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Senderbau und HF Technik
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Ferritantenne: Wie ankoppeln?

Startbeitrag von Power-FM ne am 21.03.2016 19:15

Ich habe kürzlich mal wieder ein Mittelwellenradio gebaut.
Das grundlegende Prinzip war, wie schon bei meinem anderen vor einiger Zeit vorgestelltem MW-Radio, dass die ZF höher liegt als die höchste zu empfangene Frequenz. In meinem Fall liegt die ZF auf 4 MHz und als Filter kommen wahlweise gezogene Quarze (eigentlich zu schmalbandig, aber akzeptabel) oder 4 MHz Keramikresonatoren zum Einstaz.

Im Gegensatz zum letzten Radio kommen dieses mal auch ICs zum Einsatz.

Der Aufbau ist (grob) so:
2 MHz Tiefpass > NE612 als Mischer und Lokaloszillator beschaltet > ZF-Filter > ZF-Verstärker > NE612 als Synchrondemodulator. Direkt am Eingang des Mischers ist noch ein Transistor als "Regelbarer Widerstand" für die AGC eingebaut.

Soweit so gut. Der Sinn dieser Anorndung ist ja, den mitlaufenden Vorkeis zu sparen, was ja auch klappt (sowohl beim letzten als auch bei diesem Radio).
Verstärkt werden kann so nur hinter dem ZF-Filter, mti einer Vorstufe an der Antenne würde der Emfpänger zugestopft, sobald auch nur ein stärkerer Sender irgendwo im MW-Band sendet.

Ich betreibe dieses Radio mit einer Drahtantenne, wie auch die vorherigen Radios.
Jetzt habe ich mal versuche angestellt, eine Ferritantenne zu verwenden.
Ich habe dazu ein paar Ferritantennen aus alten Radios ausgeschlachtet, von denen mir die genauen Werte natürlich nicht bekannt sind.
Es scheint auch so, dass auf den Antennen mehrere Wicklungen / Wicklungen mit Anzapfungen drauf sind (obwohl die Radios größtenteils nur MW, keine LW, hatten).

Wie müsste denn eine Ferritantenne an so einem Radio angeschlossen werden? Mein Gedankengang ist ja, wie eine Spule, also ein Ende an den Mischereingang, das andere Ende an Masse.
Oder ist das schon ein Denkfehler?
Jedenfalls ist es so, dass mit den Ferritantennen so angeschlossen nur sehr wenig zu empfangen ist (eigentlich nur "absolute Radio" am Abend). Wenn ich jedoch meine Hand nur in die Nähe der Antenne halte, ist wesentlich mehr zu hören und wenn ich den Mischeingang berühre, werden einige Sender so stark, dass die AGC es nicht mal mehr schafft, weit genug herunter zu regeln.
Ist das nun ein Zeichen dafür, dass die Antenne von den Werten her nicht passt?
Oder liegt eher eine Fehlanpassung vor?
Das Interessante ist, dass ich, wenn ich meine Hand in die Nähe der Ferritantenne halte und die Ferritantenne drehe, ene klare Richtwirkung der Ferritantenne wahrnehmbar ist...

Die 50 interessantesten Antworten:

@ Power- FM

Ich hatte vor 40 Jahren auch mal so einen MW Empfänger gebaut, angeregt durch eine einfache Geradeausschaltung in einer Rundfunkzeitschrift.

Diese Schaltung war sehr ähnlich dem Taschenradio " Sternchen" von 1960.

Die Schaltung und ein paar Bilder, auch von der Ferritantenne sind bei Google noch zu sehen.
Das ist ein sehr primitives Beispiel noch mit OC - Transistoren. Aber mit sieht die Ankopplung der Ferritantenne hier ganz gut.
Vielleicht hilft das ein wenig weiter.

von sachsenbastler - am 21.03.2016 19:40
Ich bekomme hier leider kein Login hin, sonst könnte ich Dir eine funktionierende Schaltung hochladen. Der Sony ICF7600 Ferrritantenneneingang macht genau das, was Du brauchst. Das Signal einer Ferrritantenne wird von einem FET verstärkt und für besseres Großsignalverhalten auch mit einer Hilfswicklung gegengekoppelt. Vom Drain des FETs gehts zum Mischer.

Das Ganze funktioniert ohne Drehko und Resonanzabstimmung. Das Radio ist auf MW etwa 6dB unempfindlicher als ausgewachsene Kofferradios, hat aber auch nur einen 15cm langen Ferritstab.

von Oszillatormann_ - am 22.03.2016 16:31
@ Sachsenbastler
Ich habe mir inzwischen mal einige Pläne solcher MW-Transistorradios der allerersten Generation angesehen. Auf http://www.welt-der-alten-radios.de/geschichte-erste-transistorradios-293.html gibt es auch Schaltbilder dazu, auch zu dem "Sternchen". Das Prinzip ist da anscheinend immer so, dass auf der Ferritantenne zwei Wicklungen sind, eine davon bildet den abgestimmten Vorkreis, die andere ist die Koppelwindung.
Das ist auf mein Konzept so aber nicht so ganz übertragbar, da ich ja den abgestimmten Vorkreis einsparen möchte, wie Oszillatormann auch schon erklärt hat.

@ Oszillatormann
Woran hapert es beim Login? Bei mir klappt es genau so wie immer.

von Power-FM - am 22.03.2016 18:56
Ein Schaltungsauszug vom ICF-7600D ohne Bauteilwerte gibt es unter




DIe Ferritantenne ist wohl am Gate von Q5 angeschlossen.
Was mit Hilfswicklung gemein ist, weis ich aber nicht.

Vieleicht meint Oszillatormann aber auch etwas gänzlich anderes.

von carkiller08 - am 22.03.2016 19:53
Ich habe nun einfach mal per Try & Error weiter herum probiert.
Ich habe 50 Windungen auf den Ferritstab gewickelt, das sollte meinen "Berechnungen" nach so halbwegs passen.

Die Ferritantenne ist aktuell an einer Emitterschaltung im Eingang angeschlossen, danach geht es auf dem Mischer und der restliche Aufbau ist unverändert.
Die Emitterschaltung bekommt als Basisspannung die Gleichspannung, mit der die NF am Ausgang des zweiten NE612 (Demodulator) überlagert ist (ob das so eine gute Idee ist weiß ich nicht, aber es funktioniert, da die Gleichspannung dort kleiner wird wenn das Signal stärker wird).

Allerdings ist das ganze für mich noch nicht gut genug (vielleicht erwarte ich aber auch zu viel).
Es hat erst mal sehr viel Mühe gekostet es hinzubekommen, dass kein Netzbrummen empfangen wird. Die Lösung (auf die ich auch erst nach viel probieren und Blicken in vorhandene Radios gekommen bin):
Die Ferritantenne abschirmen! Zum Glück hatte ich rein zufällig Alufolienklebeband vorrätig, damit habe ich ein KuPa-Rohr beklebt (ein Längsstreifen muss aber offen bleiben, sonst schließt man die Spule kurz) und die Ferritantenne befindet sich nun in diesem Rohr.

Damit geht es so einigermaßen, aber insgesammt ist das Radio immer noch eher taub (es gehen zwar jetzt gerade einige Sender, aber mit anderen, "normalen" 1-Fach Superhets nach dem konventionellen Prinzip mit niedriger ZF kommt einfach mehr (wobei interessanterweise bestimmte Sender dennoch mit "meinem" Radio besser kommen).
Meine Ferritantenne hat eine ausgeprochen starke Richtwirkung. Mit ein paar Metern Draht als Antenne kommt schon wesentlich mehr.
Über ca 1450 kHz wird es sehr ruhig, allerdings auch mit Drahtantenne. Das liegt vermutlich an meinem nicht so ganz passend konstruiertem Tiefpass.

von Power-FM ne - am 27.03.2016 20:55
@PowerFM: Ich bekomme beim Einlogversuch die Fehlermeldung: Die E-Mailadresse wurde nicht gefunden...

Die Ferritantenne ohne Drehko mit 50 Windungen bewickelt hört sich gut an.
Der Ausgangswiderstand der Antenne ist induktiv mit Q=50...100, je nach Ferritstabqualität.
"Normale Ferritantennen" sind mit einem 500pF Drehko bei 500 kHz in Resonanz, haben also etwa 200µH Induktivität. Im Einzelnen hat man damit bei Q=100 und 500 kHz die Serienschaltung von j628 Ohm + 6,28 Ohm. Die Antennenspannung ist sehr klein, da der Generatorwiderstand nur 6,28 Ohm beträgt. Die j628 Blindwiderstand stören im Prinzip nicht. ABER: Der angeschlossene Bipolartransistor hat einen Basisrauschstrom. Dieser fließt durch die Ferritantenne und erzeugt dort eine Rauschspannung. Die ist sehr groß (nämlich I* 628 Ohm) und verdeckt schwache Nutzsender. Deshalb muß statt des Bipolartransistors ein FET verwendet werden, der ja keinen Basisrauschstrom hat. Da ein FET nur eine kleine Spannungsverstärkung liefert ist auch der Millereffekt klein und damit die Eingangskapazität. Deshalb funktioniert die Mimik auch bequem bis 1622 kHz und schwächelt nicht schon bei tieferen Frequenzen.

In meinem ICF7600 Schaltplan gibt es noch eine Hilfswicklung, ich habe einen anderen Schaltplan.

Frohes Restostern

Oszillatormann

von Oszillatormann_ - am 28.03.2016 14:36
So wirklich weiter komme ich nicht.
Ich habe nun einen BF256 in Source-Schaltung als Vorverstärker drin. Die Schaltung an sich funktioniert, wenn ich an den Eingang eine nur 40 cm lange Teleskopantenne anschließe, empfange ich fast das gleiche wie ohne Vorverstärker mit 5 Metern Draht.

Mit der Ferritantenne am Eingang empfange ich aber so rein gar nichts :confused: . in der Emitterschaltung war zumindest etwas Empfang über die Ferritantenne wahrnehmbar, über eine doppelte Emitterschaltung schon etwas mehr, jedoch (logischerweise) sehr stark verrauscht.

Mit dem FET bekomme ich aber wirklich NICHTs mit der Ferritantenne!
Die Schaltung ist bisher nur ganz Simpel, nicht mehr als die Grundschaltung für eine Sourceschaltung. Betriebsspannung 12 Volt.
Vom Gate nach Masse 1 Megaohm oder einfach die Ferritantenne, Sourcewiderstand 150 Ohm, Drainwiderstand 1 Kiloohm (das sind keine berechneten Werte sondern "Erfahrungswerte"), den Sourcewiderstand habe ich auch schon testweise mit verschiedensten Kondensatoren gebrückt und auch schon für alle Widerstände leicht andere Werte verwendet.
Aber egal wie, mit der Ferritantenne war nichts zu hören. Da wirkte noch eher der kurze Draht zur Ferritantenne als Antenne als die eigentliche Ferritantenne!
Die Schaltung grundsätzlich geht ja, mit der Teleskopantenne verstärkt sie ja.

Was läuft hier schief!?

von Power-FM ne - am 29.03.2016 19:16
Die Frage kann ich dir leider auch nicht beantworten.

Habe aber noch was zum Thema Breitband-Ferritantenne finden können:

Klick


Ansonsten wäre vieleicht eine kleine Rahmenantenne , wie sie
Radios/ Receivern oft beillag, noch eine Option anstelle einer Ferritantenne..

von carkiller08 - am 29.03.2016 21:02
So ähnlich wie in dem Link ist meine "doppelte Emitterschaltung" (also die einzige, mit der ich zumindest überhaupt etwas mit der Ferritantenne empfangen kann).
Ich habe da lediglich noch Emitterwiderstände drin (12 Ohm beim ersten, 4,7 Ohm beim zweiten Transistor), damit die Ferritantenne nicht zu stark durch den Transistor belastet wird, der Aussteuerungsbereich größer wird und der Arbeitspunkt zumindest etwas besser stabilisiert wird.
Die Kollektorwiderstände sind etwas gößer (1k) und die Betriebsspannung ist bei 12 Volt, ansonsten ist meine Schaltung genau so. Das gebilde rauscht mit der Ferritantenne im Eingang ziemlich stark, wie schon geschrieben.

Das Video zeigt den Empfang mit meiner FET-Vorstufe und einer Teleskopantenne bzw. Krokoklemmenantenne ;-) (genau mit der Schaltung höre ich mit der Ferritantenne überhaupt nichts!):

https://youtu.be/JrByo7sinhc

Die AGC ist hier außer Betrieb gesetzt und die Antennenspannung wird manuell durch ein Poti "geregelt".

Liege ich vielleicht mit meinen 50 Windungen doch falsch!?
Wie bekomme ich die Eigenschaften des Ferritstabes mit einfachen Mitteln heraus?

Ich werde einfach mal einen Schwingkreis mit der Ferritantenne bauen und Messen. Über C kann ich ja zumindest die Induktivität der Spule heraus bekommen...

von Power-FM ne - am 30.03.2016 18:42
Ich habe icf7600 service manual gegoogelt. erster Treffer:

http://www.radiomanual.info/schemi/RX/Sony_ICF-SW7600G_serv.pdf

Der Ferritstab ist auf Seite 13/27 im Sektor G3. Da siehst Du auch die Gegenkopplungswicklung auf dem Ferritstab. Der FET Q108 läuft mit ca 10..20 mA, ich habe das vor 20 Jahren mal gemessen und weiß es nicht mehr genau. Dank des AGC-Kurzschließertransistors Q109 ist das Radio extrem großsignalfest. Ich war in Marnach/Luxemburg direkt neben dem Zaun des 1440 kHz RTL Senderge-
ländes, vielleicht 150 m von den Masten entfernt. RTL sendete mit 600 kW und ich konntees ohne hörbare Verzerrungen empfangen. Das ist schon extrem gut. Und der ICF7600 ist auch gut empfindlich, vergleichbar mit ausgewachsenen Kofferradios, es fehlen nur ca. 6dB Rauschabstand auf MW und auf LW vielleicht 10 dB. Wenn es bei Dir nicht funktioniert ist vielleicht dein Mischereingang zu unempfindlich. Die Source des Vorverstärkers muß natürlich über einen C auf Masse.

von Oszillatormann_ - am 30.03.2016 19:23
Das ist ja mal interessant.
Ich habe für einige meiner Radios die AGC genau so realisiert wie in dieser Schaltung. Das ist jetzt aber das erste "echte" Radio das ich sehe, wo auch diese (einfachte, aber effektive) Variante mit dem Transistor als "regelbarer Kurzschluss-Widerstand" verwendet wird.

Zum eigentlichen Thema:
Den Eingangsverstärker sollte ich eigentlich hinbekommen, meiner ist ja schon fast so! Beim Sony wird ohne Source-Widerstand gearbeitet.
Ich werde mich mal daran orientieren beim Basteln.

von Power-FM ne - am 31.03.2016 07:52
Der Sony hat einen FET drin mit passender IDss Spezifikation, der außerdem mit 5V schon gut läuft. D.h. der FET zieht ohne Sourcewiderstand bei 0V UGS den passenden Strom von etwa 10...20mA. Es könnten 12 mA gewesen sein. Da es ein batteriebetriebener Empfänger ist, darf die Stromaufnahme für die Vorstufe nicht riesig sein, z.B 100mA. Das wäre für gute Großsignalfestigkeit sicher noch besser. Das ganze Radio benötigt so nur 60 mA bei 6V, davon ist die Vorstufe der Hauptstromverbraucher. Der 1. Mischer mit den beiden FETs, der genauso verantwortlich für die Großsignalfestigkeit ist, zieht nur 2 * 1,5 mA und funktioniert damit prima. Ich hatte mal versuchsweise die Arbeitspunktwiderstände für die FETs halbiert, aber trotz doppeltem Strom gab es keine geringere Intermodulation.
Sony konnte schon richtig gute Radios bauen.

Die AGC ist noch viel aufwendiger gemacht, da wird noch an ein paar mehr Stellen als nur am Eingang die Verstärkung geregelt. Sonst hätte das Gerät nicht den riesigen Regelbereich und man hätte trotz abgeregeltem Eingangs das volle Rauschen der Verstärkerstufen am Ausgang.

von Oszillatormann_ - am 31.03.2016 15:06
Ja, dass da noch viel mehr geregelt wird ist schon klar.
Nur dass es genau nach dem gleichen Prinzip wie in meinen Selbstbauten gemacht wird hatte mich doch etwas erstaunt, da ich das sonst so noch nicht gesehen habe (ich habe aber auch nicht all zu viel gesehen ;-)).
Ich kenne eher die Regelung mit PIN-Dioden aus manchen Geräten.

von Power-FM ne - am 01.04.2016 11:39
Das erstaunliche am Sony ist, das er in Luxemburg 150m neben dem Sendemast auch noch andere Sender unverzerrt empfangen hat, ohne großartige Kreuzmodulation. Die waren frequenzmäßig natürlich wenigstens 100 kHz entfernt, aber der Vorverstärker und der 1. Mischer sind eben nicht durch RTL voll übersteuert worden, obwohl der LW-MW Eingang ja breitbandig ist.
Ein prima Radio. Leider sind heute fast alle ICF7600 defekt und leiden an ausgelaufenen Elkos oder defekten Audioendverstärkern.

von Oszillatormann_ - am 01.04.2016 14:31
@ Oszillatormann

Habt Ihr den Akai APW20 mal ähnlich getestet ? Auf UKW ist der Blaupunkt Derby681 deutlich besser.
Und auf Frequenzen oberhalb von 7,5Mhz nimmt die Empfindlichkeit des APW so rapide ab, daß er im CB- Band unbrauchbar ist (jedenfalls meiner) da nützt auch die 8m Langdrahtantenne nichts mehr.
Einen Sony als Vergleich habe ich leider nicht. MW auch nicht dolle !
Der Akai ist höchstens Mittelmass- dafür ist er billig.

von sachsenbastler - am 01.04.2016 16:49
Den Akai APW20 kenne ich nicht.
Von Blaupunkt habe ich 1971 mal ein Kofferradio getestet. Das war auf UKW extrem empfindlich, ich hatte nur noch gestaunt. Es gab aber damals keinen direkten Vergleich zu anderen Kofferradions damals an dem Ort im 2. Stock.

Ich habe hier 10 Kofferradios, alle von Grundig, ITT, Telefunken und den Sony ICF7600.

von Oszillatormann_ - am 01.04.2016 19:14
joh- Danke für die Antwort.

Der Akai APW20 hat auf SW ein 1Khz- Raster und man kann auf 40 u.80m so einigermassen in SSB hören. Aber auch nur, wenn der Abstand zum Nächsten auch mindestens 1Khz ist. Das ist nicht immer der Fall.
Es ist wirklich blöde, dass man für die MW soviel HF- Leistung u. dazu auch noch NF- Leistung braucht u. noch eine Langdrahtantenne.
Denn das Band ist frei !!! ausser Summtöne, Pieptöne und dergleichen hört man um die Mittagszeit nicht allzuviel.

von sachsenbastler - am 01.04.2016 20:24
Ich gebe auf.
Ich habe schon zu viel Zeit, darunter sogar einen fast sommerlichen Nachmittag, damit verschwendet, irgendwie weiter zu kommen.

Es bleibt einfach dabei: Es bleibt ein Teleskopantennenradio. Mit etwas Draht oder einer Teleskopantenne kann damit gut Radio gehört werden.
Eine Ferritantenne breitbandig anzukoppeln bekomme ich aber einfach nicht hin.

Ich habe einiges probiert, auch mit verschienensten FETs (auch Dual-Gate-FETs) für die Vorstufe, ich bekome, egal wie ich es mache (und so halbwesg weiß ich was ich tu ;-)) mit der Ferritantenne keinen Empfang (außer mit der Doppelte Emitterschaltung)!

Die Ferritantenne hat gemessen übrigens 210µH. Parallel mit einem alten MW-Drehko und dahinter geschalteter, lose angekoppelter Verstärkerstufe lässt sich auch wunderbar das Abstimmverhalten auf dem Oszi erkennen. Die Antenne passt also.

Ich könnte jetzt höchstens hergehen, und den Eingangskreis mitlaufend machen. Aber dann wäre der ganze Sinn der Schaltung ja dahin ;-).

Jedenfalls seit langer Zeit mal wieder etwas, dass wirklich überhaupt nicht klappen will.

von Power-FM ne - am 03.04.2016 17:25
nicht aufregen! - lohnt nicht ! - habe Erdbeerbeet sauber gemacht, danach Kaffee und Kuchen
an frischer Luft.- ist auch viel gesünder und wirkt Wunder. :rp:

MW braucht sowieso keiner- hört keiner- kann nur noch Hobby sein so wie Briefmarken sammeln.
Für wenig Geld bekommt man einen Blaupunkt Derby oder einen Bajazzo Telefunken.
Für meine Begriffe sind diese Geräte unschlagbar und wer ein funktionsfähiges für 15€ verkauft---
ist blöd.:-(

von sachsenbastler - am 03.04.2016 18:24
Ich habe zwar nicht mehr weiter gebastelt (Try & Error ;-)) aber mich lässt die Sache dennoch nicht los.

Die einzige Variante, mit der ich mit der Ferritantenne einigermaßen bzw. überhaupt etwas empfangen kann sieht so aus:
[attachment 353 1.GIF]

Diese Anordnung hat, genauer betrachtet, eine verdammt hohe Verstärkung (bestimmt 50 dB oder noch mehr) und auch andere Nachteile (aber das ist erst mal egal).
Mit dieser Schaltung sind einige Sender zu hören, aber es rauscht eben auch verdammt stark, selbst bei dem stärksten Sender rauscht es im Hintrgrund noch hörbar (warum das so ist, wurde ja schon erklärt). Der Widerstand parallel zur Ferritantenne soll die Spulengüte veringern (um breitbandiger zu werden).

Mit FETs habe ich alles mögliche probiert, Source-Schaltung, Drain Schaltung (wegen dem niederohmigen Eingang des NE612), Source-Schaltung mit Source-Folger dahinter, verschiedenste Werte für die Widerstände, auch verschiedene (wenn auch alle nicht so tolle) FETs wie BF256, BF245, BF981, BF961 (Dual-Gate-FET), die alle auch mti einer Teleskopantenne ordentlichen Empfang brachten, mit der Feritantenne aber rein gar nichts.

Liefert wie Ferritantenne wirklich im Vergleich zu so wenig Draht eine so kleine Antennenspannung, dass man so eine hohe Spannungsversärkung wie in meiner einfachen doppelten Emitterschaltung braucht? Oder ist meine Ferritantenne einfach "falsch" oder schlecht!?
Mit den vorhandenen FETs bekomme ich eine so hohe Spannungsverstärkung nicht hin, jedenfalls nicht mit nur zwei Stück...

von Power-FM - am 05.04.2016 19:01
Die magnetische Antenne liefert wirklich nur einen Bruchteil der Spannung der elektrischen Antenne. Da fehlen gerne gleich mal 20..50 dB, je nach Frequenz.
Die Rechnung dazu habe ich neulich erst gemacht, ich suchs noch mal raus.
Der Verstärker darf trotzdem nur ein paar dB Spannungsverstärkung machen damit das Großsignalverhalten ausreichend gut wird bei breitbandiger Nutzung ohne Drehkoabstimmung. Wenn der Mischer dahinter ausreichend empfindlich ist, ist das kein Problem. Der Sony ICF funktioniert ja so.

Deine Induktivität von 210µH finde ich prima. Wahrscheinlich ist dein Mischer Murks und rauscht viel zu stark. Als Entwickler misst man das Rauschmaß mit einer Rauschdiode nach oder mißt die Empfindlichkeit mit einem Messsender und weiß dann Bescheid. Aber wer hat so etwas schon zu Haus? Beliebte Fehlerquelle beim Mischer ist, das man breitbandig Rauschen am Oszillatorport einspeist. Ladt doch mal deine Schaltung hoch, dann kann man darüber spekulieren.

Die aktive Zwei Transistor Breitbandantenne ist Obermurks:
1) 50 dB Gain blocken und kreuzmodulieren schon 50 km von Radio Luxemburg entfernt und nicht erst am Absperrzaun.
2) Der Dämpfungswiderstand dämpft das Signal und verschlechtert damit den sowieso bescheidenen S/N
3) Der Basisrauschstrom stört einfach, wie von mir vor ein paar Tagen beschrieben.

Gruß,
Osz.mann

von Oszillatormann_ - am 06.04.2016 18:57
Widerstand (R4) ist zwecklos, weil die Antenne nicht in Resonanz betrieben wird und deshalb mit dem Widerstand auch nicht breitbandiger gemacht werden muss, das ist sie nämlich schon.

Hast Du verschiedene Windungszahlen auf der Ferritantenne probiert? Möglicherweise ist einfach die Impedanzanpassung schlecht.

Anstatt BC550 mal BF240 oder ähnliches nehmen.

von Der einsame Pirat - am 07.04.2016 13:32
Hier ist die Herleitung zur Berechnung des Unterschieds zwischen magnetischer und elektrischer Antenne:

Zur Vereinfachung sei die Feldstärke eines MW-Senders am Empfangsort 1 V/m. Das ist natürlich eine hohe Feldstärke, die man in 3km Entfernung von einem 300 kW Sender hätte, das spielt hier aber keine Rolle.
Eine stark verkürzte elektrische Vertikalanatenne der Länge l = 1m liefert die Leerlauf-Ausgangsspannung E * l = 1V

Die magnetische Feldstärke am Empfangsort ist H = E / Z. Z ist der Feldwellenwiderstand = 377 Ohm.
H= 0,00265 A/m
Eine magnetische Loop mit einer Windung und A = 1 m² Fläche dient als Empfangsrahmenantenne.
Jetzt brauchen wir noch die magnetische Induktion B
B = µo * H. µo die magnetische Permeabilität = 4 * PI * 10^-7

Die induzierte Spannung ist U = B * A * 2 * PI * f.
U = µ0 * H * A * 2 * PI * f. f ist die Frequenz in Hz
Damit wird bei f = 1 MHZ: U = 4 * PI * 1e-7 * 0,00265 A/m * 1m² * 2 * PI * 1e6
Etwas zusammengefasst: U = 8 *PI * PI * 0,1 * 0,00265
U = 0,0209 V. Aus der magnetischen Loop kommen bei 1 MHz also nur 20 mV Leerlaufspannung raus.

Bei 100 kHz kommen sogar nur 2 mV raus weil die Spannung proportional zur Frequenz ist.
Eine Loop mit 1 m² Empfangsfläche passt allerdings nicht in ein Kofferradio. Da nimmt man bestenfalls 1cm * 1cm = 0,0001 m² Querschnitt. Dadurch wird die Ausgangsspannung noch einmal 10000 mal kleiner. Zum Erhöhen der Spannung kann man 100 Windungen statt einer benutzen. Außerdem kann man einen Ferritstab mit µrel = 100 nehmen, der saugt die Feldlinien aus einer 100 mal größeren Querschnittsfläche ein. Damit ist der kleinere Querschnitt wieder kompensiert.
Mit einem Drehkondensator abgestimmt und Güte 100 steigt die Ausgangsspannung sogar noch 10 fach an auf 200 mV bei 1MHz.

von Oszillatormann_ - am 07.04.2016 13:50
Das muss ich mir später mal durchlesen, im Moment raucht mir der Kopf schon wegen anderer Rechnungen ;-)...

Hier mal die ganze Schaltung (ohne Gwähr dass alles wirklich stimmt). Vielleicht ist ja auch die ganze Schaltung an sich schon Obermurks (zum größten Teil ist alles abgeschaut bei Jemand anderem, aber etwas verändert):
[attachment 354 superhet.GIF]

Die AGC habe ich in der Zecihnung weggelassen. Wenn eiN Draht oder eine Teleskopantenne angeschlossen wird, kommt noch ein Tiefpass vor den Eingang des Mischers.

Das die doppelte Emitterschaltung Murks ist ist mir durchaus klar (auch vor dem Aufbau schon), ich wollte damit eigentlich nur testen, ob sich mit viel Spannungsverstärkung mehr tut - was ja der Fall ist.
Ich habe von den NE612 halt noch ganz viele gefunden (auch wenn die alle jeweils noch ausgelötet werden müssen ;-)) und wollte irgendwas sinnvolles daraus bauen.

von Power-FM - am 07.04.2016 17:48
Eine schöne Schaltung, sogar mit Synchrondetektor.
Den SA612 Chip kenne ich noch aus diversen Anwendungen auf UHF.
Ich sehe folgende Probleme:
Der Eingang Pin 2 hat keinen Blocker nach Masse und rauscht deshalb in voller Lautstärke. Da muß ein 100nF nach Masse.
Der Mischer empfängt auf MW und auf der Spiegelfrequenz (Osz+4MHz) gleich gut. Das Rauschen auf der Spiegelfrequenz miuß durch einen Tiefpaß weggefiltert werden. Am Eingang ist aber nur C3. Bau dort einen PI-Filter ein. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die unabgestimmte Ferritantenne auf 9MHz vielleicht auch eine ganze Menge empfängt und mehr Leistung und Rauschen als auf der MW Nutzfrequenz liefert.
Der Ausgang Pin4 wird nicht benutzt. Deshalb wird das Rauschen der 5V Versorgung nicht in der nächsten Stufe auskompensiert. Es muß deshalb ein RC Glied (100 Ohm, 100 nF) in die IC Versorgung und den 5V Regler entrauschen.

C10 ist sinnfrei da rechts und links 0V anliegen und er deshalb keinen DC abtrennen muß.
R2 kann weg wenn C10 überbrückt ist. Beide Bauteile rauschen aber im Moment nicht...
Ob T1 überhaupt verstärkt weiß ich nicht. Er müßte dazu eine Steilheit von 1,2 mS haben, wahrscheinlich hat er die so eben.

Bei einer angenommenen Güte von 20 für die Spule L2 ergeben sich 6,28 * 20 * 10e-6 * 4e6 = 5 kOhm Resonanzwiderstand für den Parallelschwingkreis mit L2 und den Kondensatoren drumrum. Durch den Chipinternen 1,5 kOhm Widerstand wird der Resonator auf eine Güte von 3 runterbedämpft. Der Kreis bringt also nicht viel Selektion, dafür wird die Empfindlichkeit aber auch nicht reduziert.

Wahrscheinlich sind noch einige dB Verstärkung vom Eingang bis zum Drain von T1 übrig.
Die beiden 4MHz Resonatoren haben irgendeine Einfügedämpfung, ein paar dB vermutlich.
Wahrscheinlich ist die Verstärkung von C3 bis zur Basis von T2 kleiner als 1.
Dann wird das Rauschen am Ausgang von T2 nicht durch den Eingang bestimmt sondern von T2.

Eine heftige Rauschquelle können die zu kleinen Koppelkondensatoren C15 und C16 in Verbindung mit dem mischerinternen Biasing in IC2 sein. Das interne Rauschen wird im NF Bereich bestimmt nicht durch nur 10 nF kurzgeschlossen. Da würde ich 1uF benutzen.

Auch wird das Rauschen der 5V Versorgung über R10 und C15 in IC2 gespeist und von diesem verstärkt an Pin4 wieder abgeliefert. Höchstwahrscheinlich ist das deine dominante Rauschquelle.
5V Stabis rauschen mit etwa 100µV im NF Bereich. Ich schätze, das die Verstärkung von IN bis zum Kollektor von T3 nur 30 dB beträgt. Dann müsste die Ferritantenne mehr als 3µV Rauschen liefern in der ZF Bandbreite, damit der Empfänger noch etwa volle Empfindlichkeit hätte.
Die Ferritantenne aus dem Sony ICF7600 dürfte aber wesentlich weniger Rauschen liefern: Der FET der Sonyantenne rauscht mit etwa 2nV / Wurzel Hz. Das gibt in 6 kHz AM Bandbreite 155 nV.
Bau also als erste Maßnahme eine richtige Siebung (BC550 Längstransistor, 10 kOhm, 10uF) hinter deinen 5V Regler.
Wenn Du ganz viel Pech hast rauscht deine 12V Versorgung mit über 1mV im NF Bereich und über R14 wird dies Rauschen auf den Ausgang geleitet.

Eigentlich ist das Suchen nach der dominanten Rauschquelle ganz einfach: Schließ das Signal des Ferritstabes einfach kurz. Das Rauschen muß dann leiser werden bei einem richtig funktionierenden Radio. Wenn das bei Dir nicht der Fall ist schließe von IN nach Masse kurz. (Nicht den Arbeitspunkt DC kurzschließen!) Wenn es dann nur etwas leiser rauscht macht der FET hinter deinem Ferritstab nicht genug Verstärkung. Ansonsten kurzschließen von L2, zwischen den 4MHZ Filtern usw. Das ist also eine ganz normale Signalverfolgung, nur diesmal mit dem Restrauschen ohne Signal.

von Oszillatormann_ - am 08.04.2016 15:26
Der NE612 soll lt Datenblatt 17 dB Verstärkung machen, unter der Bedingung, daß die 4 Schaltertransistoren voll ausgesteuert werden.Das bedeutet, daß Du 200...300 mVpp an Pin6 von IC2 einspeisen musst (s. Seite 6/19 im Datenblatt des SA612A) Bei angenommenen 30 dB Verstärkung ab IN bis C17 heißt das, das 6mVpp = 2mVrms von der Antenne kommen müssen. damit der Synchrondetektor funktioniert. Bei kleineren Antennenspannungen quadriert IC2, d.h. die Ausgangsspannung bekommt bis zu 25% Klirrfaktor und wird proportional zur Eingangsspannung leiser. Ein zusätzlicher ZF Verstärker vor pin6 von IC2 wäre daher extrem sinnvoll. Der NF Verstärker am Ausgang könnte stattdessen ggf entfallen.

Und der SA612 läuft erst ab 4,5V Betriebsspannung. Der Längstransistor in der 5V Leitung wird nur 4 V übrig lassen, so daß ein 6V oder 8V Stabi verwendet werden muß.

von Oszillatormann_ - am 10.04.2016 12:30
Nur kurz:
Ich habe weiter gebastelt und es jetzt hinbekommen. Jedenfalls funktioniert es jetzt für mein Empfinden gut genug (Empfang etwa gleich mit einen einfachen Weltempfänger).

Was es genau war, beschreibe ich ein anderes mal.
Nur so viel:
Die genannen Tipps haben zwar alle den Empfang verbessert (Rauschverhalten, aber so schelcht war das ohne Vorstufe auch gar nicht, diesen Rauschtest hatte ich vorher auch schon mal gemacht), aber der Grund dass es mit der Feritantenne nicht lief war wohl ein anderer (ob es das 100%ig war weiß ich nicht, ich erkläre das ein anderes mal).

Nur meine AGC muss ich noch neu bauen. Auch habe ich einiges am Radio noch verändert (fachlich ist wahrscheinlich wieder vieles Murks, das ist mir aber egal, denn es läuft ;-)).

von Power-FM ne - am 10.04.2016 19:27
Also:
Es lag am Signal des Lokaloszillators! Dieses Signal wurde von allen Verstärkerstufen so sehr "nebenbei" mitverstärkt, dass es am Eingang des Demodulators deutlich stärker anlag als das Nutzsignal und damit den Demodulator "zugestopft" hat.

Zuerst habe ich den Tiefpass, den ich auch für die Variante mit der Drahtantenne verwendet hatte, zwischen Vorverstärker und Mischer geschaltet (man muss immer in Hinterkopf behalten: Mit der Drahtantenne funktionierte das Radio ja, und sogar einigermaßen vernünftig!).
Das alleine brachte aber noch keine (wahrnehmbare) Verbesserung.
Also weiter.

In den ZF-Verstärkern habe ich nun zusätzlich zu den 4 MHz Resonatoren (die wohl vom Lokaloszillator noch ne ganze Menge Pegel durchlassen - klar, der Lokaloszillator arbeitet ja auch nicht besonders weit von 4 MHz weg) Tiefpässe eingebaut, damit der Lokaloszillator dort nicht mehr stört (ganz weg ist das Signal immer noch nicht, aber zumindest so weit dass es nicht mehr stört).
Übrigens ist das Lokaloszillatorsignal auch am Mischerausgang recht stark vorhanden, obwohl es ein "balanced" Mischer ist (wie kommt das?).
Beim Betrieb mit der Drahtantenne trat das Problem mit dem Lokaloszillator in der ZF interessanterweise nicht auf - wahrscheinlich kam da einfach mehr Pegel von der Antenne, so dass das Nutzsignal stärker war als der Lokalsozillator.

Ich habe allerdings an der Schaltung insgesamt einiges verändert, vieles an den Tipps von Oszillatormann orinetiert. Im Grunde ist nur noch der Mischer und der Demodulator (fast) unverändert geblieben.
Die AGC muss ich noch komplett entwickeln, meine alte passt nicht mehr zu der neuen Schaltung.

von Power-FM ne - am 11.04.2016 17:46
[attachment 364 suprhet.GIF]

Das ist noch ohne Bauteilwerte (und vielleicht fehlt auch noch der eine oder andere real vorhandene Blocker-C im Plan oder es sind andere Fehler drin). Die ZF-Verstärker und auch der Audioverstärker sind noch ganz simpel aufgebaut, ich habe vor, diese später noch zu verbessern.

Jedenfalls ist die grundsätzliche Funktion jetzt schon mal ganz ok.
Es gibt jetzt eine Vorstufe mit einem BF961 Dual-Gate-FET. Jeder ZF-Filter hat jetzt einen eigenen ZF-Verstärker (BF959).
Direkt nach der Ferritantenne kommt erst mal ein Tiefpass, nach der Vorstufe kommt noch mal einer. ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht genau, vielleicht würde auch einer reichen.

Die AGC bildet die Regelspannung über einen einfachen Gleichrichter hinter der letzten ZF-Stufe gebildet (über zwei Transistoren entkoppelt), dann invertiert und auf das Steuergate des FET in der Vorstufe gegeben, sowie auf einen Transistor, der sozusagen den Emitterwiderstand im letzten ZF-Verstärker HF-mäßig kurz schließt (ungewöhnliche Variante, funktioniert aber recht gut, habe ich auch in anderen Fällen schon so gemacht, ich habe auch mal einen sehr einfachen Audio-Limiter nach dem gleichen Prinzip gebaut).
Die Kondensatoren von der Baisis der ZF-Verstärker nach Masse waren der Schlüssel zum Erfolg (!). Diese sind so bemessen, dass der Lokaloszillator nur noch deutlich abgeschwächt auf die ZF-Verstärker gelangt. Vorher war der Lokalsozillator hier mit sattem Pegel messbar und hat mir den Demoduolator zugestopft, so dass man nur starke Sender hören konnte.
Das möchte ich aber auch noch verbessern, so wie jetzt mit nur dem einen Kondensator als "Tiefpass" wird auch die ZF in jeder Stufe etwas mit gedämpft, was wieder etwas Empfangsleistung kostet.

Was mir noch nicht so ganz gefällt: Das Ausgangssignal des Demodulators ist sehr leise.
Eine einzelne Transistorstufe reicht bei mir noch nicht ganz aus, das halbwegs auf "Line"-Pegel zu bringen, daher habe ich noch einen zweiten Verstärker nachgeschaltet, was natürlich wegen der sehr hohen Verstärkung wieder (NF-)Rauschen bringt (allerdings noch im ersträglichen Maß bis jetzt).
Anfangs hatte ich auch noch zwischen dem Eingang des Mischers und der Vorstufe noch eine (geregelte) einfache Transistorstufe drin. Damit war der Empfang wesentlich lauter und ich brauchte auch keinen zweiten Audioverstärker, allerdings gab es deutlich mehr Rauschen und schwache Sender gingen (natürlich) im Rauschen unter.

Insgesamt finde ich, dass irgendwie viel zu viel Verstärkung (über alles gesehen) nötig ist, um vernünftige "Performance" zu bekommen. Ich habe ja jetzt allein schon 6 Transistoren drin (nur die, die zur reinen Signalverstörkung dienen, mit AGC noch mehr).

Es funktioniert ja, ich bekomme so ziemlich die gleichen Sender wie mit meinen "richtigen" Mittelwellenradios, aber der Aufwand ist nun doch schon etwas mehr gerworden, so das man vielleicht doch auch einfach einen konventionellen Superhet mit 450 kHz ZF und mitlaufenden Kreisen bauen könnte bei weniger Aufwand ;-).
Blöd ist, dass ich tagsüber nicht viel testen kann. Tagsüber kommt hier auf Mittelwelle kein einziger Sender mehr rein, auch mit guten Radios ...

von Power-FM - am 24.04.2016 14:50
" Tagsüber kommt hier auf Mittelwelle kein einziger Sender mehr rein "

Das kann ich mir nur in der Barbarossa Höhle oder in einem Bergwerk vorstellen.

Ich glaube hier fehlt ein Telefunken Bajazzo Sport 201. Ein Radiowecker mit 5 AM- Kreisen bringts nicht.
Nun gut- an der niederländischen Grenze mag das anders sein . Im Gebiet der Sachsen bekomme ich mindestens 3 Polen, 1 Tschechen. Nicht Top, aber man versteht alles.

von Sachsenbastler - am 24.04.2016 15:24
Man würde wahrscheinich was bekommen, wenn der Mittelwellenbereich hier nicht generell zu zugestört wäre.
Ich bekomme auch mit guten Radios wie Degen DE1103, Sangean ATS909 usw. tagsüber auf Mittelwelle NICHTS mehr. Mit dem VW-Werksradio etwas außerhalb des Ortes kann man tagsüber ein paar Sender ganz leise hören.

von Power-FM ne - am 24.04.2016 17:09
Also ich probiere das morgen mittag zwischen 12.30 u. 13.00 Uhr mal mit einem naja mittelmässigem Weltempfänger mal aus.

Die Frequenzen zeigt er ja an , dass ist der Vorteil und ich werde diese aufschreiben u. evtl die Station- kann aber kein russisch mehr. :joke:
Wo endet MW- naja ich sage mal 1650 .
Ländliche Gegend, freistehend, 6m über Grund.

von sachsenbastler - am 24.04.2016 17:22
Sender auf MW

Das Ergebnis ist in der Tat ernüchternd - hätte ich so nicht gedacht !

Folgende Sender konnte ich empfangen:

Khz 640 poln. Sender S 8
682 Ausländer S 1-2
956 poln. Sender S 2-3

Mit SSB hört man noch verschiedenes anderes - alles techn. Sachen , Wetter, Relais uä.

von sachsenbastler - am 25.04.2016 10:48
Das ist sozusagen einer von uns ;-)...

Mal zum Thema: Ich habe schon wieder das halbe Radio verändert, der Materialeinsatz ist jetzt wieder deutlich geringer, und mit jeder kleinen Veränderung die ich vornehme wird das Radio rauschärmer und etwas besser :-).

Inzwischen kommen nur noch 2 BF961 (einer in der Vorstufe und einer in der ZF) zum Einsatz.
Aktuell sind "nur" noch 4 reine Signaltransistoren (ohne NF nur noch 2) drin.
Die BF961 sind sehr gut für "regelbare" Verstärker geeignet über die Spannung am 2.Gate.

Aber endgültig fertig ist es immer noch nicht.

Jeder normaleMensch wäre wahrscheinlich schon längst zufrieden gewesenund hätte das Ding in die Ecke gelegt :joke: - aber mir reicht es noch nicht ganz^^. Und das alles für ein Mittelwellenradio, das sowieso kein Mensch heutzutage mehr braucht :D.

von Power-FM ne - am 25.04.2016 20:56
Das ist wohl keine MW mehr ? - aber der Übergang ist fliessend !

Habe gestern Abend 23.00Uhr auf 1847 Khz ein Gespräch in SSB und guter Signalstärke verfolgen können.
Nennt sich wohl 160m Band und ist nur für die Amateure.
Muss aber in den Nachtstunden enorme Reichweiten haben.

von sachsenbastler - am 27.04.2016 15:35
Jetzt fällt mir ein weiteres "Problem" auf:
Meine Regelspannung erzeuge ich ja mit einem Gleichrichter. Das funktioniert bei mittleren Eingangspegeln auch ganz gut. Wenn aber spät in der Nach richtig fette Signale ankommen, wirkt der AGC-Gleichrichter logischerweise auch als AM-Demodulator (ist ja auch technisch nichts anderes als ein Detektor), die Regelspannung folgt also bei starken Signalen der Modulation statt des reinen HF-Pegels, es kommt dadurch zu einem Audiokompressionseffekt bzw. durch die Verzögerung zu Pumpeffekten. Dann muss ich die Regelspannung wohl doch besser irgendwie anders erzeugen...

von Power-FM ne - am 28.04.2016 17:31
Vielleicht wird C40 durch den Eingangswiderstand von T12 zu schnell entladen und durch den vielleicht zu hochohmigen R30 nicht schnell genug aufgeladen bei starken Senden. Wenn Lade- und Entladewiderstand kein vernünftiges Verhältnis zueinander haben kannst Du nie einen brauchbaren Wert für C40 ermitteln. Und C39 immer gleich C40 wählen sonst wird Anstiegsgeschwindigkeit verschenkt. Wenn R32 hochohmiger gewählt wird (geht 100 kOhm oder 1Mohm?) dann wird auch der Eingangswiderstand von T12 größer. Das sollte helfen. Und R31 würde ich erstmal auf 100 kOhm..1MOhm setzen.

von Oszillatormann_ - am 30.04.2016 09:52
Nur am Rande...
Interessante Feststellung heute:
Wenn ich die ZF-meines Radios (ob direkt am 1. ZF-Filter oder nach dem ZF-Verstärker ist dabei egal) auf die Teleskopantenne eines Weltempfängers (Roadstar TRA2350-P) gebe und dort auf 4 MHz abstimme, ist das Signal meines "Frontends" erstaunlich gut und Störungsfrei.
Der Empfang ist wesentlich besser (störungsfreier) als über den eigenen Mittelwelleteil des Weltempfängers!.
Wenn ich eine abgeschirmte Ferritantenne verwende, wird es noch mal deutlich störungsärmer.

Mein eigener Demodulator kommt da (bei gleichem "Frontend") leider noch nicht mal ansatzweise ran. Da bleibt also noch etwas Arbeit für mich ;-)...

von Power-FM ne - am 02.05.2016 19:22
Das ist ja interessant. Dann hast Du vielleicht noch nicht genug Selektion durch deine Quarzfilter. Denn wenn Du die ZF vom Eingang deines Demodulators (also nach allen Quarzfiltern) auskoppelst kann ja nur die zusätzliche Selektion des Weltempfängers den Empfang verbessern. Vielleicht klingt es auch besser weil dein Demodulator zig % Klirrfaktor erzeugt, weil er noch nicht mit 200 mVss ZF angesteuert wird bei schwachen Sendern.

von Oszillatormann_ - am 03.05.2016 14:05
Ich muss mich noch mal näher mit dem Synchrondemodulator beschäftigen, der scheint mit noch nicht ganz empfindlich genug zu sein, denn:

Ich habe jetzt mal den Synchrondemodulator komplett entfernt, stattdessen kommt ein weiterer ZF-Verstärker (Resonanzverstärker in Emitterschaltung mit BC550) und eine einfache Audionschaltung (BC550 in Emitterschaltung, ohne Rückkopllung) als Demodulator zum Einsatz.
Das funktioniert wesentlich besser (sauberer), und ich kann auch die Verstärkung in der Vorstufe und ZF nur sehr klein einstellen und empfange schon gut, es ist also wesentlich weniger Verstärkung nötig.

Hänge ich den Synchrondemodulator statt des Audions hinter den BC550-Resonanzverstärker, erreiche ich immer noch nicht eine vergleichbare Empfindlichkeit wie mit dem Aduon und ich muss auch die NF noch mal stark verstärken um einigermaßen laut empfangen zu können.

Der aktuelle Aufbau ist vielleicht unklar (davon habe ich noch kein Schaltbild):
Ferritantenne > BF961 (Sourceschaltung) > Tiefpass > NE612 > LC-Schwingkreis 4 MHz gegen Masse > 4 MHz Resonator > 4 MHz Resonator > 4 MHz Resonator >BF961 (Sourceschaltung), dahinter die jeweils beschriebenen Demodulaoren. Erst mal ohne AGC.
Um mit dem Synchrondemodulator vernünftig empfangen zu können (so schlecht ist es ja eigentlich nicht, aber mit dem Audion ist es halt besser), muss wohl wahrscheinlich noch mehr Verstärkung her...

von Power-FM ne - am 08.05.2016 09:57
Der Synchrondemodulatorchip braucht theoretisch 200 mVss an seinem LO Eingang um vernünfitig zu arbeiten. Da hapert es anscheinend noch. Wenn Du den gut bauen willst gehört ein FM-Limiter-Baustein (TBA120 oder ähnlich) davor, der auch bei kleinen Antennenspannungen schon genug Pegel liefert.

von Oszillatormann_ - am 08.05.2016 14:06
Aktiver AM- Demolator :)

Das könnte aus einem Funkamateur etwa 1986 sein !

---Die DDR machts möglich. -----------:hot:

Ich glaube sogar, dass ich den A220D u. auch den sc236 D da habe.

Es könnte sein, dass diese Eingangsschaltung im KR650 u.a. verwendet wurde.

Mit dem rauscharmen SC236D habe ich für eine Band mal einen klasse Mikrofon - Vorverstärker gebaut.

von sachsenbastler - am 08.05.2016 19:30
Ein schöner Film und ein schöner Benz. Der 2,1l Turbodiesel hat aber nur 177PS...

Als ich noch jung war (damals wars) hatten die AM Radios alle (wie im Videountertitel erklärt) drei Transistoren bis zur Demodulatordiode: Selbstschwingende Mischstufe und zwei ZF Verstärker. Das funktionierte klasse und von solchen Radios habe ich hier diverse Serviceanleitungen. Der Empfänger ohne abgestimmte Ferritantenne braucht ca 30 dB mehr Verstärkung, wie ich oben erklärt habe. Da sollte es mit vier Transistoren möglich sein, den zu bauen. Zusätzlich gehört ein FET als Vorverstärker hinter die Antennenwicklung damit die Induktivität der Ferritantenne kein zusätzliches Rauschen durch einen Basisrauschstrom erzeugt.

Dein AM Radio hat im Moment eine irre Materialschlacht, es müßte mit den vielen Halbleitern viel besser funktionieren. Dazu müssen die ZF Stufen aber mehr Verstärkung und mehr Selektion bringen. Und dazu baust du dann Spulen zur Anpassung ein, die eigentlich nicht rein sollten, oder?

von Oszillatormann - am 10.05.2016 12:59
Naja, in meinem letzten Aufbau sind ja auch "nur" noch 4 Transistoren & ein IC drin (ist aber immer noch recht viel).
Stimmt aber irgendwie, für den ganzen Aufwand könnte ich auch einfach nach dem normalen 455 kHz-ZF-Prinzip bauen ;-).

von Power-FM ne - am 10.05.2016 15:15
Dank dem Audion-Demodulator erspare ich mir ja dieses ganze AGC-Gedöns, die AGC-Spannung entsteht hier ja sozuagen "nebenbei" (wie auch bei einem Dioden-Detektor), so dass es jetzt mit 4 Transistoren schon anständig geht.

Ein kleines problem gibt es noch:
Im unteren MW-Bereich habe ich das Problem, dass mir ein Sender alles zustopft ab einer gewissen Uhrzeit (also ab einem gewissen Pegel).
Da kann ich auch alles noch so "dicht"-regeln, das bekomme ich nicht weg.
Tritt nur im Bereich unter ~ 700 kHz auf.

Wenn ich das noch weg bekomme ist die Sache dann (vermutlich) für mich endlich mal "erledigt" ;-).

von Power-FM ne - am 10.05.2016 22:33
Dann macht dein Empfänger wohl Kreuzmodulation wenn er abgeregelt ist, oder?

Das kommt, wenn die abgeregelten Transistoren auch im abgeregelten Fall zu hoch ausgesteuert werden. Man muß deshalb die Stufen, die dem Antenneneingang näher sind, abregeln.

von Oszillatormann - am 11.05.2016 15:35
[attachment 376 mw-super.jpg]

Das isser übrigens ;-).

Und nein, ich war schon fast einen Monat nicht mehr im "Bastelstübchen" und werde auch vorerst nicht weiter basteln. Genug anderes zu tun...

von Power-FM - am 02.07.2016 20:28
Ich habe mal etwas gebastelt:

[attachment 403 rhrensuper.GIF]

Was wäre ein "Radio" nach dem gleichen Prinzip, aber in Röhrentechnik.
Davon habe ich noch weniger Ahnung als von Halbleitertechnik, aber umso erstaunlicher ist es, dass das zumindest so halbwegs tatsächlich fast auf Anhieb funktioniert hat.
Ich kann damit zwar nur per Kopfhörer und auch immer noch nur recht leise was hören, aber es geht eben zumindest überhaupt ;-).

Mehr als 30 Volt habe ich mich nicht getraut und auch nicht so einfach zu Verfügung.
Die Röhren sind keinen echten EF95 sondern irgendwelche russichen und chniseischen "Substitute".

Ich weiß auch nicht so recht, ob ich wirklich alles korrekt gemacht habe, ich behandle die Röhren ungefähr so wie Feldeffekttransistoren in der Beschaltung, sie verhalten sich dann auch so ähnlich ;-).
Etwas komisch ist vielleicht auch der Spannungsteiler am Steuergitter beim Oszillator (der gleichzeit Mischer ist), aber nur so habe ich es geschafft, den Oszillator stabil am schwingen zu halten. Kathodenwiederstände habe ich ebenfalls nicht eingebaut, da aufgrund der geringen Anodenspannungen keine Leistung "verschenkt" werden soll.
Die "Performance" ist natürlich sehr schlecht, ich bekomme auch im Dunkeln nur 2 Sender und auch eben nur sehr leise, quasi Detektorempfänger-Feeling ;-), aber tewas lauter.

Der reine NF-Verstärker ist sogar gar nicht mal so schlecht, mit einem extern eingespeistem Line-Signal bekomme ich den Kopfhörer schon richtig laut und kann auch sogar einen kleinen Lautsprecher ansteuern und man kann halbwegs was hören ;-).

Das ganze soll keine Bauanleitung sein, eher ein Bastelansatz, falls Jemand mal was ähnliches vor hat. Die Schaltung hat etliche Nachteile gegenüber moderner Technik.

von Power-FM - am 19.11.2016 10:06
@Power-FM das ist schon sehr gut. Bessere Leistungen bekommt man natürlich mit 250V Anodenspannung.

Wenn Du nur 30V hast empfehle ich Dir mal die EK90 zu besorgen. 70V wären allerdings optimaler. Da gibt es im Netz eine Mittelwellen-Oszillatorschaltung. Noch etwas einfacher sogar und in 30min. zusammengelötet.

von sachsenbastler - am 19.11.2016 10:28
Die "Platine" mit den Ferritantennen-Versuchen liegt nun doch tatsächlich schon fast zwei Jahre bei mir in der Ecke auf dem Basteltisch - bis gestern fast unbeachtet und vergessen.

Gestern Abend habe ich dort etwas aufgeräumt, bei der Gelegenheit habe ich das Teil noch mal in Betrieb genommen.
Und siehe da, so schlecht wie ich das in Erinnerung hatte funktioniert das doch nicht!

Bei mir hier in der Umgebung ist die Mittelwelle komplett zugestört, mit den meisten Radios kommen da über das QRM nur bei Dunkelheit die stärksten Sender drüber - auch mit "guten" Radios.
Ich habe aber auch ein Radio, mit dem ich relativ gut auf der Mittelwelle empfangen kann: Es ist ein altes Röhrenradio von Grätz mit einer abgeschirmten Ferritantenne, die also fast wirklich nur das magnetische Feld empfängt, während die anderen Radios wohl auch noch viel von der elektrischen Komponente mit aufnehmen. Damit ist es gleich bedeutend ruhiger was das QRM betrifft (gut aber immer noch nicht) und es ist deutlich mehr zu hören.

Das hatte ich bei meinem "Ferritantennen-Hochmisch-Super" auch so gemacht, den Ferritstab mit Alufolie beklebt (einen Spalt offen gelassen damit es keinen Kurzschluss bildet).
Damit war gestern tatsächlich doch vergleichbarer Empfang wie mit dem Röhrenradio möglich - nur etwas leise, wie ich fand.

Ich habe mir die Schaltung noch mal genauer angesehen, sie entspricht keinem der hier gezeigten Schaltpläne.

Aufbau:

Ferritantenne an BF961 > Tiefpass 2 MHz > NE612 > LC-Schwingkreis (der nichts bringt ;-) ) > 4 MHz Keramikreonator > 4 MHz Keramikreonator >4 MHz Keramikreonator > 4 MHz Keramikreonator > BF961 ZF-Verstärker > BC550 Verstärker > BC550 als "ZF-Audion"

Die Vorstufe und der ZF-VErstärker mit BF961 werden über das ertse Gate geregelt, die AGC-Regelspannung wird am Audiontransistor gewonnen.
Das geht, kann allerdings große Signalpegelunterschiede nicht perfekt ausregeln (Regelspannungsbereich ist zu klein). Nur alles ist bei schwächeren Sendern etwas leise. Ein gestern noch testweise dahinter geklatschter NF-Transistorverstärker schaffte zwar Abhilfe, rauscht mir aber zu stark.
Da müsste wohl eher mehr Verstärkung weiter vorne im Signalweg her...

Wenn man eine Teleskopantenne oder Drahtantenne anschließen will, so muss das am Eingang des Tiefpasses erfolgen, also ohne die Vorstufe. Die würde bei Anschluss der Drahtantenne alles Dicht machen wegen viel zu dicken Pegeln am Draht...

von Power-FM ne - am 06.08.2017 18:41
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