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Senderbau und HF Technik
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UKW Leistungsoszillator mit BD136

Startbeitrag von Oszillatormann am 29.07.2017 19:48



Der BD136 Billigst-Transistor kostet bei Reichelt keine 20 cent, hat 8 W Verlustleistung und 75 MHz Transitfrequenz laut Datenbuch. Als Oszillator müßte er damit locker bis über 100 MHz einsetzbar sein. Ich wollte das mal testen. Die obige Schaltung ist das Ergebnis. Der Aufbau ist über einer kaschierten Leiterplatte als durchgängige Massefläche gemacht in 3D Pfuschtechnik.
Der Resonator aus L1, C3, C4, C5 ist schön kurz direkt an die Transistorbeine gelötet. Insgesamt ist etwa 4 cm zusätzliche Anschlußdrahtlänge im Schwingkreis enthalten. Wer das erheblich groszügiger lötet, wird unterhalb 88 MHz senden und mit dem Radio den Sender nicht finden.

Ich habe die ganze Schaltung so primitiv wie möglich gehalten, damit der Nachbau schnell gelingt. Der
Oszillator wird einfach über den Arbeitspunkt moduliert, dadurch entsteht FM und AM gleichzeitig. Mein Modulationsmesser zeigt bei 75 kHz Hub allerdings nur 1,8 % AM an. Der AM Anteil ist so klein, das er nicht weiter stört. Die winzigen SMD Spulen erzeugen auch nur ein kleines Streufeld. Deshalb ist die Rückwirkung auf die Oszillatorspule L1 klein und deshalb ist auch die Frequenzstabilität ohne Blechabschirmung schon halbwegs brauchbar. Oberwellen kommen reichlich:


Der Marker des Analysators zeigt 27 dBm an, das sind genau 500 mW bei 12V.
Die zweite Oberwelle bei 190 MHz ist nur gut 20 dB gedämpft.
Leider habe ich nicht mehr Leistung aus dem Transistor rausholen können, der NF Transistor scheint damit ausgereizt zu sein. Mit mehr Spannung kommt aber noch etwas mehr...

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Bei ebay gibt´s auch schon seit geraumer Zeit eine art "Dauerangebot". Dort verkauft jemand einen UKW Sender mit Gegentaktoszillator. Ich bin mir ziemlich sicher, das die auf der Platine
verbauten Transistoren irgendwas zwischen BD135 und BD139 sind...

Es ist natürlich möglich mit so Transistoren irgendwie so etwas zu bauen. Ich habe hier auch eine Schaltung von wem bekommen die überraschenderweise hervorragend gut funktioniert - ich meine auch im Punkto Praxis Verwendbarkeit - wo ein 2N3904 der ja FT 300Mhz hat Problemlos auf 70cm im Bereich um 430-440Mhz betrieben wird. Und ja, es ist die Grundwelle.

Auch wenn du Festinduktivitäten in deinem Oszillator verwendest - das mache ich auch bei UKW

Schaltungen - denke ich das die Frequenzstabilität dennoch nich soo toll ist. Bei 0,3...0,5W HF

Leistung dürfte sich der Transistor doch spürbar erwärmen, und einen entsprechenden

Frequenzdrift aufweisen.


Ich weis ja nur zu gut wie wichtig und toll es ist, wenn die eigenen Schaltungen beachtet werden. Ich müsste wirklich jedes einzelne Bauteil hier habe, also die Festinduktiväten und C´s sowieso - aber - beim Transistor müsst ich gucken. Ich glaube, ich hab ´nen paar BD136 hier aber ob die -10 oder -16 oder was weis ich was sind weis ich jetzt nicht.

Würde es dich denn mit Glücksgefühlen erfüllen, wenn ich die Schaltung unverbindlich mal auf ordentlicher HF Platine nachbauen würde, um sie zu testen?

Ich mein ich weis ja schon das sie gut geht, davon kann man bei deinem Gebastel grundsätzlich ausgehen - ich wollte nur fragen

von Stefan0719 - am 01.08.2017 08:30
Moin Oszillatormann,

mal was anderes. Was für eine Grundschaltung ist das?

Mich würde mal ein Vergleich interessieren. Es gibt ja im Netz die einstufigen Sender (BC546) zu Genüge. Diese sind ja auch sehr nachbausicher. Allerdings haben sie längst nicht die Leistung wie dieser. Ich schätze mal, die liefern nicht mehr als 10 mW.

Mich würde mal interessieren, was die Stufen so am Ausgang bringen. Machen die auch so viele Oberwellen?

Wenn diese Sender auch nicht besser sind, dann hat dieser Sender ja einen riesen Vorteil gegenüber den Senderchen mit einem BC 546, nämlich seine Leistung.

Ich sehe schon, einigen juckt es in den Fingern. Die werden dem Teil bestimmt mehr als 12 V geben. Da wird solange am Netzteil gedreht, bis es bumm macht

von RalphT - am 01.08.2017 15:30
Ich würde sagen dass das von der Transistorgrundschaltung her eine Kollektorschaltung ist. Die Oszillatorschaltung wahrscheinlich Collpitts (wenn auch nicht sofort zu erkennen), da die Rückkopplung über einen kapazitiven Spannungsteiler erfolgt (oder!? ).

Diese Standard-Einfachst-Sender mit BC547 usw. sind alle in Basisschaltung aufgebaut und haben auch in der Regel keinen 50 Ohm Ausgang.
Wenn man da einfach so ohne Anpassmaßnahmen an den Kollektor eine 50 Ohm Antenne anschließt, dann hat man so knapp ein milliwatt an der Antenne.

von Power-FM ne - am 01.08.2017 15:53
Leistungsosszillator klingt erst mal gut !!!

Soweit war ich früher fast auch schon mal. Allerdings mit einem BC161-16.
Dieser brachte aber in der B 018 Schaltung keine Verbesserung (Basisschaltung) so das ich wieder den SF117 eingesetzt habe. - Ergebnis Funki.

Das entscheidende passiert, wenn ich an den NF Eingang ein Mikro mit einer etwa 1m langen Strippe anschlisse. Ein bissel mit der Strippe wedele, meine Position verändere.... dann beginnt auf der anderen Seite die Suche nach der Frequenz :xcool:.
Ganz davon abgesehen, dass das dranbasteln einer vernüftigen Antenne in Resonz einer Doktorarbeit gleichkommt.
-- Ist das bei dieser Schaltung anders ?

von sachsenbastler - am 02.08.2017 10:00
Wie stark das VCO Pulling ist kann ich Dir nicht sagen, schon gar nicht im Vergleich zur B018 Schaltung. Die finde ich nicht auf die Schnelle hier:
http://senderbau.egyptportal.ch/schaltungen.htm
Poste mal den Link, wo sie im Forum verschwunden ist!

Der Leistungsoszillator ist im Prinzip ein Clapp-Oszillator in """Kollektorschaltung""". Ich mache drei Anführungszeichen, weil diese Bezeichnungen bei Oszillatoren genau genommen nicht existieren. Der Clapp Oszillator ist viel stabiler - was Änderungen der Transistorparameter betrifft - als die Schundschaltung, mit Spule vom Kollektor nach Plus. Weil die Last hier ganz gut angepasst ist, sind auch Laständerungen relativ kritisch. Die Betriebsgüte der Clapp-Schaltung ist allerdings höher als bei der Schundschaltung, deshalb ist die Frequenzstabilität wieder deutlich besser. Eine Antenne habe ich nicht angeschlossen. Mit über 1mW Oberwellenleistung im Digital Audio Broadcasting DAB Band bei 180 MHz stört man wahrscheinlich schon 50 m weit. Ich bau beizeiten einen Tiefpaß dahinter und probiers dann mal aus. Mehr Leistung soll mit dem Tiefpaß auch kommen, sagt der Schaltungssimulator.
Die Schundschaltung mit dem BC547 werden wohl bei 20 mal kleinerem Strom auch maximal 1/20 von 500 mW liefern und weil alles fehlangepasst ist nochmal 1/2 und weil keine Drosseln verbaut werden nochmal 1/2. Daher werden maximal 5 mW rauskommen.

von Oszillatormann - am 02.08.2017 19:05
Schundschaltung habe ich noch nie gehört !
- nur das diese Schaltung grosser Mist ist. Wenn die Antenne auch noch von der Spule abgeht bringt sie bei - !!! 24V !!!! - 2W. Da habe ich mich vor 10 Jahren schon sehr gewundert. Vielleicht geht es wenn das 5mm starke Kühlblech 0,5m2 gross ist.
UKW- Oszillator B018 zu finden bei Googel.
Bei Deiner Schaltung würde ich sagen, kein Tiefpass sondern noch eine Stufe dran mit nur wenig Verstärkung und gleichzeitig etwas Filterwirkung bzgl. der Oberwellen.
Eine Frage noch: Kann man bei diesen Kleinsenderchen bis etwa 0,5W so eine Antennenanpassung herstellen, dass die Frequenz sich nicht verändert wenn man die Teleskopantenne berührt ? Ich vermute das geht nur bei mindestens 4-stufigen Ausführungen mit evtl. Pufferstufe.
Ich werde bei meinem jetzt mal die Gesamtstromstärke messen. Bei 2,5km Reichweite können das ja nicht nur 5mA sein. Vielleicht kann ich davon genauere Rückschlüsse auf die Ausgangsleistung ableiten.

von sachsenbastler - am 02.08.2017 20:46
Hi Oszillatormann,

naja mit diesen "Schundschaltungen" macht man im Bereich der "Sendetechnik" seine ersten Erfahrungen. Ein einfacher Oszillator mit eigentlich fast nur Nachteilen. Fährt man mit der Hand über den Sender, verrutscht die Frequenz.

Aber nochmal zurück zu deinem Link vor 6 Jahren. Sehr aufschlussreich die "Lehrstunde" mit den Grundschaltungen. Ich muss mir das noch mal in Ruhe alles ansehen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Ich wusste garnicht, dass in den Tiefen des Forums, sich auch Beiträge befinden, wo man noch etwas lernen kann.

von RalphT - am 03.08.2017 10:39
Die B018 Schaltung habe ich gefunden. Genauso sah mein erster Sender 1971 aus. Josty Kit HF65. Brachte auch angeblich 300 mW bei 40V / 50 mA mit Kühlung. Der Mistsender verstimmte sich 4 MHz beim Anschluß einer Antenne.

Der o.g. Leistungsoszillator schwingt bei
8V: 95,0 MHz
13V: 95,5 MHz
Bei 13V und 78 Grad heißem Transistor: 94,5 MHz.
statt 50 Ohm Leerlauf: 500 kHz Frequenzsprung. Das dürfte beim Anschließen einer Antenne auch etwa passieren.

Etwas mehr Spannung: Qualmgestank der Drossel, 0,6 Ampere, die 1uH Drossel ist braun gebrannt und hat offenbar einen Windungsschluß. Das reduziert ihre Güte und der Oszillator liefert daduch HF-Leistung in die Drossel: Neue 1µH Drossel wurde notwendig.

von Oszillatormann - am 03.08.2017 16:02
Ich habe eingangs geschrieben, daß der BD136 bei Reichelt für nur 20 cent zu haben ist. Inzwischen ist mir aufgefallen, das dieser günstige Transistor ein Datenblatt eines mir unbekannten indischen Herstellers hat. Bekanntlich unterscheiden sich BD136 und BD140 nur in der maximalen Betriebsspannung. Jetzt habe ich bei Reichelt zwei indische BD136 und zwei europäische BD140 von ST gekauft und alle vier gemessen. Leider sind die indischen BD136 deutlich anders als die BD140: Gemessen habe ich die Emitter-Basiskapazität und die Kollektor-Basiskapazität der Transistoren:

1. BD136 CBC 47 pF CBE 128pF
2. BD136 CBC 48 pF CBE 126pF
1. BD140 CBC 78 pF CBE 139pF
2. BD140 CBC 74 pF CBE 137pF

Die Transistoren sind deutlich unterschiedlich. Die o.g. Leistungsoszillatorschaltung funktioniert wahrscheinlich nur bei mir mit meinem Transistor. Die Nachbausicherheit ist wahrscheinlich kurz über dem Nullpunkt...

Und mit wenig CBC Kapazität hat der indische BD136 vielleicht auch kleinere PN Übergänge und damit höhere Stromdichten als der BD140 von ST. Und damit brennt der Inder auch eher ab, ist wohl aus der Abteilung Fake-Nachbau.

von Oszillatormann - am 14.08.2017 19:14
Ich habe mir jetzt Heute mal die Zeit genommen, den UKW Oszilator aufzubauen.

Erst wollte ich ihn ordentlich auf einer Platine aufbauen, aber dann habe ich das mit den gewünschten kurzen Anschlüssen gelesen.

Also habe ich ihn wie folgt aufgebaut: Teile direkt auf die Platine löten, Anschlüsse sehr kurz.




Und er funktioniert JA und NEIN.

Wenn ich ihn am Labor NT mit 0,5A Strombegrenzung ansteck, bei 12V, dann schwingt er manchmal KURZ und brauch seine 0,21A sowas. Dann hört er auf zu schwingen, und die Schaltung geht in die Strombegrenzung und pendelt sich bei 7-8V ein. Kein Signal dann.

Ich hab rausgefunden, wenn man die Spannung reduziert, schwingt er stabiel und bleibt auch an. So mit 4-5V läuft er perfekt.

Er hat zwar viel Leistung, aber eine Leistungsmessung konnte ich nicht machen. Ich wollte eine 6V 0,1A Lampe anschließen, die hat ja 60 statt 50 Ohm was eigendlich egal sein sollte, aber sobald ich die Lampe anschließe hört er wieder auf zu schwingen, und macht Kurzschluss.

Eine Antenne 0815 50cm Korko Klemme darf ich aber anstecken, er ist dann mit 4-5V wo er ca 0,1A brauch auch sehr stark. Also der Radio ist total zugedrückt, der auf dem selben Schreibtisch steht.

Modulation hätte ich vermutet, das der 10µF wieder astronomisch zu groß ist, und viel zu viel Bass da ist, aber mit 10µF am Discman gehts eigendlich, der Klang ist voll OK. Weitere Tests
ob er jetzt sich Stereo modulieren lässt oder so habe ich keine Zeit gefunden - ich denke aber,
wenn ich in mir so anhör, vom Klang her + Erfahrungswerte, das das gehen sollte.

Frequenzstabilität war eher mittelmäsig - VIEL stabieler als der Kemo aber dennoch in einem N-FM Empfänger nicht brauchbar aufnehmbar, die Frequenz wanderts ständig nach oben und teilweise kann man sagen 10 Sekunden F_drift >15Khz. Ich habs aber zugegeben auch nur lari-fari getestet, und dem Sender keine (längere) Zeit gegeben sich einzutunen. Außerdem waren die Kroko Klemmen eventuell leicht oxidiert, was weis ich ...


Oberwellen habe ich einen kurzen Check gemacht und deine Messung von 20dB dürfte hinkommen. Es ist halt naja.... gut und schlecht. Eigendlich ist 20dB schlecht denn im Rundfunk sind ja 60 gefordert, aber für so eine Schaltung ist das schon schlecht. Wenn ich an den Kemo Sender denke ODER auch an meinen eigendlich so geliebten LineX - was die an Oberwellen raus hauen da wird einem übel.


Bei deinem Sender habe ich halt mit Empfänger + ATT + Antenne abmachen getrickst und geguckt, und die Unterschiede von Grund zu Oberwelle sind schon sehr stark. Die 1. Oberwelle geht schon garnichtmehr her, oder ist im Rauschen noch zu erahnen, während die Grundwelle noch mit S9 + X (alle möglichen Balken) 1A hergeht.

Die Frequenz ist bei mir übrigens zwischen 96 und 97 Mhz je nach dem und ohne Antenne woanders ahja genau knapp bei 96Mhz.

Ich denke das es an den Spulen liegt weil ich hab halt die jetzt und mag nich extra SMD Spulen kaufen.

Außerdem geht der Sender ja sonst. Sein Problem ist halt das driften aufgrund der Temperaturänderung am Transistor.

Aber ich hab´s nachgebaut.

Wenn du immer so fleissig Schaltungen entwickelst - vor allem mit leicht nachbaubaren Spulen

bau doch mal

UKW Quarzsender... 20Mhz Quarz mal 5 oder so...
SSB Sender mit Festinduktivitäten und Trimm Cs zum abgleichen


UKW Radio Challange hat PowerFM ja gemacht, ich habs jetzt übrigens dochnoch geschafft UKW Radio zu bauen mit meiner "Rückkoppelirgendwiephasenverschieb" Taktik. Er funktioniert,
naja, noch nicht perfekt, aber definitiv Video Tauglich. Rauscht vom Sound her wie TDA7000
empfängt starke Ortssender in wirklich sehr guter Qualität - wie echter Radio - nur bei schwächeren Sendern verzerrt der ton noch hörbar, aber nur hörbar, wenn man genau drauf
achtet... Für mich jedenfalls OK genug.


Ich habe die Schaltung aber noch und kann bei Zeit weitere Tests machen, mir gings nur darum sie wegen der "Freude Gefühle" nachzubauen und zu testen.

von Stefan0719 - am 21.10.2017 13:52
Ein quarzgesteuerter UKW- Sender in einfacher Bauart wäre wirklich nicht schlecht. --------
........... an die Entwickler die das können.

Ein einstufiger Freischwinger ist eigentlich nur für die Tonne !
Selbst ein guter Oszillator mit Buffer und Endstufe läuft sobald ihn im Sommer ein Sonnenstrahl erreicht. Nicht sehr viel- aber man muss nach 20min. weiterkurbeln !! Wenn die Frequenz dann auf einen kommerziellen trifft ist, ist der Empfangsgenuss im Eimer.
Die Frequenz muss stehen, wie eine deutsche Eiche. Das habe ich in 15 Jahren Transistorbastelei nie hinbekommen und werde es auch nicht mehr versuchen.

Der Vorschlag von Stefan0719 mit irgendeinem gängigem Quarz ins UKW Band zu kommen ist gut.
Auch wenn man anschliessend 3-4 Stufen braucht um 100mW zu erreichen.

von sachsenbastler - am 21.10.2017 19:55
Hallo Sachsenbastler,

Es gibt schon eine Möglichkeit einen relativ stabielen Sender zu bauen, aber natürlich gibt´s da auch wieder viele "Strafen" die man mit der erkauften Frequenzstabilität aufgebrummt bekommt.

Während Quarze sehr frequenzstabiel sind, kann man mit diesen Keramikfiltern aus dem Radio einen Oszilator bauen, der sich gut ziehen lässt. Sie sind dann *fast* so frequenzstabiel wie ein
Quarz UKW Sender aber eben auch nur fast.

Dadurch kann man den Oszillator modulieren und durch die ver X-Fachung der Frequenz
steigt auch der Hub, sodass man dann auf dem UKW Band die normal laute Modulation hat.

Ich habe mal so eine Schaltung gebaut, also einen 10,7Mhz Filter als Oszillator verschalten, und
kam dann auf UKW auf eine Oberwelle irgendwo in der Gegend um 97Mhz

Da ist schon der erste "Straf" Punkt - man ist auf eine bestimmte Frequenz festgebunden, und
wenn selbrige gerade belegt ist, ists halt ungünstig.

Punkt 2 ist das man für ein ordentliches Signal ´ne Menge Parallelschwingkreise bzw. Bandpässe reinstecken muss um von allen Oberwellen von 10,7Mhz "nur diese" rauszufiltern. Das ist zwar machbar, aber dann hat man alleine schon eine recht große Platine die nur das Signal alleine filtert. Bis auf 100mW ist es ein weiter Weg.


Ich hab hier noch irgendwo so eine Schaltung, mit einer ~10cm langen und 5cm breiten Platine, die effektiv vielleicht 0,5 ... 1mW "raus haut". Eben mit besagtem Resonator. Die Platine ist relativ vollgepackt mit Stufen - aber als Endergebniss bekomme ich dann halt NUR die Oberwelle auf 97Mhz abgestrahlt. Mit einem enstpr. Empfänger kann ich ja die darunter, und die darüber kontrollieren, diese haben eine Reichweite von 20...30cm um die (ungeschirmte) Platine, während in 2m Distanz absolut überhauptnichtmehr nachweisbar is, das ausserhalb der Platine andere Frequenzen sind als die bei 97Mhz. Während die Oberwelle auf 97Mhz, die ich haben möchte, ein super starkes Signal macht - selbst mit ATT Am Empfänger an (20dB also ca 100 fache empfangsabschwächung) immernoch extrem starkes signal.

Die Modulation ist so laut wie normales UKW Radio, und auf Spannungsänderungen folgt eine Frequenzänderung, die liegt aber nur bei GROßEN Spannungsänderungen im 2-Stelligen Khz Bereich. Das heist selbste bei ´ner Spannungsänderung von z.B. 7V müsste man den Radio nicht nach stellen.

Ich hab ja eine "50nW Version" mit 2m Reichweite mal vorgestellt, die stärkere Version hab ich nicht veröffentlicht, weil das so viele Teile sind bzw. so viel Aufwand für vielleicht 0,5...1mW und eine immer FESTE Frequenz.

Man könnte auch 5,5Mhz Resonatoren nehmen aber der Filteraufwand für ein wirklich OK mäsiges Signal ist dann einfach unverhältnissmäsig groß.

Ich habe selber schon Versuche gemacht mit 20Mhz Quarz. Da hatte ich wieder das Ergebniss, das ich leider oft hatte.


Auf einem Steckboard die Schaltung aufbauen, Teile eng zusammengesteckt, teilweise 2 Beinchen in 1 Loch das es sicher niederohmig ist und Kontakt hat - da konnte ich mit Quarz + "echter" (keine LED o.ä.) Varicap annähernd vom Gehör her 80% so laut wie normale Station FM schaffen auf 100Mhz - da die Grundwelle 20Mhz ist, brauch man auch net so viele Filter - da ein Filter nicht so schmalbandig sein muss -

Als ich das ganze dann aber in die Praxis umsetzen wollte, und das auf echter HF Platine aufgebaut hatte, bekam ich wie üblich Leistung - aber die Modulation war maximal Schmalband FM.

Soviel also dazu.

Es ist wohl möglich *relativ* stabiele UKW Sender zu bauen, wenn die Sonne nicht direkt draufscheint. Die Spule kann mechanisch stabilisiert sein z.B: vergossen, und die Kondensatoren / Widerstände kann man so wählen, das sie sich ausgleichen... Also z.B. Transistor wird warm - Frequenz geht nach oben. Kondensator wird warm, Kapazität geht nach oben. Dann gleicht sich das wieder aus - verstehst -

Aber das ist auch so eine Sache.

Wenn man den UKW Sender im Zimmer betreibt wo die Temperaturen nicht so mega krass schwanken kann man, wenn man den Oszillator leistungsarm auslegt - und keine Luftspule sondern SMCC o.ä. - schon brauchbare Frequenzstabilität erreichen. Er driftet dann immernoch 20...30 vllt 40Khz - aber - in einem normalen Radio muss man *dann* noch nicht nachstellen.

Ich habe wirklich viele UKW Sender getestet, China Bausätze, mir ist aufgefallen, das sie immer
dann frequenzstabiel sind (praktisch brauchbar für den Hobbyfunker) wenn der Oszillator wenig Leistung macht - dann gebuffert und verstärkt wird - und zusätzlich die Spule mechanisch fest aufgebaut ist.

Aber auch diese Sender würden wandern und wandern... wenn die Sonne direkt draufscheint.

von Stefan0719 - am 22.10.2017 08:41
Alles klar soweit !
Ich teste heute noch mal meinen Funki mit 8,9V Betriebspannung.
Meiner Empfindung nach wandert er bei Zimmertemperatur nicht mehr als 15Khz in der Stunde.
Ich habe die Endstufe nur auf etwa 88% der möglichen Leistung eingestellt und warm wird da so gut wie garnichts- grosse Kühlsterne!
Mal sehen ?

Im übrigen: Zwischen Steckbord, Lochrasteraufbau oder Inselverdrahtung gibt es bei UKW Unterschiede wie Tag und Nacht. Es ist wie Lotto am Mittwoch- man kann Glück oder Pech haben.
Mit Funki auf Lochraster einfach drauf los gelötet hatte ich wohl Glück. Es muss alles stabil und fest sein, da darf auch bei Erschütterung nichts wackeln.

In Amateurfunkliteratur der 70iger u. 80iger Jahre gibt es relativ einfache Schaltungen, meist QRP welche im 80 oder 40m Band bis zu 3W HF bereitstellen sollen ??- Habe mich da aber nicht versucht.
.

von sachsenbastler - am 22.10.2017 09:18
@ Stefan
Hast du einen BD136 als "Markenware" oder "Diverse Hersteller" (=Reichelt) benutzt?
Das könnte ja schon das Problem erklären dass es nicht ganz so läuft wie es sollte. Hat Oszillatormann ja auch weiter vorne schon geschrieben.

BTW: Bei Reichelt sind zwar meistens irgendwelche Datenblätter verlinkt, oft auch von diesen komischen fragwürdigen Herstellern aus Indien oder China wie CDIL oder Inchange, das heißt aber noch nicht, das man die Teile auch wirklich immer von genau dem Hersteller bekommt.
Die schicken einfach das, was sie gerade am günstigsten bekommen...
Leider ist es auch so, wenn denn mal "richtige" Hersteller wie NXP angegeben sind, nicht unbedingt immer wirklich Markenware verschickt wird.

Und die Nachbauten der "diversen Hersteller" kann man leider nicht unbedingt immer alle als "gelungen" oder gar "gleichwertig" ansehen :-(.

von Power-FM ne - am 22.10.2017 12:16
Fake ist das ja auch nicht, sondern einfach nur eine "miserable Kopie". Es steht ja kein falscher Herstellername drauf, und niemand kann dir verbieten, auch einen Transistor herzustellen den du "BD136" nennst. Der muss dann ja nicht die Eigenschaften eines NXP-BD136 haben, sondern kann sogar was völlig anderes sein.
Alles nicht so schlimm. Schlimm wird es nur, wenn man auf so ein Teil dann z.B. das NXP-Logo draufdrucken würde statt sein eigenes. Sowas gibt es leider auch. Aber nicht bei so Billigtransistoren wie BD136 usw. , eher bei richtig teuren Endstufentransistoren wie den ganze Mitsubishi 2SC1971 usw. oder auch Audiotransistoren.

Das ist dann schon richtig kriminell, aber leider gibt es auch das (aber nicht bei Reichelt - die verkaufen viel "Second Source", aber keine Markenfakes).

von Power-FM ne - am 24.10.2017 10:52
Prima Idee: Bau das mit dem SD340. Scheint ja die Ostzonenvariante des BD140 zu sein. Wenn der höhere Transitfrequenz hat dürfte er auch besser gehen. Der Resonator kann dann loser angekoppelt werden und der Oszillator ist dann stabiler. Das losere Ankoppeln schafft man mit höherem LC Verhältnis. Als Kreisspule kann ja vielleicht 220 nH probiert werden und der Serienkondensator wird dann entsprechend kleiner. Wenn die Schwingung bei höherer Betriebsspannung abreißt weil die Stromverstärkung des Transistors zu groß ist (s. dein Murphy Spruch) muß der Basisstrom reduziert werden. Dazu einfach statt 2,2 kOhm 2,7 kOhm oder 3,3 kOhm oder noch mehr einbauen.

@Sachsenbastler
Der BC161-16 ist kein Vergleich zum BD140, weil er ein kleineres Gehäuse und weniger Verlustleistung hat. Und wer hat schon einen Kühlstern für das Teil? Wahrscheinlich ist nur einer in deinem Funki, aber hier liegt kein Vernünftiger in der Bastelkiste.

von Oszillatormann - am 31.10.2017 11:28
@ oszi-mann - Wir sind neue Bundesländer !

Du hast recht was den BC 161-16 betrifft. Im Funki hatte ich etwa 6 verschiedene Transis ausprobiert. Einer der SF117 erwies sich dann doch als bester und wurde statt der Transistorfassung eingelötet.
Ich sage nur, willkommen im Selbstbauland ! Dort sind viele AM- Sender Schaltungen.
Ich werde mich nun doch noch mal an einem AM- Modulator versuchen .
2 Spulen und 4 Widerstände und ein Modulationstrafo. Wie in alten Zeiten ! - aber das dauert und wird so richtig spannend - bis Ostern !

von sachsenbastler - am 31.10.2017 13:22
es sind etwa 20 Kleinteile und so ein niedlicher kleiner glühender Glaskolben !
Dummerweise habe ich vor Jahren alles entsorgt. Ich habe kein passendes Chassis mehr, keinen passenden Netztrafo.
Ehe ich den ganzen Kleinkram zusammenkriege können Jahre vergehen. Hoffentlich erlebe ich das noch.
Als erstes wickle ich dann immer die Spulen.
Auf einem 8mm Stiefel Spulenkörper 36Wdg, wo mache ich die Koppelwicklung hin ? genau darüber oder daneben? Im gleichen Wickelsinn oder ist das Wurst ?
Nun könnt Ihr raten was es wird ?
Die Transistoren mit Ihrer Frequenzdrift haben meine Nerven zu sehr strapaziert, und für PLL reicht mein Wissen nicht. Und jetzt ist AM angesagt!

von sachsenbastler - am 01.11.2017 12:40
Diese echten Transistoren werden in der Regel in Malaysia, manche aber auch in China / Taiwan / Japan produziert! In Malaysia gibt es inzwischen eine richtige Elektronikindustrie und dazwischen auch die ein oder anderen Fakefabriken, die dann solche gefälschten Transistoren auf den Markt bringen und dann Mitsubishi oder andere Herstellernamen aufdrucken. Das ist natürlich ärgerlich und kriminell, hat aber mit den seriösen Herstellern in diesem Land gar nichts zu tun.

Nachbauten mit fiktiven Herstellerangaben etc. laufen teilweise sogar über das gleiche Band, haben oft nur geringfügige Toleranzabweichungen und werden dann als sog. B-Ware meines Wissens unter diesen fiktiven, teils auch bekannten, anderen Herstellernamen verkauft. Dann gibt es noch Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, Transistoren ziemlich detailgetreu nachzubauen. Diese Transistoren sind in der Regel auch brauchbar.

Manche Bastler gehen auch her und verbauen einfach Vergleichstypen (ich hatte früher mal so ein Buch), da standen sehr viele Transistoren drin und dahinter immer die Vergleichstypen (habs leider verloren). Problem ist da aber oft, dass die dann doch teilweise grosse Abweichungen haben in den Werten und dann die Funktion nicht mehr gewährleistet ist (hatte ich früher oft, als ich Röhrenfernseheher repariert habe). Da hatte ich dann plötzlich z.B. einen Grünstich im Bild (musste ich dann halt nachjustieren und so wieder ausgleichen). So ist das.

von kettenraucher - am 01.11.2017 14:15
@Sachsenbastler.

Mein Kommentar von heute mittag - mit dem Handy getextet - hat die Smilies nicht dabei. Geht wohl nicht alles...
Ich freue mich, daß Du einen hübschen Röhrensender bauen willst. Poste doch mal das Schaltbild! Nimmst Du eine Röhre mit zwei Systemen? Mit so wenig Teilen kann man ja nicht viel ausrichten. Vielleicht kann man ja Sender bauen, bei denen eine Röhre für NF und HF Verstärkung gleichzeitig genutzt wird, wie im MW-Reflexempfänger der eine Transistor.

von Oszillatormann - am 01.11.2017 18:04
@ Oszillatormann

Ich habe gerade heute ein Röhrenradio erworben von der Oma vom Bauernhof. Beim probieren ging auch noch der Netzschalter kaputt.
Das Radio sieht von außen Top aus kein Kratzer, kein Wasserfleck, black poliertes Mahagoni, alles glänzt. Ich dachte ein Schnäppchen !
Nun werden diese Dinger- die Kleineren im Innenraum extrem warm, deshalb unten viele Lüftungsschlitze. Skalenzeiger durch die Hitze Verbogen !!
Als ich es jetzt aufmachte kamen mir die Spinnen von 1968 entgegen- nur Dreck-das hatte ich nicht erwartet. Da verging mir erstmal die Lust komplett. Nach Überbrückung des Netzschalters habe ich allerdings festgestellt, das das Radio mit 1m Draht auf Mittelwelle mehr Sender empfängt als auf UKW. !- Antennenbuchsen natürlich gewechselt !!!! was nun?? ich hatte mich schon auf Schlachtfest eingestellt. Nun ja.
Nun zum nächste Projekt- vielleicht macht einer mit !
Die Schaltung ist im Netz- frei nach DL4CS- der 80m SSB Phasensender. Nur die Erste Stufe bis 1nf vor der Phasenumkehr. Über Drossel dann bis zum NF Übertrager. Mit 250V !
Einfacher geht es kaum noch ! - Da kommen sicher nicht mehr als 50 mW raus.

von sachsenbastler - am 01.11.2017 20:42
Find ich ja interessant @ Sachsenbastler.

Ein PLL Sender sei zu schwer, wobei es durch vorhandene Bauelemente teilweis auch ohne µC Programmierung ginge, und der bau der reinen PLL nur ein "Malen nach Zahlen" ist, der SSB Sender mit - ich habe nichtmal nachgeschaut welch komplexen Übertragern - ist dann aber OK...

Ich habe meinen mit diskreten IC´s aufgebaut also 4046 dann 2 4060 und ein NE612

Der eine 4060 stellt die "paar Khz" für die PLL da die als Schleifenfilterfrequenz genutzt werden, der 4046 ist die PLL mit wenig Teilen und der NE612 / 4060 bilden den Mischer für die Oszillator "Prüf" Frequenz.

Der NE 612 bekommt vom Quarzoszillator 80Mhz und mischt das mit meiner UKW Frequenz von z.B. 87,6 (7,6Mhz Quarz)

Raus kommt 7,6Mhz, die verstärkich mit einem Transistor und geb die auf den anderen 4060, der daraus wieder die bekannte wenige Khz Frequenz für die PLL macht.

Die Regelspannung der PLL Filter ich mit einem Billigen Filter 1 R 1 C - man hört im Sender das PLL Geräusch aber ist ok wenn Musik läuft net so schlimm - und den Sender stimme ich über eine Z Diode als Varicap bzw. eine LED ab.

Das sind echt net viele Teile, es sind Standardschaltungen. Das is echt hinzubekommen.

Als Quarz kann man auch ein 8Mhz Quarz nehmen aber zu groß sollte es nicht werden weil der 4060 sonst zu langsam wird.

Es gibt bessre, effizientere Schaltungen ich denke unser FM Profi - PowerFM hat dazu mehr als genug gepostet, aber je nachdem könnten die ICs schwer zu beschaffen sein. 4046 und 4060 bekommt man leicht.

Teile über Jahre sammeln... Ebay? Reichelt? Bei Reichelt und co kann man ohne Regestrierung bestellen. Notfalls auch per Nachnahme, da musst du dann wenn das Paket kommt es eben bezahlen zuhause, und kein Online Banking o.ä.

nun OK ... soviel dazu......

Ansonsten habe ich bei Oszilatormann´s UKW Sender glaube ich probiert das ich einen 2,2k nehme und ihn von Basis nach Plus schalte, quasi als Spannunsteiler - hat aber net funktioniert.

Es ging ja nur darum den Sender nachzubauen, und vom Drift abgesehen funktioniert er ja hervorragend und auch die Oberwellenunterdrückung ist für so einen kleinen Sender erstaunlich gut.

Bei Niederspannungs Mittelwellensendern liegt das Problem einzig und allein im PI Filter. Die Spule muss eben Physikalisch groß mit dickem / massivem Draht aufgebaut sein, sonst wirds nix.

Ich habe auch gemerkt bei meinen Experimenten umso dicker der Draht / größer die Spule wird umso besser wird die Reichweite.

Wobei ich nicht ganz verstehe warum dann röhrensender, die ja auch nur sagen wir 250V auf die Antenne geben wenn man diese direkt an der Anode (unter der Drossel) anklemmt - warum das dann Kilometerweit reicht, und wenn ich den gleichen draht habe, und auch 250+ Volt vom PI Filter draufbekomm warum das nach n paar huntert Metern schon rauscht.

von Stefan0719 - am 02.11.2017 08:20
Interesant finde ich vor allem, wie viele Leute diesen eher als "Spasssender "zu bezeichnenden Leistungsoszillator mit BD136 nachbauen wollen (ok: funktioniert besser als diese 1-Transistor Fehlkonstrukte mit dem Schwingkreis am Kollektor usw., macht mehr "Dampf" und die Schaltung ist ähnlich simpel [14 Bauteile] und verwendet keine HF-Bauteile).

Ich glaube auch, es ging Oszillatorman eher darum zu zeigen, dass das mit einem NF-Transistor wie dem BD136 eben auch geht als um einen "echten Sender" zu bauen ;-).

Während vieles andere, technisch natürlich weit bessere aber eben auch aufwendigere meist nicht nachgebaut wird.
Ob das daran liegt, dass die (meist nur etwas) komplexeren Schaltpläne vom Nachbau abschrecken und sich die meisten denken "das kriege ich sowieso nicht hin"?
Sieht man ja auch bei Youtube, wenn denn mal wirklich einer was nachbaut sind das meist immer nur die aller simpelsten Sachen.
Stefan kennt dieses Phänomen ja auch...

Übrigens @ PLL mit Standardbauteilen

Ich hatte ja mal eine PLL mit 4046 und 4059 als Teiler gebaut und gepostet. Nun ist der 4059 ja auch nicht so wirklich ein Standardteil dass man noch überall bekommt und der Vorteiler erst recht nicht mehr (auch wenn Reichelt beides noch liefert im Moment).
Wer ein bisschen "pfiffig" ist kann aber auch das Umgehen. Es lässt sich auch alles nur mit Standardbauteilen relaisieren, man kann den /n-Teiler und den Vorteiler mit den gleichen Bauteilen bauen wie das beim Veronica gemacht wird, man muss nur auf der > 50 MHz-Seite "AC" Bausteine verwenden. Ich hatte das mal angefangen aber dann irgendwann keinen Bock mehr weil dass dann doch sehr viele ICs geworden wären...

Wenn man unbedingt will kann man auch die PLL ohne den integrierten 4046 machen, Beispiel siehe auch Veronica (mit UND und ODER-Gattern). Das werden dann noch mehr ICs :D.

Runtermischen, wie Stefan es gemacht hat, würde ich nicht empfehlen, weil man dadurch nur noch mehr HF-Signale ins Spiel bringt (z.B. den Lokaloszillator) die man wieder mühselig mit Filtern entfernen muss wenn es vernünftig werden soll.

Ich selber bin übrigens noch immer nicht so wirklich Bastelfähig zur Zeit :-(.

von Power-FM ne - am 02.11.2017 11:10
Oh, dann gute Besserung erstmal. Anscheinend wird dann gerade nur von Stefan was gebastelt. Ich untersuche auch gerade andere Sachen. Den Leistungsoszillator mit BD136 habe ich gebaut, weil ich einfach wissen wollte, ob der billige Transistor mit seiner hohen Transitfrequenz nicht nur theoretisch sondern auch praktisch als Osz geht.
Und weil die meisten Leute nicht viel Arbeit haben wollen muß die nachbaubare Schaltung am Besten höchstens 10 Teile haben. :rp::rp::cheers:

von Oszillatormann - am 03.11.2017 14:46
Hi,

Ich vermute mal, das bei meinem Sender es auch nicht so gut geht weil ich nicht die erwähnten SMD Spulen verwendet habe, und es sein kann, das die 0,15er Spule in die 1µH reinkoppelt und sich die Schwingungen so irgendwie "aufheben".

Es kann aber auch an anderen Gründen liegen.

@ PowerFM von dir wollte ich schon mehrmals den Stereocoder nachbauen aber ich hatte jetzt keine 33mH warens glaube ich Drossel zur Hand also nicht gebaut.

Wie geht´s dir überhaupt? Du scheinst ja schon länger "nicht bastelfähig" zu sein wie du schreibst.

Komplexe Sachen mag ich nur dann nicht nachbauen, wenn ich irgendwelche Übertrager wickeln muss. Wenn´s mehr Teile sind ist das OK, habe ja auch Power FM´s Superhets nachgebaut, und die haben gut funktioniert. Waren viele Teile.

von Stefan0719 - am 04.11.2017 10:53
Sorry für einen etwas längeren und eigentlich nicht zum Thema passenden Beitrag.

Ich bin schon eingeschränkt "bastelfähig", aber es ist halt doof und anstrengend, wenn man nicht so richtig gut sehen kann bzw. sehr viel Licht braucht um einigermaßen was auf den kleinen Platinen erkennen zu können :-(.
Außerdem scheine ich inzwischen "allergisch" auf Lötdämpfe zu sein (ich bekomme beim kleinsten Anzeichen von Lötgeruch Kopfschmerzen...) und das, obwohl ich mir sogar vor Jahren schon eine Art Abzug gebaut habe...
Darum lasse ich es meist einfach. Berfulich muss ich ja nicht mehr löten, da stört's also nicht.

Dennoch habe ich gestern wenn man so will etwas "gebastelt"
Übrigens zu dem Superhet:
Genau den hatte ich gestern auch mal wieder hervorgekramt und etwas damit herumgespielt. Ich habe die Schaltung ein mal in wilder Verdrhatung auf einer Kupferplatine in einem Holzgehäuse (das war der erster Aufbau), der funktionierte (und tut es noch immer) überaschend gut, er kann empfangsmäßig mit vielen "normalen" Taschenradios mithalten, verwendet aber (wesentlich) mehr Bauteile, vor allem wegen der AGC (dafür sind keine seltenen Teile dabei).
Verglichen mit manchen "guten" Radios wie DEGEN DE1103 oder SANGEAN ATS909 hat er sogar einen gewissen Vorteil:
Es gibt irgendwie nahezu kein Grundrauschen, während bei den genannten Radios auf freien Frequenzen überall Rauschen und Geknatter zu hören ist.

Dafür fehlt dem Selbstbau ein bisschen die Empfindlichkeit, aber die Sender, die man empfangen kann sind dafür störungsfreier/sauberer.
Einen ähnlichen Effekt habe ich mit einem uralten Grätz-Röhrenradio auch. Das empfängt auch viel störungsfreier, und auf freien Frequenzen ist auch fast kein Rauschen zu hören. Vielleicht hat das Radio aber auch eine elektrisch abgeschirmte Ferritantenne, ich habe noch nicht nachgeguckt.

Der Selbstbau hat ja nur eine elektrische Teleskopantenne.

Dann habe ich die gleiche Schaltung noch mal auf einer geätzen Platine. Die aber beim gestrigen Test viel schlechter funktionierte und oft selbst ins Schwingen geraten ist und auch im Dunkeln nur zwei (!) Sender und auch sehr gestört empfangen hatte.
Nach langer Suche fand ich aber eine Hand voll Bestückungsfehler, daran lag es tatsächlich auch.
Dann hatte ich versucht das Radio mit einer Ferritantenne zu betreiben (daran bin ich bisher immer gescheitert weil die nicht abgestimmte Ferritantenne einfach viel weniger Spannung liefert als 50 cm Draht), letztendlich habe ich es sogar einigermaßen hinbekommen, aber nur mit einer zusätzlichen Verstärkerschaltung (auf Steckbord) mit einem BF256, also ist's schon wieder essig mit "nur Standardbauteile". Mit einem normalen Transistor rauschte es viel zu stark, da kam kaum ein Sender drüber.
Mit dem FET gehts jetzt, aber einfach die Ferritantenne vom Gate nach Masse, einer 22µH Drossel und einem 680 Ohm-Widerstand am Drain ging es nicht, da fing der Verstärker nämlich auch sofort an zu schwingen.
Ich habe nun der Ferritantenne einen 120 pF Kondensator parallel geschaltet, also im grunde doch einen abgestimmten Schwingkreis daraus gemacht, diesen aber wieder mit einem Widerstand bedämpft um die Güte zu verringern und damit die Bandbreite zu erhöhen (eigentlich total bekloppt das alles ^^) und das funktioniert jetzt tatsächlich - aber immer noch nicht so gut wie in echten, einfachen Radios die einfach nur drei, bestenfalls 4 Transistoren und Spulenfilter haben.
Also eigentlich nur eine Bauteil-Schlacht^^.


Wegen dem Stereocoder:
Der hier http://20469.foren.mysnip.de/read.php?15777,2700412,2701041#msg-2701041 im 5. Beitrag gezeigte http://20469.foren.mysnip.de/file.php?15777,file=292 ?
Der ist tatsächlich relativ einfach aufgebaut und dafür im Verhältnis ziemlich gut. Die 33mH-Drossel ist nicht so kristisch, andere Drosseln haöbwegs in der Größenordnung dürften dort auch gehen. Die soll ja in dem pi-Filter nur das 19 kHz-Rechteck zu einem Sinus "vermatschen", das muss nicht so genau sein, zumal man den Pilot-Pegel ja mit dem Poti anpassen kann.

Auf der ersten Seite steht ja auch die minimal-Version, wo fast alles filternde weggelassen wurde (den Pi-Filter für die 19 kHz könnte man auch noch weglassen). Selbst das geht, allerdings veraut man sich damit das HF-Spektrum total (was man aber erst mal nicht merkt) und wegen der fehlenden Phasenkorrektur ist die Kanalstrennung schlecht.

Ich hatte damals mit der Schaltung angefangen und dann daran so viel verbessert, dass man sie danach fast ernsthaft verwenden konnte ;-).

von Power-FM ne - am 05.11.2017 09:35
@Power FM
Ich sehe die kleinen Bauteile auch nur vernünftig durchs Mikroskop mit 6 fach Vergrößerung. Früher war das alles besser.

Wegen dem Stereocoder: Der im 5. Beitrag gezeigte http://20469.foren.mysnip.de/file.php?15777,file=292 ? hat einen dicken Bock: Der Ausgang 6 vom 4060 liefert einen 19 kHz Rechteck und alle Oberwellen werden vom C6 = 22 nF kurzgeschlossen. Vielleicht ist die Last für das Gatter ein bischen heftig, oder zumindest nicht spezifiziert. Der Simulator sagt: 240 mA Spitzenstrom für ein paar Mikrosekunden! Das Gatter ist dabei mit 50 Ohm Ausgangswiderstand angenommen. Aber anscheinend hat es dein 4060 überlebt.

von Oszillatormann - am 05.11.2017 16:03
Nicht nur einer hat's überlebt, sondern vier!
Ich habe es inzwischen vier mal gebaut, bisher ist kein 4060 dabei kaputt gegangen, auch im Dauerbetrieb nicht.

Es gehen eben auch manchmal Dinge, die eigentlich nicht gehen sollten ;-).
Z.B. geht es auch, mit einem Spannungsregler statt einem Transistor einen Oszillator zu bauen, und damit meine ich keinen "versehentlichen" Oszillator ;-). Aber das ist ein anderes Thema :D.

von Power-FM ne - am 05.11.2017 19:09
Ich habe übrigens hier eine schöne Schaltung im Netz gefunden.


RADIO MORNINGSTAR TRANSMITTER


Statt den BC550 kann man sicherlich auch BC547C verwenden, da sehe ich so auf den ersten Blick keine Probleme ( bin aber im Stress momenten, muss auch gleich zum Einkaufen, Bier ist leer). :rp:

Jedenfalls wollte ich nur mal eben so die Schaltung hier ins Forum werfen, ist mir diese doch aktuell gerade einfach so zugeflogen beim "googeln".

Warum soll ich immer neue Kochrezepte erfinden, wenn es doch altbewährtes im Netz gibt. Ich habe es zwar jetzt geschafft meinen Mittelwellensender auch zu verstärken (mit einem MOSFET IRF510) aber wie schon in anderen Beiträgen hier diskutiert, bringt er mit Sinusansteuerung nur bedingt Output. Aber es ist dennoch in Ordnung (dank dem Vorspannen des Gatters mit ca 18K Widerstand auf + Drain und ca 8 uH Spule von + auf Drain und Source auf Masse und 4x 330pF K ondis von Drain auf Masse und ausgekoppelt wird mit 470 nF bei ca 17 Volt Betriebsspannung. Vom Senderausgang gehe ich mit 470nF mit 10nF ans Gate vom IRF510, Ich habe keinen Übertrager am Antennenausgang, Sendermasse wie immer am Heizungsrohr.

Wenn ich dahinter dann den BUX10 klemme und ihn mit zwei Spulen, eine von + auf Collecot und eine von Emitter auf Collector lege (beide auf Ferritkern eines mir unbekannten Wertes gewickelt (Windungen weiss ich jetzt nicht mehr im Kopf) hatte ich teilweise plötzlich eine so hohe Ausgangsleistung nach dem auskoppeln mit einem 470nF Folienkondensator, dass mir beinahe mein Phasenprüfer durchgebrannt wäre (er glühte extrem hell. Als Netzteil hatte ich einen 30 Volt Trafo (kein Schaltnetzteil sondern ganz normales mit Brückengleichrichter und ein paar Elkos. Nur mit der Glühbirne als Antenne hatte ich schon im ganzen Raum überhaupt keinen Empfang mehr, weil das Radio total übersteuert war mit dem HF-Signal. Ca. 20 Meter weiter weg ging es aber wieder einwandfrei. Ich ziehe daher folgende Schlussfolgerungen: Die Feldstärke muss so enorm hoch gewesen sein weil das Radio so extrem übersteuert wurde in Sendernähe und das nur mit einer einfachen Glühbirne. Wenn ich allerdings nur den IRF510 dran habe is es so, dass er zwar auch schon deutlich verstärkt, aber eine Glühbirne oder der Phasenprüfer bleibt trotzdem noch aus.

Da frage ich mich jetzt natürlich, wie es das gibt, dass bei o. gezeigter Schaltung angeblich eine Reichweite von 4 KM erzeugt werden kann, wo doch nur ganz gewöhnliche NF-Prügel in der Transistorendstufe sitzen (BC550) die ich auch gegen BC547C ersetzen kann (meiner Meinunng nach). Kann mir das mal einer erklären? Sind die 4KM vielleicht etwas übertrieben?

Von der Antennenpassung mal abgesehen. Ich habe übrigens bei meinem IRF510 nix mehr angepasst, habe nur die 4x 330pF Kondis von Drain auf Masse. Aber wie schon eben gesagt. Mit Sinussignal kommt da nicht viel bei rum. Habe das auch mit einem anderen erfahrenen Elektroniker diskutiert. Er meinte, IRF510 bei Senderbau nur mit PWM - Modulation (treten dann aber Probleme auf meinte er (Pfeifton etc. den man dann unterdrücken muss = Aufwand aber viel Leistung am Ende.

Werde aber diese Schaltung von Radio Morningstar auch mal nachbauen wenn ich diese PNP - Prügel da habe. Hab nämlich nur noch NPN Transis zuhause momentan.

von kettenraucher - am 06.11.2017 16:30
Die 4 km Reichweite können zustande kommen, wenn der Antennendraht draußen frei hängt und die Frequenz am oberen Bandende der MW ist. Die Frage ist, welcher Signal-Rauschabstand in 4km Entfernung noch erzielt wird. Wahrscheinlich nur noch 3dB (S+N) / N. Sicher ist auch die 322µH Spule auf dem Ferritstab durch Verschieben optimal abgeglichen worden um Resonanz mit der Kapazität der 4m langen Antennenstrippe zu erzielen. Und der 20pF Trimmer gleicht die 180 uH Induktivität ebenfalls auf Resonanz ab. Das ist eine zweistufige Aufwärtstransformation mit beiden Resonatoren. Die 12Vss am Kollektor der BC550 werden auf ein paar 100 Vss bis 1000 Vss vernünfig hochtransformiert.

von Oszillatormann - am 07.11.2017 07:19
Bei der Schaltung 4km ? - aber da glaub ich doch eher an meine Röhre !

Ich wurde mich aber freuen, wenn Kettenraucher u. Oszillatormann diese Schaltung einmal so nachbauen - (übern Winter) und dann mal hier über das Ergebnis berichten.

Die Antennenanpassung- ich würde eher sagen Verlängerungsspule über Ferritstab scheint sehr optimal zu sein. Aber können 12V Ub so eine Leistung bringen- 0,5W ? mit den Transis ?

von sachsenbastler - am 07.11.2017 12:19
Und ich eher an meinen MOSFET. Aber die Antennenanpassung darf man auch nicht unterschätzen. Selbst mit 20 Watt auf Mittelwelle, wenn die Antenne nicht korrekt angepasst ist wird kaum etwas abgestrahlt sondern die Leistung wird im Sender einfach nur verheizt. Von daher kann es schon sein, sachsenbastler. Aber 4 Km glaube ich auch nicht. Wahrscheinlich 2 Km. in 4Km kann iman ihn wahrscheinlich noch mit Profigeräten bzw. empfindlichen Empfängern aufnehmen, wahrscheinlich aber nur in schlechter Qualität. Die Antenne im Freien ist wohl die Lösung. Wenn ich meinen 7 Meter Draht im Freien aufspannen würde dann sieht die Sache sicherlich auch nochmal ganz anders aus. Im WEBSDR habe ich neulich einem Piraten aus den Niederlanden zugehört. Der sendete auch im oberen Mittelwellenband irgendwie auf 1641kHz. In den USA sind die Sendeantennen oft sogar in sumpfigen Gebiet installiert, die Sendeanlagen ragen teilweise aus dem Gewässer heraus bzw es. wurden Plattformen mitten auf dem Wasser errichtet. Habe ich mit eigenen Augen gesehen. Wohl wegen der guten Bodenleitfähigkeit / Sendererde.

von kettenraucher - am 07.11.2017 13:20
Bei diesem wundervollen Shitwetter bin ich raus und habe die 4m lange Antenne einem Reichweitentest unterzogen: 4m Kupferlackdraht mit 0,3mm Durchmesser mal eben aus dem Fenster raus horizontal in den Garten, 1,50 m über dem Boden und mit Isolierendem Material am nächsten Zweig befestigt. Das Kapazitätsmeßgerät sagt, der Draht hat 40 pF gegen Heizkörpererde. Die Anpassung habe ich so gemacht: Ein Ferritstab mit 200 µH bewickelt als Verlängerungsspule genommen und einem weiteren 39 pF vom Antennenende nach Masse. Anpassung ist >25 dB bei 1368 kHz. Die 7dB Bandbreite der Anpassung ist 35 kHz und die Güte der Antenne deshalb 1370 / 35 = 39. Mit dem Messsender auf 1368 kHz, 30 mW Leistung, 400 Hz NF und 60% AM ist die Reichweite bei noch etwa 6 dB Signal-Rauschabstand etwa 250 m. Da dürfte man mit 3W etwa 2,5 km weit kommen.
Wie Radio Morningstar mit 500 mW 4 km schaffen will, weiß ich nicht. Da muß die Antenne noch wesentlich besseren Wirkungsgrad haben (weniger Erdverluste und höher hängen und vertikal gespannt sein) oder die Reichweite ist mit 0 dB S/N gemessen worden.

von Oszillatormann - am 12.11.2017 13:10
Hi Oszillatormann,

mal ne Frage zum Modulationsgrad:

Weißt Du mit welchem Modulationsgrad die Mittelwellensender derzeit unterwegs sind? In meiner Lehre war die Rede in etwa von gut 30%. Beim Scannen durch das Mittelwellenband ist mir folgendes aufgefallen:

Wenn der Sender schwächer wird und das S-Meter vom Sangean fast nichts mehr anzeigt, ist die Sprache vom professionellen Rundfunksender noch gut verständlich.

Ich hatte mal meinen Versuchssender mit etwa 40% Modulationsgrad betrieben. In der Nähe des Senders eine recht gute Audioqualität. Jedoch am Rande, wo der Sangean kaum noch Balken hatte, war der Signal-Rauschabstand doch schon sehr schlecht. Die Sprache war fast nicht mehr zu verstehen.

Mein Gedankengang ist, dass Ganze mal mit einem NF-Kompressor zu betreiben.

von RalphT - am 12.11.2017 16:34
Da Du mich mit Deinen Reichweitentests so angespornt hast, @Oszillatormann, habe ich den gleichen Test wie Du gemacht. Jedoch konnte ich den Draht nicht richtig spannen, also habe ich 6,50 Draht einfach wie ein Lasso aus dem Fenster geworfen, rüber zum nächsten Baum. Leider berührte der Draht auch etwas die Dachziegel aber nunja, ist halt so. Sendererde hatte ich dieses Mal über Masse von Kabel-TV (wird im Keller "gut" geerdet).

Ein gepflegter Sonntagabendspaziergang mit meinem MEDION PLL-Radio folgte und ergab folgende Reichweite:

In ca. 70 Metern noch vollste Modulation, ganz klar. Danach jedoch rapide abnehmend, in 100 Metern waren plötzlich nur noch Fetzen aufnehmbar. Ich will es mal mit dem BUX10 die Tage versuchen Ob ich damit dann wirklich weiter komme wird sich im Experiment zeigen.

Auffällig an dem Test war noch: Am Häuserblock, der mit dem Häuserblock, in dem ich selbst wohne (also wo der Sender auch steht) die ganze Häuserreihe der Strasse entlang der Empfang kristallklar war. Die andere Richtung, wo der Abstand zwischen den Häusern getrennt war, dort hat die Reichweite rapide abgenommen. Die Antenne im Freien bringt jedenfalls schon etwas.

Das bedeutet: Die Reichweite hängt bei Weitem nicht nur davon ab, wieviel Power aus der Antenne kommt, sondern es ist wohl immens wichtig, dass man auch eine anständige Erde hat. Kannst Du dem so beipflichten, @Oszillatormann?

Ich glaube, es wäre effektiver, wenn ich mit dem Sender auf eine Wiese gehe und diesen direkt am Boden erde und mit einer Ladespule die verkürzte Antenne mit Dreko noch zusätzlich anpasse? Jedoch kann ich dieses Experiment so nicht durchführen. Ich werde daher mal noch etwas mit dem BUX10 experimentieren. Mal sehen, was ich da noch so hinbekomme. Für heute erst mal genug.

Den Test habe ich im Übrigen auf 1000 kHz durchgeführt.

Gute Nacht!

von kettenraucher - am 12.11.2017 23:47
Was mich mal noch interessieren würde an dem Transmitter von Radio Morningstar: Durch die fehlenden Kollektorwiderstände an den beiden parallel geschalteten Transistoren von der Endstufe (BC550) wie bekommt er so viel Leistung? Kann es sein, dass die Trägerleistung so gar nicht volle 500 mW Output liefert, sondern der Sender erst mit der vollen Aufmodulation diese 500 mW Leistung bringt? Sieht jedenfalls im Schaltplan so für mich aus. Weil der BC550 bringt wohl laut Datenblatt auch nur 500mW Output. Das habe ich doch mit meinem entwickelten Sender auch, wenn ich es wirklich drauf anlege (sollte aber dann den Modulator anders konstruieren). 4KM komme ich damit niemals. Jedenfalls nicht in der Stadt aus einer Wohnung heraus. Die ganze Konstruktion im Haus (Stahlbetondecken etc.) schluckt doch alles. Vielleicht mit einer Antene im Freien auf einer Wiese mit guter Erde? Von dieser Hochtransformation mal ganz abgesehen. Ist das korrekt?

von kettenraucher - am 14.11.2017 15:35
@ Kettenraucher

Ich weis, wie Du mit der Schaltung problemlos auf 0,5W und mehr kommst !

Ich verrate Dir meinen Geheimtipp: Versuche es doch einmal mit dem

BCP 54-16 SMD Der soll 1W Verlustleistung haben 45V 135Mhz

Da können 1A fließen ----- Vorsicht !
Probier es mal, wenn Du Lust hast. Ich habe im Moment zu garnichts Lust.
Ich weiss ja nicht was Stefan hat- bei mir ist es das frühe Dunkelwerden.
Um 21.00Uhr liege ich mit meiner Katze im Bett!

von Sachsenbastler - am 14.11.2017 17:27
"Fehlende Kollektorwiderstände"
:confused:

Die haben doch einen Kollektorwiderstand! Das ist der Schwingkreis aus der Spule und dem Trimmer, , also auf der Resonanzfrequenz ist der Widerstand hoch, für Gleichstrom und Frequenzen außerhalb der Resonanz aber sehr klein. Es gibt nur keinen ohmschen Widerstand. Und darum kommt da auch so "viel" Leistung und genau darum müssen da auch zwei Transistoren parallel geschaltet werden, um den sehr hohen Kollektor(gleich)strom aushalten zu können.

BTW Den "Radio Morningstar" kann man übriegens nichts mehr fragen. Der ist vor zwei Wochen gestorben.

Seine Sender sind alle etwas "eigenwillig", sie haben oft schon eine Anpassung für deutlich zu kurze Antennen integriert und keinen normalen 50 Ohm-Out, ähnlich wie die von Stefan0719.
Was er als Antenne benutzt hat er irgendwo auf der Seite auch beschrieben.

von Power-FM ne - am 14.11.2017 18:22
Verstehe, Power-FM. Aber mehr als 500 mW kommen da auch nicht raus. Dass er verstorben ist finde ich sehr traurig. Warum ist er verstorben? Wie alt wurde er denn? @Sachsenbastler: Ich habe meinen Sender einfach mit einem IRF510 verstärkt. das geht auch sehr gut. Da kommt schon ein bisschen was raus (konnte ich messen indem ich mit nem 470nF auskopple an der Antenne und dann ne kleine Birne dranhänge oder den Lügenstab dranhalte. Momentan habe ich auch wenig Lust zum Basteln. Das Wetter macht einen ziemlich müde. Es ist ja fast 24h am Tag dunkel.

von kettenraucher - am 14.11.2017 18:33
Hier gibts einen Film einer MW Antenne für 6km Reichweite mit 100 mW Sendeleistung
https://www.youtube.com/watch?v=P37EASSzkLo

Und der 100 mW Sender ist derProcaster von hier:

https://www.youtube.com/watch?v=hg7BSoJimz8
https://www.chezradio.com/

Da sind doch ein paar ganz hübsche Links...
Schade, daß wir Hr. Morningstar nicht mehr fragen können...

Natürlich ist Masse wichtig. Und den Lackdraht habe ich genommen, weil er gerade da ist und weil meine amateurfunkenden Kollegen mir versichert haben, daß dickerer Draht Nichts bringt - außer besserer Reissfestigkeit und höherer Windlast.

von Oszillatormann - am 14.11.2017 19:39
Zitat

Kürzere Antennen gehen sofort viel schlechter, s. Mittelwelle mit meiner 4m Strippe. ÖÖÖÖÖ


Genau das sollten sich mal ganz viele "Senderbastler" hinter die Ohren schreiben, ich sage das ja auch immer wieder.
Da kann man auch Anpassen wie man will auch wenn manche das meinen, "mehr" als Leistungsanpassung geht eben nicht, und bei so viel zu kurzen Antennen ist eben fast kein Wirkungsgrad mehr da.

von Power-FM ne - am 15.11.2017 17:59
Ja, und perfekt wäre deine UKW Antenne wenn das Radial auch 86 cm lang wäre. Dann hättest Du den Dipol entdeckt. Aber das passierte schon vor 150 Jahren und Hr. Maxwell hat die Maxwell Gleichungen zur Bestimmung der Eingangsimpedanz kurzer Antennen damals ermittelt. Die haben das Ergebnis, das die Länge etwa 1 / 10 mindestens sein muß, damit der Wirkungsgrad mit normal baubaren Verlängerungsspulen im grünen Bereich bleibt. Für deutlich kürzere Antennen muß die Güte der Verlängerunsspule schnell 1 Million sein, damit die Sendeleistung auch in die Antenne kann.

Und deshalb finde ich kleine Rahmenantennen schöner, die brauchen zur Anpassung einen Kondensator, den man mit größeren Güten kaufen kann.

von Oszillatormann - am 15.11.2017 20:36
Ich habe jetzt gerade beim Aufräumen meinen früheren MW-Sender entdeckt. Ich dachte mir, warum nicht mal mit 32 Volt betreiben. Also bin ich hergegangen und habe einfach das Teil an meinen 6,50 Meter Draht angeklemmt, Gegengewicht an die Heizung. Lautstärke für die Modulation an meinem umgebauten HAMA IR-200 WLAN RADIO (habe Audioausgangsbuchsen eingebaut) auf Anschlag.

Dann fasste ich an die Antenne und staunte nicht schlecht denn: ich bekam einen Stromschlag, Es fühlte sich an, ähnlich wie bei einem Weidezaungerät, nur etwas schwächer. Man konnte es auch auditiv wahrnehmen, wie es einen Funkenüberschlag von der Lüsterklemme zu meinem Finger ab. Ich habe dann eine rote LED an die Antenne hingehalten und festgestellt, dass diese doch extrem hell leuchtet. Erstaunlich, was so ein BC547C für einen Output bringen kann.

Die Antenne "lade" ich übrigens mit einer Ladespule noch am vorletzten Ende der Antenne auf bzw. verlängere diese mehr oder weniger auch damit künstlich. Habe mich da gestern von Oszillatormanns Video aus Kanada, das er gepostet hat, inspirieren lassen.

Bis wieviel Volt könnte ich da maximal hochgehen, bevor mir die beiden parallel geschalteten BC547C abrauchen? Schafft er noch 40 Volt? Habe sicherlich noch irgendwo einen passenden Trafo herumliegen, der den Output bringen könnte. Problem ist dann nur, dass ich den Sender nicht mehr voll aufmodulieren kann. Das kann ich ja jetzt schon nicht mehr. Denn schon jetzt habe ich die Lautstärke voll auf Anschlag.

Ganz am Anfang der Antenne soll ja der Antennenstrom hoch sein und die Spannung niedrig. So ab der Hälfte der Antenne ändert sich das wohl, und der Antennenstrom fällt, dafür steigt die Spannung, deshalb soll man die Ladespule wohl immer am letzten Drittel montieren. Irgendwo habe ich das mal so wo aufgeschnappt.

Einen schönen Abend noch!

von kettenraucher - am 15.11.2017 21:07
:rp:

Das war Dithmarscher Urtyp und später Bayreuther Hell. Beide eigentlich Spitzenbiere.

So, nun der versprochene Reichweitentest:

Also, mit 32 Volt bekam ich 100 Meter rauschfreies Signal. Mit rauschfreiem Signal meine ich, absolut rauschfrei, ohne irgendwelche Hintergrundgeräusche. In 200 Metern war das Rauschen schon stark aber die Musik noch erkennbar. Danach rapide abnehmend und kaum noch Musik zu erkennen. Man muss dazu sagen, dass ich auch nur das MEDION PLL Radio zum Testen hatte. Mit einem besseren Empfänger ist die Reichweite sicherlich etwas besser.

Wahrscheinlich würde ich auf einer freien Wiese mit einer richtigen Erde viel grössere Reichweiten erreichen. Ausserdem wohne ich hier mitten in der Stadt. Überall viel hohe Häuser mit viel Stahlbeton. Keine idealen Voraussetzungen für solche Tests.

von kettenraucher - am 18.11.2017 14:43
Dieser Art von Antennenaufbau ist etwas mehr für Gartenliebhaber. Mir fehlt der Acker hinterm Haus. In einer Wohnung ist man doch, was Lang- und Mittelwelle anbelangt leider sehr eingeschränkt.

Vielleicht hast du das weiter oben nicht gelesen, daher hier nochmal die Frage zum Modulationsgrad:
Weißt Du mit welchem Modulationsgrad die Mittelwellensender derzeit unterwegs sind? In meiner Lehre war die Rede in etwa von gut 30%. Beim Scannen durch das Mittelwellenband ist mir folgendes aufgefallen:
Wenn der Sender schwächer wird und das S-Meter vom Sangean fast nichts mehr anzeigt, ist die Sprache vom professionellen Rundfunksender noch gut verständlich.
Ich hatte mal meinen Versuchssender mit etwa 40% Modulationsgrad betrieben. In der Nähe des Senders eine recht gute Audioqualität. Jedoch am Rande, wo der Sangean kaum noch Balken hatte, war der Signal-Rauschabstand doch schon sehr schlecht. Die Sprache war fast nicht mehr zu verstehen.
Mein Gedankengang ist, dass Ganze mal mit einem NF-Kompressor zu betreiben.

von RalphT - am 19.11.2017 05:46
Ach, deshalb klingt meiner so zaghaft. Und ich hatte ihn so mit ca. 40% gefahren. Dann werde ich mal am Regler drehen. Wobei die Idee mit dem NF-Kompressor werde ich weiter verfolgen. Ich habe im Internet eine Abhandlung über so einen Kompressor gesehen. Der Aufwand ist nicht mit 10 Bauteilen getan, ich denke aber, dass dieser Kompressor hörbar schon eine Verbesserung bringen wird. Das gute an dieser Sache ist, dass der NF-Bereich sich nur bei 5 kHz bewegt. Bei den Kompressoren werden die NF-Wege in unterschiedliche Frequenzbereiche unterterteilt, was den Aufwand in die Höhe treibt.

von RalphT - am 19.11.2017 12:37
Zitat
Oszillatormann
Hast Du schon mal den Kompressor vom Stereotool getestet?


Nee, das kannte ich noch nicht. Also eine Softwarelösung wollte ich nicht so gerne, jedoch testen würde ich doch sehr gerne. Da scheint es aber keine 30 Tage Demo zu geben.

Ich hatte mal in einer Discothek ein Standalonegerät eingebaut. Das war schon mal nicht so schlecht, auch der Preis ist soweit ok. Ich meine, ich hatte in etwa dieses Gerät hier verbaut:

Kompressor

Bei dem Standalonegerät fehlt natürlich so bischen der Selbstbau. Beim Selbstbau könnte man alles schön in ein 19" Gehäuse verschwinden lassen. Aber das ist Geschmackssache.

von RalphT - am 19.11.2017 13:46
Zitat
Oszillatormann
Jau.
Wenn Du einen Analog-Kompressor selbst bauen willst: Die besten Analog Compander Chips macht That Corporation, z.B. den That 4320. Frag mich nicht, wo man die als Normalsterblicher kaufen kann.


Ich glaube, da hatten wir den gleichen Gedanken.

THAT Kompressor

Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich noch gar nicht um das IC gekümmert habe.

von RalphT - am 19.11.2017 15:48
Ein schöner Bericht zum Kompressor. Interessant ist der Nachsatz: ...Während die elektrischen Tests der Kompressorschaltung gute Ergebnisse brachten, war der klangliche Eindruck beim Einsatz im Gitarren-Signalpfad eher enttäuschend. Es zeigte sich die Notwendigkeit, die Kompression frequenzselektiv vorzunehmen, da im gegebenenFall die starke Amplitude der tiefen Anteile des Gitarrentons eine ungewollte Dämpfung der hohen Anteile mit sich brachte...

Dann baut man das Ding doch lieber nicht. Ich habe vor ein paar Jahrzehnten für E-Gitarre auch mal einen Kompressor entwickelt. Der funktionierte mit einem FET als steuerbarem Widerstand und etwa 4 Transistoren drumrum. Ich habe das Ding immer gern benutzt und fand den Klang prima. Willst Du die Schaltung haben?

von Oszillatormann - am 19.11.2017 18:30
Jo, immer her damit. Das Ding ist ja schnell aufgebaut.

Stimmt, den Nachsatz hatte ich auch gelesen. Wobei die Schaltung nicht "mal eben" aufgebaut ist. Und dann noch die tw. krummen Widerstandswerte und das schwer beschaffbare IC. Ich habe hier schon viel auf Lager, aber ich heiße nicht Frau Reichelt. Hier noch der Plan vom Hersteller:

THAT Kompressor Notes

Im Internet existieren ja schon ein paar kleine Schaltungen. Die sind wirklich sehr vereinfacht. Bis jetzt bin ich noch der Meinung, dass das nur für ein Mikrofon taugt, aber eben nicht für Musik, geschweige noch für FM. Das dass NF-Spektrum frequenzselektiv verarbeitet werden muss, kommt auch in dem Nachsatz zur Geltung. Die Bässe machen das Ganze zunichte.

Nochmal zur Software:
Die o.g. Software kann man sich so herunterladen. Die Lizenzbedingungen habe ich mal eben überflogen. Je nach Feature, was man dort aktiviert, piept es in regelmäßgen Abständen, usw. Wenn man sich dort registriert, dann soll das ohne technische Einschränkungen sein. Auf jeden Fall werde ich damit mal befassen.

von RalphT - am 19.11.2017 18:48
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