Handball-Regionalliga Männer : HSG Wolfen 2000 – SG Eintracht Glinde 29 : 28 ( 1

Startbeitrag von handballer89 am 17.01.2006 20:24

Maßlose Enttäuschung: Trotz 7-Tore-Vorsprung keine Punkte

Von Norbert Langoff

letzte Spiel der Hinrunde der Saison führte im Sachsen-Anhalt Derby die Mannschaften aus Wolfen und Glinde zusammen. Zumindest in den letzten 15 Spielminuten war die Partie nicht an Spannung zu überbieten. Am Ende standen die Glinder allerdings mit leeren Händen da.

Wolfen. Mit hängenden Köpfen und maßlos enttäuscht verließen die Glinder Spieler nach dem Schlusspfiff die Halle in Wolfen-Krondorf. Ähnlich mag es auch den mitgereisten Fans gegangen sein. Ein Punktgewinn war auf jeden Fall drin, ein Sieg nach dem Spielverlauf eigentlich sogar Pfl icht. Wenn da nicht die letzten zehn Spielminuten gewesen wären. Wie schon in Bremervörde, war die Mannschaft nicht in der Lage, einen Vorsprung, der zeitweise bis zu sieben Tore betrug, ins Ziel zu retten.


Dabei fing es für Glinde in der voll besetzten und stimmungsvollen Halle eigentlich hervorragend an. Die Eintracht spielte in der Startaufstellung Handball wie aus dem Bilderbuch. Andreas Kühne und Sven Strübin brachten die Gäste mit 2 : 0 in Führung. Gegentreffer wurden durch Christoph Frank und Tobias Rindert wieder ausgeglichen. Nach fünf Spielminuten führte Glinde 4 : 2. Doch Wolfen hielt dagegen und konnte zum 4 : 4 ausgleichen. In den nächsten sieben Spielminuten hielt Michael Eisenkolb seinen Kasten sauber. Anders dagegen die Eintracht. Angetrieben von Sven Strübin, entwickelte sich ein von allen Positionen torgefährliches Angriffsspiel. So erhöhten die Gäste den Vorsprung kontinuierlich auf 9 : 4. Da waren allerdings gerade einmal zehn Minuten um.

So sehr sich die Gastgeber im folgenden Spielverlauf auch bemühten, es gelang ihnen nicht, den Vorsprung zu verkürzen. Kurioserweise hatte in der Abwehr der relativ kleine Sven Strübin den gefährlichsten Wolfener Schützen, Christian Peschek, gut im Griff, so dass dieser im gesamten Spiel ausschließlich Tore vom Siebenmeterpunkt erzielte. Die Hausherren agierten in dieser Phase relativ unkonzentriert. Außerdem war Michael Eisenkolb im Glinder Tor gut aufgelegt.

Die Eintracht blieb also überlegen und konnte den Vorsprung weiter ausbauen. Als Lars Beyreis nach 25 Spielminuten mit einem Hüftwurf das 17 : 10 für Glinde erzielte, wurde es sehr ruhig in der Halle. Nach dem 18 : 11 durch Sven Strübin verfl achte allerdings das Glinder Angriffsspiel etwas. Auffallend viele technische Fehler in der Offensive brachten Wolfen immer wieder in Ballbesitz, so dass der komfortable 7-Tore-Vorsprung bis zum Halbzeitpfi ff schmolz ( 18 : 14 ). In der zweiten Hälfte konnte die Eintracht die Leistung aus dem ersten Durchgang nicht mehr fortsetzen. Tobias Rindert, der in der Vorwoche nicht trainieren konnte, musste von der Bank aus zuschauen, wie der Vorsprung langsam schmolz. Die Torgefahr der Gäste war in der zweiten Halbzeit einfach nicht ausreichend, um den nun auch kämpferisch stärkeren Wolfenern Paroli zu bieten. Hinzu kam das jetzt tobende Wolfener Publikum, was vor allem den teilweise zu Viert auf dem Parkett stehenden Jugendlichen der Eintracht überhaupt nicht behagte.

Nach 45 Spielminuten führte Glinde beim 24 : 22 noch mit zwei Treffern. Mit einem Gewaltwurf erhöhte Lars Beyreis auf 25 : 22. Wolfen verkürzte auf 24 : 25. Alles war wieder offen, und es waren noch zehn Minuten zu spielen. Durch einen verwandelten Siebenmeter von Sven Strübin konnte Glinde letztmalig mit zwei Treffern in Führung gehen ( 52. ). Das Angriffsspiel wurde nun immer unsicherer.

Das Publikum peitschte Wolfen förmlich nach vorne. Nach 55 Spielminuten stand es 26 : 26, eine Minute später 27 : 26 für die HSG. Strübin glich per Siebenmeter aus und erhöhte anschließend auf 28 : 27. Im Gegenzug gelang Wolfen wieder der Ausgleich ( 59. ). Aus dem folgenden Angriff konnte Glinde nichts machen, die Gastgeber kamen 32 Sekunden vor Schluss in Ballbesitz. Trainer Frank Mühlner nahm eine Auszeit und forderte seine Mannschaft auf, das Remis zu sichern und erst unmittelbar vor dem Abpfiff zu werfen.

Der Wurf kam acht Sekunden vor Schluss und ging daneben. Daraufhin spielte Glinde einen langen Ball, der von den Gastgebern abgefangen und im Gegenstoß, praktisch mit dem Schlusspfi ff, zum Siegtreffer genutzt wurde. Es folgte Jubel bei Wolfen und maßlose Enttäuschung bei den Spielern der Eintracht. Am kommenden Wochenende hat die Mannschaft spielfrei, da auf Antrag des HC Halle die anstehende Begegnung auf den 15. Februar verlegt wurde. Es bleibt also genügend Zeit, um das Spiel in Wolfen genau zu analysieren.

SG Eintracht Glinde : Eisenkolb, Wiese – Knabe ( n. E. ), Sonntag ( 1 ), Langoff, Strübin ( 11 ), Auerbach ( 1 ), Haase ( 1 ), Frank ( 4 ), Coßbau ( 2 ), Kühne ( 2 ), Beyreis ( 4 ), Swoboda ( n. E. ), Rindert ( 2 ).

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