Keramikresonator Mittelwellensender - bis zu 100 Meter Reichweite

Startbeitrag von kettenraucher am 17.05.2017 13:41

Hallo!

Zum allerletzten Mal habe ich nun eine Schaltung entworfen, die mit einem Keramikresonator funktioniert und eine Reichweite, je nach Voltzahl, bis zu 100 Meter schafft.

Der Sender zieht bei 22 Volt 90 mA. Mit 12 Volt läuft die Schaltung auch, hat dann aber natürlich weniger Reichweite.

Antennendrahtlänge beträgt 7 Meter, Sendermasse hängt am Heizungsrohr.

Ein kurzer Reichweitentest ergab: Kristallklaren Klang / Empfang in verschiedenen Stockwerken. Ausserhalb des Gebäudes konnte ich das Signal bei mehr als 22 Volt noch in 100 Metern Entfernung aufnehmen, wenn auch nicht mehr ganz rauschfrei.

Man kann auch ohne weiteren Vorverstärker direkt und ausreichend modulieren!

Allerdings schmort der Transistor T2 vor sich hin, (wird extrem heiss und kann man bereits bei 22 Volt kaum noch anfassen). Ein grösserer Wert im Widerstand verschlechtert allerdings die technischen Eigenschaften dieses Senders. Die beiden 150 Ohm Widerstände in der Endverstärkung schmoren ebenfalls langsam vor sich hin, ähnlich wie der Transistor T2. Dies dürfte allerdings dennoch kein Problem sein. Der BC547C hält schon einiges aus, bevor dieser sich in Rauch auflöst.

Im Großen und Ganzen meiner Meinung nach ein netter Sender, der sich dieses Mal ohne Schwingquarz mit einem einfachen, günstigen Keramikresonator aufbauen lässt.

Hier der Schaltplan dazu:

Schaltplan - Keramikresonator - Mittelwellensender

Viele Grüße
kettenraucher

Antworten:

Man kann den Sender noch besser modulieren, indem man noch einen BC547C für die NF-Verstärkung nutzt. Das ist besonders dann interessant, wenn man nur einen mp3-Player nutzt und dieser nicht genügend Audioleistung bringt, um den Sender ausreichend modulieren zu können.

Von der Basis vom Transistor geht ein 100nF Kondensator weg. Von dort geht man weiter mit einem 150 Ohm Widerstand und hinter dem Widerstand schliesst man die Audioquelle an.

Zwischen Basis und Kollektor vom Transistor legt man noch einen 100k Widerstand. Ich hatte allerdings nur 2x 47k Widerstände hier, die ich in Reihe geschalten habe. Von + 22 Volt geht es weiter mit einem 150 Ohm Widerstand direkt auf den Kollektor. Vom Kollektor geht dann noch ein 100nF Kondensator direkt auf Masse. Ein weiterer 100nF Kondensator geht dann noch von Kollektor auf Basis. Der verringert den Klirrfaktor erheblich. Und schlussendlich geht dann noch ein Draht von Kollektor zum NF - Eingang vom Sender-Audioeingang.

Leider wird auch dieser Transistor mit dem 150 Ohm Widerstand kochend heiss. Gefühlt über 100 °C. Aber anders bekomme ich leider nicht den hohen Verstärkungsfaktor.

Schönes Wochenende Euch @llen!
Grüsse
kettenraucher

von kettenraucher - am 19.05.2017 10:57
Gerne dürft ihr noch das Video zu dem fertigen Sender sehen. Ab 9:33 Minuten im Video könnt ihr den Sender im Betrieb sehen, wie er klingt bzw., dass er sich auch wirklich sehr, sehr laut modulieren lässt, bei bereits ausreichend Sendeleistung über mehrere Stockwerke, vielleicht sogar bis zu 100 Meter. Habe es aber nicht getestet. Aber ich habe überall hier im Haus klaren Empfang.

Keramikresonator -Mittelwellensender mit integriertem Netzteil - Video!!!

Ich werde jetzt bei einem Glas Rotwein entspannen und den Klängen auf Mittelwelle lauschen und dieses Klangwunder live erleben.

Schönes Wochenende Euch @llen!

von kettenraucher - am 03.06.2017 18:33
Leider sind mir mehrere Fehler beim Abzeichnen des Schaltplans unterlaufen. Ich habe den Plan jetzt korrigiert und denke, dass jetzt alles soweit korrekt ist.

Den Schaltplan für den NF - Vorverstärker findet man zwei Videos vorher auf meinem Kanal. AM NF - Vorverstärker muss man noch einen weiteren 150 Ohm Widerstand in Reihe von PLUS auf Kollektor legen. Im Übrigen solltet ihr immer die Beschreibung im Anhang meiner Videos von Youtube beachten.

Jetzt aber, Euch @llen ein gesegnetes, verlängertes Pfingstwochenende und erfolgreiche Bastelerlebnisse.

Korrigierter, korrekter Schaltplan für Keramikresonator - AM - Mittelwellensender


Euer
kettenraucher

von kettenraucher - am 04.06.2017 17:47
Dit is nog veel beter! Perfect.Een stille lezer van Eindhoven.

von specialist - am 04.06.2017 18:09
Danke für das Kompliment, @specialist. Vielleicht könnte man noch einen BUX10 damit ansteuern, um so noch etwas mehr Leistung dem Sender entnehmen zu können? Aber dann benötigt man natürlich auch gleichzeitig wieder mehr Modulationsleistung. Ich glaube, die meisten AM - Sender in Halbleitertechnik werden im Schaltbetrieb betrieben, mit FETs. Aber das hier soll ja nur ein "Haussender" sein, zur Versorgung alter Radios im Umkreis von max. 100 Meter. ich glaube, dafür ist diese Schaltung mehr als ausreichend! Ich werde im Übrigen auch keine neuen Sender mehr entwickeln. Gibt ja keinen Grund dazu! Aber interessant wäre der Versuch mit dem BUX10 sicherlich noch. Mal sehen. Vielleicht führst Du ihn ja durch, @specialist und kannst hier berichten oder irgendjemand anders macht es irgendwann einmal.

von kettenraucher - am 04.06.2017 19:17
So. Heute morgen hat der Sender endgültig seinen Geist aufgegeben. Plötzlich fehlte die Modulation bzw., sie war nur noch sehr leise zu hören und die Modulation wurde daraufhin mal lauter, dann wieder leise. Also, gleich mal den Deckel aufgescrhraubt von dem Kasten und mir kam auch schon ein Geruch von verbrannter Elektronik entgegen.:lollol:

Kurz auf Schnuppersuche mit der Nase gegangen und ich konnte den Transformator lokalisieren. :aufreg:Okay, der läuft ziemlich am Limit mit seinen max. 250 mA, die er ausgeben kann, zieht der Sender immerhin knapp 190 mA bei 30 Volt. Soweit so gut, aber das scheint nicht das eigentliche Problem zu sein.

Also weitergesucht nach dem Fehler und dabei sind mir zwei von den drei Kollektorwiderständen ins Auge gestochen. Die sahen total verbrannt aus. Also, am heiligen Pfingstmontag mit dem Wissen, dass man an solchen heiligen Tagen normalerweise keine Arbeit verrichten sollte (aber es ist ja ein Notfall):p gleich mal den Lötkolben angeheizt und die beiden 150 Ohm Widerstände von T3 / T4 ausgelötet und durch drei neue Widerstände ersetzt. Jetzt habe ich insgesamt 4 x 150 Ohm Widerstände eingebaut. Und siehe da: jetzt ist die Modulation auch wieder voll da. Super.:hot::hot::hot: Ich denke, das müsste jetzt halten. Seltsam an der Sache: Bei den anderen Sendern reichen zwei Widerstände von PLUS auf Kollektor vollkommen aus. Die sind zwar auch leicht verschmort, aber dort treten keinerlei Probleme auf, auch nicht nach Tagen im Dauerbetrieb, trotz identischem Aufbau.

Ende gut, alles gut. So kann ich jetzt den Pfingstmontag mit schöner Oldiemusik geniessen und morgen wieder gestärkt in die neue Arbeitswoche starten.

Und das Beste noch zum Schluss: Im Winter eignet sich der Sender perfekt als Fuss- oder Handwärmer. Das Gehäuse wird angenehm warm und das, obwohl das Plastikgehäuse ziemlich dick ist. Scheint eine kleine Heizung zu sein, dieses Gerät. (Verlustleistung der 4 x 150 Ohm Widerstände) ist extrem und das Netzteil, sowie der Transistor T2 heizen auch ganz ordentlich.

Mittelwelle ist Radio-Rundfunk zum Anfassen! So muss das sein!

So macht Radio Spass!

Beste Grüsse
kettenraucher

von kettenraucher - am 05.06.2017 11:29
So ganz ausgereift scheint das Projekt wohl nun doch nicht zu sein ?

Gegen heisse Suppen, heisse Transis oder Widerstände hab ich was :uaa:

Eine kupferkaschierte Platte hab ich noch- aber heisswerden darf da nichts.

Funki könnte auch problemlos mit 12 oder 14v - aber ich verzichte mit 9V auf Leistung und er tut auch nach 30min. bei 28 Grad in der Sonne seinen Dienst. :spos:

von sachsenbastler - am 05.06.2017 12:16
Naja, aber fast. Solche Widerstandsgeschichten sind ja nur Kleinigkeiten. Habe einfach noch einen weiteren 150 Ohm dazugebaut, jetzt hält er auch.

Dreh doch mal den Sender auf 14 Volt auf, @sachsenbastler. Von nichts kommt nichts. :rp:

Ich habe jetzt bei meinem Sender mal wieder nen Phasenprüfer an die Antenne angeschlossen. Habe von Sendermasse zur Heizung noch zwei 1nF dazwischen. Obwohl ich dieses Mal kein Schaltnetzteil betreibe, leuchtet der Phasenprüfer ziemlich hell.

Wenn ich ihn allerdings direkt an die PE - Erde, also nicht an den Bezugspunkt der beiden 1nF von Sendermasse anschliesse, leuchtet er nur noch halb so hell. Wenn ich den Sender, wie Oszillatormann mir schon einmal in einem anderen Posting geraten hat, ohne die beiden 1nF zwischen Sendermasse und Heizung, also von Sendermasse direkt auf PE - Erde klemme, dann bleibt der Phasenprüfer aus. Aber dann leuchtet auch die LED nur noch einmal ganz kurz, vielleicht eine halbe Sekunde ziemlich hell auf. Wenn ich die LED allerdings umpole, dann blinkt sie ganz schwach im Takt der Musik.

Wenn ich die LED an die Antenne anklemme und das andere Ende an den Bezugspunkt von den beiden 1nF Kondis in Reihe, leuchtet sie wieder hell. Der Phasenprüfer ebenfalls. Er blinkt dann auch schön im Takt der Musik. An PE - Erde leuchtet er nur.

Ist das wieder Brummspannung? Ich nutze ja dieses Mal im Sender kein Schaltnetzteil, sondern einen richtigen Trafo (siehe Video). Dann kommt ein Gleichrichter, danach 2x 1000 uF Elkos und eine Sicherung. Normalerweise sollte doch die Spannung dadurch grösstenteils, wenn nicht sogar vollständig??? geglättet sein. Jedenfalls sollte doch der Phasenprüfer nicht angehen.

Habe das hier dazu gefunden im Netz:

https://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0210251.htm

von kettenraucher - am 07.06.2017 11:16
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