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Informationen zum Thema:
Forum:
ChessBits-Computerschachforum
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Martin Schubert, Rainer Neuhäusler, marcus kästner

Statistics for dummies II

Startbeitrag von Martin Schubert am 16.06.2001 09:02

Erst einmal vielen Dank an alle, die auf meinen Beitrag Interesse bekundet haben. Den Beiträgen und den Zugriffszahlen nach zu schließen, scheinen sich ja einige für Statistik zu interessieren. Daher werde ich jetzt mit der Planung eines Artikels (bzw. einer Serie) beginnen. Dafür wäre nur wichtig zu wissen, wie der Kenntnisstand der Leser ist. Um ein "wenig" Mathematik wird man wohl nicht herumkommen, daher meine Frage an Euch: was wißt Ihr zum Thema Mathematik? Was kann man an Grundlagen voraussetzen? Vielleicht ist die Frage ein wenig zu allgemein, aber bitte schreibt trotzdem, was Ihr so wißt.
Was sagt Euch zum Beispiel ein Grenzwert/Limes? Kann sich da jeder etwas darunter vorstellen?

Viele Grüße, Martin

Antworten:

ich denke mal, das wäre gut in einem satz nochmal zu erläutern, auch wenn das jeder zweite seinerzeit in der schule hatte.

gruß
marcus

von marcus kästner - am 16.06.2001 09:16
> Erst einmal vielen Dank an alle, die auf meinen Beitrag
> Interesse bekundet haben. Den Beiträgen und den Zugriffszahlen
> nach zu schließen, scheinen sich ja einige für Statistik zu
> interessieren. Daher werde ich jetzt mit der Planung eines
> Artikels (bzw. einer Serie) beginnen. Dafür wäre nur wichtig zu
> wissen, wie der Kenntnisstand der Leser ist. Um ein "wenig"
> Mathematik wird man wohl nicht herumkommen, daher meine Frage
> an Euch: was wißt Ihr zum Thema Mathematik? Was kann man an
> Grundlagen voraussetzen? Vielleicht ist die Frage ein wenig zu
> allgemein, aber bitte schreibt trotzdem, was Ihr so wißt.
> Was sagt Euch zum Beispiel ein Grenzwert/Limes? Kann sich da
> jeder etwas darunter vorstellen?
>
> Viele Grüße, Martin
___________

Hallo

Das letzte was gebraucht wird ist eine theoretische Abhandlung über Statistik mit Grenzwertsätzen und Ableitungen von Formeln. Das interessiert keine S..
Die beiden Artikel von Frank Schubert stehen bisher einzigartig da und der hat sich ja nun wirklich Mühe gegeben, das Thema für die Schachcomputergemeinde aufzubereiten.
Aber es gibt nach wie vor nur eine Handvoll Leute, die CCC-Population eingeschlossen, die wenigstens die Grundzüge der Teststatistik kapiert haben und sich auch daran halten.
Alle paar Wochen kommt irgendwer mal wieder mit der Binomialverteilung daher und hat noch nicht bemerkt, dass durch das Elosystem schon längst ein höheres Skalenniveau erreicht ist. Oder es veröffentlich mal wieder einen Wettkampf mit 10-20 Partien und behauptet dann, dass dies Engine besser oder schlechter ist.

Also war sogar Frank Schubert noch zu abstrakt.

Statistik und ich sage ausdrücklich die Testtheorie (davon scheint in der Branche scheinbar noch niemand etwas gehört zu haben) werden einfach mit Ausreden umgangen wie "Fehler gleichen sich aus" oder "soviele Partien kann man nicht spielen, dass es repräsentativ wird". Und die Fachleute und Redaktionen tun m.E. viel zu wenig um diesem Wissensnotstand (auch in den eigenen Reihen) zu begegnen.
Anstatt standartisierte Testbedingungen zu entwicklen, wird auf die Erfahrung der Tester verwiesen. Man kann auch jahrzehntelang "aus Erfahrung" immer die gleichen Fehler machen ;-), wenn die Materie nicht studiert ist.

Da besteht Informations- und Handlungsbedarf. Den Leuten muss verklickert werden, dass man Statistik nicht nach Belieben herausholen und wieder die Ecke stellen kann. Zum zweiten sollte dem User bzw. Tester eine möglichst praxisnahe Anleitung für das Testen von Schachprogrammen an die Hand gegeben werden mit Checklisten und Beispielen. Das interessiert ihn, weil er dann was davon hat. Sonst schreibt der Autor nur für die Zeitung und für sich selbst, kaum einer liest es und hat es schon wieder vergessen bevor er es überhaupt verstanden hat. Statistik kann man so aufbereiten und verklickern, dass der Leser nicht einmal merkt, dass hier Mathematik im Spiel ist (oder kaum :-)
Da helfen auch keine Umfragen wie diese hier, denn was will man denn schon über eine Population aussagen, die im Kern aus 10 Postern besteht und aus hunderten von passiven Lesern.

Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt @#$%& oder ChessBits eine diesbezügliche Artikelserie anzubieten oder aber damit Online zu gehen. Aber ohne Verpflichtung schiebt man eben die Dinge immer wieder hinaus. Und eine eigene Homepage habe ich ja auch schon lange vor, da würde sich eine schachstatistische Abteilung nicht schlecht machen :-) Und ausserdem gäbe es noch wunderbare Möglichkeiten für entsprechende VB-Programme und... und....

Fazit: Ein löbliches Vorhaben im Sinne von "die tun was" in einem zentralen Anwendungsbereich. Aber: Je praxisnaher, desto besser IMO.

Gruß Rainer

von Rainer Neuhäusler - am 18.06.2001 13:50
Danke für Deine Antwort! Muss jetzt weg, daher nur kurz durchgelesen und nur eine kurze Antwort.
Meiner Meinung nach ist zum Verständnis der Statistik ein wenig Theorie notwendig. Wenn es nur praxisorientiert ist, kapiert keiner, warum manche Dinge Käse sind. Das heißt, zum Beispiel ein Verständnis, was stochastische Unabhängigkeit ist, wird benötigt.
Die Artikel von Frank waren eher von der praktischen Seite interessant, oder sagen wir lieber von der deskriptiven Seite. Aber ich finde auch, es darf in einem Statistikartikel nicht passieren, dass drinnen steht, ein Konfidenzintervall bedeutet, mit 95% W-keit liegt die Spielstärke in dem Bereich.

Gruß, Martin

von Martin Schubert - am 18.06.2001 14:42
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