FM-Koinzidenzdemodulator mit Dual-Gate-MOSFET

Startbeitrag von Power-FM ne am 02.08.2016 18:53

Um einen Koinzidenzdemodulator für FM zu bauen (dieses Prinzip steckt in vielen FM-Demodulator-ICs) braucht man bekanntlich einen analogen Multiplizierer (und davor natürlich einen Begrenzerverstärker).
Nun ist mir die Idee gekommen, dass man das doch theoretisch mit einem Dual-Gate-MOSFET auch gut machen können müsste.
Analog multiplizieren kann man damit ja sehr gut.

Hat Jemand sowas schon mal probiert? Eigentlich müsste man doch nur das 10,7 MHz-Signal an ein Gate anlegen und Phasenverschoben um 90° auf das andere Gate geben, oder? Das könnte man ja mit einem Schwingkreis und passend bemessenem Koppelkondensator hinbekommen.

Oder ist die Idee (wie meine Ideen so oft) völlig unrealistisch?

Ich suche immer noch nach weiteren Varianten von FM-Demodulatoren, die sich ohne Toko-Spulen oder andere "seltene Teile" aufbauen lassen.

Antworten:

Eine andere Möglichkeit ohne schwer erhältlichen Bauteile wäre ja vielleicht auch ein komplett digitales Konzept: Antenne --> Tiefpass --> ADC --> Prozessor/FPGA --> DAC --> NF-Amp --> Lautsprecher. Das wäre aber wohl wieder das gleiche wie ein fertiges IC........

von radio100 - am 03.08.2016 08:33
Google doch mal Hagemeyer Demodulator. Der geht ohne seltene Teile und ist ein würdiger Nachfolger des Ratiodetektors.

von Oszillatormann - am 03.08.2016 14:17
Ich habe ja schon ma einen Radiodetektor nur aus Standardkram und Festinduktivitäten gebaut, der hat ja durchaus funktioniert.
Ich möchte aber eben noch mal ein paar andere Varianten ausprobieren. In ersntgemeinten Schaltungen verwende ich eh den A225D,-IC, davon habe ich gefühlte 100 Stück rumliegen ;-).

Nach dem Hagemeyer-Demodulator hatte ich ja damals auch schon gegoogelt, da hatte ich das Patend inkl. Schaltbild ja auch gefunden. Nur halt ohne auch nur einen einzigen Bauteilwert. Und um die zumindest ansatzweise heraus zu bekommen, müsste ich erst mal verstehen, wie das Teil funktioniert (und das tu ich bisher noch nicht ;-)).

Das mit dem Dual-Gate-MOSFET werde ich einfach mal probieren. Oder spricht irgendwas dafür dass das nicht gehen sollte?

von Power-FM ne - am 03.08.2016 15:54
Der Demodulator braucht eine längere Erklärung. Erstmal das einfache. Der MOSFET-Multiplizierer liefert am Drain die verstärkten Eingangssignale und das Mischprodukt außerdem. Da kommt also viel HF raus und auch viel Rauschleistung deshalb. Der Gilbertzellmischer unterdrückt die Eingangssignale und liefert nur die Mischprodukte (Summen- und Differenzfrequenz) und rauscht deshalb wahrscheinlich viel leiser.
Wie hast Du eigentlich einen Ratiodetektor ohne magnetische gekoppelte Spulen gebaut?

von Oszillatormann - am 03.08.2016 18:31
Irgendwo in den "alten" Themen zu UKW-Radios hier im Forum. Allerdings fällt mir auch gerade wieder ein, dass das ja doch gar kein Ratiodetektor war, sondern nur ein Gegentakt-Flankendemodulator...

von Power-FM ne - am 04.08.2016 07:07
Ich habe das heute mal probiert mit einem BF961 (es ist eh Herbswetter, also verpasse ich draußen nichts ;-)).
Ich habe dem Demodulator noch einen Begrenzerverstärker (diskret aufgebauter Differenzversärker) vorgeschaltet. Es funktioniert grundsätzlich erst mal, nur wie schon zu erwarten war, rauscht es ganz erheblich.

Schaltbild gibt es später irgendwann mal, vielleicht lässt es sich ja auch noch zumindest leicht verbessern...

von Power-FM ne - am 09.08.2016 20:07
Zum patentierten Demodulator:
Das Herzstück der Schaltung ist der Resonator rechts im Schaltbild zwischen den Gleichrichterdioden. Da wird eine senkrecht gezeichnete Spule L308 mit den umliegenden Kapazitäten (mit kapazitivem Mittelanzapf) zum Resonator ergänzt. Das obere Ende des Resonators hat eine andere Impedanz nach Masse als das untere Ende: Unten liegt eine Diode und ein parallel geschalteter Kondensator nach Masse, oben gibt es nur die Diodenkapazität. Dadurch entstehen an den beiden Enden der einen Spule zwei Resonanzfrequenzen. Die sind nicht gleich! In der Veröffentlichung ist ein linearer Frequenzgang von 9,7MHz-11,7MHz dokumentiert. Die beiden Resonanzen werden daher bei 9,7MHz und 11,7MHz liegen.

von Oszillatormann - am 13.08.2016 12:45
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