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Informationen zum Thema:
Forum:
ChessBits-Computerschachforum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Eduard Nemeth, Martin Schubert, marcus kästner

ChessBits Online-Turnier: an die Teilnehmer

Startbeitrag von Eduard Nemeth am 28.06.2001 12:39

Wie ich gehört habe, beginnt am kommenden Wochenende das ChessBits
Online Turnier, 9 Runden nach schweizer System. Ich finde dieses Event
klasse, und wünsche allen Beteiligten viel Freude und Spaß!

Soweit mir bekannt ist hat sich bislang kein Mensch bereit erklärt daran teilzu-
nehmen. Dafür gibt es sicher Gründe. Auch für mich wäre es sehr anstrengend
gegen die BESTEN Programme der Welt 9 Runden "online" zu spielen. Die
Leistung der Programme bei etwa 900 Mhz im Schnitt dürfte da bei ca. 2700 Elo
liegen (Tiger wird in Argentinien auf Turnierstufe bei ähnlicher Hardware mit 2632
Elo angegeben, und er gewinnt auch noch!), das muss man sich einmal vor
die Augen malen!

Dennoch bin ich nicht abgeneigt, einige Partien gegen die sagen wir bestplazierten Programme, nach Ende des Turniers zu spielen. Warum nicht?
4 Partien gegen zwei Programme auf Stufe 30' würde ich mir überlegen.

Ich hätte da aber zuerst einige Fragen. Kann mir jemand hier oder per eMail
beantworten wie das im ICC zwischen Mensch und Maschine abläuft?

Einiges weiss ich schon, nur wo sitzt der Menschliche Spieler wenn er im ICC
spielt? Daheim oder wo? Spielt er unter Aufsicht (Beobachtung) oder aus seinem
Kämmerchen heraus? Prinzipiell ist es dann ja möglich, einen zweiten Rechner
laufen zu lassen und sozusagen Advanced Chess heimlich zu spielen.
Das hat dann den Vorteil für den Menschen dass er keine taktischen Fehler
begehen würde.

Neulich spielte zB. Deep Shredder gegen GM Dreev im ICC. Wie ging es da zu
wenn man meine obigen Fragen in Betracht nimmt?
Kann Martin Müller (er bediente DS gegen Dreev) evtl. zum genauen Ablauf
auch etwas sagen?

Auf Antworten meiner Fragen bin ich sehr interessiert!

Eduard

Antworten:

> Soweit mir bekannt ist hat sich bislang kein Mensch bereit
> erklärt daran teilzu-
> nehmen. Dafür gibt es sicher Gründe. Auch für mich wäre es sehr
> anstrengend
> gegen die BESTEN Programme der Welt 9 Runden "online" zu
> spielen. Die
> Leistung der Programme bei etwa 900 Mhz im Schnitt dürfte da
> bei ca. 2700 Elo
> liegen (Tiger wird in Argentinien auf Turnierstufe bei
> ähnlicher Hardware mit 2632
> Elo angegeben, und er gewinnt auch noch!), das muss man sich
> einmal vor
> die Augen malen!

ja, irre!

>
> Dennoch bin ich nicht abgeneigt, einige Partien gegen die sagen
> wir bestplazierten Programme, nach Ende des Turniers zu
> spielen. Warum nicht?
> 4 Partien gegen zwei Programme auf Stufe 30' würde ich mir
> überlegen.

wär klasse. wie besprochen machen wir dann einen "showdown" mit dir wenn du denn zeit und lust hast.

>
> Ich hätte da aber zuerst einige Fragen. Kann mir jemand hier
> oder per eMail
> beantworten wie das im ICC zwischen Mensch und Maschine abläuft?
>
> Einiges weiss ich schon, nur wo sitzt der Menschliche Spieler
> wenn er im ICC
> spielt? Daheim oder wo? Spielt er unter Aufsicht (Beobachtung)

klar daheim.

> oder aus seinem
> Kämmerchen heraus? Prinzipiell ist es dann ja möglich, einen
> zweiten Rechner
> laufen zu lassen und sozusagen Advanced Chess heimlich zu
> spielen.
> Das hat dann den Vorteil für den Menschen dass er keine
> taktischen Fehler
> begehen würde.

sicher ist das möglich. aber ein normaler mensch sagt das vorher an.
sonst bringt das ja nix, weil man sich selbst betrügt. und man will ja was über die eigene spielstärke erfahren.

gruß
marcus

von marcus kästner - am 28.06.2001 13:17
Zum Thema Beschummeln auf ICC: mit den Clients BlitzIn bzw. unter Chess Assistant ist das nicht möglich. Man könnte natürlich auch als weiteren Task ein anderes Programm aufmachen. Angeblich soll aber BlitzIn auch so etwas erkennen.

Gruß, Martin

von Martin Schubert - am 28.06.2001 14:19
marcus kästner schrieb:
>
> > Soweit mir bekannt ist hat sich bislang kein Mensch
> bereit
> > erklärt daran teilzu-
> > nehmen. Dafür gibt es sicher Gründe. Auch für mich wäre es sehr
> > anstrengend
> > gegen die BESTEN Programme der Welt 9 Runden "online" zu
> > spielen. Die
> > Leistung der Programme bei etwa 900 Mhz im Schnitt dürfte da
> > bei ca. 2700 Elo
> > liegen (Tiger wird in Argentinien auf Turnierstufe bei
> > ähnlicher Hardware mit 2632
> > Elo angegeben, und er gewinnt auch noch!), das muss man sich
> > einmal vor
> > die Augen malen!
>
> ja, irre!
>

Onlineschach dürfte noch schwerer zu spielen sein!

> >
> > Dennoch bin ich nicht abgeneigt, einige Partien gegen die sagen
> > wir bestplazierten Programme, nach Ende des Turniers zu
> > spielen. Warum nicht?
> > 4 Partien gegen zwei Programme auf Stufe 30' würde ich mir
> > überlegen.
>
> wär klasse. wie besprochen machen wir dann einen "showdown" mit
> dir wenn du denn zeit und lust hast.
>
> >
> > Ich hätte da aber zuerst einige Fragen. Kann mir jemand hier
> > oder per eMail
> > beantworten wie das im ICC zwischen Mensch und Maschine
> abläuft?
> >
> > Einiges weiss ich schon, nur wo sitzt der Menschliche Spieler
> > wenn er im ICC
> > spielt? Daheim oder wo? Spielt er unter Aufsicht (Beobachtung)
>
> klar daheim.
>

Wenigstens in Plus für die eigene Psyche. :-)

> > oder aus seinem
> > Kämmerchen heraus? Prinzipiell ist es dann ja möglich, einen
> > zweiten Rechner
> > laufen zu lassen und sozusagen Advanced Chess heimlich zu
> > spielen.
> > Das hat dann den Vorteil für den Menschen dass er keine
> > taktischen Fehler
> > begehen würde.
>
> sicher ist das möglich. aber ein normaler mensch sagt das
> vorher an.

Normal ja.

> sonst bringt das ja nix, weil man sich selbst betrügt. und man

Doch es bringt etwas, nämlich für manche GMs Geld.
Derzeit gibt es viele GMs die mit ihrem Profidasein sehr wenig
Geld verdienen. Manche haben bei Turnieren schon absichtlich
Partien verkauft, und sich auch untereinander abgesprochen.
Mir zB ist ein Fall bekannt wo ein GM bei einem Open erst ab
Runde 2 antreten konnte und den Veranstalter fragte ob er nicht
in Runde 1 einen ihm gekannten GM zugelost bekommen könnte
um sich auf ein Remis zu einigen. Tricks gibt es viele und für Geld
machen viele vieles! Ich will niemandem persönlich etwas unterstellen
aber in normalen Turnieren wird viel abgesprochen um der Preisgelder
wegen. Warum sollten "solche" Spieler nicht (wenn möglich) auch
im PS-Schach mogeln? Ich bin da sehr skeptisch. ;-)

Ich bewundere daher Topspieler wie Kasparov und auch Anand !
Für Garry ist das Geld natürlich immer wichtig aber wichtiger war ihm
immer die faire Herausforderung! Dagegen ist Kramnik leider ein
anderer TYP. Hätte Garry Deep Blue 3 Monate vorher im Besitz
gehabt so hätte er ihn total vernichtet!

> will ja was über die eigene spielstärke erfahren.
>

Die GMs unter sich wissen genau wo sie stehen. Das Spielen
gegen einen Computer ist eine andere Disziplin. Ich bin daher
nicht sicher ob da jeder immer etwas erfahren möchte. Online
PC-Schach ist übrigens in meinen Augen nicht dasselbe wie
eine Livepartie wo man einem Bediener gegenübersitzt, weil
Schach für den Menschen auch eine Herausforderung an die
eigene Psyche stellt. Zumindest jenen, der im Onlinespielen
nur wenig Erfahrung hat, kann seine eigene Psyche blockieren
weil sich der Gegner nicht in unmittelbarer Nähe und direkt
als ein Gegenüber stellt.
Diese Situation kann die menschliche Psyche suggestiv deutlich
beeinflussen.

Daher also rangehen und üben, üben, üben. :-)

Ich selbst fühle mich viel wohler wenn ich einem Bediener gegenüber-
sitze und dieser die Züge auf einem Brett direkt vor mir ausspielt.

Wer nicht? ;-)

> gruß
> marcus

Gruss,
Eduard

von Eduard Nemeth - am 28.06.2001 14:26
Martin Schubert schrieb:
>
> Zum Thema Beschummeln auf ICC: mit den Clients BlitzIn
> bzw. unter Chess Assistant ist das nicht möglich. Man könnte
> natürlich auch als weiteren Task ein anderes Programm
> aufmachen. Angeblich soll aber BlitzIn auch so etwas erkennen.
>
> Gruß, Martin

Hi Martin!

Erkläre mir das etwas genauer. Wer sollte mich "theoretisch" daran hindern einen 2. PC stehen zur Hand zu haben (einen Laptop zB.) der nicht mit dem Internet verbunden ist?

Gruß,
Eduard

von Eduard Nemeth - am 28.06.2001 14:30
> Hi Martin!
>
> Erkläre mir das etwas genauer. Wer sollte mich "theoretisch"
> daran hindern einen 2. PC stehen zur Hand zu haben (einen
> Laptop zB.) der nicht mit dem Internet verbunden ist?
>
> Gruß,
> Eduard

Hi, Eduard!

Natürlich gibt es genügend Möglichkeiten zu bescheißen. Es kann Dich auch keiner daran hindern, in ein Buch zu schauen. Aber anscheinend kann man unter BlitzIn auf dem gleichen Computer kein Programm mitlaufen lassen.
Wenn man unter Chess Assistant spielt, sind zumindest die Analysemöglichkeiten während der Partie deaktiviert.

Gruß, Martin

von Martin Schubert - am 28.06.2001 14:34
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