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Forum der Handball-Regionalliga- Nord
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kingsford, (ran)_ANDI_wurst, SG Dynamo DD aus Köthen, Jona88, MimiKraus, _Harald, HSG NOH

Fredenbeck "zu Gast" in Köthen

Startbeitrag von Kingsford am 27.04.2009 17:42

Es gibt Sachen, die gehen nicht. Die kann man nicht so hinnehmen und da muss drüber geredet werden. Ich habe schon oft von dem schlechten Ruf der Köthener gehört, aber bislang nicht dran geglaubt, da wir nur gute Erfahrungen gemacht hatten. Bis Samstag.
Einen derartigen Rassismus habe ich noch nie selber erlebt und bin immer noch erschüttert darüber. Natürlich ist mir klar, dass nur Einzelne dafür verantwortlich sind. Aber 5 Leute sind halt 5 zuviel und ich hoffe stark, dass die Köthener jetzt nicht versuchen zu leugnen, sondern was dagegen unternehmen!

Hier zu dem Thema auch ein Bericht von der HP der Fredenbecker Fans:
www.blue-dragons-fredenbeck.com

"Trauriges Verhalten einiger Gastgeber

Im gestrigen Bericht hatte ich angekündigt zu einigen Vorfällen beim Gastspiel in Köthen etwas zu schreiben. Ich hatte mir erst gedacht, es sein zu lassen. Allerdings sollte das nicht unerwähnt bleiben. Ich möchte mit diesem Bericht auch nicht alle Fans über einen Kamm scheren. Allerdings gibt es leider einige Unverbesserliche, sogenannte Fans, welche das Image des Vereins nachhaltig ramponieren. Bis zum Anpfiff war ja noch alles ruhig. Mit Anpfiff schlug die Stimmung aber um. Von Zuschauerseite hörte man bei Ballbesitz von unserem Patrick Ranzenberger ab und an mal „Urwaldgeräusche“. Verborgen blieben auch nicht die rassistischen Beschimpfungen von Köthener Spielern. Schade, dass es so etwas auch im Handball gibt. Hartes Einsteigen der eigenen Mannschaft wurde frenetisch gefeiert. Durch den fehlenden Raum zwischen Torauslinie und Hallenwand, war die Verletzungsgefahr nicht gerade gering. Dieses wurde allerdings natürlich ignoriert. Man sah sich zudem während des Spieles wüsten Beschimpfungen einiger Fans ausgesetzt. Nach dem Spiel hatte man Angst, dass es zu Handgreiflichkeiten kommen könnte. Einige Köthener „Fans“ machten sich aufs Spielfeld und gingen unsere Spieler an. Die berühmten Ordner, welche ja kenntlich gemacht sind, waren nicht zur Stelle. Diese Scharmützel dauerten einige Minuten an, aber keine Ordner waren zu sehen. Weit über eine Stunde nach Spielende hatten die Gemüter sich immer noch nicht beruhigt. Als die Mannschaft geduscht und gestärkt aus der Halle trat und zum Smalltalk ansetzte, wurde wieder provoziert und ein Spieler angemacht. Dies artete aus mit einer kleinen Boxeinlage, wobei aber niemand verletzt wurde. Diese paar Zeilen sollten den Verantwortlichen vielleicht ein wenig die Augen öffnen. Vielleicht kann man solchen Verhalten etwas entgegen treten. Es gab nämlich auch viele freundliche Köthener, mit denen man im Anschluss noch ein Bierchen trank und angeregt unterhielt. Einige lobten sogar den Fredenbecker Support und wünschten eine gute Heimreise. Allerdings zerstören ein paar „Fans“ die nostalgische Stimmung vor Ort. Trotzdem freuen wir uns auf die neue Saison mit einem Spiel in Köthen."

Antworten:

Das Publikum in Köthen ist sehr patriotisch. Die eigene Mannschaft wird meist lautstark unterstützt. Der Gegner und die Schieris auch gerne ausgepfiffen. Allerdings ist auch in der Bundesliga ein FANatisches Publikum Gang und Gebe. Ein gutes Beispiel ist der SCM. In einer vollen Bördelandhalle entsteht bei einem knappen Spielen eine unglaubliche Atmosphäre. Dafür ist es ein Heimspiel. Ihr Fredenbecker tragt ja auch die Nummer 8 als Zeichen der Unterstützung.

Leider gibt es überall negative Beispiele die es übertreiben. Allerdings es gibt Grenzen. Und diese wurden meiner Ansicht nach von EINIGEN WEINIGEN!!! überschritten. Doch diese Personen werden erwähnt und bekommen eine Lobby die sie nicht verdienen. Beispielsweise jetzt von mir. Ihr seid das nötige Übel in meinem Beitrag! Mir, als Handballfan, schmerzt das Herz, dass dadurch ein tolles Publikum darunter leiden muss. Ich als Köthener Fan muss zugeben, dass es kurz vor Schluss zu einer Situation mit dem Fredenbecker Rechtaußen kam, wo nach meinen Informationen auch rassistische Äußerungen gefallen sind. Und DIESE PRIMITIVEN DÜRFEN NICHT FÜR ALLE STEHEN!

Köthener Spieler haben nach meinen Eindrücken die Fredenbecker nicht rassistisch beleidigt. Sicherlich gab es auch Wortgefechte. Aber das war beidseitig! Und in einem emotionalen Spiel auch normal.

Meiner Meinung nach, haben die Schiedsrichter das Spiel in keinster Weise im Griff gehabt. Zwei Mal lagen Köthener Spieler am Boden, wo eine unsportliche Situation der Gäste voraus gegangen war. Das haben die beiden Schieris nicht gesehen. Zudem hatten sie durch ihre übertriebenen Zeitstrafen gegen die HG, meinen Verein um mindestens einen Punkt betrogen. Selbst Euer Trainer gab dies auf der Pressekonferenz zu. So kam unnötige Härte ins Spiel und die Emotionen schaukelten sich beiden Seiten nach oben.

Die Ordner haben die Schieris in die Kabine begleitet. Aber sie waren schnell wieder in der Halle und hätten bei Bedarf eingreifen können.

Ich entschuldige mich für die WENIGEN Ideoten, die in der Sporthalle waren und freue mich ebenfalls auf die neue Saison.

von _Harald - am 27.04.2009 20:51
Zwar schreibst Du, dass die wenigen rassistischen Fans in Köthen nicht für alle Fans in Köthen stehen dürfen, allerdings frage ich mich, warum dann nicht ein Selbstreinigungsprozess aus Reihen der vielen problemlosen Anhänger einsetzt. Ekelt die paar wenigen Idioten raus, tut was gegen sie. Nicht nur wegschauen und den Kopf schütteln.

von HSG NOH - am 28.04.2009 05:13
das ist mir damals in oebisfelde auch aufgefallen. ich hab gegen linksradikale ziemlich genausoviel wie gegen nazis, beide dumm wie brot, und ich verlange nicht, dass man leute nur weil sie wenig im hirn haben, springerstiefel tragen und sich den kopf rasiern anpöbelt, nicht in die halle lässt oder wie abschaum behandelt, dann macht man dasselbe was sie auch tun. was ich allerdings einfach beängstigend fand war, dass diese personen da nichtmal schief angeguckt werden, die gehören einfach dazu, bilden zusammen mit den "normalen" fans eine homogene masse.
ich glaube so etwas wäre hier bei uns nicht möglich, im osten scheint das leider noch viel häufiger so zu sein...
allgemein eine problematik mit sehr viel ironie, da ich in den ostdeutschen dörfern nicht ansatzweise soviele leute mit osteuropäischer, afrikanischer, orientalischer,... herkunft sehe wie hier, dafür aber umso mehr nazis, und hier ist es genau andersrum.
diese leute ziehen probleme/konflikte halt an, suchen dann verantwortliche dafür. die vielen türken im osten sind schuld an ihrer arbeitslosigkeit und wenn die eigene mannschaft unterlegen spielt oder die schiedsrichter benachteiligend pfeifen, dann sind die gegnerischen fans schuld und gehören angemacht.
aber was verlangt ihr jetzt von den köthener verantwortlichen? leute mit glatze nichtmehr in die halle lassen!?
vielleicht brauchen die da allgemein mal professionellere ordner die wissen wann und wie sie einschreiten müssen und es müssen sich bestimmt auch nicht alle zur verfügung stehenden aufsichtspersonen um die beiden schiedsrichter kümmern, gerade wenn man mitbekommt wieviel streitpotenzial sich bei mindestens einer der fangruppierungen aufgetan hat.

von (ran)_ANDI_wurst - am 28.04.2009 09:04
Klar ist es ok, dass das Köthener Publikum ihre Mannschaft lautstark unterstützt, dazu sind sie ja da. Es geht auch nicht darum, Emotionen gibt es überall. Aber Rassismus geht halt zu weit, Äußerungen in der Hinsicht gab es nicht nur kurz vor Schluss und meines Wissens nach auch von einem Spieler. Aber es ist eigentlich auch egal, von wem das kommt.

Natürlich ist es auch Blödsinn, dass Leute mit Glatze nicht mehr in die Halle sollen, das ist dann ja ebenso Diskriminierung. Außerdem kamen die Aussagen von verschiedenen Schichten. Ich persönlich habe niemanden gesehen, den man allein vom Aussehen her als "rechts" erkennen würde.

Angeblich sollen 10 Ordner da gewesen sein. Ich glaube nicht, dass die alle die Schiris begleitet haben... Übrigens, was wirft Köthen dem Gespann vor? Ungerechtigkeit etwa? Sorry, aber das ist im Osten immer so: Die Heimmannschaft verliert und schon waren die Herren in schwarz parteiisch. Sie waren schlecht, weil sie nicht gleich am Anfang durchgegriffen haben, als die Köthener mit voller Härte reingingen. Dass sich Fredenbeck irgendwann wehrt ist ja verständlich.

Ich hoffe, dass sich bis zur nächsten Saison was tut in Köthen. Denn das lassen wir uns ganz sicher kein zweites Mal gefallen!

von Kingsford - am 28.04.2009 12:13
HG 85-Präsident Andreas Auerbach nimmt Stellung
„Liebe Sportfreunde und Verantwortliche des VfL Fredenbeck. Die unverzeihlichen Vorfälle in unserer Sporthalle am letzten Samstag während und nach dem Spiel gegen Euch veranlassen mich, mein Bedauern auszudrücken und mich in der Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit dafür zu entschuldigen.
Es war, ist und bleibt unsere unangetastete Position, dass weder rechts- noch linksradikale Zuschauer eine Plattform für ihr Menschen verachtendes Treiben in unserer Sportstätte finden. Leider können wir mit dem Verkauf des Eintrittstickets nicht in das Hirn Derjenigen blicken, die in ihrem Herzen rassistische Gedanken tragen. Was wir aber können ist, und das verspreche ich mit dem Einsatz meiner ganzen Person, unsere Autorität und unser Hausrecht künftig so zum Einsatz zu bringen, dass sich derartige Hetzkampagnen gegen dunkelhäutige Sportler, wie z. B. Rechtsaußen Patrick Ranzenberger, nicht wiederholen. Wir wissen um unser treues Publikum, das mit dem Herzen hinter ihrer Mannschaft steht, wissen aber auch, das ein kleiner Teil von Radikalen die friedliche Mehrheit bereits mehrfach auf andere Weise in Misskredit gebracht hat. Unsere einzuleitenden Maßnahmen zielen darauf ab, den Randalierern das Handwerk zu legen, sie mit einem Hausverbot zu belegen, damit sie das Image unseres Vereins nicht weiter ramponieren.
Was in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben darf, dass Spieler und Schiedsrichter Fairplay in den Mittelpunkt ihres Tuns stellen müssen, weil wir wissen, dass eine Missachtung zu unüberschaubaren Turbolenzen unter den Akteuren führen können, die sehr schnell auf die Zuschauer als Initialzündung überspringen. Hier sind zu allererst die Trainer in der Pflicht, Erziehungsarbeit bei ihren Spielern zu leisten und das mit aller Konsequenz. Provokante Aktionen zum eigenen Vorteil, Beschimpfungen extremer Art und damit einhergehende Beleidigungen beschädigen die Atmosphäre und führen zur Unbeherrschtheit, manchmal auch sogar zur Revanche. Die Achtung der Gesundheit des Gegenspielers muss die oberste Maxime auch im Handballsport sein.
Der Blick auf die Rolle der Schiedsrichter soll in keiner Weise eine Rechtfertigung für die Vorkommnisse im letzten Punktspiel sein, aber auch die Unparteiischen sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sich die Fans mit ihrer Mannschaft emotional engagieren und ihr notwendiges Fingerspitzengefühl wesentlich zu einer Versachlichung des Klimas beiträgt. Wenn jedoch die Verhältnismäßigkeit des Strafmaßes und die unbedingt kommunikative Grundhaltung zu den Spielern fehlt oder ein übertriebenes autoritäres Auftreten die Grundhaltung der Spielleiter bestimmt, trägt das zur Aufheizung der Atmosphäre bei, die mitunter aufgrund des geringen Ordnerpersonals nicht immer gleich beherrschbar ist. Wir werden darüber nachdenken, wie wir die Sicherheit im Ablaufs des Spielbetriebes auf eine höhere Stufe stellen können.
Ich danke an dieser Stelle all jenen Sportfreunden, die unseren Gastmannschaften freundlich und wertschätzend begegnen und auch mit den mitgereisten Fans das Gespräch suchen, wenn Bedarf ist. Den Fredenbecker Fans gewähren wir als kleine Wiedergutmachung im nächsten Heimspiel in der kommenden Saison freien Eintritt. Ich verspreche dann auch eine Atmosphäre der Achtung und des gegenseitigen Respekts.“


von Jona88 - am 28.04.2009 13:17
Im Namen der Blue Dragons bedanke ich mich für die offenen Worte und freue mich auf ein friedliches Wiedersehen in der nächsten Saison!

von Kingsford - am 28.04.2009 14:37
alles sehr professionell formuliert, hoffen wir, dass sowas nichtmehr vorkommt...
aber ich denke die hg verantwortlichen sind noch mit die unschuldigsten. leute die sich (ehrenamtlich) im sport engagieren, einen verein leiten,... sind im allgemeinen schon überdurchschnittlich faire leute würde ich sagen.
für das publikum "kann man ja nichts", und das was die verantwortlichen tun können, allen mal ins gewissen reden usw, scheint ja jetzt auch gemacht zu werden.

von (ran)_ANDI_wurst - am 28.04.2009 15:34
Wir, die HG Fans, lassen uns nicht unterkriegen.

von SG Dynamo DD aus Köthen - am 28.04.2009 16:58
Sorry, zu spät editiert, ich habe deinen ursprünglichen Eintrag gesehen. Und frage mich ernsthaft, ob du es immer noch nicht verstanden hast, oder einfach nicht verstehen willst?!
Natürlich lasst ihr Fans euren Verein nicht im Stich. Aber dein Eintrag zeigte mir, dass du dich angesprochen fühltest, und das ist es, was mir Gedanken macht...

von Kingsford - am 28.04.2009 17:05
Aha. Deine Meinung also. Da wird man gleich wieder verdächtigt. Ich stand wärend des Spiels am Eingang und hab mit der Sache nix zu tun.

von SG Dynamo DD aus Köthen - am 28.04.2009 19:17
An der Stelle würde mich ja mal der ursprüngliche Post interessieren!?

von MimiKraus - am 28.04.2009 19:39
ne mich würde eher interessieren, was der köthener meint.
wer will euch denn unterkriegen bzw von wem wollt ihr euch nicht unterkriegen lassen?
von den "wilden" und nazis die für euren schlechten ruf verantwortlich sind?
von der vereinsführung die gerne fans hätte, die sich benehmen können?

dein standpunkt wird nicht ganz klar.

muss dazu auch mal sagen, dass ich viel negatives gehört hatte, von der ruppigen spielweise, von hirnlosen fans die spieler und anhänger der gegnerischen mannschaft vom oberrang aus bespucken, von kloppereien mit anderen fans,...
seitdem war ich selbst 2-3 mal in köthen und da war jedes mal alles absolut friedlich, ohne übertriebene härte von spielern oder "fans", ohne niveaulosigkeiten, absolut angenehm und mit lecker wurst und bier.
man darf also nicht über einen kamm scheeren, es sind vereinzelte zuschauer, die sich alle paar monate mal gehörig daneben benehmen.
jetzt wurde aber ja mal was vom verein aus dazu gesagt, es wäre wünschenswert wenn das zu positiven resultaten führt, hoffen wirs!

von (ran)_ANDI_wurst - am 28.04.2009 22:40
Es ist bedenklich, dass vielen das Denken vergeht, sobald wir ihnen zu denken geben.

Gruß aus Köthen

von Jona88 - am 29.04.2009 05:41
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