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Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
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Power-FM ne, Oszillatormann_, RalphT, Der einsame Pirat

Basisschaltung als Vorstufe für Empfänger

Startbeitrag von Power-FM ne am 16.03.2016 18:42

Besonders bei älteren Kofferradios ist die FM-Vorstufe fast immer als Basisschaltung ausgeführt (bei besonders alten Radios meist mit PNP-Transistoren).
Warum ist das eigentlich so?
Ist der einzige Grund die sehr kleine Eingangsimepdanz bei gleichzeitig großer Ausgangsimpedanz?
Bei einer Emitterschaltung mit angezapfter Spule im Eingangsschwingkreis habe ich doch auch eine kleine Eingansimpedanz und eine hohe Ausgangsimpedanz.

Bei "neueren" Radios ist die Vorstufe oft ein FET oder ein Dual-Gate-FET.
Ich habe bei meinen verschiedenen selbstgebauten Radios die Vorstufe immer als Emitterschaltung ausgeführt. Weniger aus dem Grund, weil sie so "super toll" dafür ist, sondern eher, weil ich diese ohne großartige Rechenkünste so halbwegs "nach Gefühl" dimensionieren kann.

Der Aufbau einer Basisschaltung ist bis auf den Eingang am Emitter und dem AC-Kurzschluss an der Basis genau gleich aufgebaut wie eine Emitterschaltung und erreicht auch die gleiche Spannungsverstärkung.
Was ist denn nun der entscheidende Vorteil gegenüber der Emitterschaltung? Nur der kleine Eingangswiderstand, der besser zur Signalquelle, also 75 Ohm-Antenne passt?

Antworten:

Da haste schon Recht. Die beiden Vorteile liegen in der

- geringen Eingangsimpedanz
- geringer Eingangswiderstand

Die geringe Eingangsimpedanz sorgt dafür, dass höhere Frequenzen verarbeitet werden können.
Bei einer Emitterschaltung hemmt der Kondensator zwischen B und E die Verstärkung von hohen Frequenzen.

Und der niedrige Eingangswiderstand ist hier auch vorteilhaft. Eine Anpassung an die niedrigohmigen Antennen ist einfacher. Außdem wird der Eingangsschwingkreis stark bedämpft. Wenn ein Schwingkreis bedämpft wird, dann wird er breitbandiger. Es muss ja der gesamte UKW-Bereich gleich gut empfangen werden.

So hatte ich das mal in der Lehre gehört.

Damals war es ja Standard alles mit Germanium-Transistoren aufzubauen. Die FETs kamen erst später auf den Markt. Der Vorteil bei den FETs war auch, dass die Empfänger sehr viel Kreuzmodulation bei starken Signalen erzeugten.

Heute habe ich diesen Effekt beim Sangean 909. Ein Autoradio macht das so gut wie garnicht.

von RalphT - am 17.03.2016 11:25
Bei der Basisschaltung hat man kein Problem mit der Millerkapazität zwischen Basis und Kollektor und somit mehr HF-Verstärkung. Die ersten HF-Transistoren hatten noch nicht so gute HF eigenschaften wie die heutigen, deshalb hat man mit diesem Trick das Maximum an HF Verstärkung herausgeholt.

von Der einsame Pirat - am 17.03.2016 15:31
Zitat

Die FETs kamen erst später auf den Markt. Der Vorteil bei den FETs war auch, dass die Empfänger sehr viel Kreuzmodulation bei starken Signalen erzeugten.

Heute habe ich diesen Effekt beim Sangean 909. Ein Autoradio macht das so gut wie garnicht.

Du meinst aber Nachteil, oder ;-)?

Interessant ist übrigens, dass der ATS909 gerade eben keine FET-Vorstufe hat (wenn ich mich richtig erinnere), sondern auch der hat einen bipolaren Transistor in Basisschaltung.
Beim ATS 909 vermute ich den Grund dafür dass er leicht Mischprodukte erzeugt eher darin, dass es in dem Radio nur wenige (ich meine nur einen oder maximal 2) mitlaufende Vorkreise gibt.

von Power-FM ne - am 17.03.2016 17:25
Die Basisschaltung hat einen entscheidenden Vorteil: Der Ausgangsstrom des Transistors (=Eingangsstrom) fließt hier auch durch die Quelle (=Antennensignal) wodurch eine Gegenkopplung entsteht. Die Verstärkung ist deshalb linearer. Bei großen Antennenspannungen entstehen im Transistor Mischprodukte, z.B werden aus zwei starken Signalen mit 100 MHz und 102 MHz ab etwa 10 mV Antennenspannung auch schwache Geistersender bei 98MHz und 104 MHz erzeugt. In der Basisschaltung sind diese Geistersender deutlich leiser als in der Emitterschaltung. Der Fachbegriff heißt Intermodulation. Der Eingangs-Interceptpunkt dritter Ordnung IP3 ist ca 10 - 15 dB größer als bei der Emitterschaltung, die Verstärkung ist natürlich auch 10 - 15 dB kleiner als bei der Emitterschaltung.

von Oszillatormann_ - am 17.03.2016 19:52
Irgendwie geht das Einloggen bei mir nicht als Oszillatormann. Ist bei der Registrierung neuerdings was kaputt?

von Oszillatormann_ - am 17.03.2016 19:54
@ Oszillatormann
Versuche mal, statt dem Nutzernamen die E-Mailadresse einzugeben, mit der du dich ursprünglich registriert hattest.

von Power-FM ne - am 23.03.2016 16:55
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