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Senderbau und HF Technik
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
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BlackPirate, sachsenbastler, Power-FM ne

Antenne für kleinen UKW Sender

Startbeitrag von BlackPirate am 19.07.2016 19:52

Hallo erstmal :)

Habe mir den von Kettenraucher empfohlenen Radiosender gekauft (AX-7C bzw. CZE-7C). Es wurde eine Stabantenne fürs UKW-Band mitgeliefert, welche direkt am Sender befestigt wird. Der Sender besitzt eine Leistung von 1W - 7W. Jedoch will ich nun gerne aufrüsten und mir dementsprechend eine Antenne für draußen bauen oder einfach eine Empfangsantenne umrüsten. Habe mich schon ein bisschen darüber schlau gemacht, was es dabei zu beachten gibt etc. Somit hat sich für mich herausgestellt, dass wohl eine einfache Stabantenne oder eine Groundplane am besten sind, da ich in alle Richtungen gleichmäßig weit senden will.

Was könnt ihr mir an dieser Stelle als Antenne empfehlen und wie siehts eigentlich mit dem Balun aus? So wie ich das nun aufgefasst habe, muss das Signal, welches von meinem Sender über das Koaxkabel zur Antenne läuft noch symmetrisch "gemacht" werden, da das Koaxkabel asymmetrisch ist. Das mit dem Balun ist ja grundsätzlich kein Problem, da ja bspw. die Groundplane so gebaut werden kann, dass die Impendanz 50 Ohm beträgt (weil die des Senders ja auch 50 Ohm betragen sollte) und somit keine Transformation bezüglich dieser erfolgen müsste (oder muss in diesem Fall bei der Groundplane überhaupt ein Balun gebaut werden?). Aber wie siehts bspw. bei einer Empfangsantenne mit einer Impendanz von 75 Ohm aus? Wie bekomme ich dann die Transformation mit dem Balun hin, sodass am Ende auf der Seite der Antenne 75 Ohm rauskommen, damit das hinkommt?

Antworten:

1. Es ist absolut nicht empfehlenswert, mit so einem Sender überhaupt an eine Antenne zu gehen. Mangelhaftes MPX-Signal, schlechtes SNR, Nachbarkanalstörungen durch Phasenrauschen usw. sind die Gründe. Diese ICs, die in solchen Sendern zur Signalerzeugung verwendet werden, sind dazu konzipiert, eine NF-Quelle mit einem Autoradio zu verbinden, dass keinen Audioeingang hat. Nicht um auf 1 oder mehr Watt verstärkt zu werden.
Leider wird das dennoch inzwischen oft gemacht, und da es ja "kommerzielle" Geräte sind, denken alle automatisch, dass sie "in ordnung" sein müssten... Ist leider nicht so.

Als "Haussender" mit ein paar mW bei geringen technischen Ansprüchen kann man die Teile verwenden, aber zu mehr auch nicht.

2. Impedanzanpassung und Wandlung symmetrisch / Unsymmetrisch ist nicht unbedingt immer das Gleiche, auch wenn beides oft von einer Baugruppe Gleichzeitg gemacht wird.
Bei einer echten, symmetrischen 60 Ohm-Antenne wie einem offenen Lambda/4-Dipol, kannst du grundsätzlich deinen unsymmetrischen Senderausgng über unsymmetrisches (Koax-)kabel direkt anschließen. Eine Fehlanpassung wird es nicht geben.
Aber: Die Abschrimung des Koaxkabels wird mit abstrahlen, da durch die fehlende Symmetrierung "Mantelwellen" am Kabel entstehen. Die bekommt man in diesem Fall weg, wenn man das Koaxkabel unmittelbar an der Antenne zu einer Spule mit etwa 10 Windungen aufwickelt. Oder mit Ferrtikernen auf dem Kabel. Der Dipol an sich ist zwar symmetrisch, aber gegenüber Erde/Masse ist er nicht symmterisch. Die Mantelwellensperre ist keine richtige Symmetrierung, "trennt" die Antenne aber von der Erde / Masse, funktioniert.

Wenn ein geschlossener Dipol, wie an einer Empfangsyagi, an den Sender angeschlossen werden soll, dann kann man das über eine sogenannte Umwegschleife machen.
Der geschlossende Dipol ist symmetrisch, auch gegen Erde (die Mitte des Dipols liegt auf Erde / Masse), ist aber "hochohmig" (300 Ohm oder so).
Der Dipol liegt in der Mitte auf Masse. Die Dipolenden "sehen" also zwei mal 150 Ohm nach Erde. Würde man nun auf die Idee kommen, einfach beide Einspeisestellen parallel zu schalten (Koaxinnenleiter an beide Dipolanschlüsse, Masse vom Koax auf die Masse der Antenne), würde man sich vielleicht denken: Geht ja schon. Zwei mal 150 Ohm parallel ergibt 75 Ohm.
Geht aber nicht. Aufgrund der Phasenlage würden sich beide Signale auslöschen. Deshlab kommt die Umwegschleife ins Spiel. Dadurch wird über ein Koaxkabel das Signal für eine der beiden Dipolhälften über einen Umweg geführt, so dass die Phasenlage passt.
Daher "transformiert" die Umwegschleife auf 75 Ohm.
Genau so ein Anpassung ist in der Antenne auch schon drin, da man für Empfangszwecke ja auch Koaxkabel anschließt. Nur sind diese in der Regel nicht für "hohe" Leistungen ausgelegt (Ferritkern geht in die Sättigung usw.).

Siehe http://senderbau.egyptportal.ch/images/antennen/umbau3elem.jpg

von Power-FM ne - am 20.07.2016 07:40
Also ich habe mindestens 2-3 Jahre mit verschiedenen Dipols experimentiert.
Mit verschiedenen Baluns, mit und ohne Mantelwellensperre.
Ich habe das bis heute nicht hinbekommen, das ein SWR kleiner 1:1,6 rauskommt.
Deshalb habe ich alle die Teile im Frühjahr dem Sperrmüll übergeben.
Obwohl der Dipol einfacher zu handhaben ist- fasse ich nie wieder einen an !

Und ganz nebenbei- es müssen nicht angebliche "7W" HF sein, wenn der Ausgang stimmt nach dem letzten Kondensator reichen 250mW und du kommst aus dem staunen nicht raus.

Empfehlen kann ich nur das einlesen in Literatur wie eine Grundplane funktioniert, sich die Maße errechnen. Und mal grob anfangen zu bauen, ganz davon abgesehen, das man ohne Messmittel hier absolut nicht weiterkommt.
Ich habe auf dem Strahler ein verschiebbares Stück Aluminium (Gewicht) damit kriege ich auch bei Ortsveränderung der Antenne immer eine Stehwelle von 1.1,1 hin.
Entscheidend ist auch der Abstand (Luft) zwischen Strahler und und den Radialen. 1mm mehr oder weniger ist für die Antennenimpedanz ganz entscheidend.
Man muss hier experimentieren !!!

von sachsenbastler - am 20.07.2016 09:53
Ok, vielen Dank für die Infos!

Somit müsste Ich, um meine Stabantenne (50 Ohm) über ein Koaxkabel anschließen zu können, lediglich vor der Antenne eine Spule mit 10 Windungen mit dem Kabel drehen (um die Mantelwellen zu vermeiden), oder?

Edit: Ich will einfach nur die Antenne nach draußen verlagern, sodass die nicht mehr direkt am Sender hängt und einfach etwas Abstand zwischen der Antenne und anderen Elektrogeräten besteht. Somit würde ich auch ne neue Antenne bauen, das ist mir eigentlich egal. Wichtig ist ja nur, dass es keine Mantelwellen gibt und halt die Impendanz stimmt (deswegen auch ein Balun).

Edit 2: Habe eben auch überlegt eine Empfangsantenne dafür zu nehmen, deshalb die 75 Ohm (zu 50 Ohm).

Edit 3: Jetzt versteh ich das ganze glaub ich (Fehler meinerseits). Die Empfangsantennen besitzen schon ein Balun, welches aber nicht fürs Senden geeignet sind. Dann macht die Umbauanleitung auch Sinn :D Deshalb auch 240 Ohm zu 50 Ohm.

von BlackPirate - am 20.07.2016 09:59
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