Zeitungsartikel 19.01.01

Startbeitrag von The big throat am 19.01.2001 11:50

Geschrieben von The big throat am 19. Januar 2001 12:50:56:
Wer will nochmals?


Ein allfälliger Absteiger aus der Eishockey-NLB dürfte - Gesuch vorausgesetzt - in der Liga verbleiben


Falls der SC Herisau oder der HC Thurgau als Verlierer aus der NLB-Abstiegspoule hervorgingen, müsste dennoch keiner in die 1. Liga absteigen. Die absurde Regelung nimmt dem sportlichen Geschehen jeden Wert - und lässt Raum für Gedankenspiele.



christian bürge


Die Fakten sind klar: Die Verantwortlichen der Nationalliga wollen eine NLB mit 12 Teams, damit man sie in Ost- und Westgruppe unterteilen kann. In dieser Saison spielen elf Mannschaften in der NLB, also bedarf es noch eines zusätzlichen Teams. Nun will aber kein 1.-Ligist aufsteigen. Bis Ende des vergangenen Jahres hätten allfällige Bewerber ihr Interesse anmelden müssen. Die Folge? Die Nationalliga lässt einem allfälligen Absteiger aus der NLB die Möglichkeit offen, sich per Gesuch durch die Hintertüre in der Liga zurückzumelden, damit vielleicht nach der kommenden Saison genügend Vereine für eine NLB-Zweiteilung vorhanden sind. Dass sich innerhalb eines Jahres plötzlich 1.-Ligisten finden lassen, die einerseits die sportlichen und wirtschaftlichen Kriterien für einen Aufstieg erfüllen und andererseits auch gewillt sind, in diese Liga zu wechseln, scheint aber eher fraglich. «Die Regelung gilt so lange, bis wir 12 Teams in der NLB haben», sagt Kurt Locher, Geschäftsführer der Nationalliga GmbH.




Denkbar simpel


Die sportliche Farce soll jedoch zwei kleine Haken haben. Einerseits sollten die Aktiengesellschaften noch mindestens über die Hälfte des einbezahlten Eigenkapitals verfügen, andererseits «müssen die NLB-Anträge bis Mitte Februar gemacht sein», sagt Locher. Das widerspricht seiner Aussage, dass sich ein Absteiger - falls er möchte - wieder für die NLB bewerben kann. Nun, für die drei Teams in der Abstiegspoule wäre es denkbar simpel. Sind genügend Mittel vorhanden, brauchen sie sich nur rechtzeitig wieder zu bewerben.

Den derzeitigen Verantwortlichen des SC Herisau AG, Präsident Rudolf Frehner und TK-Chef Natal Schnetzer, bereitet die aktuelle Situation aber dennoch Kopfzerbrechen. Weil nach ihren Rücktritten per Ende Saison im Verwaltungsrat noch keine neuen Mitglieder absehbar sind, wissen sie auch nicht, was sie ihren Nachfolgern hinterlassen sollen. «Man hört, dass sich einige Leute, darunter alt Regierungsrat Hans Mettler, um eine neue Führung des SC Herisau AG bemühen», sagt Schnetzer. Wenn diese aber keinen Kontakt aufnehmen würden, werde es schwierig, die sportlichen Weichen für die nächste Saison zu stellen.




In welcher Liga?


«Jemand muss doch jetzt das Team zusammenstellen, mit Spielern über Verträge verhandeln und so weiter», sagt Schnetzer. Dabei sei es nicht ganz unwichtig, zu wissen, in welcher Liga man denn spielen wolle. Dem TK-Chef schwebt ein wenig verheissungsvolles Szenario vor: Falls man sich jetzt für die NLB anmeldet, später aber doch in die 1. Liga will, könnte der Verband einen Zwangsabstieg bis in die 4. Liga verhängen. Es gibt aber auch andere Überlegungen, die sich Schnetzer und Präsident Frehner schon gemacht haben. Falls der Ligaerhalt sportlich Tatsache würde, könnte man sich dennoch für einen Abstieg entscheiden, einen freiwilligen. Denn Schnetzer hält es für sehr gut möglich, dass der Verlierer der Abstiegspoule nicht Herisau heissen wird: «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gegen Gegner wie Basel und Thurgau bestehen. Wenn die Konstellation so bleibt, dann, so glaube ich, hat Basel die schlechtesten Karten.»

Ungeachtet sportlicher Chancen ist für ihn ein Gespräch mit allfälligen künftigen Verwaltungsräten von grösster Wichtigkeit: «Wenn sie sich nicht outen, können wir nicht entsprechend handeln. Und falls sich niemand zeigt, werden wir uns wahrscheinlich für den Weg in die 1. Liga entscheiden, wenn nicht sogar für die 2. Liga. Denn es ist jetzt schon fast zu spät, eine wettbewerbsfähige 1.-Liga-Equipe hinzubekommen.»





Aus dem Tagblatt vom 19.1.2001 © St. Galler Tagblatt AG














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