das licht geht aus, wir gehen nach Haus, schade Bremervörde

Startbeitrag von Jannes am 09.06.2009 17:30

aus Bremervörder Zeitung

Bremervörde (mib). Der Abgang wiegt schwer. Mit dem Wechsel von Marcus Hölling zum TV Schiffdorf (BZ berichtete am Sonnabend) hat sich die Situation beim Handball-Zweitliga-Absteiger TSV Bremervörde weiter verschlechtert. Ob der Verein nach der Insolvenz des bisherigen wirtschaftlichen Trägers in der nächsten Saison in der Regionalliga spielen wird, scheint mehr als fraglich. „Jetzt muss man mit dem Schlimmsten rechnen“, meinte gestern Kapitän Tobias Naumann.

Marcus Hölling ist nicht nur als langjähriger Stammspieler eine feste Größe beim TSV, sondern auch Identifikationsfigur für viele Zuschauer. Der Weggang des 28-jährigen „Ur-Bremervördes“ zum Oberliga-Aufsteiger wiegt schwer, denn „Bomber“ spielte in den Zukunftsplanungen eine wichtige Rolle. Sein Wechsel kam mehr oder weniger beim Gespräch über den Gartenzaun zu Stande. Hölling, der in Bremerhaven arbeitet, wohnt in Hipstedt und ist Nachbar von Kevin Wilkens. Und Wilkens spielt nach zehn Jahren beim TSV und zwei Jahren Fredenbeck seit vergangener Saison wieder für seinen Heimatverein Schiffdorf.

Höllings Wechsel hat aber letztlich auch finanzielle Hintergründe, denn der Etat für 2009/2010, mit dem der neue wirtschaftliche Träger der ersten Herrenmannschaft derzeit plant, ist klein. „Die Aufwandsentschädigungen, die angeboten worden sind, sind so niedrig, dass sie im Fall einiger Spieler noch nicht einmal deren Aufwand decken“, ist aus Mannschaftskreisen zu hören. Spieler kritisieren zudem, dass nach Bekanntwerden des Aufhörens von Trainer Harald Szygula „einfach zu viel Zeit vergangen ist, bis die Trainerfrage geklärt war.“ Angesichts der ungewissen Zukunft des Handballs an der Oste mochte jetzt ein Bremervörder Eigengewächs wie Marcus Hölling die „grün-rote Fahne“ nicht länger hochhalten; wenngleich ihm die Entscheidung alles andere als leicht gefallen sei.

Klar ist inzwischen auch, dass Tobias Naumann nicht mehr für Bremervörde spielen wird. „Ich sehe mich aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage, diesen Aufwand auf mich zu nehmen“, sagte Naumann gestern gegenüber der BZ. Die Entwicklung in den vergangenen Monaten „tut mir wirklich in der Seele weh, und ich finde das alles ganz tragisch“, so der langjährige Leistungsträger. Naumann befürchtet, dass „unsere tolle Truppe“ jetzt auseinander fallen könnte.

Auch Dennis Marinkovic wird in der kommenden Saison nicht mehr dabei sein. Er hat der Handball GmbH TSV Bremervörde ebenfalls abgesagt – vorerst jedenfalls. „Unter den derzeitigen Voraussetzungen stehe ich nicht zur Verfügung. In der Regionalliga zu spielen macht nur mit einer Mannschaft Sinn, die realistische Chance hat, die Klasse halten zu können. Ich werde mir jetzt aber auch keinen anderen Verein suchen. Sollte sich in Bremervörde in nächster Zeit noch etwas bewegen, wäre der TSV für mich erster Ansprechpartner. Den schwierigen Job, den Geschäftsführer Jörg Müller übernommen hat, möchte ich nicht machen; vor allem bei der jetzigen Wirtschaftslage nicht“, sagte Marinkovic gestern.

Keeper Artur Banisz steht ebenfalls vor dem Absprung und in Kontakt mit dem VfL Fredenbeck. Das gilt auch für Adnan Salkic, der wie sein Bruder Muris in Bremen lebt und sich wohl einen neuen Verein suchen will. Vom Stamm des Regionalliga-Meisterteams, das bis gestern auf Mallorca-Abschlussfahrt war, blieben dann nicht mehr viele Spieler übrig. Und ein Nachwuchsmann wie der Buxtehuder David Oppong soll seine Zusage inzwischen zurückgezogen haben. Somit dürfte es schwierig werden, eine vom neuen sportlichen Leiter Thomas Gloth geforderte „wettbewerbsfähige Mannschaft“ für die Regionalliga stellen zu können.

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