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Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
themanta, broadcaster, bjoern

Frage zu Oszillator

Startbeitrag von themanta am 27.07.2007 07:21

Huhu !

Mein erster Post hier, drum stelle ich mich mal kurz vor:
Bin 18 Jahre alt, gehe momentan zur Schule und wohne in München. Interessiere mich schon lange für Elektronik.
Allerdings bevorzuge ich Röhren. Trifft man in meiner Generation sicher nicht so oft an ;-)
Dennoch bin ich ja der Meinung das die Glühenden Glasdinger Meilenweit über jeglicher Transe stehen ;-)

Ich habe Röhrenverstärker gebaut und kenne so gut wie jede Schaltung für NF. Wenn ihr also Hilfe braucht, das ist kein Problem.

Allerdings wollte ich nun ein wenig in das HF Gebiet einsteigen. Und glaubt mir, ich bin keiner dieser 14 jährigen Rotkappenkiffer die mal schnell einen "Sender" (krächzende Oberwellenschleuder) bauen wollen. Ich habe einiges an Literatur da, wie den Rothammel und den Pitsch.

Also habe ich mal angefangen was zusammenzubraten. Als NF vertärker eine PC92, da sie rumlag und mit der geringen heizspannung vom Trafo auskam. Mit dem µ=60 vertärkt sie auch ganz gut.

Als Oszillator eine EF95/5654/6AK5W weil es die als Schüttgut gibt und sie diese Frequenzen noch gut packt.

Schaltplan sieht so aus:



IMHO nennt sich das ECO-Oszillator. Warum weiss der geier, kein Buch schreibt was drüber. IMHO is das ein Anodenbasis-Hartley.

Paar Bilder vom Aufbau:



Die Netzteilsektion ist sogar mit nem Blech abgeschirmt. (Is allerdings Alu, also magnetische Komponent gehen da durch wie nix ..:-(((

Tankkreis:




Als kapazitätsdiode nehme ich eine BB505. Diese habe ich unter langer Sucherrei aus einem alten Grundig Glotzentuner gelötet.

Allerdings habe ich folgende Probleme: Wenn ich auf mein Radio abgleiche (Hab hier 8 Röhrenradios um mich stehen..;-)) habe ich ordentlich Brumm drinnen. Ich kenne mich ja mit Brummproblemen bei NF-verstärkern aus, hier weiss ich aber garnicht was zu tun ist.

Nächstes Problem ist, man hört die NF nur extrem leise und leicht verzerrt. An was kann das liegen. Gibt es heute intelligentere Bauteile die eine Spannungsamplitudenädnerung in eine Kapazitätsänderung umformen können ?

Viele fragen für einen Anfänger..

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen...

Gruß, Simon

Antworten:

Hallo Simon,

erst mal willkommen als Schreiber im Forum.
Röhren als Oszillator sind heutzutage wirklich nur einem kleinen Kreis von Idealisten ein Begriff. Deshalb wirds wahrscheinlich schwierig da noch viele gute Tipps zu bekommen, da die Röhrenspezialisten sich oft selbst zur Halbleitertechnik abgewandt haben, oder ihr Röhren-Wissen mit ins Grab genommen haben.
Aber trotzdem zur Sache.
Ich habe in meinen alten Berufsschulunterlagen (1980) nur noch dies gefunden:


Er heisst Elektron Coupled Oscillator, weil hier lediglich eine sehr lose Kopplung zwischen HF-Ausgang und Schwingkreis über die Elektronen im Vakuum der Röhre besteht.
Er galt deshalb als besonders stabil für einen freilaufenden Oszillator.

Deine Schaltung ist aber etwas anders aufgebaut. Du koppelst die HF induktiv über eine Koppelspule im Oszillatorkreis aus und nicht wie in meinem Schaltbild an der Kathode.
Hinsichtlich Stabilität solltest du besser nicht induktiv am Oszillatorkreis auskoppeln.

Jetzt zum Modulationsproblem:
Zwei Dinge führen m.E. nach zu deinem zu geringen Frequenzhub und Verzerrung.
1. Die Kapazitätsdiode ist zu lose an den Schwingkreis angekoppelt (2pF).
Da solltest du mal mit größeren Werten bis hin zu 100pF experimentieren.
Dann wird natürlich die Resonanzfrequenz deines Kreises sinken, und du musst dann
1-2 Windungen weniger nehmen.
Auf deinem Foto scheinen mir auch die Anschlußleitungen zum Trimmerkondensator
des Oszi-Kreises zu lang. Für einen UKW-Schwingkreis scheint mir das alles zu groß,
und vielleicht empfängst du auf deinem Radio nur Harmonische.
Da sollte ein Frequenzzähler Klarheit schaffen.
2. Der Kapazitätsvariationsbereich der BB505 wird zu gering sein als UHF-Diode.

Zum Brummproblem kann ich keinen Tipp geben, denn ich hab selbst noch nie was mit Röhren gebaut. Deshalb weiß ich auch nicht inwieweit die vielen Brummvermeidungstipps hier im Forum im Detail auf Röhrentechnik übertragbar sind.
Grundsätzlich wird aber auch für Röhren gelten:
Gute brummfreie Spannungsversorgung mit fetten Elkos und HF-Verdrosselung aller UB.

Das wären so meine ersten Ideen, aber jetzt müssen die wahren Röhrenkenner nach vorne, und das bin ich sicherlich nicht, jedenfalls nicht bei Röhren im Oszillator.

Gruß
Broadcaster


von broadcaster - am 27.07.2007 10:59
was mir gerade bei deinen bildern noch auffält, du hast an den trimmkondensator nen draht angelötet das ist nicht so gut, weil der dann als antenne dienen könnte und dadurch wird der oszillator instabil. außerdem wenn das son folien trimmer ist machst du durch die hitze die folien kaputt wenn du da an die verstellschraube so was anlötest.

von bjoern - am 27.07.2007 13:44
Hallo !
Danke euch beiden erstmal !

Also, ja ich habe direkt an den Trimmer gelötet. Habe extra immer abkühlen lassen und schnell gemacht. Trotzdem, das ding ist direkt mit den Platten verbunden und immer wenn ich dran drehe läuft er weg. Aber nicht so schlimm als wenn ich direkt mit dem Schraubenzieher drehe. Ich muss mir mal Bernstein/Plastikwerkzeug kaufen.

Da wäre wir schon beim nächsten Problem !
Wo findet man denn schicke Drehkos für das 3m band ? Ich find immer nur die Trimmer. Klar Conrad hat sowas nicht. Aber auch bei Oppermann oder Jan Wüsten finde ich nix :-(
Also ich meine Drehkos mit richtiger Befestigung, und Achse.

----

Tja, Röhren sind halt eine schöne angelegenheit. Sie haben die Vorteile & Nachteile von Mosfet und Transistor. Während Pentoden wie die EF95 welche ich verwende noch eine relativ kleine Gitter-Anodenkapazität von nur 0,02pF hat, so kann das bei den Trioden schon problematischer werden. Die PC88 als typische Tunerröhre für UHF (war in fast jeder Glotze) hat schon 1,7pF.

Dafür kann man sie leistungslos ansteuern. Man muss also nur die Gitterkapazitäten umladen und das wars....

Man muss sich also nicht mit 4-Quadrantenkennlinienfeldern und Stromverstärkungsfaktoren herumschlagen, die Spannung machts in der Röhre :-D

Mit dem Oszillator hast du recht, broadcaster, der ist ein wenig eigenkreirt. So Tankkreis und Oszillatorkreis in einem.....

Davor hatte ich es andes. Da hatte ich einen zweiten Kreis an der Anode, also ähnlich deinem Bild. Dort habe ich auch ausgekoppelt. Eine LED dort am Auskoppelkreis leuchete hell. Nur kamen da Unwissenheit und Angst zusammen denn ich wusste nicht ob man mit dem zweiten Anodenkreis, wo ich eben auch früher ausgekoppelt habe entweder nur auf Resonanz mit dem ersten Kreis gehen kann oder eben auch auf alle harmonischen komme (IMHO ist sowas auf kurzwelle üblich. Da hat man einen Quarzoszi und geht dann über Spulenabgriffe an der PA auf die harmonischen)

Da bräuchte ich ein wenig Nachhilfe...

Scheinbar ist meine Kopplung auch das problem warum ich beim anschließen einer antenne alles wegrennt.

Das mit den Kondensatoren werde ich mal testen, hab mittlerweile eh einen kleinen fehler in der NF ansteuerung entdeckt ;)

Das Brummproblem hängt vorallem mit der Positionierung des Netztrafos zusammen und liegt an der fehlenden Siebdrossel, denke ich. Zusammen mit dem wie du schon angedeutet hast, zu großem Aufbau (bin halt NF Technik gewöhnt...) wäre ein Neuafbau evtl. ratsam..:-)


Achja, die idee mit dem einen Schwingkreis hatte ich übrigends von dieser Schaltung:

(Quelle: Jogis Röhrenbude)
Gruß, Simon


von themanta - am 27.07.2007 15:40
Zitat

Wo findet man denn schicke Drehkos für das 3m band ?

Drehkos sind im UKW Bereich aber nicht mehr üblich aber wenns denn unbedingt sein soll, es gibt noch welche hier:
UKW Luftdrehkondensatoren
Besonders das motorgetriebene Modell scheint interessant, da vermeidest du wenigstens Handkapazitäten.

Viele Grüße
Broadcaster



von broadcaster - am 27.07.2007 18:25
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