UKW Leistungsoszillator mit BD136

Startbeitrag von Oszillatormann am 29.07.2017 19:48



Der BD136 Billigst-Transistor kostet bei Reichelt keine 20 cent, hat 8 W Verlustleistung und 75 MHz Transitfrequenz laut Datenbuch. Als Oszillator müßte er damit locker bis über 100 MHz einsetzbar sein. Ich wollte das mal testen. Die obige Schaltung ist das Ergebnis. Der Aufbau ist über einer kaschierten Leiterplatte als durchgängige Massefläche gemacht in 3D Pfuschtechnik.
Der Resonator aus L1, C3, C4, C5 ist schön kurz direkt an die Transistorbeine gelötet. Insgesamt ist etwa 4 cm zusätzliche Anschlußdrahtlänge im Schwingkreis enthalten. Wer das erheblich groszügiger lötet, wird unterhalb 88 MHz senden und mit dem Radio den Sender nicht finden.

Ich habe die ganze Schaltung so primitiv wie möglich gehalten, damit der Nachbau schnell gelingt. Der
Oszillator wird einfach über den Arbeitspunkt moduliert, dadurch entsteht FM und AM gleichzeitig. Mein Modulationsmesser zeigt bei 75 kHz Hub allerdings nur 1,8 % AM an. Der AM Anteil ist so klein, das er nicht weiter stört. Die winzigen SMD Spulen erzeugen auch nur ein kleines Streufeld. Deshalb ist die Rückwirkung auf die Oszillatorspule L1 klein und deshalb ist auch die Frequenzstabilität ohne Blechabschirmung schon halbwegs brauchbar. Oberwellen kommen reichlich:


Der Marker des Analysators zeigt 27 dBm an, das sind genau 500 mW bei 12V.
Die zweite Oberwelle bei 190 MHz ist nur gut 20 dB gedämpft.
Leider habe ich nicht mehr Leistung aus dem Transistor rausholen können, der NF Transistor scheint damit ausgereizt zu sein. Mit mehr Spannung kommt aber noch etwas mehr...

Antworten:

Bei ebay gibt´s auch schon seit geraumer Zeit eine art "Dauerangebot". Dort verkauft jemand einen UKW Sender mit Gegentaktoszillator. Ich bin mir ziemlich sicher, das die auf der Platine
verbauten Transistoren irgendwas zwischen BD135 und BD139 sind...

Es ist natürlich möglich mit so Transistoren irgendwie so etwas zu bauen. Ich habe hier auch eine Schaltung von wem bekommen die überraschenderweise hervorragend gut funktioniert - ich meine auch im Punkto Praxis Verwendbarkeit - wo ein 2N3904 der ja FT 300Mhz hat Problemlos auf 70cm im Bereich um 430-440Mhz betrieben wird. Und ja, es ist die Grundwelle.

Auch wenn du Festinduktivitäten in deinem Oszillator verwendest - das mache ich auch bei UKW

Schaltungen - denke ich das die Frequenzstabilität dennoch nich soo toll ist. Bei 0,3...0,5W HF

Leistung dürfte sich der Transistor doch spürbar erwärmen, und einen entsprechenden

Frequenzdrift aufweisen.


Ich weis ja nur zu gut wie wichtig und toll es ist, wenn die eigenen Schaltungen beachtet werden. Ich müsste wirklich jedes einzelne Bauteil hier habe, also die Festinduktiväten und C´s sowieso - aber - beim Transistor müsst ich gucken. Ich glaube, ich hab ´nen paar BD136 hier aber ob die -10 oder -16 oder was weis ich was sind weis ich jetzt nicht.

Würde es dich denn mit Glücksgefühlen erfüllen, wenn ich die Schaltung unverbindlich mal auf ordentlicher HF Platine nachbauen würde, um sie zu testen?

Ich mein ich weis ja schon das sie gut geht, davon kann man bei deinem Gebastel grundsätzlich ausgehen - ich wollte nur fragen

von Stefan0719 - am 01.08.2017 08:30
Hallo Stefan,

schön formuliert: Ich glaube, mit leichten Glücksgefühlen könnte es mich erfüllen...
Der BD136-10 hat höhere Transitfrequenz laut Datenbuch als der unselektierte. Ich habe ihn benutzt, weil er zufällig greifbar war. PNP nehme ich, damit der Kollektor an Masse kann. Der Transistor bekommt 0,2A*12V - 0,5W HF = 1,9W Heizleistung. Er wird schön heiß auf meinem Kühlkörperchen - es ist eins für DIL16 ICs.

von Oszillatormann - am 01.08.2017 14:29
Moin Oszillatormann,

mal was anderes. Was für eine Grundschaltung ist das?

Mich würde mal ein Vergleich interessieren. Es gibt ja im Netz die einstufigen Sender (BC546) zu Genüge. Diese sind ja auch sehr nachbausicher. Allerdings haben sie längst nicht die Leistung wie dieser. Ich schätze mal, die liefern nicht mehr als 10 mW.

Mich würde mal interessieren, was die Stufen so am Ausgang bringen. Machen die auch so viele Oberwellen?

Wenn diese Sender auch nicht besser sind, dann hat dieser Sender ja einen riesen Vorteil gegenüber den Senderchen mit einem BC 546, nämlich seine Leistung.

Ich sehe schon, einigen juckt es in den Fingern. Die werden dem Teil bestimmt mehr als 12 V geben. Da wird solange am Netzteil gedreht, bis es bumm macht

von RalphT - am 01.08.2017 15:30
Ich würde sagen dass das von der Transistorgrundschaltung her eine Kollektorschaltung ist. Die Oszillatorschaltung wahrscheinlich Collpitts (wenn auch nicht sofort zu erkennen), da die Rückkopplung über einen kapazitiven Spannungsteiler erfolgt (oder!? ).

Diese Standard-Einfachst-Sender mit BC547 usw. sind alle in Basisschaltung aufgebaut und haben auch in der Regel keinen 50 Ohm Ausgang.
Wenn man da einfach so ohne Anpassmaßnahmen an den Kollektor eine 50 Ohm Antenne anschließt, dann hat man so knapp ein milliwatt an der Antenne.

von Power-FM ne - am 01.08.2017 15:53
Die Grundschaltung habe ich hier im Thread vor 6 Jahren erklärt:

Re: Aller Einstieg ist schwer.. #
geschrieben von: Oszillatormann
Datum: 15. Januar 2011 20:10

von Oszillatormann - am 01.08.2017 18:24
Leistungsosszillator klingt erst mal gut !!!

Soweit war ich früher fast auch schon mal. Allerdings mit einem BC161-16.
Dieser brachte aber in der B 018 Schaltung keine Verbesserung (Basisschaltung) so das ich wieder den SF117 eingesetzt habe. - Ergebnis Funki.

Das entscheidende passiert, wenn ich an den NF Eingang ein Mikro mit einer etwa 1m langen Strippe anschlisse. Ein bissel mit der Strippe wedele, meine Position verändere.... dann beginnt auf der anderen Seite die Suche nach der Frequenz :xcool:.
Ganz davon abgesehen, dass das dranbasteln einer vernüftigen Antenne in Resonz einer Doktorarbeit gleichkommt.
-- Ist das bei dieser Schaltung anders ?

von sachsenbastler - am 02.08.2017 10:00
Wie stark das VCO Pulling ist kann ich Dir nicht sagen, schon gar nicht im Vergleich zur B018 Schaltung. Die finde ich nicht auf die Schnelle hier:
http://senderbau.egyptportal.ch/schaltungen.htm
Poste mal den Link, wo sie im Forum verschwunden ist!

Der Leistungsoszillator ist im Prinzip ein Clapp-Oszillator in """Kollektorschaltung""". Ich mache drei Anführungszeichen, weil diese Bezeichnungen bei Oszillatoren genau genommen nicht existieren. Der Clapp Oszillator ist viel stabiler - was Änderungen der Transistorparameter betrifft - als die Schundschaltung, mit Spule vom Kollektor nach Plus. Weil die Last hier ganz gut angepasst ist, sind auch Laständerungen relativ kritisch. Die Betriebsgüte der Clapp-Schaltung ist allerdings höher als bei der Schundschaltung, deshalb ist die Frequenzstabilität wieder deutlich besser. Eine Antenne habe ich nicht angeschlossen. Mit über 1mW Oberwellenleistung im Digital Audio Broadcasting DAB Band bei 180 MHz stört man wahrscheinlich schon 50 m weit. Ich bau beizeiten einen Tiefpaß dahinter und probiers dann mal aus. Mehr Leistung soll mit dem Tiefpaß auch kommen, sagt der Schaltungssimulator.
Die Schundschaltung mit dem BC547 werden wohl bei 20 mal kleinerem Strom auch maximal 1/20 von 500 mW liefern und weil alles fehlangepasst ist nochmal 1/2 und weil keine Drosseln verbaut werden nochmal 1/2. Daher werden maximal 5 mW rauskommen.

von Oszillatormann - am 02.08.2017 19:05
Schundschaltung habe ich noch nie gehört !
- nur das diese Schaltung grosser Mist ist. Wenn die Antenne auch noch von der Spule abgeht bringt sie bei - !!! 24V !!!! - 2W. Da habe ich mich vor 10 Jahren schon sehr gewundert. Vielleicht geht es wenn das 5mm starke Kühlblech 0,5m2 gross ist.
UKW- Oszillator B018 zu finden bei Googel.
Bei Deiner Schaltung würde ich sagen, kein Tiefpass sondern noch eine Stufe dran mit nur wenig Verstärkung und gleichzeitig etwas Filterwirkung bzgl. der Oberwellen.
Eine Frage noch: Kann man bei diesen Kleinsenderchen bis etwa 0,5W so eine Antennenanpassung herstellen, dass die Frequenz sich nicht verändert wenn man die Teleskopantenne berührt ? Ich vermute das geht nur bei mindestens 4-stufigen Ausführungen mit evtl. Pufferstufe.
Ich werde bei meinem jetzt mal die Gesamtstromstärke messen. Bei 2,5km Reichweite können das ja nicht nur 5mA sein. Vielleicht kann ich davon genauere Rückschlüsse auf die Ausgangsleistung ableiten.

von sachsenbastler - am 02.08.2017 20:46
Bitte nicht immer in rätseln sprechen...

von Power-FM ne - am 03.08.2017 06:54
Hi Oszillatormann,

naja mit diesen "Schundschaltungen" macht man im Bereich der "Sendetechnik" seine ersten Erfahrungen. Ein einfacher Oszillator mit eigentlich fast nur Nachteilen. Fährt man mit der Hand über den Sender, verrutscht die Frequenz.

Aber nochmal zurück zu deinem Link vor 6 Jahren. Sehr aufschlussreich die "Lehrstunde" mit den Grundschaltungen. Ich muss mir das noch mal in Ruhe alles ansehen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Ich wusste garnicht, dass in den Tiefen des Forums, sich auch Beiträge befinden, wo man noch etwas lernen kann.

von RalphT - am 03.08.2017 10:39
Die B018 Schaltung habe ich gefunden. Genauso sah mein erster Sender 1971 aus. Josty Kit HF65. Brachte auch angeblich 300 mW bei 40V / 50 mA mit Kühlung. Der Mistsender verstimmte sich 4 MHz beim Anschluß einer Antenne.

Der o.g. Leistungsoszillator schwingt bei
8V: 95,0 MHz
13V: 95,5 MHz
Bei 13V und 78 Grad heißem Transistor: 94,5 MHz.
statt 50 Ohm Leerlauf: 500 kHz Frequenzsprung. Das dürfte beim Anschließen einer Antenne auch etwa passieren.

Etwas mehr Spannung: Qualmgestank der Drossel, 0,6 Ampere, die 1uH Drossel ist braun gebrannt und hat offenbar einen Windungsschluß. Das reduziert ihre Güte und der Oszillator liefert daduch HF-Leistung in die Drossel: Neue 1µH Drossel wurde notwendig.

von Oszillatormann - am 03.08.2017 16:02
@stefan: Wie findet man den Ebay-Sender mit dem Gegentaktoszillator?

von Oszillatormann - am 03.08.2017 19:03
Ich habe eingangs geschrieben, daß der BD136 bei Reichelt für nur 20 cent zu haben ist. Inzwischen ist mir aufgefallen, das dieser günstige Transistor ein Datenblatt eines mir unbekannten indischen Herstellers hat. Bekanntlich unterscheiden sich BD136 und BD140 nur in der maximalen Betriebsspannung. Jetzt habe ich bei Reichelt zwei indische BD136 und zwei europäische BD140 von ST gekauft und alle vier gemessen. Leider sind die indischen BD136 deutlich anders als die BD140: Gemessen habe ich die Emitter-Basiskapazität und die Kollektor-Basiskapazität der Transistoren:

1. BD136 CBC 47 pF CBE 128pF
2. BD136 CBC 48 pF CBE 126pF
1. BD140 CBC 78 pF CBE 139pF
2. BD140 CBC 74 pF CBE 137pF

Die Transistoren sind deutlich unterschiedlich. Die o.g. Leistungsoszillatorschaltung funktioniert wahrscheinlich nur bei mir mit meinem Transistor. Die Nachbausicherheit ist wahrscheinlich kurz über dem Nullpunkt...

Und mit wenig CBC Kapazität hat der indische BD136 vielleicht auch kleinere PN Übergänge und damit höhere Stromdichten als der BD140 von ST. Und damit brennt der Inder auch eher ab, ist wohl aus der Abteilung Fake-Nachbau.

von Oszillatormann - am 14.08.2017 19:14
Fake würde ich das noch nicht bezeichnen, da gibt es diesbezüglich noch viel schlimmeres. Als "miese Kopie" würde ich es durchaus bezeichnen ;-).

Die Leuten, die damit nur NF verstärken oder schalten wird das alles noch nicht mal großartig jucken ;-).

von Power-FM ne - am 14.08.2017 19:51
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