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Neuenmarkt

ZM: Freistaat und DB beabsichtigen auch die KBS 870 neben der KBS 855 zu elektrifizieren

Startbeitrag von Neuenmarkt am 14.06.2008 07:52

aus der Frankenpost:

Hof – Der Freistaat Bayern hat offensichtlich Interesse, in der Oberpfalz neben der Strecke von Hof nach Regensburg weitere Bahnstrecken in diesem Regierungsbezirk auszubauen und zu elektrifizieren. Dies geht aus einem Schreiben hervor, mit dem Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, der Bundestagsabgeordneten Petra Ernstberger (SPD) geantwortet hat.

Ernstberger hatte gegen die sich abzeichnende Bevorzugung der Strecke nach Regensburg gegenüber der im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebenen Strecke nach Nürnberg protestiert. Die Bundestagsabgeordnete befürchtet in diesem Fall eine Verschiebung des Ausbaus nach Nürnberg auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“, was dem deutsch-tschechischen Abkommen über die Modernisierung der Bahnlinie von Nürnberg über Marktredwitz nach Prag widerspreche.

Wie Josel dazu schrieb, besteht seitens des Bundes wegen der knappen Mittel keine Finanzierungsvereinbarung für die Strecke von Nürnberg bis zur Grenze bei Schirnding. „Ergänzend wird im Bundesverkehrswegeplan in einer Fußnote die Elektrifizierung der Strecke Hof - Regensburg als mögliche nachgelagerte Maßnahme genannt“, erläutert der DB-Manager. Im Zusammenhang mit dem Wachstum der Nord-Süd-Güterverkehre im Seehafen-Hinterlandverkehr bestünden Überlegungen, diese Maßnahme vorzuziehen, argumentiert Josel in seinem Schreiben.

Für besondere Brisanz dürften die beiden folgenden Sätze des Bahnmanagers sorgen, der sich zunächst auf den Freistaat beruft:

„Weiterhin sind Überlegungen des Freistaats bekannt, beim Bund darauf hinzuwirken, im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans die Elektrifizierung Regensburg - Hof einschließlich der Äste Schwandorf - Amberg - Hartmannshof (-Nürnberg), Schwandorf - Furth im Wald-Grenze und Marktredwitz - Schirnding-Grenze zu ermöglichen.“ Seitens der Bahn ergänzte Josel: „Die DB steht diesen Überlegungen aufgrund der entlastenden Wirkung im Schienengüterverkehr grundsätzlich positiv gegenüber.“

Ein „konkreter Realisierungshorizont“ könne jedoch bis zur Klärung der Finanzierung nicht genannt werden.

„Die Bahnlinie Hof - Nürnberg hat absolute Priorität“, betont die hochfränkische Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger (SPD) in ihrer jüngsten Presseerklärung, die darin auf strikte Einhaltung des Bundesverkehrswegeplans pocht. Diese Strecke sei nach einer Modernisierung sowohl für den Güter- als auch auch für den Personenverkehr von hohem Nutzen für die Wirtschaft in Nordbayern, ist Ernstberger überzeugt. W. R.

Hof – „Die Elektrifizierungspläne für die Bahnlinien Hof - Regensburg und Hof - Nürnberg dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, mahnt der Hofer Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich, CSU. In einem Gespräch mit der Frankenpost hat Friedrich klargestellt, dass er beiden Ausbau-Projekten eine große Bedeutung für den Logistik-Standort Hochfranken beimisst.

„Die Elektrifizierung ist Voraussetzung für einen umweltfreundlichen Güterverkehr“, betonte Friedrich. Angesichts der rapide wachsenden Güterströme sei unter Umweltgesichtspunkten nur der elektrische Antrieb akzeptabel. Somit seien derartige Ausbau-Projekte vorrangig für den Güterverkehr und erst in zweiter Linie für den Personenverkehr wichtig.

Als Ausnahme hebt Friedrich den Ausbau der Strecke zwischen Hof, Plauen und Reichenbach hervor. Hier seien Oberleitungen für eine schnelle und umsteigefreie Verbindung zwischen Hof und Leipzig wichtig, weil der Leipziger City-Tunnel nur von elektrischen Zügen befahren werden dürfe. „Ansonsten müsste in Reichenbach die Lok gewechselt werden oder die Fahrgäste müssten umsteigen“, warnte der Abgeordnete vor Zeitverlusten.

Die Finanzierungsperspektiven und die jeweils denkbaren Zeitpläne für die Elektrifizierung der Bahnstrecken in und um Hochfranken bewertet Friedrich sehr unterschiedlich:

* Hof - Plauen - Reichenbach:

Friedrich verweist darauf, dass die Freistaaten Sachsen und Bayern nur die ersten „Vorplanungen“ finanziert hätten, mit denen Baukosten in Höhe von 110 Millionen Euro ermittelt worden seien, darunter 25 Millionen Euro für den Abschnitt Hof - Gutenfürst auf bayerischer Seite. Zurzeit gehe es um die weitere Planungsfinanzierung, danach müsse die Baufinanzierung geklärt werden. Für das Planfeststellungsverfahren müsse man zweieinhalb bis drei Jahre rechnen. Als realistischen Zeitrahmen für die Bauphase nennt Friedrich die Jahre 2010 bis 2013. Mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sei auf sächsischer Seite eine 65-prozentige EU-Förderung möglich. „Der Bundesverkehrsminister ist in der Pflicht, die fehlenden Mittel bereitzustellen“, betont Friedrich und verweist auf den Bundesverkehrswegeplan.

* Hof - Marktredwitz:

Weil dieser Abschnitt sowohl Teil der Strecke nach Nürnberg als auch der nach Regensburg ist, sieht Friedrich keinen Konflikt. Als Teil der Franken-Sachsen-Magistrale stehe die Strecke ebenfalls im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Eine Kostenschätzung liege nicht vor. „Die Vorplanung muss umgehend aufgenommen werden“, mahnt er. Zur Finanzierung fordert der Abgeordnete, Teile des Erlöses vom Börsengang der Bahn AG einzusetzen.

* Marktredwitz - Schirnding:

Hier gelte das Gleiche wie für die Elektrifizierung zwischen Hof und Marktredwitz. Friedrich erwartet eine Stärkung dieser Bahnstrecke über eine neue Entwicklungsachse im Containerzugverkehr zwischen Hamburg, Berlin, Leipzig, Hochfranken und Tschechien. Hamburg sei der wichtigste Seehafen für Tschechien und die Linie Leipzig - Dresden - Prag bereits heute voll ausgelastet.

* Marktredwitz - Regensburg:

Nach einer Untersuchung von 2002 sei die Elektrifizierung als unwirtschaftlich bewertet worden, mittlerweile sehe die DB dies jedoch positiv. Als Grund nennt Friedrich die Überlastung mit Güterzügen von den Seehäfen auf der Rhein-Schiene sowie auf der Linie über Fulda und Fürth. Friedrich schätzt die Kosten für die Elektrifizierung der 179 Kilometer langen Strecke von Hof nach Regensburg auf 280 Millionen Euro. Wie die Frankenpost aus Bahnkreisen erfahren hat, ist diese Summe derzeit nicht belastbar, weil bislang nur Überlegungen, jedoch noch keine konkreten Planungen bestünden. Laut Friedrich erscheint die Aufnahme dieses Projektes in den nächsten Bundesverkehrswegeplan in zirka fünf Jahren denkbar.

* Marktredwitz - Nürnberg:

Die Elektrifizierung sei im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten. Die Kosten seien auf 460 Millionen Euro geschätzt. Dem gegenüber stelle der Bundesverkehrsminister der DB jährlich bundesweit nur knapp eine Milliarde für Aus- und Neubaumaßnahmen bereit; 2,5 Milliarden Euro würden jährlich in die Instandhaltung fließen.

* Anbindung von Bayreuth:

„Die Ertüchtigung der Strecke Kirchenlaibach - Bayreuth muss besprochen werden“, fordert Friedrich mit Blick auf die Verlademöglichkeiten im Güterverkehr sowie für den Personenverkehr auf der Franken-Sachsen-Magistrale.

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