Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kay B, Radioboy, Pirat 07, broadcaster

Breitbandigkeit der HB9CV-Antenne

Startbeitrag von Kay B am 22.01.2013 01:33

Im Amateurfunkbereich ist die HB9CV
http://www.qsl.net/dl5hf/HB9CV%2070cm.jpg
( http://www.qsl.net/dl5hf/Index-Antenna.htm )
sehr beliebt.

Sie läßt sich einfach und stabil aufbauen und soll die Eigenschaften einer 3-Element-Yagi haben.

Für UKW im 3-Meter-Band scheint diese Antenne aber kaum genutzt zu werden.

Ist die möglicherweise zu schmalbandig oder hat es andere Gründe, daß diese Antenne kaum für 3-Meter genutzt wird?

Antworten:

Zu schmalbandig ist Richtig. Ein "gutes" SWR und damit auch die guten Richt-Eigenschaften hat man nur um +/-2 MHz um die berechnete Frequenz. Für's UKW/FM-Band braucht man aber 20MHz Bandbreite. Macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man eine bestimmte Freq, .bzw. einen bestimmten Sender hören will.

von Radioboy - am 22.01.2013 08:51
Eine HB9CV für 3mtr ist auch nicht schmalbandiger als ein Gamma-Match Dipol, also die kann man dann schon über 6Mhz Bandbreite gut benutzen und macht gegenüber dem Dipol 3-5dB gain.
Nur bietet sie keiner fertig für 3mtr zu kaufen an. Warum, das frag ich mich auch, denn es ist für ein Zweielement recht effektiv und noch portable. Ich habe auch mal eine bei einem Regionalsender in Südspanien auf dem Dach gesehen. Dort versorgt sie schon seit Jahren zuverlässig einen 10km langen Küstenstreifen der Costa Brava mit nur 10W Sendeleistung.
Wolf FM hatte mal welche selbstgebaut und wir haben sie zusammen hier bei mir getestet.
Durchaus eine brauchbare Antenne, auch für 3mtr. Man muss sie nur selbst bauen, was aber auch keine Hexerei ist.


Gruß
Broadcaster

von broadcaster - am 22.01.2013 08:54
Gibt es eigentlich nun einen Unterschied, ob man die HB9CV am Dipol, in der Mitte oder am Reflektor speist?

von Kay B - am 22.01.2013 19:03
Schau mal hier den Link. Ich denke gibt es eine gute Erklärung zur HB9CV

http://www.mydarc.de/dk7zb/Download/hb9cv.pdf

von Radioboy - am 22.01.2013 20:47
Danke, ein sehr interessanter Artikel.

Ob man unbedingt vorne am Strahler speisen muß, steht da aber leider nicht drin.

Interessant ist, daß man für das Material so exakte Angaben macht und neben dem Durchmesser der Rohre auch die Wandstärke des Rohres angibt.

Eigentlich sollte die Wandstärke des Materials wegen dem Skin-Effekt doch nebensächlich sein.

von Kay B - am 22.01.2013 22:44
Mal eine ganz blöde Frage:

Bei der HB9CV beträgt der Abstand zwischen Strahler und Reflektor nur Lambda/8.

Wie würden sich die Eigenschaften der Antenne verändern, sobald man den Abstand auf Lambda/4 oder gar Lambda/2 erhöht?

Könnte man die HB9CV dadurch etwas breitbandiger machen?

von Kay B - am 25.01.2013 10:31
Ich denke mal, das klappt nicht. Der Abstand wurde gewählt um die Richteigenschaften zu erreichen. Damals (in den 50er von einem schweizer Amateur vermutl. nach der "Try and Error" Methode ausgetüftelt). Das könnten die Spezi's hier mal mit den Programmen MMANA oder EZNEC durchsimulieren.
Es würde wohl eher was bringen die Elemente statt 8-10mm Durchmesser auf 30 - 40mm zu vergrößern. Dickere Elementestäbe bringen auch immer einen gewissen Anteil an Breitbandigkeit mit.

von Radioboy - am 25.01.2013 11:19
Danke für die Info!

Wie würden sich die Eigenschaften der HB9CV ändern, wenn man den Abstand zwischen Strahler und Reflektor von Lambda/8 auf Lambda/4 oder Lambda/2 erhöht?

Würde sich da auch die Impedanz am Speisepunkt ändern?

Interessiert mich jetzt nur mal wegen der Theorie.

Oder ginge das überhaupt nicht?

von Kay B - am 26.01.2013 23:00
Hallo Kay B,

Zitat
Kay B
Wie würden sich die Eigenschaften der HB9CV ändern, wenn man den Abstand zwischen Strahler und Reflektor von Lambda/8 auf Lambda/4 oder Lambda/2 erhöht?

Würde sich da auch die Impedanz am Speisepunkt ändern?


Wie Radioboy schon richtig festgestellt hat erreicht man mit einem Abstand von ʎ/8 die beste Richtwirkung bei optimalem Gewinn. Die Elemente sollten so erregt werden das sich eine Phasenverschiebung von 225° ergibt (beste Richtwirkung und Gewinn). Eine Phasenverschiebung von 180° wird erreicht durch das Überkreuzen der Phasenleitung. Eine zusätzliche Phasenverschiebung von 45° ergibt sich durch die ʎ/8 Verbindungsleitung (Laufzeitunterschied) und damit auch dem Elemente Abstand. 180° + 45° ergibt die geforderte Phasendifferenz von 225°.
Eine Veränderung des Abstandes würde also die positiven Eigenschaften dieser Antenne zunichtemachen, der Gewinn würde abfallen und die Antenne würde unkontrolliert „schielen“.
Die Vorteile einer HB9CV liegen beim geringen Raum und Materialbedarf bei guter Leistungsfähigkeit.
Nachteilig wirkt sich die etwas kritische Anpassung durch ihre schmalbandigkeit aus.
Ich würde mich da schon eher für eine 3-Element Yagi entscheiden, ist zwar etwas größer, hat aber ein ungefähr gleichwertiges Richtdiagramm bei gleichem Gewinn und ist aufgrund ihrer etwas größeren Bandbreite einfacher zu speisen.

von Pirat 07 - am 27.01.2013 13:21
Danke für die Info.

Das hatte mich, wie gesagt, nur wegen der Theorie mal interessiert.

von Kay B - am 27.01.2013 23:49
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.