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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 9 Jahren, 4 Monaten
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Guliver

2 PM aus dem Bay. Wald btrf. Stundentakt auf der Waldbahn KBS 906 und Unterstützung der Ilztalbahnreaktivierung durch Waldkirchen

Startbeitrag von Guliver am 26.07.2008 16:43

Beide Artikel aus der PNP Lokalausgabe F 26.7.2008

Zitat

Die Waldbahn attraktiver machen

Gespräch mit Wirtschaftsministerin Müller

Regen/FRG. Kurzfristig gelang es MdL Helmut Brunner, für eine Delegation aus dem Bayerwald einen Termin bei der bayerischen Wirtschaftsministerin Emilia Müller zu organisieren. Thema des Gesprächs: die Attraktivierung der Waldbahn.
Diese ist zwar auf der Achse Bayerisch Eisenstein - Zwiesel - Gotteszell - Plattling eine gut ausgebaute, viel genutzte und äußerst beliebte Verkehrsverbindung. Auf dieser Route, wie auch in Richtung Bodenmais, gibt es Stundentakt der Züge, der Ausbaustatus des Gleiskörpers und der Bahnhöfe ist gut, Fernverkehrsanschluss gibt es in Plattling und auch in Richtung Tschechien. Diese Verbindung wird sowohl von Berufspendlern, als auch von Feriengästen und Ausflüglern gerne in Anspruch genommen. Auf der so genannten Kursbuchstrecke KBS 906 von Zwiesel über Spiegelau nach Grafenau, der eigentlichen Nationalpark-Route, indes besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Zwar wurde der Gleiskörper dieses 32 Kilometer langen Streckenstücks 2002 weitgehend saniert, für die Modernisierung der Bahnhöfe und Haltepunkte wurde hingegen kein Geld in die Hand genommen. So sind insbesondere die Bahnhöfe Frauenau und Spiegelau in einem desolaten Zustand und schrecken Fahrgäste eher ab, als zusätzliche Kunden zu gewinnen. Außerdem verkehren die Züge auf diesem Zweig der „Zwieseler Spinne“ nur in einem Zweistundentakt, was zwar gegenüber früher eine wesentliche Verbesserung darstellt, jedoch zur Gewinnung von Neukunden nicht ausreicht.
Einerseits können so Berufspendler die Bahnlinie kaum nutzen, da sie nicht rechtzeitig ihre Arbeitsplätze erreichen, andererseits müssen Besucher der Nationalpark-Einrichtungen zu lange auf die Rückfahrtmöglichkeiten warten. Die Einführung eines Einstundentakts mit einem Begegnungspunkt in Spiegelau scheitert derzeit an drei Minuten, um die die Strecke durch die Beseitigung von Langsamfahrstellen und nicht mehr genutzten Bahnübergängen beschleunigt werden müsste.
Trotz intensiver Imagemaßnahmen der Region für die Nutzung der Waldbahn, gerade im Zusammenhang mit der autofreien Anreise zum Nationalpark und in Verbindung mit dem Bayerwald-Ticket, lassen sich die Fahrgastzahlen bei den jetzigen Bedingungen kaum weiter steigern. Die Bahn jedoch steht Investitionen derzeit verhalten gegenüber. Solange keine eindeutigen Aussagen zum Streckenerhalt oder langfristige Bestellzusagen vorliegen, können laut Bahn keine Mittel zur Verbesserung der Infrastruktur bereitgestellt werden. Um solche eindeutigen Aussagen vom zuständigen Wirtschaftsministerium zu bekommen, schilderten die Landräte Heinz Wölfl und Ludwig Lankl zusammen mit den Abgeordneten Helmut Brunner und Helga Weinberger Staatsministerin Müller die dringenden Anliegen der Region in Sachen Waldbahn. Dem Gespräch ging ein gemeinsames Schreiben der beiden Landräte und der Bürgermeister voraus, in dem der Ministerin ein 30-seitiges Entwicklungskonzept für die KBS 906 an die Hand gegeben wurde. In dieser Studie sind die Chancen dieser Waldbahn-Linie von Zwiesel über Spiegelau nach Grafenau sowie die erforderlichen Maßnahmen zu deren zeitgemäßer Attraktivierung zusammengestellt.
Auch im Sinne des vielbeschworenen Vorrangprinzips für den Ländlichen Raum erhoffte sich die Delegation aus dem Bayerischen Wald von der Ministerin ein klares Signal für die Attraktivierung der Strecke. Emilia Müller nahm sich viel Zeit für den Gesprächstermin und sicherte eine bestmögliche Prüfung des Konzeptes in ihrem Hause zu.
pnp


Die Kreuzung in Spiegelau, die man um 3 Minuten verpasst, ist leider nur mit Gehetze für die Fahrgäste und ner 4 Min Kurzwende in Zwiesel möglich.

Im aktuellen Fahrplan wurde die Umsteigezeit von Eisenstein und Plattling in Richtung Grafenau erst um 2 Minuten auf nun 7 Minuten gestreckt. Und umgekehrt bleibt man bei 8 Minuten.

Aktuell kommt die Waldbahn in Richtung Zwiesel zur Min. .17 in Spiegelau an, die Waldbahn in Richtung Grafenau zur Min. .33 Also 16 Minuten Unterschied.

Kürzt man nun die Umsteigezeit in Zwiesel auf 3 - 4 Minuten zusammen und fährt um .59 statt .02 los, dann ist man in Spiegelau um .30, macht man dann in Grafenau auch noch einen auf 20 Minuten verlängerten Aufenthalt, dann kommt man um .27 in Spiegelau an und um .00 in Zwiesel.

Also muss der Streckenabschnitt Spiegelau - Zwiesel um 3 Min. beschleunigt werden. Das Problem an der Sache ist: Man hat in Grafenau 26 Minuten Aufenthalt, während man im wichtigeren Knotenpunkt Zwiesel nur 4 Minuten Aufenthalt hat und sehr knappe Umsteigezeiten. Und groß hin oder her verschieben geht leider nicht, weil man ja an den Taktknoten mit den Zeiten .55 (Ankunft aus Plattling und Eisentein) und .58 (Abfahrt in diese Richtungen) festhängt.

Dann gäbe es folgenden Stundentakt- Fahrplan:
Zwiesel .59 -> Spiegelau .27 -> Grafenau .44
Grafenau .10 -> Spiegelau .27 -> Zwiesel .55

Nicht ernst gemeintes PS:
In den 26 Minuten Aufenthalt in Grafenau könnte man die Waldbahn ja bis nach Freyung weiterfahren lassen ;-) Nur leider fehlen dafür die Schienen zwischen Grafenau und Freyung.

Zitat

Waldkirchen ist jetzt Partner der Ilztalbahn

Stadtrat beschließt einstimmig Unterstützung des Förderantrags - Finanzielle Verpflichtungen dürfen daraus aber nicht erwachsen

Von Christoph Seidl
Waldkirchen. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, den Förderantrag der ITB auf Interreg IV-Mittel zu unterstützen. Zudem tritt die Stadt als Partner dem Gesamtprojekt bei - allerdings unter der Voraussetzung, dass auch Stadt und Landkreis Passau sowie der Landkreis Freyung-Grafenau auf den Zug aufspringen. Und dass durch die Wiederinbetriebnahme und für den Unterhalt der Ilztalbahn keine finanziellen Verpflichtungen auf die Kommune zukommen.
Ausführlich hatten zuvor die beiden ITB-Geschäftsführer Prof. Thomas Schempf und Helmut Streit den Fahrplan der Ilztalbahn vorgestellt. Demnach soll in einer ersten Stufe der Freizeit- und Tourismusverkehr auf der Schiene vom Passauer Land in den südlichen Landkreis Freyung-Grafenau im Sommer reaktiviert werden. Mittels Shuttle-Bussen soll den Fahrgästen an den Bahnhöfen Waldkirchen und Freyung die Weiterreise nach Tschechien ermöglicht werden. „Wir wollen einen kleinen Beitrag leisten zum ,Brückenbau‘ in Europa“, sagt Prof. Schempf, der zugleich darauf verweist, dass damit auf deutscher Seite ein Lückenschluss entstehe, da in Böhmen und Oberösterreich bereits eine entsprechende touristische Infrastruktur geschaffen worden sei. Stufe zwei sieht den Schienengüterverkehr vor. „Es gibt bereits Anfragen von Holztransporteuren“, so Streit. Stufe drei: die Wiederaufnahme des planmäßigen ganzjährigen ÖPNV auf der Strecke Passau-Waldkirchen-Freyung.
Das Konzept sieht fünf Eckpunkte vor: 1. Wiederinbetriebnahme und Unterhalt der Bahnlinie Passau-Waldkirchen-Freyung, 2. Schaffung und Unterhalt der Infrastruktur im Bahnhofsbereich und Bahnhofsumfeld (Umsteigestationen, P+R-Parkplätze), 3. Schaffung und Betrieb der grenzüberschreitenden Shuttlebus-Verbindungen nach Winterberg (Vimperk) und Nove Udoli (Neuthal), 4. Ergänzung, Beschilderung und Unterhalt des grenzüberschreitenden Radwegenetzes und 5. Aufstellung und Umsetzung eines umfassenden Marketingkonzeptes.
Punkt eins will die ITB alleine stemmen - mit Mitteln aus dem Interreg-Fonds, weshalb das Unternehmen mit Sitz im Waldkirchner Gründerzentrum auch die Unterstützung der Stadt beantragte. Denn Voraussetzung für eine entsprechende Förderung durch die Euregio sind Projektpartner auf beiden Seiten der Grenze. Nach Angaben von Schempf kann die ITB alles in allem aus eigener Kraft auf ein Startkapital von 750 000 Euro hoffen. „Damit können wir die Co-Finanzierung und die Anlaufphase sicherstellen.“
Punkt 2 müsse die Stadt Waldkirchen für den Bahnhof vor Ort schultern, die Punkte drei bis fünf sollen von allen Projektpartnern verantwortet werden. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, um etwas für die Region zu bewegen“, warb Prof. Schempf in diesem Zusammenhang um die Unterstützung der Stadträte.

„Stadt soll Zugpferd sein“

Die bekam er auch, allerdings unter den oben genannten Einschränkungen wie der Kostenneutralität bezüglich Wiederinbetriebnahme und Unterhalt. Deshalb sprach Bürgermeister Josef Höppler vorerst auch nur von einer „ideellen Unterstützung“, die er damit begründete, dass der zuletzt von der Mehrheit des Stadtrats favorisierte Bau des Geh- und Radwegs „zur Zeit nicht realisierbar ist“. Werner Eigenschenk (SPD) formulierte es drastischer: „Der Radweg ist gestorben, deshalb sollten wir als Gemeinde mit dem größten Streckenanteil an der Ilztalbahn Zugpferd spielen.“ Hans Hansl (CSU) sprach von einem Konzept, das „eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, so zu funktionieren“. Zudem sei es auch im Interesse der Stadt, in den Besitz des Bahnhofsgeländes zu gelangen. „Bei den anderen Punkten ist allerdings eine weitaus größere Einheit nötig, die beiden Landkreise Freyung-Grafenau und Passau müssen mit ins Boot geholt werden.“ Für Rudolf Ambros (BP) hat sich herauskristallisiert, dass „bei der ITB gearbeitet wird“. Das Konzept habe seit der letzten Vorstellung im Stadtrat deutlich an Kontur gewonnen.
Franz Brunner (UCW) stellte indes das Konzept Bahn & Bike der ITB in Frage, da die von dem Unternehmen in diesem Zusammenhang vorgeschlagene Radwegroute Passau-Waldkirchen in ihrem Profil zu anspruchsvoll sei. „Die Masse der Radfahrer ist dort unterwegs, wo es keine Steigungen zu überwinden gilt. Und für den Radwegebereich braucht man die anderen Kommunen, die um Teil sperrig sind. Wenn dieses Knäuel nicht aufgelöst wird, geht dieses Konzept nicht auf.“
Als „erstaunlich“ wertete Peter Jarosch (UCW) den „Mut und die Beharrlichkeit“ der ITB in Sachen Ilztalbahn. Er bezweifelte allerdings,dass Betreiberfirma, Kommunen und Landkreise es alleine schaffen könnten. „Da müsste sich auch der Freistaat einbringen.“
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