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Senderbau und HF Technik
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Stefan_Klaus, Power-FM ne, Oszillatormann, Stefan Klaus

Mischer mischt einfach nicht, keine Chance

Startbeitrag von Stefan Klaus am 07.12.2016 15:11

Hallo,

ich arbeite an einem Funktechnik Lernpaket - derzeit - in welchem Grundschaltungen der Funktechnik erklärt werden sollen. Dieses Lernpaket sollte theoretisch ende diesen Monats, oder nächsten Monat verfügbar sein.

So weit so gut, alle Schaltungen funktionieren bis jetzt auch so, wie sie sollen "wie´s im Lehrbuch steht" (sowhol Senderseitig, als auch Empfangsseitig) allerdings ist Heute der 2. Tag, an dem ich STUNDENLANG daran sitze, einen Superhet zu bauen, und egal, was ich versuche, mache, tue es funktioniert nicht.

Ich möchte einen Mittelwellen Superhet bauen. Weil das Lernpaket dafür ausgelegt sein soll, das man es mit wenigen Spezialteilen nachbauen kann, möchte ich nur Standardteile verwenden, also selbst ein Trimmkondensator zählt dann schon als "Spezialbauteil".

Wie auch immer, der RC Oszillator ist nicht das Problem, ich kann ihn je nach Komponentenwahl über einen großen Bereich des MW Bandes abgleichen, und auch darüber (was ja notwendig wäre wenn man auch die oberen MW Frequenzen empfangen wollen würde).

Allerdings schaffe ich es einfach nicht, und es ist mir mit 15 Jahren Praxiserfahrung auch nicht erkärbar, das der Mischer mischt...

Was "geht"..

Wenn ich einen Eingangskreis vorsehe, und den Mischer mit 2 Spulen aufbaue, kann ich mit dem Eingangskreis einen Sender einstellen, und ihn am LO "lauter stellen". Ansonsten verhält sich der LO wie ein Direktmischer (??????!!!!) Wenn ich am Poti drehe, pfeifts an mehreren stellen. Tausche ich die Eingangsspule, kann ich neue Sender empfangen, aber der Eingangskreis ist EXTREM dominant, im Prinzip kann ich den LO weglassen, und einfach einen Eingangskreis machen "nur" und erhalte einen Empfänger, der mir Abends dutzende Stationen in großer Lautstärke über den Kleinlautsprecher (der an einem einfachen AB Verstärker hängt) wiedergibt. Doch dieser Versuch ist ja schon im Lernpaket, nämlich nach dem Detektorempfänger - da wird selbrigem ein 2-Stufiger HF Vorverstärker spendtiert, und das funktioniert so weit auch absolut einwandfrei. Doch an dem Superhet beiss ich mir die Zähne aus, ich weis einfach net warums net geht. Entweder sind da "höhere Mächte im Spiel" die da dagegenwirken, das es geht (warum auch immer) oder die Leute, die Radios nach einem ähnlichen Prinzip gebaut haben, haben einfach bessre Bauteile....

Hier sind meine Denkanstöße, natürlich ist der Filter so breit wie ein Scheunentor, es geht auch garnicht darum einen tollen Empfänger zu bauen (dafür fehlt der Platz auf den eh schon sehr vollgestopften, 2 Steckboards) sondern es geht primär darum, einen Superhet zu bauen, und nachweisen zu können, das die einzelnen Stufen an sich arbeiten, und wenn dann genug Platz auf dem Steckboard ist (ich bin noch in der Planungsphase) könnte man über weitere Filterstufen nachdenken.

Auch wenn die ZF üblicherweise r55Khz ist, verwende ich hier "in etwa" 500Khz.

Hier meine Fehlgeschlagenen versuche. Sender höre ich, aber der LO hat quasi 0 Wirkung, und ich habe auch schon den RC LO rausgetan, und testweise ein einwandfreies Sinussignal über einen DDS Eingespeisst, habe die Koppel C´s verändert usw usv. Es "fühlt sich nicht so an" (schwer zu beschreiben) als würden die stufen untereinander schwingen, dennoch gibts nur 3 Zustände...

LO Tonwidergabe wird lauter, umso weiter ich ihn vom Prüfsender (den ich induktiv mit ausreichend wenig Leistung einkoppel in die Eingangskreis Spule) wegdrehe

LO Drehen - Sound wie Audion mit zu stark angezogener Rückkopplung

Neben den Spulen habe ich auch ein fertiges 455Khz ZF Filter versucht, gleiches Ergebniss wie mit Spulen.

Die Verstärkerstufen sind jeweils Klasse A Verstärker (R von Kollektor auf + und R von Kollektor auf Basis) als Koppel C´s hab ich alle durch...

Was net auf dem Bild ist, ich hab auch eine Verstärkerstufe genommen, und den Filter auf masse geschalten (sodass er nur AC bekommt) und hier verschiedene koppel C´s probiert von 10pF bis 1nF usw usv...

Mir ist schon klar, das der Filter sehr niederohmig ist, und der Verstärker sehr hochohmig, aber ich möchte auch aus rechtlichen Gründen die abgestrahlte Leistung sehr gering halten, ich habe bei der BNETZA nachgefragt, und die gaben mir im Prinzip "Grünes Licht" für solche Lernkurse (auch Senderschaltungen eben alles rein Induktive Übertragung über kurze Distanz, aber zeigen Modulationstrafo (mit Netztrafo, geht im µW Bereich), daher mag ich die Stufen net mit 1K im Kollektor machen. Ich hab das sogar versucht, und 470R statt 22k, es wurde dann natürlich lauter, aber der LO machte "immernochnix".

Ich bin einfach Ratlos, ich kann mir absolut nicht erklären, warums net geht, wie gesagt, ZF Verstärker, Eingangsverstärker - schaltet man die als "Geradeausempfänger" und koppelt einen MW Kreis lose an, kann man mit einer 1m Drahtantenne diverse Stationen so laut und stark Empfangen, das der Endversträker an seine Grenzen kommt (wenn man entsprechend laut aufdreht), die Empfindlichkeit der Vor und ZF Stufen ist also auf jeden fall da, nur es mag einfach nicht mischen... 4h hab ich schon rumgetüftelt...

Antworten:

Der Transistor ist ein Addierer wenn die Signalpegel von RF und LO klein sind. Er multipliziert erst vernünftig, wenn der LO Pegel groß ist und den Kollektorstrom von 0..doppeltem Ruhestrom aussteuert.

von Oszillatormann - am 08.12.2016 18:11
Ich bin jetzt auch nicht so der Theoretiker der alles mit Formeln erklären kann, aber mal mein Senf dazu:

Wie ist die Schaltung des Lokaloszillators (Ausgangspegel!)?
Warum ist der Kollektorwiderstand (bzw. Emitterwiderstand) so groß?
Ich vermute bei den beiden genannten Punkten die Probleme (zu kleines Signal vom LO und zu großen Kollektorwiderstand)

von Power-FM ne - am 08.12.2016 18:42
Hallo,

zugegeben, den Beitrag habe ich wegen viel Frust erstellt.

Ich habe auch Heute noch einmal Versuche gemacht, und hatte wieder die gleichen Ergebnisse, nämlich, das es pfeift, wenn man am LO dreht.

Ich hab´s dann an Power FM´s Superhet anlehnend so gebaut, das ich das Signal auf Kurzwelle hoch mische, und dort rausfilter, statt es runterzumischen, und es ging dann sogar - allerdings - wie ihr euch denken könnt, hörte man dann beim rumdrehen am LO Drehko auch ettliche Kurzwellenstationen.

Letzentlich konnte ich das Problem lösen, in dem ich die Mischerschaltung abgeändert habe, allerdings poste ich jetzt nicht extra einen Plan, sondern bedanke mich schonmal für die Antworten.

Die Pegel sollen deswegen so klein sein, weil man nach einer gewissen Verfügung der Bundesnetzagentur legal induktiv Senden darf, sowohl direkte Radioprogramme da (wie sie mir gegenüber sagten) "Rundfunkbelänge hier nicht gelten würden" - da man ja nur beispielsweise 30-50cm weit von einer Festinduktivität auf ein Radio sendet, "im eigenen Sinn" und nicht mit dem Hintergedanken, Nachbarschaftsrundfunk zu machen, als auch generell ein Signal (Leerträger) erzeugen.

Ich möchte, das sich die Versuche trotz abgeschaltener Sender auf Mittelwelle konzentrieren, gerade jetzt im Winter, oder im Sommer in den Abendstunden gibt´s ja genug Auslandsstationen, und theoretisch sogar ein paar "mikro Stationen" hier in .DL

Daher sind die Versuche in ihrer Grundschaltung mit einem kleinen Prüfsender ausgestattet, der wirklich sehr schwach ist, und das Signal auf der selben Platine, auf der sich auch der Empfänger befindet, in den Eingangskreis - oder - Schwingkreis einkoppelt. Natürlich macht das wenig Sinn, aber es geht ja in erster Linie darum einen Empfänger kennenzulernen, und so sollte man beim Superhet am Poti drehen können, und die vorher mit einem anderen Radio abgeglichene - eigene - Radiosendung empfangen können.

Nach den erfolgreichen Tests erfolgt dann natürlich der Test an der Antenne, man kann Experimente machen, Spulen in Reihe - und - parallel schalten (so schafft der Audion z.B: das ganze MW Band) und eben Empfangsversuche machen.

Ich überlege noch, ob ich auch die Kurzwelle anrühre, natürlich wäre das toll, und man muss ja je nach Schaltung nur ein, zwei Teile tauschen (z.B. Reflexempfänger) - und - da es sich um Festinduktivitäten handelt, ist die Nachbausicherheit auch hoch, allerdings gab man mir von Seiten der BNETZA nur "...5000Khz" an, und so möchte ich eher die Finger davon lassen - tendenziell - z.B. einen Pendel RX zu bauen, auf 49m, auch wenn man eine HF Vorstufe verwenden könnte, wegen der Störstrahlung "mal schaun"...

Primär konzentrieren sich die Versuche alle auf Mittelwelle, es geht auch darum, die Radiotechnik der 60er - 70er Jahre zu verdeutlichen, natürlich auch mit geschichtlichen Rückblicken wie Audion und co.

Mir war es einfach wichtig, da was zu machen. Ich kenne selber sehr viele Kästen. Radiotech, Polytronik "der Junge Funktechniker", Franzis Kästen. Alle sind gut, aber bei allen fehlt mir was. So gibt´s bei Kosmos einen Transistor Kurzwellensuper - in einem Kasten - mit AGC, diskret aufgebaut. Im Radiotech gibt´s diverse Mittelwellensuper aber AGC - was ist das?

Außerdem fehlen oft Quarzoszillatoren, Resonatoren und natürlich auch die Sendetechnik. In meinem Kurs wird anhand von Modellen erklärt, was welcher Filter macht, wie ein Antennensignal aussähe.

So sendet man beispielsweise auf 530Khz, und ein "Bandpass" - das kann man mit dem MW Radio dann kontrollieren - lässt nur das Signal auf 1060Khz passieren usw usv. So kann man modellhaft darstellen, wie sich die einzelnen Filter verhandeln, was es mit Resonanz auf sich hat usw usv. Dabei halte ich das Niveau auf "Bastlerebene", schon etwas theorie, aber auch nicht so komplex wie ein Wikipedia Artikel.

Wollte das nur schreiben als Dank für eure Antworten

von Stefan_Klaus - am 09.12.2016 17:44
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