Lebensbilder aus dem Lande Dithmarschen

Startbeitrag von Peter Zornig am 23.09.2004 20:24

Bauern Handwerker Seefahrer
Zeit und Lebensbilder aus dem Kirchspiel BRUNSBÜTTEL
und aus dem Lande Dithmarschen
1550-1850

Mit 49 Bildern und einer Karte aus Zeichnungen von W.H.Lippert

1961
Verein für Brunsbütteler Geschichte

Wilhelm Johnsen (1891-1984)
470 Seiten

Das Buch ist lange vergriffen, wird aber sehr häufig im antiquarischen Buchhandlungen auch im Internet angeboten

Meine Meinung:
Auch wenn sich dieses Buch BRUNSBÜTTEL widmet, sind weite Passagen der Geschichte Eddelaks vorbehalten, da es von hier ausführlichere Quelle gab.

In 18 unterschiedlichen Themen führt der Autor uns mit absoluter Detailtreue
und Sachkenntnis tief in den Alltag der Region BRUNSBÜTTEL, Eddelak und weiter auch nach Meldorf. Stellt dabei glaubwürdig die Abhängigkeit der wohlhabenden und der ärmlichen Bevölkerungsgruppen von einander dar an ausgewählten Beispielen von bezeugten Einzelschicksalen. Als Kenner zeichnet Johnsen ein durchaus liebevolles, aber auch sozialkritisches Bild der Menschen und der Landschaft.
Vor dem Hintergrund - und stellenweise aus der Sicht der protestantischen alles beherrschenden Kirche. So erleben wir eine Volkfrömmigkeit wie sie heute eher aus dem alpenländischen Raum bekannt ist. Die Menschen hier sind der See ungeschützt ausgesetzt, die Kirche ist nicht nur geistige Insel sondern Oft Zufluchtsort. Schutzraum. Johnsen weist auf längst vergessene dramatische Höhepunkte der Vergangenheit hin. Wo die bezeugte Datenlage dünn wird, weicht Johnsen ins fabulieren aus und überbrückt ohne Sensationslust und Sentimentalität Zeiträume, was ich als durchaus spannend immer wieder nachlese

Voll mit Fakten Daten für den Ahnen-Hof –forscher und den regionalen Historiker, als der Wilhelm Johnsen ja selbst einer war. Und wichtig bei Johnsen peinlichst belegt mit Quellen, Namen und Sachverzeichnis.

Trefflich die Anlage der Hofblätter „eines alten Viertels, Nordhusen, Diekshörn, Mühlenstraßen und Groden,“ mit einer Fülle von genealogischen Daten.
(Johnson zeigt uns nur einen Bruchteil dessen, was er in seinem rührigen Schaffen gesammelt hat)

Eine Quelle für Leute, die nicht nur nach der schönen alten heilen Welt in der Vorzeit suchen, sondern einen Blick in den Lebenskampf unser Vorfahren werfen wollen und sich dafür Zeit nehmen. Der vom Autor gepflegte Schreibstil ist nicht langweilig, teilweise launig wir die Menschen dort oben selbst, aber der Stil fordert von seinen Lesern Aufmerksamkeit und Zeit.

Bedauerlicher Weise ist das Lebenswerk von Johnsen (ebenso jenes von Hugo Gehrds 1874 -1960, vom dem Johnsen viel profinierte) weder im vollem Umfang gesammelt sondern nur in Fragmenten im Meldorfer Museum einsehbar und/oder aus den Veröffentlichungen die in den regionalen Zeitungen erfolgten oder in familienkundlichen Publikationen Norddeutschlands.
Ich schätze mich glücklich einiges davon wenigstens in kopierter Form in meinem Archiv zu haben.

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