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Informationen zum Thema:
Forum:
ChessBits-Computerschachforum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andreaas Stauche, ELVIS, Kurt Utzinger, Jörn Gronemann, K.-H. Milaster, Harald Faber

Computer WM ein Kinkerlitzchen

Startbeitrag von Andreaas Stauche am 26.08.2001 13:30

Hi,

ich habe bewusst diese Überschrift gewählt, um ein wenig zu provozieren :-)

für mich ist ein Turnier wie die WM, genauso wie z.B. das Chessbits Turnier nur ein spannender Zeitvertreib. Meiner Meinung nach sagt so etwas kaum wirklich etwas über die Spielstärke der Programme aus. Dafür werden VIEL zu wenig Partien untereinander gespielt.
Ich stelle aber fest, dass viele anderer Meinung sind, im gleichen Atemzug aber sagen, dass Programm X erstmal soundsovielhundert Partien gegen zig Programme spielen muss, damit man zu einer einigermassen stichhaltigen Aussage über die Spielstärke kommt.
Meiner Meinung nach wird ein Turnier wie die WM von der Aussagekraft viel zu hoch bewertet und steht im krassen Gegensatz zur SSDF zum Beispiel.

Was meint Ihr?

Gruss

AS

Antworten:

Andreaas Stauche schrieb:
>
> Hi,
>
> ich habe bewusst diese Überschrift gewählt, um ein wenig zu
> provozieren :-)
>
> für mich ist ein Turnier wie die WM, genauso wie z.B. das
> Chessbits Turnier nur ein spannender Zeitvertreib. Meiner
> Meinung nach sagt so etwas kaum wirklich etwas über die
> Spielstärke der Programme aus. Dafür werden VIEL zu wenig
> Partien untereinander gespielt.
> Ich stelle aber fest, dass viele anderer Meinung sind, im
> gleichen Atemzug aber sagen, dass Programm X erstmal
> soundsovielhundert Partien gegen zig Programme spielen muss,
> damit man zu einer einigermassen stichhaltigen Aussage über die
> Spielstärke kommt.
> Meiner Meinung nach wird ein Turnier wie die WM von der
> Aussagekraft viel zu hoch bewertet und steht im krassen
> Gegensatz zur SSDF zum Beispiel.
>
> Was meint Ihr?
>
> Gruss
>
> AS

Ich meine, dass sich auf jeden Fall ein/das Ergebnis der WM IMMER von Turnierergebnissen von kommerziellen Versionen unterscheiden wird. Weil ich absolut sicher bin, dass KEINE WM-Engine und KEIN WM-Eröffnungsbuch jemals in einer kommerziellen Version Einzug finden werden bzw. gefunden haben.
Haralds Homepage


von Harald Faber - am 26.08.2001 14:07
Andreaas Stauche schrieb:
>
> Hi,
>
> ich habe bewusst diese Überschrift gewählt, um ein wenig zu
> provozieren :-)
>
> für mich ist ein Turnier wie die WM, genauso wie z.B. das
> Chessbits Turnier nur ein spannender Zeitvertreib. Meiner
> Meinung nach sagt so etwas kaum wirklich etwas über die
> Spielstärke der Programme aus. Dafür werden VIEL zu wenig
> Partien untereinander gespielt.
> Ich stelle aber fest, dass viele anderer Meinung sind, im
> gleichen Atemzug aber sagen, dass Programm X erstmal
> soundsovielhundert Partien gegen zig Programme spielen muss,
> damit man zu einer einigermassen stichhaltigen Aussage über die
> Spielstärke kommt.
> Meiner Meinung nach wird ein Turnier wie die WM von der
> Aussagekraft viel zu hoch bewertet und steht im krassen
> Gegensatz zur SSDF zum Beispiel.
>
> Was meint Ihr?
>
> Gruss
>
> AS

Prinzipiell ist Dir zuzustimmen.
Ob SSDF oder CBits Liste oder Hallsworth -
diese Art des Spielstärkevergleichs ist mit Sicherheit korrekter.

Aber :

WM's werden von der Masse der Interessierten gewollt - ebenso von der Industrie.
Du würdest Dich wundern, WIE sehr ein WM Titel die Kaufentscheidung des xy users beeinflussen kann !

Die ganze Geschichte ist schon lange keine ( oder war sehr wahrscheinlich nie eine gewesen ) Spaß + Wetbewerbsgeschichte, indes knallharter Kommerz. Beinhaltend alle Regeln, die woanders auch dazugehören - so ist das nun einmal.

"Spielstärke" - lieber Andreas, ist jedoch etwas, was speziell bei den Computerschachprogrammen als unzweifelhafter Faktor überhaupt nicht lokalisierbar ist.

Es ist - meiner Meinung nach - eine Frage der persönlichen Definition jedes Einzelanwenders, wo er selbst seine Gewichtungen sieht.

Der eine berauscht sich an Blitz-Autoplayermatches und ist höchst erfreut, wenn sein neuer Taktik Bolide da glänzt.....

der nächste will fundierte Analysearbeit ausgeführt sehen - mit reichlich Zeit. Abgesehen davon, daß man dazu klugerweise 3 progs mit entsprechend RAM + unterschiedlichen Programmansätzen verwenden sollte...wird dieser Anwender eher zu Programmen a la HIARCS greifen....

usw - usw.

Ich kenne keinen allrounder, der gegen Menschen, auf Blitz und in der Analyse gleichmäßig gute scores erzielt.
Das geht - bis dato - noch nicht und recht wahrscheinlich auch überhaupt nicht......

und andererseits : geht nicht gibt's nicht....

also alles nicht so trivial.

Trotz dieser Nebulosität :

schönen Sonntag !

EL

Fernschach International


von ELVIS - am 26.08.2001 14:07
Derartige Veranstaltungen können nur Momentaufnahmen sein. Keiner wird ernsthaft verlangen, das beispielsweise bei der Olympiade ein Hundert-Meter-Lauf hundertmal wiederholt wird, um den "wirklichen" Sieger zu ermitteln. Ist die Olympiade also auch ein Kinkerlitzchen?
Ich denke, man sollte das alles nicht so ernst nehmen. Das ein solcher Titel (beim Computerschach) den Verkauf wirklich ankurbelt, wage ich zu bezweifeln. Meine Programme, die in der Szene kaum jemand kennt, wurden in den letzten zwei Jahren in Europa über 500.000 mal verkauft. In dieser Hinsicht bin ich sicher "Weltmeister".

Gruss,
KHM
ChessBrain


von K.-H. Milaster - am 26.08.2001 15:59
Ehre wem Ehre gebührt.....:D

c/u

EL

Fernschach International


von ELVIS - am 26.08.2001 16:48
Hi Elvis,

ich übersetze somit mein Wort "Spielstärke" in ---> "Rechengewalt" :D :p

Gute Nacht :-)


AS

von Andreaas Stauche - am 26.08.2001 21:48
Das bedenkliche ist manchmal das nur der 1. Platz der wichtigste ist, auch wenn die anderen ebenfalls gute Leistungen zeigen. In unserer modernen Welt sind schon Plätze unterhalb von 1 alle Looser. Das ist schade. Ansonsten denke ich die momentanen Profi Programme sind alle recht dicht zusammen, es gibt kein Programm das nun mit deutlichem Abstand vorne liegt. Die denkwürdige Partie Deep Junior - Shredder, welche Schwarz "versiebt" hat, hätte den weitern Verlauf geändert, andere Auslosungen usw. Aber was soll´s, Schach lebt auch von den Fehlern der anderen, unter Menschen werden die meisten Partien auf diese Weise entschieden. Ein wenig Glück und Tagesform sind oft das Zündlein an der Waage.

von Jörn Gronemann - am 27.08.2001 08:34
Hallo Andreas

Kann mich dieser Meinung vollumfänglich anschliessen. Man bedenken nur, was in einem so kurzen Turnier passiert, wenn nur eine wichtige Partie ein umgekehrtes Resultat bringt. Aber trotzdem ist die WM natürlich spannend und für die Programmierer eine wichtige Sache.
Mfg
Kurt

von Kurt Utzinger - am 27.08.2001 19:18
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