Ich denke auch, Tw 17 hats danach /hoffentlich) einigermaßen kapiert.

Meine Argumentation geht nicht gegen den User Tw 17, sondern einfach nur gegen seine beleidigenden und intoleranten Worte, die er hier über eine Personengruppe verloren hat. Das hätte nicht sein müssen.

Insofern verstehe ich nicht, wieso Du das hier nochmal aufwärmst.



P.S. (zum Thema "Braucht es sowas wirklich?")

JA!!!
Ich verdiene mein Geld zu einem Teil damit, z.B. Umleitungen bei Demonstrationen und Großveranstaltungen zu planen oder abzuwickeln. Das betrifft zum Beispiel Fastnachtsumzüge, Stadtfeste, den CSD, Schlossbeleuchtungen, Sportveranstaltungen wie den Marathon, aber auch Demonstrationen jeglicher Interessengruppen, seien es Tierschützer, Gewerkschaften, politische Parteien oder z.B. auch ausländische Gruppierungen, die sich für Menschenrechte in ihren Heimatländern einsetzen.

Jede dieser Veranstaltungen bedeutet in der Regel Kosten für die Öffentlichkeit, Erschwernisse, Verspätungen, Fahrtausfälle oder Umleitungen für die Kunden und die Beschäftigten unseres Verkehrsbetriebes, oft auch für den Rest der Bevölkerung.

Und auch ich denke mir gelegentlich "müssen die denn nun schon wieder demonstrieren?", weil es für mich persönlich manchmal lästig ist oder zusätzliche Arbeit bedeutet. Aber das Demonstrationsrecht ein Grundrecht, für jeden im Grundgesetz verbrieft. Es gibt andere Länder auf dieser Welt, in denen Demonstrationen von der Staatsgewalt von vornherein unterbunden werden oder mit Panzern oder Maschinenpistolen aufgelöst werden.

Hier bei uns hat jeder hier das Recht, seine Interessen in der Öffentlichkeit für alle sichtbar darzustellen, indem er durch eine Demo darauf aufmerksam macht, solange er sich dabei an die bestehenden Gesetze hält. Man stellt also nicht automatisch die Interessen einer Mehrheit über die einer Minderheit. Das ist gelebte Demokratie, das nennt man Ausübung der Meinungsfreiheit.

Auch die Fußballfans haben sich nicht darum gekümmert, ob sie mit ihren Demonstrationszügen und Autocorsos nach den gewonnenen WM-Spielen jemanden stören oder behindern. Das ist so, und es ist gut so.
Und der Rest der Bevölkerung muss dann einfach damit leben.



von Lokleitung - am 20.07.2010 21:29
Zitat
TW 334
Also den CSD, klar, man will feiern und einfach sein Leben ausleben, aber muss man derart provozieren, wie es bei den CSD auch immer wieder vorgemacht wird (Beispiel Regensburg).


Mir dünkt, du hast den CSD nicht kapiert. Lies dich da nochmal ein, bevor du denkst, es sei eine ähnliche Veranstaltung wie Karneval. Das gehört heute zur Allgemeinbildung.

Ich bin zwar bei den Straßenbahn- und Eisenbahnfreunden als bekennende "Hete*" eine Randgruppe, war aber verwundert, dass gerade in einem Forum mit entsprechender Klientel sich jemand derart aus dem Fenster lehnt. Von daher habe ich mit entsprechender Reaktion - leider auch vollkommen zurecht - gerechnet.

Ansonsten schließe ich mich den Ausführungen von Lokleitung an.

* = Habe ich mir vor einigen Jahren beim "Pink Monday" sagen lassen, wäre die Bezeichnung von Schwulen für die Heterosexuellen. Von mir aus, wie auch immer.

von Fantômas - am 21.07.2010 01:20

Braucht es so was wirklich?

Und dazu gleich eine Frage: Braucht es sowas wirklich?

Du sagst es ja selbst:
Homosexuelle Paare sind doch, zumindest in größeren Städten, mittlerweile ein so alltägliches Bild mehr, dass sich da da keiner mehr dran stört.

In größeren Städten stört sich niemand dran. Das ist rund um den Globus so - Einstellungen zur sexuellen Orientierung sind in Großstädten liberaler als auf dem Land.

Der CSD ist auch mehr als nur "feiern und sein Leben ausleben". Ich weiß nicht welche Provokationen Du mit dem Beispiel Regensburg meinst, vielleicht möchtest Du sie mal erläutern. CSDs sind unter anderem auch dazu da, auf Ungleichbehandlungen aufmerksam zu machen.

Dazu gehört beispielsweise auch, daß unter anderem in Baden-Württemberg die Stadtkreise entscheiden können, wo die Eintragung einer Lebenspartnerschaft erfolgen soll. Das kann dann auch mal auf dem Ordnungsamt sein, auf dem man gleichzeitig auch noch seinen Waffenschein beantragen kann. Eine vollständige Gleichstellung gegenüber kinderlosen Heteropaaren (Stichwort Ehegattensplitting) wird mit der Begründung abgelehnt "Auch in kinderlosen Ehen würden Männer und Frauen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen", was aber ignoriert, daß dies bei eingetragenen Lebenspartnerschaften genauso aussieht (Verpflichtung zum lebenspartnerschaftlichen Unterhalt, Berücksichtigung von Partnereinkommen bei ALG2, Ausbildungs- oder Studierendenbeihilfen).

Der ehemalige Fußballspieler Michael Schütz äußerte sich beispielsweise mal zum Thema "Outing von Fußballspielern" mit den Worten "Man würde gegen so einen nicht richtig rangehen, weil die gewisse Furcht vor Aids da wäre.".
Bei einem geschätzten Vorkommen von Homosexualität in der Bevölkerung zwischen 1 und 10% müsste es mehrere komplett schwule Bundesligavereine geben. Es gibt aber keine geouteten Spitzenfußballer. Der einzige, der sich jemals während seiner Aktivzeit outete brachte sich einige Jahre später um, als er beschuldigt wurde einen ehemaligen Bettgespielen vergewaltigt zu haben. Einige wenige andere machten ihre sexuelle Orientierung erst nach der Aktivzeit öffentlich. In der Politik gehören Homosexuelle auch erst im 21. Jahrhundert wirklich zur Normalität - mit Wowereit, von Beust und Westerwelle gibt es mittlerweile auch einige richtig prominente Politiker, was sicherlich die Toleranzgrenze bundesweit etwas in die richtige Richtung gebracht haben dürfte.

Wilhelm Wieben (Tagesschaumoderator, dessen Homosexualität von Inge Meysel öffentlich gemacht wurde "Ich habe eigentlich nur schwule Freunde, ich verreise gerne mit Wilhelm Wieben") stellte einst dazu fest: "Outen kann man nur jemanden, der etwas verbirgt."

Im Tierreich kann Homosexualität als universelles Phänomen angesehen werden. Die Geschichte mit den schwulen Pinguinen im Zoo von Bremerhaven geisterte auch eine Zeitlang durch die Medien. Mittlerweile zieht eines der 3 dortigen schwulen Pinguinpärchen auch Junge auf.

Allen Homo- und Bisexuellen Männern ist das Spenden von Blut und Blutprodukten wie Knochenmark und Plasma untersagt. Begründet wird dies mit einem pauschal unterstellten Risikoverhalten. Das Risikoverhalten (Promiskuität, ungeschützter Verkehr) bei hetersosexuellen Männern wird aber garnicht erst abgefragt.

In 75 von 195 Staaten werden Homosexuelle bis heute strafrechtlich verfolgt. Im Iran oder Saudi-Arabien kann man hierfür auch noch mit der Todesstrafe belegt werden, in Uganda möchte man die Todesstrafe hierfür wieder einführen. Volker Beck (MdB) wurde schon mehrfach bei Demonstrationen in Moskau inhaftiert, ein Fall ging durch die internationale Presse, nachdem rechte Gegendemonstranten gewaltsam den Moscow Pride zerschlugen und die Demonstranten von der Polizei an der Flucht gehindert wurden. Ein CDU-Parlamentarier äußerte sich sinngemäß mit "Er habe die Bedürfnisse und Bräuche anderer Länder mißachtet und habe die Verhaftung provoziert und sich damit selbst zuzuschreiben"

Straftaten mit schwulenfeindlichem Hintergrund nehmen wieder zu - am Berliner CSD-Wochenende wurde ein 32jähriger niedergestochen, ein 35jähriger von 3 Personen mit Fußtritten krankenhausreif geprügelt wurde und einem 23jährigen das Jochbein gebrochen. Alle drei Fälle spielten sich im Umfeld eines lesbisch-schwulen Straßenfestes ab und hatten den Ermittlungen nach homophobe Motive.

Und auch wenn das politische Engagement der letzten Jahrzehnte sich durchaus gelohnt haben dürfte, so ist "Schwule Sau" durchaus immernoch Schimpfwort Nummer 1, werden homosexuelle Paare schief beäugt, wenn sie händchenhaltend durch die Stadt laufen oder sich öffentlich küssen. Insofern kann ein bunter Fummel durchaus als Provokation angesehen werden - um die "normalen" Kleinigkeiten auch endlich normal erscheinen zu lassen.

Deswegen nochmal zur Ausgangsfrage Braucht es sowas wirklich? ganz eindeutig: JA, so etwas braucht es wirklich! Es muss nicht nur dem einzelnen persönlich egal sein, sondern bei anstößigen oder gar diskriminierenden Reaktionen sollten aktive Gegenreaktionen erfolgen. Und genau deswegen wurde das hier gründlich und sachlich diskutiert.

Und das ist gut so!

von Stefan Klein - am 21.07.2010 03:11
aaaachhhh, was regt ihr euch alle wieder nur so auf...

Aber weil die Diskussion grad so schön ist, möchte ich sie dann doch noch etwas mit anheizen :-P

Also ich persönlich denke mir, dass mir sämtliche Dinge, welche meine persönliche Freiheit nicht einschränken egal sind. Also wozu aufregen? Mein alter Lehrmeister hat mir beigebracht, wer sich aufregt wird nicht alt. Danach versuche ich mich zu richten und mich möglichst nicht aufzuregen, weil ich mal ebenso alt werden möchte :-)
Sofern ich mich oder meine Umwelt davon nicht bedroh sehe ist es mir demnach auch gleichgültig wenn manche Männer untereinander Dinge tun, die ich nicht tun würde, solange sie es nicht mit mir tun.

Sollte doch jeder so sein dürfen, wie es ihm gefällt. Vielleich stören sich Männer in rosa Hemden ja an HSB-Baseballkappen oder GT4-Ansteckern?

Allerdings sollte jeder, egal ob rosa Hemdchen oder GT4-Nadel genügend Humor haben und nicht alles als Beleidigung auffassen. Andererseits würde es mir sicher langweilig wenn es so wäre. Ok, ich bin vielleicht ein Arsch-loch, aber es macht so Spaß... Also bin ich gerne Arsch-loch. Deshalb habe ich auch einen heiden Spaß dabei, Leute aufzuziehen. Dabei ist es eigentlich völlig egal womit. Man zieht die Leute mit dem auf, worüber sie sich aufregen.Wenn das eben ihre Homosexualität ist, soll es mir auch recht sein. So gibt es in diesem Forum beispielsweise Homos, denen ich sämtliche zweideutigen Andeutungen auf ihre Neigungen an den Kopf schmeißen könnte. Aber das ist denen scheißegal. Also mach ich es auch nicht, wär ja langweilig.
Andere dieser Sorte hingegen kann man schon mit leichten Andeutungen auf ihre Neigung ein riesen Anfall und ich kann sie selbst vom Porum aus förmich sehen, wie sie vor ihrem PC im Dreieck springen. In diesem Fall hat das ganze seinen Zweck erfüllt. Bloß merken die das selbst nach dem 100. mal nicht (zum Glück) :-) :-P .
Dieser "Aufziehparameter" ist austauschbar. Es ist nämlich völlig egal, ob das nun eine sexuelle Neigung, ein unerfülltes Begehren nach weiblicher Zuneigung (ich denke hier natürlich an keinen speziellen User), ein Wohnort oder eine Frisur ist. Man muss nur wissen, welcher Parameter zu welcher Person passt; und es klappt immer wieder - toll! Es macht ja auch einen solchen Spaß.

Sicherlich finden sich auch bei mir einige Dinge, womit mich Leute versuchen könnten aufzuziehen. Aber es ist mir einfach scheißegal.


Was die komischen Paraden angeht, könnte man dadurch stellenweise seine Freiheit eingeschränkt sehen und würde im ersten Moment einer sovjetischen Lösung nicht unbedingt voreingenommen gegenüberstehen. Aber da sollte man halt auch mal einige Aspekte bedenken.
Wenn ich in die Stadt will oder auf den Bahnhof, stören mich solche Aufläufe ungemein. Dabei ist es aber völlig unentscheidend ob das ein CSD, ein Karnevalsumzug oder ein Auflauf von Fußballheinis ist, wobei mir letztere noch am unsympatischsten sind, da die akustische Belastung schier nicht abnimmt. Es stört mich einfach in diesem moment. Punkt.
Aber es sei vor doppelmoral gewarnt! Wenn man das in diesem Fall so sieht, muss man das auch generell vertreten können. Und wenn man solche Aufläufe nicht dulden würde, dürfte man auch keine Stadtfeste oder anderen Demonstrationen dulden. Wären die Leute nicht vor Jahren auf die Straße gegangen, hätte Franz-Adolf-Strauß immer weiter aufgerüstet und einen Atomausstieg hätte es wohl nie gegeben. Schlimmer noch: Hätte der Hausmeister vom Hambacher Schloss vor 150 Jahren gleich zum Handy gegriffen und die Rote Armee samt Panzern geordert, hätten wir wohl heute noch keine Demokratie.

Wie du siehst, kannst du es drehen und wenden, wie du willst, du steckst mit deiner Meinung in einem Dilemma. Also dulde es einfach, dass auch diese Heinis ihre Rechte ausnutzen und versuche die positiven Seiten zu sehen.
Gäb es die ganzen Events nicht, gäbe es auch keine Umleitungen oder besonderen Fahrzeugeinsätze zu fotogrfieren. Wär doch langweilig, oder?
Oder wären alle Männer außer dem Tw17 "ChristopherStreetDeppen", müsste er nicht auf O-Saft und Junkfood verzichten. Denn wenn "SIE" sich begatten lassen wollen würde, hätte sie gar keine andere Wahl, als auf ihn zurückzugreifen, völlig unabhängig von der Figur. Es sei denn, .... sie wäre lesbisch (viel Spaß beim Weiterdiskutieren)

:-P


Edit: zzz.... diese Zensur..... Warum wird denn nur "Arsch-loch" durch [---] ersetzt, sobald man den Bindestrich raus lässt :-P

von Tw237 - am 21.07.2010 14:02
Ich versteh gar nicht, was ihr alle habt. Lasst doch jeden leben wie er ist...

von TW 334 - am 21.07.2010 14:43
Also ich persönlich denke mir, dass mir sämtliche Dinge, welche meine persönliche Freiheit nicht einschränken egal sind.
Dinge, die eigene persönliche Freiheiten nicht einschränken, aber die persönlichen Freiheiten von Dritten berühren, sind aber ebensowenig egal. Ich muß hier nicht näher ausführen, was sich da schon alles abgespielt hat, und weswegen irgendwann einfach Schluß mit lustig ist. Unerwarteten Besuch zu erhalten ist mit "unpassend" noch mehr als wohlwollend umschrieben.

Vieles von dem was Du erläutert hast mag für Leute, deren persönliche Schmerzgrenze sich in Deinen Sphären bewegt ebenso völlig unproblematisch sein. Aber insbesondere Du lässt sehr oft ein gewisses Fingerspitzengefühl vermissen. Und so kann ich mich vom Grundprinzip Deiner Aussage anschließen, würde mir aber wünschen, wenn das, was Du da so fein herniedergeschrieben hast, vielleicht das eine oder andere Mal nicht nur aus Deinem schmerzbefreiten Blickwinkel, sondern auch aus der etwas sensibleren Sicht eines Dritten betrachten würdest und hernach handelst. Dann würden Dir auch mehr Leute solche Textpassagen glauben.

Vor gewissen Hintergründen, die ich weder Dir, noch dem Tw17, noch vielen anderen in diesem Forum erklären muss, und den Übrigen auch garnicht erklären will, war eine solche Diskussion nur eine ganz logische Konsequenz. Denn manche Sachen machen irgendwann einfach keinen Spaß mehr. Auch wenn es nur um "vermeintlich harmlose Äußerungen" wie der Gebrauch des Wortes "Schwuchtel" sind.

von Stefan Klein - am 21.07.2010 15:24
Zitat

Du lässt sehr oft ein gewisses Fingerspitzengefühl vermissen.

Das Verständnis für Humor und dessen Grenze ist ebenso individuell verschieden, wie die Geschmäcker. Zugegebenermaßen sind meine Grenzen etwas weiter gesetzt als bei manch anderem. Ebenso wie andere ihr Demonstrationsrecht nutzen, obwohl manchem rosa hemdchen nicht gefallen, möchte ich auch nicht mein "Belustigungsverhalten" einschränken, weil einige ihre Nase darüber rümpfen.

Zitat

das eine oder andere Mal nicht nur aus Deinem schmerzbefreiten Blickwinkel, sondern auch aus der etwas sensibleren Sicht eines Dritten betrachten würdest und hernach handelst

Ich handle tagtäglich danach. Das Posting war auch aus meinem "schmerzbefreiten Blickwinkel". Jeder Mensch hat verschiedene Stärken, Sensibilität ist meine jetzt nicht gerade. Aber ich lebe erstaunlich gut damit ;-)


Zitat

Dann würden Dir auch mehr Leute solche Textpassagen glauben.

Da ich ja "schmerzbefreit" bin, hätte ich ich kein Problem zu schreiben, dass ich einzelne Minderheiten als unwürdige Untergeschöpfe sehen würde, wenn das meine Meinung wäre. Denn ich glaube, wenn alle alles sagen würden wie sie es meinen, wären wir wohl alle etwas "schmerzbefreiter" aber es gäbe auch keine irritationen.
Wer dann nun etwas nicht wirklich ernst gemeintes oder mehr oder minder absichtlich anstößig formuliertes nicht richtig deuten kann, der ist..äh..hat... hat es eben nicht verstanden ;-)


Zitat

Denn manche Sachen machen irgendwann einfach keinen Spaß mehr. Auch wenn es nur um "vermeintlich harmlose Äußerungen" wie der Gebrauch des Wortes "Schwuchtel" sind.


Wie bereits erläutert, machen mir persönlich Dinge, die mir einmal Spaß gemacht haben auch immer wieder Spaß. Und wenn ich jetzt sagen würde, dass ich Worte wie Schwuchtel oder andere Gruppenspezifische oder eben auch allgemeine Beleidigungsformen niemals nimmer niemals nicht verwenden würde hätte ich gelogen. Aber wem würde das hier wohl anders gehen? mal ehrlich!
Da ich wohl nicht zu denen gehöre, die sich mit ihren Aussagen dynamisch anpassen können aber auch nicht zu denen die jetzt großartig hassen, sollen sich ruhig weitere Leute über meine Aussagen aufregen. Ich sehe darin keine Gefahr und habe bestenfalls noch Spaß daran (s.o.)
Hass ist ohnhin mehr was für Leute mit intensiverem Gefühlshaushalt. Dazu zähle ich mich wie bereits ermittelt ja nicht ;-)

von Tw237 - am 21.07.2010 18:46
Zitat
Tw237
Sicherlich finden sich auch bei mir einige Dinge, womit mich Leute versuchen könnten aufzuziehen. Aber es ist mir einfach scheißegal.


Naja fast ... ;)

von Fabegdose - am 22.07.2010 07:10
Wie schön es doch ist, was es für "Hexenjagden" geben kann, wenn manchen Leute sich diskriminiert fühlen...aber hey, warum steht ihr nicht dazu und über den ganzen Sachen? Ich bin überzeugter Katholik und muss mir auch so manches anhören (na, auch vom Pfarrer im Beichtstuhl vergewaltigt worden?), aber es interessiert mich einfach nicht, weil ich einfach weiß, dass das für mich das richtige ist. Und mein Motto ist leben und leben lassen. Jeder soll das machen, was er für richtig hält und womit er (oder auch sie) glücklich ist.

Wenn das hier irgendwie anders rüber gekommen ist, tut mir das leid. Ich habe grundsätzlich gegen niemanden etwas und auch keine Vorurteile gegenüber bestimmten "Gruppen" (oh man, das klingt schon wieder herablassend), mein Urteil mache ich mir erst, wenn ich diesen Menschen näher kenne und da spielt viel mehr mit rein, als seine sexuelle Orientierung oder seine Glaubensrichtung.

In der Hoffnung, dass ihr ein "mea culpa" annehmt...

TW 334

von TW 334 - am 22.07.2010 20:53
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