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Informationen zum Thema:
Forum:
Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
TirolianDX, mikli, H.P. Hort, radio100, Oszillatormann

Quad-Antenne

Startbeitrag von TirolianDX am 25.05.2011 14:51

Servus!

Zwar schon recht lange auf mysnip unterwegs, habe ich gerade erst dieses doch mich sehr ansprechende Forum entdeckt und mag auch gleich einen ambitionierten Beitrag hinzufügen:

(Vorab die oligatorische Klausel, dass die Suchfunktion bei entsprechenden Suchbegriffen keine Ergebnisse brachte)

Und zwar habe ich vorige Woche einmal für knapp 20 EUR Material beim Baumarkt mit dem Hamster gekauft und meine bescheidene Werkstatt nocheinmal reaktiviert. Gebaut habe ich eine Quad-Antenne, eine im 3m-Band überwiegend seltene Antennenbauform, welche man eher bei WLAN oder früher glaube ich auch im CB-Bereich sehen kann/konnte.
So habe ich diese Antenne also nach Erinnerungen aus dem Gedächtnis gebaut, vor vielen Jahren haben derjenige, der die letztens beendete Auktion eines R&S NU002 bei eBay gewonnen hat, und ich dieses Gebilde schoneinmal provisorisch errichtet und getestet. Zeit also, eine Quad nocheinmal sauber aufzubauen und ausgiebig zu testen.
Die Einkaufsliste für den Hamster-Baumarkt war eher übersichtlich, bestand zunächst aus zwei Kanthölzern mit 25mm Kantenlänge, diese jeweils 2,50 Meter lang. Das war beim Baumarkt kein leichtes Unterfangen, denn die Hölzer aus Kiefer eigneten sich teilweise eher zum Schlittenbau, denn um gerade Gebilde herzustellen. Außerdem brauchte ich vier Messingwinkel und ein Flachblech, ebenfalls aus Messing, dazu gut zwei Dutzend Spax-Schrauben und eine Verteilerdose, Bauart möglichst klein und als Luxus-Variante vielleicht sogar wasserfest. Die gut drei Meter Klingeldraht darf ich natürlich nicht unterschlagen, ebensowenig die vier starken Kabelbinder und die 65cm Antennenkabel mit 75 Ohm sowie einen HF-tauglichen Stecker bzw. Buchse, um ein weiterführendes Kabel daran anzuschließen.
Der Herr Pytagoras verriet mir, dass die Länge der Hypotenuse circa 110cm beträgt, wenn die Seitenlänge des Quadrats etwa 75cm ist, also setzte ich meine Handsäge an und zauberte mir eben 1 Holz à 110cm und zwei Stücke à 53,8cm. Die restlichen 30cm Holz hab ich meinem Hund zum Spielen gegeben. Während Fridolin also fröhlich am Holz knabberte, schraubte ich die vier Messingwinkel an das eine Ende des 2,50m langen Holzes, dann nahm ich das 110cm lange Stück und weiters noch die beiden kleinen Hölzer und bastelte ein X, das ich auf der äußeren Seite noch mit dem Messingflachblech stabilisierte. Dann bohrte ich an drei Enden des X´s Löcher in die Kanthölzer, um durch diese später den Klingeldraht hindurchzuführen, außerdem befestigte ich die Verteilerdose an dem lochlosen Ausleger. Dort hinein führte ich das 75-Ohm-Antennenkabel, nachdem ich dessen Ende abisolierte und beide Leiter offengelegt hatte. Schließlich lötete ich das eine Ende des Klingeldrahtes an die zusammengedrehte Abschirmung des 75-Ohm-Kabels, wobei mir dies Bauchschmerzen bereitete, eigentlich wollte ich den Part lötfrei machen, also entweder Krimpen oder sonstwie schrauben etc. Jetzt den Klingeldraht durch die drei Löcher gezogen, gut gespannt und schlussendlich wieder in die Verteilerdose eingesteckt sowie mit dem Innenleiter des Ant-Kabels verlötet. Wer es jetzt übertreiben mag, könnte nun die Einführungen in die Verteilerdose mit Sillikon abdichten, hab ich aber nicht gemacht. Fast als Finale könnte ich das Anbringen der Kabelbinder bezeichnen, um die 75-Ohm-Antennenleitung zu fixieren, aber bevor ich diese schönen Spielzeuge festzog, lötete ich noch einen PL-Stecker ans Kabel - zwar ist mir die Unfähigkeit von PL hinlänglich bekannt, allerdings sollte dies für mein Experiment ausreichen, es wäre sicherlich eine nette Bereicherung, eines Tages noch eine N-Buchse anzubringen ...
Hier nun einige Fotos aus der Bauphase:



Mein Experiment endete dann nach dem praktischen Versuch, wie weit denn nun das Signal reicht. Dazu bedurfte es gut 50 Kilometer Automobilbenützung, die ergab, dass die Reichweite meines Senders mit 1 Watt TRP unter Verwendung der beschriebenen Antenne äußerst gut ist. Die Höhe der Antenne lag etwa bei 19 Metern über dem Grund, Abstand zum Gebäude circa 2,0 Meter und vermutlich dank der großen Reflexionen hier in den Bergen konnte ich eine nahezu runde Strahlungscharakteristik feststellen. Noch mehr erstaunt war ich allerdings über die Tatsache, dass in eigentlicher Hauptstrahlrichtung, also in die Richtung, wohin der Ausleger zeigt, der Empfang am schnellsten abriss, wobei ausgerechnet dorthin die Sicht gut 20km weit ist. Auf der Rückseite der Antenne ist ein massives Haus, doch dessen ungeachtet war mein Signal in diese Richtung weiter zu empfangen als andersherum, sogar noch in einem - wie ich zunächst dachte - gut abgeschirmten Seitental. Wie meine Funkwellen allerdings dort hineingelangten, kann mir vermutlich niemals jemand verraten... Und zuletzt noch die Angabe des Radius: etwa 5 Kilometer reichte das Signal in brauchbarer Qualität :)

Antworten:

Dann ich begrüße ich Dich als neues Aktives Mitglied! Du bist seit 2008 registriert, dann fand die Registrierung wohl für ein anderes Mysnip-Forum statt.

So eine Quad habe ich mal für UHF gebaut. Das SWR an 50 Ohm war leider nicht gut: Ich hatte keine Lambda/4 Anpassleitung verwendet. 75 Ohm wäre wahrscheinlich besser angepasst.

Hast Du das SWR deiner Quad mal gemessen?

Gruß,
Oszillatormann

von Oszillatormann - am 25.05.2011 17:00
Hey, angemeldet hatte ich mich seinerzeit für das Empfänger-Forum...

Bei meinem guten alten Diamond SX200 scheint eine Diode hinüber zu sein, das Gerät zeigt nur noch Unsinn an. Ärgerlich, aber wird bald behoben...

Da mein Sender äußerst robust gegen schlimme Stehwellenverhältnisse ist, hatte ich den Versuch dennoch gewagt.

von TirolianDX - am 25.05.2011 17:38
Hi,

willkommen im Forum!


Das SX200 habe ich auch. Das SWR an Deiner Antenne würde mich auch interessieren.
Das 75Ohm Kabel brauchts zur Anpassung?


Gruß
radio100

von radio100 - am 27.05.2011 10:37
Servus zusammen, zugegebenermaßen ähnelt es fast einer Leichenfledderei, diesen Beitrag aus der Versenkung zu holen und nocheinmal Senf dazuzugeben. Aber ich habe vor einiger Zeit mit Hilfe eines Freundes ein beachtliches Ergebnis erzielt, das ich euch nicht vorenthalten möchte:

Und zwar habe ich die Quad-Antenne erneut in einer Höhe von 19 Metern montiert, ebenfalls 2 Meter vom Gebäude entfernt, diesmal aber in Richtung Berg gedreht - also zu dem Berg, der von mir aus am nächsten ist. Außerdem habe ich mutigerweise die Sendeleistung von 1 Watt auf 6 Watt erhöht und dabei die Reichweite des Signals rein theoretisch schoneinmal locker vervierfacht.
Grundsätzlich entsprach diese Vervierfachung der Realität, denn der Radius um meinen Senderstandort herum betrug nun gute 20 Kilometer mit dem Fahrzeug, womit ich im Mai die Reichweite mit 1 Watt getestet hatte. Wohl aber dem exzellenten Empfänger im Kfz meines Freundes war es geschuldet, dass wir in eine Richtung gut 40 Kilometer gefahren sind, sogar in ein Seitental hinein und meinen Sender immer noch störungsfrei in mono hörten. Vermutlich hätten wir auch 50 oder gar 60 Kilometer weit fahren können, bis das Signal im Rauschen untergegangen wäre - aber Spekulationen sind bei diesem Thema nicht angebracht. Auffällig war auch die hervorragende Versorgung der Region hinter dem angestrahlten Berg, also einer Gegend, die vom Senderstandort aus optisch nicht zu erfassen ist. Die Reichweite in entgegengesetzter Richtung war dagegen trotz des guten Empfängers des Freundes nur etwa halb so weit und so verschwand die Musik nach gut 20 Kilometern, vermutlich sind es hier tatsächlich entweder mein Haus oder die umliegenden Häuser, die die Ausbreitung abschwächen.

Als nächstes steht ein Vergleich mit einem Dipol an, wobei ich vermute, dass dies für die Tallage vor Ort überhaupt keine geeignete Antennenform ist. Schritt drei wäre dann eine Groundplane, die einen verhältnismäßig hohen horizontalen Winkel hat und damit auch die höhergelegenen Regionen versorgt.

von TirolianDX - am 02.09.2011 23:12
Zitat: Sendeleistung von 1 Watt auf 6 Watt erhöht und dabei die Reichweite des Signals rein theoretisch schon einmal locker vervierfacht


Das Verhältnis von Leistung zu Reichweite verhält sich geometrisch und nicht linear!

Das heisst, um die doppelte Reichweite zu erreichen braucht du eine Leistungserhöhung um das vierfache. Dies nur so als Anmerkung, dass du nicht bei deinen Messfarten enttäuscht wirst.

HB9PKP, Hans Peter

von H.P. Hort - am 10.06.2013 19:26
Hallo TirolianDX,

hast du die Antenne jetzt vor kurzem gebaut!? Ich muss mal bei mir im Archiv nachsehen, ich würde jetzt wohl wetten wollen das diese Bilder schon sehr lange im www stehen bzw. standen, inklusvie Bauanleitung.


mikli

von mikli - am 14.06.2013 15:02
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