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Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
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Erster Beitrag:
vor 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Stefan0719, Oszillatormann, Power-FM ne, Power-FM

@ Elektronikbastler / MW-Superhet aus 2/2015

Startbeitrag von Power-FM am 14.01.2017 11:29

Da ich gerade mal deinen MW-Superhet, den du vor zwei Jahren mal auf der bekannten Plattform vorgestellt hattest, nachbauen wollte (die Schaltung soll später modifiziert werden für einen anderen Zweck ;-) ).

Dabei sind mir ein paar, bzw. eigentlich nur eine "Ungereimtheit" aufgefallen, für die ich nach einer Erklärung suche. Ich mache das mal hier im Forum, weil über Youtube das Nachrichtensystem so komisch ist und ja vielleiecht auch ein anderer mir eine Erklärung liefern kann.

Du hast dort als Eingangsstufe eine Kollektorschaltung (!) verbaut, an der Basis ist über 100pF ein paralleler Schwingkreis (1mH & Trimmer) angeschlossen, die Basis liegt über 10M auf Plus (9 Volt), Kollektor liegt auf 9V (=HF-Masse) und am Emitter ist ein 100k (!) Widerstand nach Masse verbaut.

Meine Frage ist: Welche Funktion hat diese Schaltung. Sie macht doch keine Spannungsverstärkung, sondern im Gegenteil!
Und mit 100k als Emitterwiderstand macht sie auch keine Stromverstärkung, was eine Kollektorschaltung normalerweise machen würde.

Den Einzigen Sinn, den ich in der "Vorstufe" sehe ist, das Signal vom Oszillator von der Antenne fern zu halten!?

Antworten:

Hallo,

die Schaltung ist einfach ein Ergebniss von experimentieren. Das der Verstärker in Kollektorschaltung nur eine Verstärkung von "1" hat - also keine Spannungsverstärkung sondern eine Stromverstärkung - wusste ich damals nicht...

Ich hab halt gesehen, das es mit dem gut geht, und ihn deswegen verwendet. Damals hatte ich mit Verstärker in Emmitterschaltung nämlich wenig erfolg, aber in meinen aktuellen superhets habe ich auch auf die Emmmitterschaltung gewechselt.

Die Widerstände hab ich deswegen so hoch gewählt, weil ja kaum Leistung da ist (generell) wenn ich da 100k / 1k eingebaut hab gings immer viel schlechter...

Meine Schaltungen sind halt absolutes Experimentierzeug. Ich hatte keine RFT Ausbildung und bin auch nich so smart wie du (deine Projekte um Röhren und co seh ich doch aber was soll ich denn schreiben, ich sagte dir ja mal, als du auchnoch mit Stereocoder daherkamst... du gehörst für mich "zu denen" ((das ist nicht bös gemeint absolut nicht!!!)) ....

Also zu denen, die eine Idee haben wie Schaltung gehen soll, dann bisschen tüfteln und rechnen lassen und nach dem 2. oder 3. Prototyp kommt dann eine "schon echt gute" Schaltung bei raus.

Kann ich einen Stereocoder bauen?

Naja, ich habs nachdem ich was vom Schalterprinzip gelesen hab mal probiert, fail

Was du da bei deinen Stereocodern schreibst kapier ich netmal!!!

Kann ich 15W MW Sender bauen mit freischwingendem Oszillator....

Nein!...

Naja vllt wenn ich noch 3-4 JAHRE daran rumtüftel und probier...


Deswegen :P ist da ein "100k und Kollektorschaltung und 10M" weil die Schaltung bei mir eine starke Empfangsverbesserung brachte, und größere Widerstände besser gehen.

Wie gesagt, nich bös gemeint, du kannst ja nichts für meinen Genpool.

von Stefan0719 - am 14.01.2017 13:39
Nicht falsch verstehen, ich wollte dein Radio nicht schlecht machen nach dem Motto "der Schaltungsteil ist komplett falsch". Ich dachte schon, dass das vielleicht einen plausiblen Grund gehabt hätte, ich verstehe schließlich auch längst nicht alles.

Ich habe nämlich in den letzten Tagen einige verschiedenste MW-Empfänger gebaut, und da ich auch mal einen ganz konventionellen Super bauen wollte bin ich auch auf deine Schaltung gestossen.

Für später hatte ich eigentlich vor, dieses Radio so zu modifizieren, dass es hoch mischt.

Übrigens @Stereocoder
Wieso eine AM entsteht, wenn man abwechselnd beide Kanäle mit 38 kHz umschaltet, habe ich bis heute auch nicht verstanden, wenn man aber einfach so hin nimmt, dass es so ist und den Rest des MPX-Signals versteht, ist es kein großes Problem mehr, dass Schaltungstechnisch zu realisieren. Ich hatte ja die aller einfachste Variante (1 IC und 2 oder 4 Transistoren meine ich) mal gezeigt, irgendwo im Forum hier.

von Power-FM ne - am 14.01.2017 17:58
Wieso die AM entsteht versuche ich mal zu erklären:
Wir ersetzen gedanklich die NF-Rechts durch eine 0 Hz DC Quelle mit 0,5V
Die NF Links-Quelle soll Stille liefern = 0V
Wenn der Schalter dies mit 38 kHz umschaltet hast Du am Ausgang 38000 mal pro Sekunde 0,5V und genauso oft 0V. Das sind 38 kHz mit 0,5Vss Amplitude. Bis jetzt wars einfach.

Zweiter Schritt. Wir drehen mal die 0,5V auf 0,6V auf. Was liefert dann der Schalter? 38 kHz mit 0,6Vss. Immer noch ganz einfach.

Dritter Schritt. Wir nehmen für NF Rechts irgendeine Spannung xV. Dan kommen 38 kHz mit xVss aus dem Schalter raus. Jetzt musst Du nur noch einsehen, das genau dies eine AM Modulation des 38 kHz Trägers mit der Eingangsspannung ist. Eigentlich auch einfach: 0,5V gab 0,5Vss. 0,6V gab 0,6Vss. xV erzeugen xVss. Das ist genau das Wesen der AM. (sooo muß Technik)

Vierter Schritt: Und wenn jetzt die xV die NF sind ist logischerweise der 38 kHz Träger mit der NF AM-moduliert. Ist auch einfach.

Fünfter Schritt: Die NF Quelle links liefert statt 0V auch mal NF-Links. Dann ist der 38kHz Rechteck die halbe Zeit mit der AM Rechts moduliert und danach im Wechsel mit der AM Links. Ist doch eigentlich einfach, oder?

Gruß, Oszillatormann

von Oszillatormann - am 18.01.2017 16:16
Noch eine Anmerkung zu diesen komischen Eingangskreisen in Kollektorschaltung...

Wenn man sich die Schaltung mal genauer anschaut, sieht´s ja aus wie ein Clapp Oszillator, bei dem ein bisschen was fehlt...

Da aber Transistoren wie der BC548 schon eine ordentliche B-E Kapazität mitbringen, und sich der andere, fehlende, Emmitterkondensator ja dann über den auskoppel C bildet erhält man einen sehr unschönen aber "rein theoretischen" Clapp Oszillator...

In der Tat hatte ich große Probleme mit dieser Stufe, das sie einfach fast immer selber schwang. Vor allem wenn man den Eingang hochohmig auskoppelte. Deswegen hab ich teilweise so komische Werte drinn wie von Emmitter des 1. Transistors gehen ganze 10nF oder so auf Basis eines in Emmitterschaltung geschaltenen Verstärkers, dadurch wurde der Verstärker immer so extrem belastet, das er net schwingen kann...

Es könnte aber sein, das er dann wie ein Audion nah am Schwingungseinsatz ist, und daher so eine hohe Verstärkung liefert.

Jedenfalls hab ich damals diese Schaltung, die ja rein durch experimentieren entstand, nicht ohne Grund verwendet. Sie scheint schon was gebracht zu haben...

Heute verwende ich ja auch Emmitterschaltungen, auch, weil mir die Physikalischen Zusammenhänge klarer sind...

Wollte das aber so weit nur anmerken noch zu der Schaltung.

von Stefan0719 - am 23.01.2017 11:22
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