Zeitungsbericht GV

Startbeitrag von Phoens am 27.07.2001 08:45

Damit nicht alle mühsam auf dem Internet surfen müssen, um zu den heissbegehrten Infos zu kommen: (aus Appenzellerzeitung vom 27.07.01)

Frehner übergibt SCH-Verantwortung
Generalversammlung erteilte dem abtretenden Verwaltungsrat nach schriftlichem Forderungsverzicht Entlastung

Das Kapitel Rudolf A. Frehner ist für den SC Herisau nach einem überaus turbulenten Jahr wohl definitiv zu Ende. Die GV erteilte dem abtretenden Verwaltungsratspräsidenten nach Aktienstimmen grossmehrheitlich Décharge und genehmigte die Rechnung. Die Versammlung verlief in angespannter Atmosphäre, aber ohne Eklat.


Hanspeter Strebel

Rund 20 Aktionäre und Medienvertreter waren am Donnerstag-nachmittag an der GV der SC Herisau AG in den Räumen von Frehners Consulting AG in St. Gallen zugegen. Vertreten waren 3136 der 4200 Aktionärsstimmen. 2280 davon verwaltete der Herisauer Rechtsanwalt Markus Joos als Vollmachtnehmer der Grossaktionäre, wie Spielcasino, Gönnervereinigung und Donnerstagsclub sowie namhafter Privater. SCH-Ehrenpräsident Hans Mettler, der eigentlich für diese Aufgabe designiert war, hatte die nicht mit bindenden Instruktionen versehenen Vollmachten kurz zuvor Joos abgegeben «im Interesse der Sache, und weil ich keinen Prestigekampf daraus mehr machen will», wie er in einer Erklärung in der allgemeinden Umfrage festhielt.
Damit war der Weg frei für das von den Rechtsanwälten, der Treuhandstelle und dem Leiter der Task-Force für den Weiterbestand des SC Herisau, Walter Stämpfli, ausgehandelte Prozedere. Frehner und sein verbliebener Verwaltungsratskollege Natal Schnetzer unterzeichneten Verzichtserklärungen für Forderungen der Frehner Consulting AG und der Polygon Media AG in der Grössenordnung von rund 180 000 Franken. Damit verbleibt als Startkapital für die neue Crew gut die Hälfte des seinerzeitigen Aktienkapitals, nämlich 80 000 Franken, was dem gesetzlichen Minimum entspricht.


«Rechtlich nicht verpflichtet»

Frehner hielt dabei klar fest, dass er rechtlich nicht auf diesen Verzicht verpflichtet werden könnte und gemäss juristischen Abklärungen auch keine Verantwortlichkeitsklage zu befürchten hätte. Er stehe aber zu seinem mehrfach gegebenen Wort, den Club schuldenfrei zu übergeben und mache dies auch «gerne, damit seine Nachfolger die AG weiterführen können». Wie am Rande zu erfahren war, kostete Frehner das SCH-Abenteuer total 340 000 Franken. Markus Joos erklärte nach der Unterschriftenabgabe, damit seien die Bedingungen der neuen Verantwortungsträger und seiner Mandatäre erfüllt. Diese bestanden darin, dass eine revidierte Jahresrechnung vorlegt werde, keine Gefahr von Altlasten aufgrund nicht bilanzierter Posten bestehe sowie ein vollständiger Forderungsverzicht unterzeichnet sei.


«Keine Leichen im Keller»

Markus Enderle von der neu gewählten Ostschweizerischen Treuhandgesellschaft Herisau AG, erklärte seinerseits, er könne die Rechnung nach der Erfüllung wesentlicher Änderungsbegehren, sehr eingehender Prüfung und der Einholung von Saldobestätigungen zur Annahme freigeben. Er glaube auch nicht, dass ein Liquiditätsproblem vorliege. «Die Bonität der Guthaben ist gegeben», versicherte Enderle. Mitverantwortlich dafür, dass man nach dem jahresverlust von 270 000 Franken ausgeglichen übergeben könne, seien unter anderen auch Gönnervereinigung, Donnerstags- und Fanclub, die ihrerseits nochmals Geld einschossen. Frehner betonte, die Rechnung sei «sehr scharf» revidiert worden. Er habe «keine Leichen im Keller».


Gegenstimmen

Aus der Versammlungsmitte wurde bemängelt, dass den Aktionären keinerlei schriftliche Unterlagen abgegeben oder Zahlen aufgelegt worden seien und man die Beteuerungen, die Rechnung sei jetzt in Ordnung, einfach schlucken müsse. Das Unbehagen machte sich denn auch in einigen Gegenstimmen zur Entlastung und zur Rechnung bemerkbar, die aber zahlenmässig - dank der Vollmachten der meisten Grossaktionäre - wenig ins Gewicht fielen.


Neue Verantwortungsträger

Danach war der Weg für die Wahl des neuen Verwaltungsrats-präsidenten Markus Merz und für das zweite VR-Mitglied, Ruedi Germann, frei. Ein Antrag sie erst an einer späteren GV wählen zu lassen, wurde abgelehnt, nachdem rechtliche Bedenken geäussert wurden, weil dann die AG keine Führung hätte, was die Behörden zum Einschreiten veranlassen müsste. Gemäss Task-Force-Chef Walter Stämpfli, der die Funktion des TK-Chefs ohne Einsitz im Verwaltungsrat übernehmen wird, soll die Öffentlichkeit kurz nach den Sommerferien über die Zielsetzungen der neuen Crew an einer Versammlung informiert werden. Auch der neue Präsident Markus Merz äusserte Verständnis für den auch an der GV geäusserten Informationshunger. Am Rande des Anlasses war zu erfahren, dass sich Reto Tarnutzer, wie bereits unter dem Präsidium von Michael Seidl, um die Finanzen des Clubs kümmern, jedoch vorläufig ebenfalls nicht im Verwaltungsrat Einsitz nehmen will. Was noch fehlt ist ein Chef Nachwuchs.


Saisonplanung «positiv»

Die Saisonplanung für die Meisterschaft in der zweiten Liga verläuft gemäss Stämpfli «positiv». Man geht von einem Budget von rund 600 000 Franken aus. Sicher werde sich mittelfristig auch die Frage stellen, ob man die AG allenfalls «einschlafen» lassen und in Vereinsstrukturen operieren wolle, bis man wieder in einer höheren Liga mitspielen könne, was «hoffentlich bald» der Fall sei. Nach der GV, die rund 50 Minuten dauerte, zeigten sich sowohl die Vertreter der abgetretenen, wie der neuen Führungsmannschaft sichtlich erleichtert. Von seiten einzelner Aktionäre wurden aber gesprächsweise nach wir vor Zweifel geäussert, ob nun wirklich alles auf dem Tisch sei, wie man jetzt den Anschein zu erwecken versucht habe. Es war jedenfalls eine aussergewöhnliche Generalversammlung, wie fast alles in der Aera Frehner. Sport /17

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