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vor 11 Jahren, 7 Monaten
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Excellsior2000

Hans Paust ohne Handball - geht das?

Startbeitrag von Excellsior2000 am 02.03.2006 21:13

Hans Paust ohne Handball – geht das?


Der Postler wollte eigentlich Fußballtrainer werden / In Sögel wurde aber einer für Handball benötigt


Zehn Jahre lang – mit vierjähriger Unterbrechung – war Hans-Paust Trainer der Hoykenkamper Handballer.
Von Dieter Freese



Delmenhorst. Hans Paust hat zwar mit sechs Jahren beim TuS Neuenhaus im Emsland zum ersten Mal mit dem Handballsport Kontakt bekommen, sein Herz schlug aber jahrelang mehr für den Fußball. Auch als Trainer wollte er eigentlich eine Fußball-Mannschaft übernehmen. „Fußballtrainer kriegen wir immer“, sagten ihm 1977 die Verantwortlichen bei Sigiltra Sögel, „wir nehmen dich deshalb lieber als Handball-Trainer.“ Ein guter Entschluss des emsländischen Vereins. Paust übernahm das damals einzige Handballteam von Sigiltra, baute auf und als er Sögel 1989 verließ, zählte der Verein elf Mannschaften.
Mittlerweile wohnt der 56-Jährige in Stuhr und wird Ende der Saison nach fünfjähriger Amtszeit als Trainer der Verbandsliga-Handballer die TS Hoykenkamp verlassen (wir berichteten). Bei der Turnerschaft war er insgesamt zehn Jahre lang sportlich für die erste Mannschaft verantwortlich. Zum ersten Mal übernahm er den Posten 1992 und stieg gleich mit seinem neuen Verein in die Verbandsliga auf. Dort spielte die Mannschaft auch noch, als er zum ersten Mal meinte, dass die TSH frisches Blut benötige und das Traineramt beim Ligagefährten TV Dinklage übernahm. Zwei Jahre später wechselte er dann für weiter zwei Spielzeiten zum TV Hude, um 2001 an seine alte Wirkungsstätte in die Heider Sporthalle zurück zu kehren.
Paust ist Postbeamter, hat aber eigentlich Konditor gelernt. Sein früherer Beruf holt ihn bei Festen immer wieder ein. Auch nach Hoykenkamp hat er öfter einmal leckeren Kuchen mitgebracht.
Für seine Wohnungswechsel sind Frauen verantwortlich. Von Neuenhaus nach Sögel zog es ihn wegen seiner ersten Frau, mit der er eine mittlerweile 24-jährige Tochter hat. Nach Stuhr „lockte“ ihn seine jetzige Frau Beate, die zwei Kinder mit in die gemeinsame Ehe brachte. Sie war es auch, die ihn 1989 nach dem Umzug nach Stuhr wieder zum Handball gebracht hat. „Du bist so unzufrieden“, hatte sie erkannt, du ohne Handball – das geht nicht gut.“
Paust ist im Sternzeichen Fische geboren und denen sagt man nach, dass sie nur wenig über ihre Gefühle und Empfindungen sprechen, aber immer ein großes Verständnis für andere zeigen. So nahm er die Vorlage gerne an, übernahm den Kreisligisten TuS Syke und organisierte wenig später ein Spiel gegen die russische Nationalmannschaft, die mit allen Stars angereist war, vor 1000 Zuschauern 42:21 gewann und zwei Tage lang von Paust begleitet wurde.
1992 brachte der Handball-Trainer nicht nur den Erfolg sondern auch das Glück mit nach Hoykenkamp. Als Bezirksligameister benötigte sein Team im letzten Aufstiegsspiel bei Eintracht Mettingen zum Verbandsligaaufstieg ein Remis. In letzter Minute traf Gerd Kämena aus der Hüfte zum 20:20 und die Turnerschaft war im Mai 1993 aufgestiegen.
Hans Paust („Ich bin ein Hoykenkamper“) wird die TSH im Guten verlassen. Er hat sich dort so wohl gefühlt, weil die Struktur der Mannschaft ähnlich war wie damals in Sögel und weil man ihm freie Hand gelassen hat. Rund 20 neue Spieler hat er in zehn Jahren nach Hoykenkamp geholt.
Bei der Frage, was ihm in Hoykenkamp nicht so gut gefallen hat, muss Paust lange überlegen. „Dass die Jugendarbeit nicht so gut strukturiert ist, dass jeder Trainer mehr so für sich muddelt“, fällt ihm dann doch ein.
Jetzt ist eine schöpferische Pause angesagt. Wie lange sie dauern wird, steht in den Sternen. Seine Frau hat ihn schon gefragt: „Was willst du dann eigentlich machen – ohne Handball?“

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