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Senderbau und HF Technik
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Power-FM ne, Oszillatormann, Power-FM, Stefan0719, sachsenbastler, Elektronikbastler, Rednix

FM-Demodulation mit einem "Pluszähldiskriminator"

Startbeitrag von Power-FM am 27.12.2015 20:58

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Antworten:

Re: FM-Demodulation mit einem "Pulszähldiskriminator"

@ Elektronikbastler / Oszillatormann
Challenge 2 habe ich noch immer nicht angefangen ;-).

Zur Challenge 1 noch mal, bezüglich FM-Demodulatoren komplett ohne Abgleich:

In der Theorie und in der Simulation funktioniert folgende Anordnung:

[attachment 318 pwm.gif]

Hier wird das ZF-Signal zuerst begrenzt (also in ein Rechteck gewandelt), dieses wird dann in ein PWM (besser PWM-ähnliches)-Signal umgewandelt, und dieses wiederum wird durch einen Filter in das Audiosignal umgewandelt (nennt man wohl "integrieren").

Ich habe das damals wenn ich mich richtig erinnere auch mal in der Praxis ausprobiert und ich meine mich zu erinnern, dass das in der Praxis nicht richtig funktioniert hat und nur, wenn ich das ZF-Signal von 10 MHz noch mal auf eine deutlich niedrigere ZF weiter herunter gemischt hatte einigermaßen funktioniert hat.

Die goße Preisfrage ist: Warum!?
Ich meine, wenn das so vernünftig funktionieren würde, dann wäre das ja noch mal enorm einfacher als "mein" anderer Demodulator.
Andererseits würde man diese Anordnung dann aber auch in echten Radios finden - tut man aber nicht ;-).

von Power-FM - am 22.12.2015 21:17

Quelle: http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite/pulsecountingfmreceiver_1.htm

Das ist vom Prinzip her die gleiche Anordnung, und arbeitet direkt auf 10,7 MHz. Scheint also doch zu funktionieren...

von Power-FM ne - am 23.12.2015 19:09
Nee, ich höre bestimmt nicht auf. Nur hat sich für mich eine neue "Challenge" zufällig ergeben: Diesen Pulszähler-Demodulator vernünftig zum Laufen zu bringen! ;-)

Auch das mit dem SSB-Sender werde ich irgendwann mal angehen (sowas habe ich auch noch nie gemacht, das ist herausfoerdung genug, aber erstmal zweit oder drittrangig).

Zitat

Es fällt mir schwer das zu umschreiben - aber ich vermute, du warst auf dem Gymnasium (oder einer Vergleichbaren Schule) oder auf der Realschule sehr gut. Solche Schaltungen wie du sie hier "eben mal so hinbaust" ...

Ich war nur auf der Realschule, auch nur eher mittelmäßig wenn nicht sogar zwischendurch mal sogar eher schlecht, allerdings hatten wir auf der Realschule einen guten Techniklehrer (der uns aber tlw. mit Material von der Hauptschule unterrichtet hat, weil er der Meinung war, dass wir das Realschul-Material sowieso nicht kapieren :D).
Und irgendwann hattest du ja auch mal gefragt, was ich beruflich mache: Gelernt habe ich tatsächlich Radio und Fernsehtechniker, aber:
In der Ausbidlung habe ich (und unsere ganze Klasse) ziemlich wenig über Elektronik gelernt (wobei die meisten in der Klasse das auch gar nicht wollten, die waren größtenteils total uninteressiert an Elektronik) und vielfach wurde der wenige Stoff von den Leherern so schlecht rübergebracht, dass man danach nahezu NICHTS mehr kapiert hat, selbst das, was man zu Realschulzeiten noch verstanden hatte. Wir hatten nur zwischendurch immer so übrtebetriebliche Kurse, in denen man dann recht viel innerhalb kürzester Zeit und auch gut gelernt hat - allerdings wird man da überall auch nur auf reparieren geschult, um eine kalte Lötstelle zu finden muss man längst nicht im Detail wissen, wie genau die Schaltung funktioniert...
Das was ich heute mache hat zwar entfernt mit Radio und Fernsehtechnik und auch etwas mit HF zu tun, aber nicht auf Schaltungsebene, eher mit großen Netzen und zusammensetzen fertiger Komponenten (ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber viel mehr als + und - rechnen und sich nicht all zu blöd anzustellen muss man dafür fachlich nicht können).

Zum Thema "mal eben hinbauen":
So ist es ja nun auch nicht, es kommt vielleicht nur so rüber.
Bei mir klappt längst nicht alles auf Anhieb, manche Sachen habe ich seit Jahren bis heute nicht hinbekommen (ich würde sogar behaupten dass midnestens 50% meiner "Projekte" nicht oder zumindest nicht so wie geplant funktionieren)...
Dennoch möchte ich meist zumindest einigermaßen "vernünftige" Ergebnisse haben und bastel / verbessere sehr lange an irgendwelchen (grundlegend erst mal ganz einfachen) Sachen rum, anstatt die 10. Variation eines Kleinsenders zu bauen (so hat eben jeder seine Eigenheiten), oft aber auch nicht so wirklich mit Erfolg (zumindest nur ganz selten ist das Ergebnis so, wie ich es mir vorgestellt hatte). Ähnlich wie der broadcaster damals (der übrigens inziwschen nicht mehr unter uns weilt wie ich gehört habe :-(, aber ohne Gewähr). Eine Sache, an der ich z.B. seit Jahren nicht weiter komme, ist es, auf Mittelwelle eine Antenne zu bauen, die wenigbstens ansatzweise Wirkungsgrad hat (ich meine, ich weiß zwar so in etwas was ich falsch mache, aber fehlt mir der Platz um es richtig zu machen und irgendwie schaffen es die Holländer ja auch, mit wenig Platz "spielende" Antennen hinzubekommen, die haben sicher nicht alle ein über 100 m langes Grundstück...)...

Nun aber zurück zum Thema:
Ich habe nun schon geschlagene 3 Abende mit dem Versuch verbracht, so einen Zähldiskriminator vernünftig zum laufen zu bringen - ich habe es nicht geschaft! Da helfen mir auch keine (ohnehin nicht vorhandenen) Rechenkünste. Womit wir auch wieder beim ersten Thema wären.
Dass es möglich sein muss, und sogar auch direkt auf 10,7 MHz, beweist ja die oben verlinkte Seite des Bastlers ( http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite ), irgendwo hat er sogar ein Youtube-Video von dem Radio verlinkt.

Meijn Tuner bis zur ZF ist vom Aufbau her genau so wie in dem anderen Thema, das schwierige scheint jetzt zu sein, dass Signal sauber zu begrenzen (vermute ich, ich weiß es nicht, ich vermute aber, dass das der Grund für meine nur schlecht bis unbrauchbar funktionierenden Demodulatoren ist).
Es ist leider nicht so einfach möglich, in den ZF-Stufen mit dem Oszilloskop zu messen, da durch die Belastung mit dem Tastkopf die ZF-Stufen in Selbstschwingungen geraten, nur mit einem großen Widerstand zur Entkopplung geht es, nur wird das Signal dadurch auf nur noch wenige µV herunter gedämpft, so dass es sich nicht so wirklich gut auf dem Scope darstellen lässt (ich habe keinen echten HF-Tastkopf).
Dort sieht es dann nach dem letzten Begrenzer so aus, als ob es zum Überschwingen kommt, spricht die Linie, die das Rechteck bildet, besteht selbst wiederum am Anfang und Ende aus Sinusschwingungen - kann das der Grund dafür sein, dass der Demodulator nur sehr unsauber arbeitet? Ich weiß es nicht. Aber ich würde es gerne hinbekommen.
Ein FM-Demodulator ohne Spulen und ohne Abgleich (was ja bei "meinem" anderen Demodulator nicht so ganz gegeben ist) das hätte mal was...
Auf der verlinkten Seite ist auch noch eine andere Version eines Tuners mit Zähldemodulator gezeigt (dort werden 3 verschiedene Tuner mit verschiedenen Arten von Zähldiskrimatoren gezeigt) Der Demodulator in der einen Schaltung sieht aber aus wie ein AM-Demodulator!?Und er soll auch noch auf 10,7 MHz laufen!

Es soll sich aber um einen Zähldiskriminator handeln. Wie genau das funktionieren soll habe ich auch noch nicht verstanden...

Das Interessante: In der Simulation funktioniert das sogar:
[attachment 319 pulse-count-demodulation.gif]
Also:
Ein begrenztes FM-Signal (Rechteck) auf einen AM-Demodulator geben und dieser arbeitet dann als Zähldiskriminator!?
Oder wie, oder Was!?
Ich verstehe es jedenfalls nicht.
Mal sehen, ob das auch in echt funktioniert...

von Power-FM ne - am 25.12.2015 20:58
Hallo erstmals....:)
Hm....sieht irgendwie aus wie ein Flankendemodulator mit LC-Kreisen (IFT4A - IFT4B).
Ich denke da grad an die Toko-Bandfilter mit eingebauten Resonanz-C's.


[attachment 320 Bandfilter.jpg]

von Rednix - am 27.12.2015 10:48
Zitat

Hm....sieht irgendwie aus wie ein Flankendemodulator mit LC-Kreisen (IFT4A - IFT4B).

Eben, das meine ich ja auch (ein Flankendemodulator IST ja ein AM-Demodulator). Es soll aber lt. der Webseite (leider viel zu lesen und alles in Englisch) ein Zähldisikriminator sein - was mich komplett verwirrt (wie inzwischen alles was ich dazu gelsen, experimentiert und simuliert habe).

von Power-FM - am 27.12.2015 20:54
Hallo PowerFM,

ich nehme mal Bezug auf das Schaltbild aus ltspice oder switchercad ganz oben.
Da wird begrenzte FM über den kleinen 100pF Koppel C2. differenziert. Das heißt, der Kondensator ist so klein, daß nur die Flanken des Rechtecks durchkommen. Der Transistor Q1 wird dann nur bei fallenden Flanken leitend. Bei 10 MHz fließt dann ein durchschnittlicher Strom von vielleicht 40uA durch den Transistor, wodurch 2V Spannungsabfall am 47 kOhm Kollektorwiderstand entstehen.
Bei 20 MHz gibts doppelt so oft fallende Flanken und damit in Durchschnitt 80uA Kollektorstrom und damit 4V Spannungsabfall am Kollektorwiderstand.
Leider gibts auf UKW aber nicht 10 MHz Hub sondern nur 40 kHz Hub. Deshalb wird sich die Kollektorspannung nur um 0,04/10 * 2V = 0,008 V ändern. Die NF Ausgangsspannung dieses Demodulators ist also mickrig. Das Rauschen ist jedoch riesig und der S/N deshalb grottig. Darum wird sowas nicht gebaut.
In deiner Schaltung schließen L1 und C4 am Ausgang die NF kurz. Was das soll mußt Du mir noch verraten.

von Oszillatormann - am 06.01.2016 20:18
OK, verstanden, aber sind dann nicht die Demodulatoren von dem englischen Bastler (die oen verlinkten handgezeichneten Schaltpläne) auch alle so schlecht / verrauscht und der Pegel so klein?
Immerhin geht er ja direkt ohne weitere Verstärkerstufe auf einen LM386-Verstärker.

Zitat

In deiner Schaltung schließen L1 und C4 am Ausgang die NF kurz. Was das soll mußt Du mir noch verraten.

Gar nichts ;-).
Ich hatte zum Schluss wahllos herumprobiert um den am Ausgang vorhandenen HF-Anteil weg zu bekommen, dabei ist das wohl heraus gekommen - so bekomme ich natürlich auch die NF weg ;-)

von Power-FM ne - am 07.01.2016 18:37
Übrigens nur so am Rande:
Dass im Titel Pluszähldiskriminator statt korrekt Pulszähldiskriminator steht ist mir natürlich schon seit Tagen aufgefallen, jedoch lässt sich der Titel nicht bearbeiten / korrigieren, dank der tollen Forensoftware.

von Power-FM ne - am 07.01.2016 18:51
Der englische Röhrenbastler hat einen Double Conversion Pulse Counting Tuner auf seiner Webseite. Reden wir darüber? Das ist -wie der Titel sagt- ein Doppelsuper. In seinem Blockschaltbild steht, daß die zweite ZF 150 kHz ist. Der Detektor bekommt bei 40kHz Hub 110...190 kHz Eingangsfrequenz. Wenn der Detektor bei 150kHz 2V liefert werden bei 190 kHz 190/150*2=2,533V rauskommen. Also 533mV Ausgangsspannung und keine 8mV, wie bei 10,7 MHz ZF.
Bei der tiefen ZF funktioniert ein Pulse Counting Detector gut.

von Oszillatormann - am 09.01.2016 10:48
Dass das Vefahren bei Doppelmischung (bei mir auf 300kHz) besser funktioniert hatte ich ja auch schon in der Praxis festgestellt. Aber jetzt habe ich zumindest mal so halbwegs verstanden warum ;-).

Zu der Seite von dem englischen Bastler:
Richtig, der hat einen Doppelsuper gebaut.
http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite/doubleconversionpulsecountingfmtuner_1.htm
Dort ist der Zähldemodulator genau so aufgebaut wie in meiner Simulation.

Aber:
Er hat hier auch einen Einfachsuper gebaut, der (zumindest seiner Beschreibung nach) auch einen Zählerdiskriminator verwendet, und zwar auf 10,7 MHz:

http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite/singleconversion10.7mhzpulsecountingreceiver_1.htm

Und jetzt wird es für mich ja erst interessant bzw. verwirrend.
Denn der Demodulator in genau dieser Version ist der Beschreibung nach auch ein Pulszähler, jedoch sieht er für mich wie ein ganz normaler AM-Demodulator aus (Diodengleichrichter und Entfernung der HF durch einen Kondensator). Das hier ist das "Schaltbild":
http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite/wiringdiagramoflimiterandfmdemodulatorofsingleconversionreceiver.jpg

Wie funktioniert das?
Oder stimmt der Text auf der Seite einfach nicht und es handelt sich in Wahrheit um "popelige" Flankendemodulation?

von Power-FM ne - am 09.01.2016 19:20
Ich habe mal etwas herumprobiert (übelstes Try & Error!), ich zeichne nachher mal auf, was dabei heraus gekommen ist.
Es funktioniert. Ein Demodulator auf 10,7 MHz wie in http://philsvalveradiosite.co.uk/philsvalveradiosite/singleconversion10.7mhzpulsecountingreceiver_1.htm , der ausreichend Pegel liefert um einen LM386 anzusteuern.
Ich musste noch zwei Begrenzerstufen und etwas drumherum dazu bauen (ob wirklich jedes Bauteil [noch] einen Sinn hat weiß ich nicht ;-)).
Der Begrenzerverstärker besteht jetzt aus 3 Stufen (geht bestimmt auch mit weniger wenn man weiß wie ;-)), 1xBF959 und 2 x 2N3819. Die beiden FETs sind etwas "komisch" beschaltet, also keine normale Source-Schaltung (es gibt keinen Sourcewiderstand, also eine Art "Klasse-C"-Betrieb) und sind sozusagen "Impulsformer" (so zumindest meine Idee dahinter).
Das NF-Signal rauscht etwas mehr als mit meinem "normalen" Demodulator, aber das ist so gering, dass das noch Kofferradiotauglich ist. Das heißt, eigentlich ist das Signal einfach nur etwas leiser und ich muss den LM386 mit voller Verstärkung laufen lassen, daher kommt das Rauschen hauprtsächlich...

Bei ganz starken Signal verzerrt die Modulation, aber das regelt ja meine AGC im Tunerteil aus.
Bauteilespart man dadurch nicht wirklich, aber immerhin den Abgleich des Demodulators ;-).

Fazit: Geht :eek: ! Besser als erwartet! Wenn auch nicht vollständig verständlich für mich, wie es genau funktioniert.

von Power-FM ne - am 10.01.2016 14:40
Der angebliche diode pump pulse counting detector sieht für mich wie ein Flankendetektor aus. Die Tokofilter liefern bei ca. 10,2 MHZ oder ca. 11,2MHz das stärkste Signal so daß die Dioden die AM am Schwingkreis demodulieren. Ob das so ist kannst Du schnell klären: Es müßte beim Abgleich der Filter zwei Abgleichpositionen geben, bei denen die Ausgangsspannung maximal wird. Das sind die Positionen bei denen die Resonanz knapp oberhalb oder knapp unterhalb von 10,7 MHz ist. Dazwischen ist ein Lautstärkeminimum. Aber da Du ja keinen Trimmer in der Schaltung hast muss zum Versuch noch schnell einer eingebaut werden.

von Oszillatormann - am 13.01.2016 19:12
Also sind wir jetzt schon drei, die das Teil für einen AM-Demodulator (=Flankendemodulator) halten.
Interssant finde ich, dass nicht hörbar verzerrt und tatsächlich alle Sender gleich Laut sind und der beste Empfang auch wirklich in "Frequenzmitte" ist und die Sender nicht doppelt nebeneinander empfangen werden.

Ich habe ja früher schon mehrfach mit Flankendemodulatoren rumgebastelt, da hatte ich es aber nie hinbekommen, dass JEDER Sender verzerrungs"frei" geht und auch hatte ich da oft Lautstärkeunterschiede zwischen den Sendern (ok, das war damals auch ohne Begrenzerverstärker, das wird zumindest dafür der Grund sein). Auch hatte ich meist das Problem dass man jeden Sender zwei mal nebeneinander empfangen konnte.
Meinen damaligen Experimenten nach war das Ergebnis mit einem Flankendemodulator nie so, dass ich es als "azeptabel" oder "mit einem echten Radio vergleichbar" bezeichen würde.
Auf meine letzte Schaltung (die ich noch abzeichnen muss aber rein vom Demodulator her genau so ist wie die des englischen Bastlers) trifft das aber nicht zu.
Zwar würde ich das auch nicht gerade als "HiFi"-Tuner verwenden, aber mit üblichen Kofferradios kann das mithalten.
Bei mir gibt es halt das Toko-Filter nicht und stattdessen habe ich im Eingang einen Schwinkreis aus einern 1µH Festinduktiviät und 220pF (fast genau 10,7 MHz).
Wenn ich da mal einen Trimmer zu den 220pF parallel schalte und es beim Trimmen lauter wird, ist der Fall ja relativ klar.

Ich hatte vor Jahren mal ein ganz altes Röhrenradio, dass wohl auch einen Flankendemodulator hatte. Das hat sich exakt so verhalten, wie meine ersten Experimente, die ich oben geschildert habe. Also vom Verhalten eines "normalen" Radios weit entfernt...

von Power-FM ne - am 14.01.2016 18:03
Woher weißt Du denn, das das Teil nicht hörbar verzerrt?
Wenn die Flanke des Flankendemodulators übrigens von 9,7...11,7 MHz reicht (und die andere Flanke dann von 11,7...13,7MHz) ist immer alles gleich laut. Jedenfalls wenn der Begrenzerverstärker seine Arbeit macht und die 10,7MHz Filter schön schmal sind, so daß wirklich nur von 10,6...10,8 MHz ZF vorhanden ist. Ist irgendwie einleuchtend, oder? Bei Verstimmung um 50 kHz wird die Flanke des Flankendemodulators dann nicht weniger steil sein. Und bei Verstimmung um 200 kHz kommt aus dem ZF Teil nur noch Rauschen raus und auch das wird einwandfrei demoduliert.

von Oszillatormann - am 17.01.2016 17:02
Zitat

Woher weißt Du denn, das das Teil nicht hörbar verzerrt?

Ich weiß es doch gar nicht ;-).
Er wird wohl ziemlich sicher verzerren, aber es klingt rein vom Höreindruck jedenfalls nicht verzerrt, so wie ich das von anderen Experimenten mit Flankendeodulation kannte. Ich hatte dieses Verfahren daher immer als "komplett unbrauchbar" abgetan.

Ich stehe aber aktuell vor einem ganz anderen Problem und musste meine Basteleien erst mal beiseite legen...

von Power-FM ne - am 20.01.2016 19:12
Hi,

es is zwar kein technischer Beitrag, aber eventuell freuts dich zu hören, das jemand mit dem ich etwas in Kontakt stehe scheinbar mit Erfolg deinen Radio nachgebaut hat. Er wollte Schaltplan zu meinem Konzept, da habe ich aber noch keinen, da ich´s noch optimieren musste. Da er ungeduldig war empfohl ich ihm deine Schaltung, die er (laut Privatnachricht) dankend nachbaute.

von Elektronikbastler - am 23.01.2016 07:40
Welche denn? Wahrscheinlich die erste

Ich werde wenn mal wieder Zeit ist (vorerst wohl nicht) mal zusammenstellen welche Variationen ich aus der gleichen "Grundschaltung" schon alles gebastelt habe.
Es wurde von Version zu Version immer etwas besser und die letzen haben sogar "echte" mitlaufende Kreise, was die ersten noch nicht haben - aber Radio hören kann man mit denen trotzdem :-).

Aktuell aber: Erstmal Pause :-(.

von Power-FM ne - am 23.01.2016 09:51
Ganz interessant ist das hier (für Leute, die an "Low-Tech"-FM-Demodulation interessiert sind):

https://www.youtube.com/watch?v=lP3HltRJV6A

Ein ganz einfaches FM-Radio, dass auch mit einem Pulszähl-Diskriminator arbeietet. In dem Schaltbild fehlt allerdings der Lokaloszillator und es wird direkt auf ca. 150 kHz oder so gemischt (=schlechte Spiegelunterdrückung und schlechte Trennschärfe). Aber es ist eben, im Gegensatz zur Flankendemodulation (bei der mehr oder weniger die meisten Vorteile von FM gar nicht zum Tragen kommen), echte FM-Demodulation.

Würde man erst auf 10,7 MHz Mischen, filtern und das dann noch mal runtermischen, könnte man dieses Radio durchaus noch besser machen. Der Aufwand wäre allerdings nicht ganz ohne. Macht man nicht mehr, wenn es bereits seit 40 Jahren ICs gibt, die das alles in nur einem Chip können ;-).

von Power-FM ne - am 11.12.2016 08:14
Ja, das mit der Frequenzdemodulation ist schon so eine Sache...

Irgendwie habe ich aber resigniert, es ist mir einfach zu hoch, das ist wohl ein Level, wo man mit einfachen "ich hab das mal so gesehen, und probier rum bis es geht" Mitteln nichtmehr weiterkommt.

Damals - meine ersten UKW Superhets - funktionierten einfach mit Flankendemodulation, und 10,7Mhz ZF. So konnte ich einen sehr starken Ortssender klar und unverzerrt empfangen, aber kaum waren die Sender schwächer, gingen sie nurnoch verzerrt her. Ich weis schon, das sowohl beim Ratio Detektor, als auch beim TBA120 "irgendwo" eine Phase verschoben wird, also habe ich wirklich lang rumgetüftelt, und schien nach vielen Experimenten (über Jahre verteilt) auch ENTLICH erfolg zu haben. Zuerstmal nutze ich auch eine sehr tiefe ZF, vielleicht 70-120Khz, und vermutlich wäre der Empfänger alles andere als gut, aber ich wollte es entlich schaffen, FM auch bei "schwächeren" (immernoch absoluter Ortssender Signalstärken) verzerrungsfrei zu demodulieren.

Ein Erfolg gelang mir, als ich das runtergemischte Signal stark genug verstärkte, und dann von einem Verstärker auf die Vorherige Stufe das Signal über eine Spule + Trimm C rückkoppelte.

Ich hab keine Ahnung wie das funktioniert, aber ich vermute,das - man muss den Trimm C richtig justieren - das Signal was vom ZF Verstärker kommt mischt sich irgendwie mit dem "fast selber schwingenden" Verstärker wo das Signal rückgekoppelt ist. Wie auch immer, ich hatte letzentlich einen Empfänger, der entlich FM richtig demodulierte, er klang in etwa so wie der TDA7000, also wenn der Sender schlecht hergeht, kratzt es etwas, aber wenn er gut hergeht wird er einwandfrei demoduliert. Die Einstellung am Drehko verhält sich dabei so wie eine Ratio Detektor Spule im Radio, wenn man die nicht richtig einstellt wird nicht demoduliert oder Flankendemodulation.

Wie auch immer, die Freude währet nur kurz, denn als ich das ganze auf einer ordentlichen Platine aufbauen wollte, und daraus ein schönes Transistor-Radio Projekt machen wollte (verstänndlicherweise mit diskreter AB Endstufe für Lautsprecherbetrieb) war´s sehr bald aus mit den Freuden, ich war im Prinzip wieder bei 0. Die nachgebaute Schaltung funktionierte genauso schlecht - auf ordentlicher HF Platine - wie die Schaltung die ich über 4 Jahre früher entwickelt hatte, mit 2 Dioden als Demodulator. Wenn man die Werte tauschte bekam man alles mögliche, von einem ZF Verstärker bzw. Diskriminator der zum Oszillator wurde, bis hin zu nur wieder verzerrungsfreiem Empfang des Lokalsenders der hier vermutlich mit Pegeln ankommt, das man ihn mit einem Detektor RX hören könnte...

Ich hab irgendwie resigniert. Was soll ich denn nach Jahrelanger Forschung noch machen? Aus einem Transistor Radio die Ratio detektor Spulen "klauen" und dann im Video sagen "jaja, ihr müsst nur einen Radio auseinander bauen, um draus einen Radio zu bauen"... Oder einen meiner (hab gut 100 auf Lager) TBA120 einbauen, dann kann ich genausogut sagen, nehmt diesen MK sonstwas IC (fehlt mir grad die Bezeichnung) da muss man nurnoch Strom, Taster, Kopfhörer, Antenne anstecken und hat ein einwandfrei funktionierendes Radio.

In diesem Sinne Glückwunsch an alle, die es - in Jahrelanger Forschungsarbeit wie ich mit immerwieder probieren und aufbauen ??? - geschafft haben FM zu demodulieren.


Das ist genau wie ein SSB Sender, im Prinzip weis ich glaue ich wie´s geht, ein aufbau bzw. Versuchsaufbau mit einem Quarzfilter ist aber selbstverständlich alles andere als funktionstüchtig,...

Ich denke irgendwann erreicht jeder sein Limit, und es ist am besten, das was man versteht weiter auszubauen. Vielleicht fällt mir nach was weis ich 10 unterschiedlichen Versionen eines 1-Transistor Senders noch eine 11te ein... für meinen Kanal.

von Stefan0719 - am 11.12.2016 08:38
Na, das klingt ja alles sehr traurig- und das zu Weihnachten :(achten.
So verbissen würde ich eine Sache nicht betrachten. Aus dem Grund habe ich auch noch andere Hobbys.
Ich habe aus der Jugendzeit noch einen Türkis 524 hinübergerettet. Seit Jahren bekomme ich von allen Seiten, zu allen Gelegenheiten Schallplatten geschenkt. Statt Fernsehen dudelt da bei mir immer mal wieder was anderes- das bringt auch ein wenig Abwechslung. -vielleicht ein Tip !
Meine Neueste: Gaby Baginski - Männer verstehen nur was sie wollen :haha:

Zu FM Radio- was besseres als einen Blaupunkt Derby 681 habe ich bisher noch nicht gefunden. Er müsste nur noch eine Digitalanzeige und Frequenzverstellung in 20Khz- Schritten haben, dann wäre er perfekt. 1967 gabs das wohl noch nicht ? Und natürlich die 108 oder mehr ;)
Sind denn die heutigen mit SMD´s vollgestopften Dinger genauso empfindlich ?

Irgendwo- ich weiss nicht mehr wo, habe ich von einem SWL in der Lausitz/ Spreewald gelesen.
Er legt um 22.00Uhr einen 2mal 25m Dipol auf einem freistehenden Acker -5Km von der nächsten Zivilisation entfernt- aus. Und empfängt auf MW Sender aus Asien und Afrika !

von sachsenbastler - am 11.12.2016 11:16
Ich habe natürlich noch andere Hobbies, aber ich habe halt sehr viel Zeit in´s basteln gesteckt.

Heutige Geräte können besser sein, mhm, ich kann nur über den Sangean909 berichten, der auch schon älter ist, aber der Nachfolger - mit DSP in der ZF - der war recht gut.

Es kommt halt drauf an, ich habe hier schon einen radio, der glaube ich in 20 oder 30khz schritten geht und extremst gut ist. Der Degen1103, oder das Modell wäre auch Eton E5.

Von Jürgen Martens modifizieren lassen, schmälere Filter, und optimaler Abgleich.

Der Empfänger ist so extremst empfindlich, das ich ihn nur selten für Reichweitentests nehme. Wenn der Sangean 909 - der an sich schon sehr gut ist, nichtsmehr empfängt, oder eben "Wellensalat" auf UKW, kann ich mit diesem Radio einen schwachen Sender durch Antenne ausrichten noch herauspicken, obwohl 100khz unter und über der Frequenz andere Stationen sind - das ist einfach EXTREM, das ist schon eher ein Profi Messgerät, als ein Radio.

Dann gibts oft so Effekte wie Antenne nur 1m weiter rüber halten *zack* ein ukw sender auf der Frequenz, wieder zurück, ein anderer auf der Frequenz, auch hab ich mit dem Sender empfangen, von denen ich garnicht wusste, das es sie gibt.

Ich kenn auch die Kofferradios, Nordmende, Telefunken und co. Die waren schon überwiwegend echt extrem gut auf UKW, aber der modifizerte Radio ist einfach... extremst! gut.

von Stefan0719 - am 11.12.2016 18:11
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