Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Stefan, Oszillatormann, Pirat 07, broadcaster, HF Martin

Viele Fragen zu Sendern...

Startbeitrag von Stefan am 11.04.2009 17:21

Viele Fragen zu HF Schaltungen

Hi erstmal, ich habe eine Weile drüber nachgedacht, ob ich das alles fragen soll, aber da nach langem Experimentieren einfach keine wirkliche Lösung in Sicht ist / ich nichtmehr weiter weis, frage ich nun doch. Vorweg - die hier gezeigten Sender besitze ich nichtmehr bzw. sie wurden in der Vergangenheit gebaut und getestet. Da ich ab und zu in diesem Forum mit lese, vermute ich mal hier gibt es genügend Leute, die mir bei meinen (vielen) Fragen behilflich sein können. Um hier viel Schreibarbeit zu ersparen, habe ich mich hingesetzt, einen ganzen Nachmittag lang, und mal alle Fragen als Pläne + Fragen verfasst. Ich würd es echt begrüßen, wenn Ihr mir auf meine Fragen konstruktive Antworgen geben könntet, nicht nur einen Verweis auf einen entsprechenden Link einer anderen Schaltung, ich würde sehr gerne verstehen warum diese Schaltungen "das machen, was sie machen". Zu vielen Widerstandswerten bzw. generell zu den verwendeten Werten muss ich sagen, das ich diese nicht berechnet habe. Ich habe mich relativ lange mit diesen "Senderchen" beschäftigt, mir auch entsprechende, ähnliche, Pläne im Internet angeschaut und eben viel getestet daher kam ich auf die Werte wie z.B. Basisvorwiderstand 100k beim BF 199 usw usv. Ich hatte nie das Ziel so starke Sender zu bauen oder besitzen wie Ihr tlw. habt. 10W o.ä. sind für mich persönlich ein Unding - mir reichen schon Leistungen im Bereich 10-500mW. Das war eigendlich die ganze Zeit das Ziel der Bastelaktionen (die sich damals über Jahre hinzogen, um die Grundkentnisse selbst zu lernen, und dann nach einer längeren Pause wieder in etwa 4 Monate andauerten). Mein Ziel war es - einen Sender zu entwickeln für Kurzwelle, welcher komplett auf fertig kaufbaren Bauteilen basiert. Also es soll keine Spule selber gewickelt werden, nur Festinduktivitäten, um den Sender so einsteigerfreundlich zu gestalten wie den "Talking Pixie" (jedoch ohne Modulationstrafo und mit vorgefertigtem Oberwellenfilter). Ich denk mir halt, das irgentwas falsch läuft an "meinen" Sendern, denn wenn ich bedenke, das diese "billig-Fernbedienungen"(wie man sie oft bei Spielzeug Modellautos Preisbereich 20-30¤ findet) auf 27mhz mit ´ner 30cm Drahtantenne, und nur einem 9V Block als Hf Gegengewicht mit einem entsprechenden Empfänger mühelos Reichweiten um die 0,5km hinbekommen - und die selbstgebauten Sender mit einer vergleichsweise "großen" Antennenanlage nichtmal knapp an diese Reichweite hin kommen - nun da läuft was falsch und daher frage ich euch ja da ich mir sicher bin, das Ihr die notwendige Fachkompetenz für meine Fragen habt. Ich sehe das mal als geben und nehmen. Klar, was bringt es euch, sich meine Pläne anzusehen - nun ja - eventuell wenigstens dem einen oder anderen etwas Inspiration für eigene Projekte, und da fände ich eine fachliche Antwort, was falsch gebaut wurde doch nur eine Faire Gegenleistung. Ich kanns also nur nochmal sagen, ich währe echt sehr froh, wenn ihr mir fachliche Antworten geben könntet, was an diesen Sendern nicht so ganz stimmt.


MFG: Und frohe Ostern - Stefan






















EDIT: Bilder angepasst und Beitrag freigeschaltet

Antworten:

Och menno :-( finds schade, das netmal Ihr mir helfen könnt... habe vorallem die Beiträge von Broadcaster gelesen ... oder Irgentwer hatte doch diesen dual gate Sender mal eben zu einem Fernseh-Sender umgebaut... da dachte ich sowas währ ein Klax für euch... Weis halt sonst kein Forum die auf Elektronikforum.com wissens bestimmt auch... aber wenn man da nur das Wort "Sender" erwähnt oh.oh.oh....

Naja wenigstens der Support hier ist gut, hatte erst Technisches Problem mit Beitrag erstellen - aber Admin hat das sehr schnell gelöst - top :-)

von Stefan - am 15.04.2009 18:04
Also besonders viel werde ich dir nicht helfen können. Zu deinen Problemen in Bild 1, mit dem Oberwellenfilter bzw. den Reichweiten fällt mir folgendes ein:

Deine Oberwellen"messungen" sind nicht wirklich aussagekräftig. Die einzig zuverlässige Methode um die Dämpfung des Filters zu überprüfen, wäre ein Spektrumanalysator. Deinen Filter simuliert, zeigt bei 22 MHz bereits eine Abschwächung von 10 dB. Da wird also schon einiges an Leistung reduziert, was auch die bescheidene Reichweite erklären könnte. Bei 44 MHz und bei 88 MHz dämpft er um 40 bzw. um 70 dB. Es erscheint also erstmal unlogisch, dass du auf 88 MHz mehr Reichweite feststellen konntest, als auf 44 MHz.

Das "Problem" scheint deine Antennenkonstruktion zu sein. Ich kann nicht ganz folgen, wie du auf diese Abmessungen gekommen bist. Offenbar ist das ein Vertikalstrahler mit Netz als Gegengewicht. Die gewählten 220 cm Strahlerlänge leuchtet mir jedoch nicht ganz ein. Für 22 MHz müsste der Strahler nämlich ~ 3,4 m lang sein (vertikale Viertelwellenantenne). Deine Antenne passt da nicht. Für 88 MHz kommt allerdings eine Lambda 5/8 recht gut hin, was auch die erhöhte Reichweite auf 88 MHz gegenüber 44 MHz erklären könnte.

Fazit: Auf diese Art die Leistung eines Senders überprüfen zu wollen kann nicht gut gehen. Und die Oberwellen zu beurteilen schon gar nicht. Damit dürften sich auch ein paar andere Fragen erledigt haben..

Auch bei "FET Schaltung 37-41 MHz" sehe ich das selbe Problem.
Zitat

Was aber schlecht ist ist die Sendeleistung. Obwohl ein ca 30cm langes Kabel als "Testantenne" angesteckt wurde, rauscht es bereits nach 5 Metern deutlich (zum Vergleich, Funkkopfhörersender selbst mit "nur" 1 mW haben ca 100m Reichweite ohne Rauschen) - Hier die Frage warum ist das Signal so schlecht/schwach?


Mit 30 cm Draht als Antenne ist bei 40 MHz nichts zu wollen. Wir reden da über eine Wellenlänge von 7,5 Metern.





von HF Martin - am 17.04.2009 00:47
Erstmal vielen Dank, das du dir die Mühe gemacht hast, dir das anzusehen das finde ich echt TOP. Nun aber zu den Aussagen. Der Filter mit den 1µH Drosseln und den Kondensatoren ist 0 Berechnet, genauso wie der Rest meiner "Senderchen". Mir ist da das Rumrechnen ganz einfach zu Komplex, das gebe ich zu, und ich wüsste auch nichtmal wirklich, wo ich da einen Rechen-Ansatz finden sollte. Klar da gibts eine Formel, mit der man Oberwellenfilter berechnen kann, aber woher weis ich z.B: welchen Kondensator ich als erstes nehmen sollte? (Extrembeispiel) da kann man die Formel ja auslegen wie man will dann hat die Drossel halt 0,1µH also gradmal 100nH und dafür der Kondensator 100nF - das wird nicht gut gehen oder die Drossel 100µH und der Kondensator nur 1pF ... das sollte nur ein Extrembeispiel sein. Ich weis nicht welche Werte ich da nehmen sollte, und welche da gut ausfallen würden. Der Filter entstand echt durch Zufall, ich habe halt wieder eine Weile drann gebastelt - weil mein Ziel währe mal gewesen ein 0,5W AM Kurzwellensender "annähernd so Sauber wie CB Funk - und nur mit Festinduktivitäten und keinen >spezial< Bauteilen so um die 18-25Mhz". Da ich da rumgebastelt habe, und anhand der Bilder kann man sehen das das nicht sehr erfolgreich war, probierte ich halt aus spaß das mit der FET Schaltung aus, und lötete auch einfach testweise diesen Filter zusammen - klar "frisst" der relativ viel HF das ist mir auch schon aufgefallen, aber besser als garnichts finde ich. mit dieser Antennenkonstruktion (Die übrigends genauso 0 berechnet ist und ich kann mir das SWR schon denken...) gings immerhin gute 2-2,5km weit (20,5Mhz und N-FM). Ich habe den Filter nicht soo genau ausgemessen und ich besitze ja den freischwingenden Sender nichtmehr, aber ich meine, das der auch auf UKW relativ gut gedämpft hat, zumindest einiges! besser als der Quarz-Sender. Ich glaube auch einfach, das die Stufen tlw. einfach falsch dimensioniert sind, und da eigendlich alles nurnoch irgentwie "rumübersteuert" und daher nurnoch Oberwellen ankommen ... aber auch hier, ich habe echt viel probiert, kleinere Widerstände tlw. 33k eingesetzt, andere Transistoren, Widerstände zwischen die Koppelkondensatoren (100Ohm zwischen den einzelnen Stufen) - das mag einfach nicht richtig funktionieren, aber ich weis das das möglich ist, denn diese "Mini-Sender" Aus Fernsteuerungen für ferngesteuerte Autos sind auch nicht die "stärksten" - und selbst die haben nur mit einer Teleskopantenne, und minimalem HF Gegengewicht eine sehr gute Reichweite (würde schätzen locker ´n halber Kilometer diese 27Mhz Sender [die "billigen mit nur einer Drahtantenne"]. Genauso wie der FET Oszillator. Ich "vermute" nicht, das hier und da einfach Spulen austauschen, und Kondensator-Werte nach belieben vergrößern der richtige Lösungsansatz ist... Ich habe ja auch Sender in diesem Frequenzbereich mit Funkzulassung, und wenn ich mit denen Sende, rauschts nicht schon im Scanner, wenn ich nur wenige Meter vom Sender weg gehe. Selbst mit der 30cm Antenne, müsste ich doch schon eine Reichweite von 100m haben. Aber das Projekt meine ich kann auch auch vergessen - nur einfach hier noch nen BF 199 hin, und nen 2N3553 und bisschen Spule hier, bisschen Kondensator da ist halt wohl nicht einfach ein 0,5W Sender. Was ich an den Oberwellenfiltern nicht verstehe ist warum sie _garnicht_ funktionieren. Beispiel der Quarz TTL Oszillator - eventuell habe ich ihn falsch angeschlossen glaub das aber nicht da gibts einen "+" Pin und Pins an denen man "-" anstecken kann, sodass auf 20mhz ein Signal erzeugt wird. Bei einem Pin wird auf 20mhz ein Signal erzeugt .. und da passiert nichts wenn man an den anderen Pin langt (also Signal geht weiter...) andersrum, wenn ich an dem anderen Pin "-" anstecke, bringt das dann ends viel, wenn ich an den "vorherigen" pin hinlange. Also habe ich halt den Pin wo imo der HF out ist wie im Plan angeschlossen.. 100k ist ja nicht viel meine ich ... Aber dann habe ich den Filter hingebaut wie gezeichnet also ca 6-90pF und 12-180pF und 6-90pF. Drosseln habe ich 2 probiert entweder 2x 1,0µH oder 2x 0,47µH "wie erklärt" und der einzige effekt, den ich hinbekam war, das wenn ich am letzten Trimmkondensator rumgedreht habe (also der von Antenne gg Masse) das ich auf 80Mhz das Signal an einer gewissen Stelle enorm abschwächen konnte... Jedoch interessierte das die Oberwelle auf 40mhz z.B: garnicht überhaupt, wars der relativ egal welche Einstellungen ich verwendete (mir war schon klar, das die beiden äußeren Kondensatoren gleiche Werte haben sollten). Oder das andere mit der "Endstufe" wo die Modulation verschwindet ist mir auch ein Rätsel. Der Steuersender ist relativ unempfindlich was den HF Ausgang betrifft also man kann da auch gern 100pF gg masse löten... Modulation bleibt da... ich habe auchmal probiert hinter dem Oberwellenfilter soeine Endstufe einzubauen (natürlich auch mit anderen Transistoren probiert als dem 548er) das ging dann, also Modulation blieb erhalten... allerdings gabs wieder Oberwellen (ich glaube ab dem 3 oder 4 fachen der Frequenz wurden sie wieder stärker) und als ich dann den gleichen Oberwellenfilter wieder dahinter gebaut hatte, war die Leistung vielleicht 5% stärker als vorher (schätzwert)... Ich glaube, das man ganz leicht einen AM Quarzsender bauen könnte, auf z.B. 20mhz, der mit ´ner 1m langen Teleskopantenne und so 100mW Sendeleistung und z.B: 8 Mignon Batterien als Stromversorgung und HF-Masse - locker 500m weit geht und relativ saubre ist im Bezug auf Oberwellen - und das auch so gebaut werden kann das man NUR Festinduktivitäten braucht, und keine komplexen Übertrager auf irgentelchen T50-2 Kernen wickeln muss... .... man müsst halt nur wissen wie...

Nochmal Martin, danke für deine Antwort freut mich

von Stefan - am 17.04.2009 17:09
Hallo Stefan,
zu deinem ersten Schaltbild und den Fragen:

Die Reichweite dürfte so schlecht sein weil dein Oberwellenfilter zuviel Leistung frißt - Martin hat ja 10dB berechnet, was ca 1/2 Reichweiite bedeutet. Außerdem wird die Antenne fehlangepasst sein, da verliert man schnell weitere 10dB.

In einem Oberwellenfilter wollen die Ströme gerne gut in den einzelnen Pi-Filtern im Kreis fließen und nicht vom ersten Pi-Filter zum 2. Pi-Filter koppeln. Die Masseströme erzeugen über den Masseinduktivitäten Spannungsabfälle, die in die nachfolgenden PI-Tiefpässe wieder einkoppeln. Das vermeidet man, indem man eine Massefläche vollflächig und damit extrem niederohmig unter der Schaltung hat. Außerdem koppeln die Filterspulen magnetisch miteinander. Zum Basteln sollte man daher entweder eine Kupferfolie unter die Lochrasterplatte kleben oder die Tiefpässe gleich in Freiluftverdrahtung über einer ungeätzten Platine aufbauen oder am Besten die Filter in eine Teko- Blechdose mit einzelnen Kammern einbauen. Deine 1uH Tiefpassspulen (oh, 3s) haben auch irgendeine Eigenresonanz, vielleicht 100MHz. Darüber sind sie kapazitiv und sperren nicht mehr. Auch dein 200pF C resoniert mit geschätzten 2cm Zuleitungslänge bei ca 100MHz und schließt darüber die HF nicht mehr kurz.

Oszillator 2 strahlt vielleicht die Oberwellen direkt über seine Stromversorungskabel ab und liefert weniger Leistung als Oszillator 1.

Wenn man den Modulator wegläßt bekommt der Endstufentransistor eine höhere Gleichspannung, wird daher vielleicht nicht mehr ausgangsseitig übersteuert und er erzeugt dann weniger Oberwellen. Da geht also nicht der Oberwellenfilter auf einmal besser!

Deine 2,2uH Drosseln sind nicht das Äquivalent zu den 6Wdg/6mm Di Luftspulen. Diese haben 0,1uH...0,2uH Induktivität.

Ein Tiefpaßfilter wird berechnet mit einer Gütevorgabe, z.B. wählt man -jXc = 50 Ohm oder 25 Ohm bei der Eckfrequenz. Man nimmt also nicht 0,1pF und 100uH oder 0,1nF und 100nH. Die Gütevorgabe bestimmt die Einfügungsdämpfung des Filters, die Toleranzempfindlichkeit und auch die Flankensteilheit. Ohne Filterkatalog (Zverev) oder Berechnung oder Simulationssoftware funktioniert in der Regel Nichts. Da kann ich Dir nur wenig Hoffnung machen...





von Oszillatormann - am 17.04.2009 18:38
Nur kurze Antwort - wiedermal danke für die Antworten.
Das mit dem Spulenvergleich - Equivalent wurde missverstanden, mir ist schon klar, das die Beispiel-Spule eine induktivität irgentwo im nH-Bereich hat das soll natürlich kein vergleich sein !! also 6wdg 0,8mm draht 6mm durchmesser ist sicher nicht 1µH irgentwas wie schon gesagt im 0, - µH Bereich. Die Antwort bezüglich der Oberwellenfilter ist gut. Ich hatte mir für das VHF Sender Projekt extra entsprechende Platinen gekauft, die einfach nur auf einer Seite komplett mit Kupfer beschichtet sind, und auf der anderen Seite unbeschichtet sind - dort wollte ich die Schaltung dann aufbauen (kleine Teile für die kontakte halt heraustrennen) aber naja das hat ich ja wohl erledigt.

Mhm, meine Fragen wurden eigendlich in diesen 2 Posts gut beantwortet... was mich nurmal interessieren würde - ist das möglich einen Sender zu bauen nur mit festinduktivitäten (Also die üblichen werte gibt ja 0,47µH glaueb 0,68µH 1µH 1,5µH 2,2µH 3,3µH 4,7µH .... mag etz nicht alle aufzählen) währe es möglich nur mit so Spulen einen kurzwellensender zu bauen der am Ausgang auch wie ein Funkgerät ca 100-200mW liefert aber nicht 100-200mW "irgentwas" sondern 100-200mW z.B. 20Mhz - die sich dann auch darin äußern würden, das man selbst mit einer 1m Teleskopantenne schon Reichweiten im 500m Bereich hat? ... Würd mich nurmal interessieren weil so Sender mit irgentwelchen Übertragern die man selber wickeln muss fass ich garnicht erst an ich weis garnimmer warum hatte wohl irgentwann mal schlechte Erfahrung mit sowas gemacht... Ausserdem wollte ich Schaltungen "entwickeln" die Einsteigerfreundlich sind und Festinduktivitäten würden sich da im Senderebereich halt sehr anbieten - aber egal habe ja momentan kein 20 oder 22Mhz Quarz hier.

Danke nochmal für die Antworten, die ca 6h Zeichenarbeit die in den Schaltungen stecken waren´s wert... Tip - baut mal die originale FET Oszillator Grundschaltung nach... mit stabilier Spannungsversorgung wandert die pratkisch garnicht bis SEHR wenige khz (also z.B: 98,100 auf 98,098 in 1h wenn überhaupt und irgentwann pendelt sie sich ein und bleibt eig. dann auf der Frequenz)

von Stefan - am 17.04.2009 19:36
Zitat

Mein Ziel war es - einen Sender zu entwickeln für Kurzwelle, welcher komplett auf fertig kaufbaren Bauteilen basiert. Also es soll keine Spule selber gewickelt werden, nur Festinduktivitäten, um den Sender so einsteigerfreundlich...


Hallo Stefan, erst mal willkommen im Forum.

Leider habe ich die letzten Monate nicht mehr so viel Zeit, um so aktiv im Forum zu schreiben wie früher. Auch für praktische Aktivitäten im Senderbau bleibt mir leider kaum noch Zeit.
Dennoch wollte ich deinen Hilferuf nicht einfach verhallen lassen, da du mich konkret angesprochen hast.

Einen Sender entwickeln zu wollen ohne Spectrumanalyzer, Frequenzzähler, Leistungsmesser u. Dummy halte ich für aussichtslos, jedenfalls wenn man auch nicht rechnen mag.
Wieviel man mit ein wenig Rechnerei auch ohne Messtechnik erreichen kann, führten Martin und Oszillatormann vor.
In deiner Methodik sind einfach viel zu viele unbekannte Komponenten. Du weisst nicht was deine Verstärkerstufen mit dem Oszillatorsignal anstellen, ob sie verstärken, wie viel sie verstärken, ob sie die Grundwelle oder Oberwellen verstärken. Deine Oberwellenfilter basieren nur auf ungenauen Erfahrungswerten. Du kannst nicht messen was letztlich auf deine Antenne geht. Da kommt dann die nächste Unbekannte. Du weisst nicht, was die Antenne von dem unbekannten Signalgemisch aus Grundwelle/Oberwellen abstrahlt oder auch nicht. Jetzt kommt dann das nächste Problem ins Spiel: Der Scanner mit seiner Antenne. Meist sind solche Scanner, zumindest in der unteren Preisklasse, auf Kurzwelle taub wie eine Nuss, und die mitgelieferten Aufsteckantennen/Teleskopantennen nicht für so tiefe Frequenzen (bei dir 20-40mhz) tauglich.
Kann also sein, dass deshalb der Scanner Oberwellen in noch größerer Entfernung als die
Grundwelle empfängt, obwohl die Grundwelle doch vielleicht stärker ist.
Dann möchstest du AM senden. Dabei ist die Linearität(d.h. Arbeitspunkteinstellung) einer Verstärkerstufe absolut wichtig, sonst geht, wie du schon selbst erfahren musstest, die Modulation wieder kaputt. Hohe Linearität und hohe Verstärkung stehen an sich im Widerspruch zueinander. Treibst die Verstärkung einer Stufe zu hoch, droht die Linearität dabei kaputt zu gehen (Verzerrte AM). Optimiert man dagegen auf hohe Linearität, bleibt die
Verstärkung niedrig und es werden zusätzliche Stufen nötig. Ebenso spielt die Brandbandigkeit für die Verstärkung eine große Rolle. Je breitbandiger eine Stufe ist, umso
geringer ist die Verstärkung und umgekehrt.
Deine Verstärkerstufen sind alle sehr breitbandig, weil du im Collektorkreis einfach nur eine
Spule hast ohne parallelen Trimmer zum Abstimmen auf Parallelresonanz, dann hättest du
einen großen Arbeitswiderstand im Collektorkreis, damit mehr Verstärkung der Stufe.
Wenn du mal so eine CB-Senderschaltung (auch Fernsteuersender) untersuchst, dann wirst sehen, dass dort meist in den Verstärkerstufen ein Parallelresonanzkreis zwischen der Betriebsspannung und dem Collektor des Transistors hängt. Nur wird in diesen kommerziellen Geräten der Parallelresonanzkreis nicht durch Trimmen des Kondensators, sondern durch verdrehbare
Spulenkerne abgestimmt bei festem parallelen C. Gleichzeitig gibts in diesen Spulen dann
auf dem selben Kern auch noch eine Auskoppelwicklung, die dann die nächste Verstärkerstufe ankoppelt (induktive Kopplung).
Und so etwas ist ja genau das was du nicht wolltest: Schwierig herzustellende Spulen.
Also wird dir nichts anderes übrig bleiben, als Trimmer parallel zu deinen Kollektorinduktivitäten zu schalten und die nächste Stufe kapazitiv anzukoppeln.

Nochmal zu den Fernsteuersendern mit verkürzten Antennen: Die haben aber dann wenigstens im Fußpunkt eine Ladespule zwischen Oberwellenfilter und Kurzdrahtantenne, beides dann sicherlich mit Antennenanalyzer optimiert.
Dann kommt noch hinzu, dass einfache Fernsteuersender oft einfach nur den Träger zwischen 0 und 100% tasten, damit kaum Rücksicht auf Linearität legen müssen, damit mehr Verstärkung haben.
Da hier die Digitale Information lediglich im Tasten des Trägers liegt, kann der Empfänger sehr schmalbandig gemacht werden, welches dann die Reichweite stark erhöht.

Du siehst, ganz so einfach, wie du dir das gedacht hast, ist das doch nicht so was zu konstruieren.
Dass du nicht rechnen magst, ist auch nicht unbedingt ein Beinbruch, aber dann gerade ist es umso wichtiger, über gute Messtechnik zu verfügen beim Experimentieren.

Leider hatte ich nicht die Zeit konkreter auf deine Fragen und Schaltungen einzugehen, ich denke es ist erst aber mal viel wichtiger deine Grundsätzliche Vorgehensweise
(nur mit Scanner bewaffnet) zu überdenken.

Gruß
Broadcaster




von broadcaster - am 17.04.2009 19:45
Hallo Stefan,

ich denke, Braoadcaster hat alles gut zusammengefasst, was für Dich wichtig ist. Deine Frage, ob es möglich ist, Sender mit Festinduktivitäten und ohne Abgleich und ohne T50-6 Ringkerne mit abstrusen Wickelschemata zu bauen will ich Dir beantworten. JA, Das geht. Ich lebe davon. Allerdings funken meine nicht im UKW-Bereich. Und zur Entwicklung brauchst Du wirklich die von Broadcaster beschriebenen Meßgeräte und außerdem noch Simulationstools zum Berechnen. Wenn Dich das reizt studiere Elektrotechnik mit Schwerpunkt HF und werde Ingenieur!

von Oszillatormann - am 18.04.2009 08:28
Ich möchte jetzt nicht großartig auf die einzelnen Antworten eingehen, oder sie "ausdiskutieren" warum meine Schaltungen wohl so fehlerbehaftet sind, denn die Antworten waren ja relativ eindeutig. Möchte mich nur bedanken, das Ihr doch so viel geantwortet habt, finde das echt top. Das Verstärkerstufen zu "breitbandig" sind sagt mir zwar nicht viel, aber eine Erklärung welche ja geschrieben wurde, warum der HF Verstärker die "Modulation frisst" - war wirklich sehr einleuchtend (!). Danke auchnochmal an Broadcaster für den langen Beitrag freut mich, das du in meinem Thema geantwortet hast. Danke auch den anderen leider kann ich aber da jetzt nicht viel sagen, da mir halt immer insbesondere die Beiträge von Broadcaster auffielen xD

Also kurz gesagt - vielen Dank euch allen für diese wirklich Informativen Antworten

von Stefan - am 27.04.2009 18:13
Hallo Stefan,

Deine Aussage:
Zitat
Stefan
Tip - baut mal die originale FET Oszillator Grundschaltung nach... mit stabilier Spannungsversorgung wandert die pratkisch garnicht bis SEHR wenige khz (also z.B: 98,100 auf 98,098 in 1h wenn überhaupt und irgentwann pendelt sie sich ein und bleibt eig. dann auf der Frequenz)


kann ich nur bestätigen. Seit den 1980er-Jahre baue ich meine UKW-Steuersender überwiegend mit solchen Oszillatoren, allerdings in einer etwas modifizierten Version, auf. Die Modifizierung betrieft vor allem die Art und Weise der Modulation (über Varicap), dadurch kann der Gate direkt und ohne den 100kOhm-Widerstand und den 10nF-Kondensator auf Masse gelegt werden, die für den Schwingfall belanglos sind.
Außerdem erhält der Oszillator über eine weitere Varicap eine externe stabilisierte Abstimmspannung über einen 7809. Mit dem Transistor BF246B und der Varicap BB405G habe ich sehr gute Erfahrung gemacht. Meistens hänge ich dann noch einen Puffer mit einem 2N708 hinterher und baue das ganze gut Abgeschirmt auf. Frequenzstabilität: Top!!! Im schlimmsten Falle weicht die Frequenz, ähnlich wie beim Dualgate-MOSFET-Oszillator, um plus-minus 20kHz von der Sollfrequenz ab, dadurch erübrigt sich in den meisten Fällen der Einsatz einer PLL.

Schönen Sonntag!

von Pirat 07 - am 14.06.2009 13:59
Ja, vorallem ist mir aufgefallen das die FET schaltung dann - wenn man sie am Gate moduliert - trotz pre empfhasis immernoch *etwas* dumpf ist und einfach nicht stereo moduliert werden mag. Habe auch schonmal drüber nachgedacht da eine Kapazitätsdiode dazu zu bauen zum FM modulieren war aber bis jetzt kein Bedarf... Buffer sind ja bei mir auch soeine Sache - ich wüsst keinen - finde eh, wenn man die FET Schaltung nach baut, hat man schon ein sehr nettes Spielzeug ;)

von Stefan - am 21.06.2009 16:04
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.