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Forum:
Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hansi, ampliphase, HF Martin

Sender mit DDS

Startbeitrag von Hansi am 17.05.2008 00:28

Hallo,

hat schon jemand mal einen Sender mit DDS (direkte digitale Synthese, steht in wikipedia wer's nicht kennt) gebaut? Es gibt ja mittlerweile bezahlbare DDS-ICs, die alles komplett inkl. DAC-Wandler enthalten bei Taktfrequenzen bis so 500MHz rum, also ein 100MHz-Signal kann man damit sehr gut generieren. Zudem bieten manche dieser Bausteine einen digitalen Eingang für Phasen/Frequenzmodulation an. Wenn man diesen nun z.B. durch ein USB-Interface vom PC aus schnell genug füttern kann, kann man das Basisbandsignal inkl. Stereo/RDS komplett in Software in Spitzenqualität generieren und digital-analog gewandelt wird erst ganz am Schluß. Natürlich kommt man da evtl. um eine doppelseitige Platine nicht rum, und auch das Löten der -zig Pins ist nicht ohne, aber durchaus mit Hobbymitteln machbar. Mit höherem Aufwand kann man natürlich auch die Funktion des PCs in einen DSP verlegen, wenn man alles mobil haben möchte...
Wie ist eigentlich der Stand der Dinge bei heutigen modernen Steuersendern für UKW? Ich denke mal da wird doch auch so alles digital gemacht oder?

Gruß,
Hansi

Antworten:

Ich wollte vor einiger Zeit mal was mit DDS machen, das ganze ist mir aber eine Stufe zu kompliziert und es fehlt mir auch an der Motivation mich da einzuarbeiten. Der Qualitätsgewinn ist je nach dem schon da, macht aber nur Sinn, wenn die ganze Kette digital ist, also Quelle, Mischer etc. Und da fängts schon an, es müsste also fast zwingend ein PC zum Einsatz kommen. Mikrofon müsste man erstmals über einen ADC laufen lassen um es dann anschliessend trotzdem wieder analog zu machen.. Dann ist die Qualität auch von den verwendeten Wandlern abhängig, da sind gute auch nicht gerade billig. Und RDS müsste man erstmal in digitaler Form vorliegen haben, da kenne ich keine Software, die das kann.
Fazit: Wäre interessant, aber Aufwand und Nutzen stehen m.E. in keinem Verhältnis. Zumal man auf einem 0815 Empfänger eh keinen grossen Unterschied feststellen wird.

Ich bin mir eher am überlegen, ob ich mir wieder einen Plattenspieler zulegen soll ;)

von HF Martin - am 17.05.2008 12:57
Zitat

Es gibt ja mittlerweile bezahlbare DDS-ICs, die alles komplett inkl. DAC-Wandler enthalten bei Taktfrequenzen bis so 500MHz rum, also ein 100MHz-Signal kann man damit sehr gut generieren.


Ich glaube kaum, dass es bezahlbare DDS-ICs gibt, die schnell genug sind, aus einem Audio- und RDS-Signal ein FM-(MPX)-moduliertes 100MHz-Signal zu generieren. Im umgekehrten Fall (Empfänger) ist man jedenfalls noch auf die ZF-Ebene beschränkt und selbst das ist noch sauteuer.

von ampliphase - am 17.05.2008 12:57
Zitat
ampliphase
Ich glaube kaum, dass es bezahlbare DDS-ICs gibt, die schnell genug sind, aus einem Audio- und RDS-Signal ein FM-(MPX)-moduliertes 100MHz-Signal zu generieren. Im umgekehrten Fall (Empfänger) ist man jedenfalls noch auf die ZF-Ebene beschränkt und selbst das ist noch sauteuer.


Also selbst in Einzelstücken bekommt man z.B. hier für um die 29EUR einen 400MHz-DDS-IC:

DDS-Chips bei Sander

Der billigste Chip mit 400MHz ist der AD9859
Mit 400MHz Taktfrequenz kann man theoretisch 200MHz maximal erzeugen, mit 100MHz hat man da noch etwas Reserve (Nebenprodukte, die bei DDS entstehen. Prinzipiell erzeugt so ein DDS aber ein sehr sauberer Signal, schaut euch mal og. Datenblatt an). Je nach Bauart haben die einen seriellen oder parallelen Digitaleingang, an dem man Wert für den Phasenakku (d.h. die Frequenz) einstellen kann. Über ein kleines CPLD, evtl. auch handeslübliche Logikbausteine kann man das an so einen FTDI-Chip (USB-parallel- oder USB-seriell-Wandler) drankleben.

Zur Basissignalaufbereitung: Ich habe irgendwo schon einen Stereo/RDS-Software-Encoder für Linux gesehen, finde den Link gerade nicht. Der Vorteil beim Soundsystem von Linux ist nämlich, es gibt dort den jack-Daemon, das ist ein Soundserver, mit dem man beliebig viele Programme virtuell verkabeln kann. D.h. man müsste einen kleinen Treiber haben, der sich zu sem Jack-Daemon verbindet und einkommende Daten über USB ausgibt an og. Schaltung.
Nun kann man IM Computer, ohne extra Soundkarte, Kabel usw. eine schöne Effektkette aufbauen: mp3-Player, Kompressor, Limiter, sonstige Broadcast-"Verbesserer", Stereo/RDS-Encoder, fertig. Diese Plugins inkl. dem RDS-Encoder gibt es alle schon fertig, da muss man nix programmieren...
Wenn man mp3s abspielt bleibt das Signal komplett digital bis zum DAC des DDS-Chips...
Und wer noch ein Mikro anschließen will, gute Soundkarten sind ja auch bezahlbar. Die kann man dann durch ein virtuelles Mischpult schicken und dann in den Kompressor, Limiter usw. Alles per jack virtuell verkabelt.
Wem das Linuxgedöhns zu umständlich ist: Zum einen könnte man eine Live-CD herausbringen, so wie Knoppix, wo das alles vorkonfiguriert ist.
Zum anderen könnte man den Sender inkl. Linux-PC als Appliance bauen, d.h. eine Blackbox, die einfach so funktioniert und von außen per Web z.B. auch von einem Win-PC aus steuerbar ist...

Gruß,
Hansi



von Hansi - am 17.05.2008 14:14
Hier der Link zu dem Linux-RDS/Stereo-Enkoder, leider nur noch im Archiv:

http://web.archive.org/web/20060427174636/http://www.spamblock.demon.co.uk/stereogen.html




von Hansi - am 17.05.2008 14:51
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