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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
derSchlömener, Martin Pfeifer, Der Blaichacher, DF5SX, Schwandorfer, Franz Josef Strauß

entlang der ehemaligen Bahntrasse von Ludwigstadt nach Lehesten und durchs Höllenthal (mB)

Startbeitrag von derSchlömener am 23.10.2008 22:43

Hallo,

bereits am letzten Freitag brach ich zusammen mit Heiko mal wieder zu nem Ausflug auf. Diesmal sollte es in den hohen Frankenwald gehen, genauer von Ludwigstadt ins nahe Lehesten. In Lehesten ging unsere Reise dann mit Bus und Bahn weiter über Lichtentanne nach Blankenstein und zu fuß noch durchs abendliche Höllenthal rüber zum gleichnamigen Haltepunkt.

Mit RE3484 reisten wir nach Ludwigstadt an. Dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.


Fahrkarte Kronach - Ludwigstadt:


Das Stadtbild von Ludwigstadt wird stark von der Bahnlinie München - Berlin geprägt.


Wir mussten selbst erstmal kucken, wie wir zur alten Bahntrasse richtung Lehesten vom Bahnhof auf kommen.
Durch den Ort hindurch, hinauf zur Firma WOM, dann nochmal hinunter zur Straße (es scheint, als wäre die Straßenbrücke vom Firmengelände zur benachbarten Talseite erst seit einigen Wochen / Monaten abgebaut worden zu sein) und auf der anderen Seite hinauf. "Schon" ist man auf der Bahntrasse.


Marktplatz Ludwigstadt. Oben schleichen die ICEs vorbei :-)

Die Bahntrasse läuft zuerst durch ein relativ neues Wohngebiet. Einige Häuse bzw. Grundstücke verdecken die Trasse. Ihren Verlauf kann man noch einigermaßen erahnen.

Nach wenigen Metern schon erhebt sich ein Steinbruch, der selbst auch schon Teile der Bahntrasse verschlungen hatte.



Selbst der zur Bahntrasse in diesem Abschnitt weitgehend parallel verlaufende Weg wurde wegen dem riesigen Steibruchgelände verlegt.
Wir nahmen zwangsläufig einige hundert Meter den Flurbereinigungsweg und bogen dann im dem Steinbruch nachfolgendem Wald wieder hinab zur Bahntrasse, die man jetzt bei wenig Laub an den Bäumen schon von weit oben gut ausmachen konnten:



Im tiefen Wald nahe der Bayerisch-Thüringischen Grenze sieht die Trasse so aus, als wären erst "gestern" die Gleise abegbaut worden:


Blick richtung Lehesten

Kann es sein, dass DB noch bis in die 90er zum gezeigten Steinbruch gefahren ist?
Würde mich freuen, wenn hier jemand etwas dazu weiß...

Nach einiger Zeit verlässt die Trasse den Wald und geht in Weideland über. Leider versperrten uns weidende Kühe das Weiterlaufen auf der Trasse:



... so nahmen wir wieder zwangsweise den glücklicherweise immer noch parallel zur Trasse verlaufenden geteerten Feldweg.
Nach wenigen weiteren Metern schwenkte der Feldweg plötzlich selbst auf die alte Trasse:



Das Wetter riss in diesem Moment auch schlagartig auf. Zwischen den zwei Bildern (also dieses und das mit der Weide) vergingen vielleicht gerademal 15min.

Direkt an der Landesgrenze steht noch eine Bahnbrücke:



... direkt daneben diese Infotafel mit (wie ich finde) etwas "unglücklich" formuliertem Text darauf:



Nach einigen Metern quert man den heute auch noch gut auszumachenden Kolonnenweg, nach wiederum einigen Metern kommt schon die nächste Bahnbrücke. Diesmal wurde allerding die Bahnstrecke selbst überbrückt. Auffallen ist, dass viele Brücken aus Schiefer, wie so ziemlich alles dort oben, gebaut wurden:


Man könnte fast meinen, die Gleise sind nur derzeit vom Laub verdeckt...



Die selbe Brücke - von der anderen Seite aus...


Wirkt alles ein bischen wie in einer Art "Dornröschenschlaf"...

Eine neue (Nachwende-)Straße nutzt auf den letzten Kilometern bis nach Lehesten dann die ehemalige Bahntrasse. Der alte Straßenverlauf ist auch noch sehr gut erkennbar.

In Lehesten angekommen, erwartete uns schon die Ost-typische "Wartehalle":


Der Busverkehr in Thüringen, obwohl auch schon viel gestrichen wurde, ist im Vergleich zum OVF-Verkehr hier bei uns, ein Traum. Nach nicht mal einer halben Stunde Aufenthalt fuhren wir runter zum Bahnhof Lichtentanne, der selbst ja weit außerhalb des Ortes Lichtentanne liegt.
Der Bus fährt erst den Ort Lichtentanne an, dann Lehesten und noch weitere Bergdörfer, dann den Bahnhof Lichtentanne, dann Leutenberg (und evtl. gleich weiter nach Saalfeld).
Der Bahnhof (komplett Schiefer) Lehesten steht übrigens noch, ist allerdings privat:


Bahnhof Lehesten, direkt neben der Buswartehalle

Ortsansicht Lehsten:


Nach nur wenigen Minuten Fahrt mit dem OVS-Bus, sind wir auch schon in Lichtentanne Bahnhof angekommen.


Fahrkarte für den OVS-Bus.



Der Bahnhof Lichtentanne. Ein (noch)Idyll. Schon nach wenigen Wochen bzw. Monaten wird die Strecke ans neue ESTW angeschlossen sein. Die Vorboten hierzu sind unübersehbar. Dennoch: derzeit "Bahnidylle"-Pur.

Z.b. auch der BÜ direkt am Bahnhof. Osten-Pur:



Bevor wir uns allerdings mit dem Zug gen Höllenthal auf dem Weg machten, kehrten wir noch in die traditionsreiche Waldgaststätte direkt am Bahnhof ein:



Die Gaststätte ist in jeder Hinsicht zu empfehlen.
Das gesamte Bahnhofsareal ist somit praktisch im Zustand aus den Anfangszeiten der Bahn. Nur das scheinbar ehemalige Eisenbahnerwohnhaus am BÜ steht leer. (siehe Bild)
Aber es ist immerhin noch da.




Nach der Kaffee&Kuchen-Einkehr ging unsere Fahrt weiter mit RB 16871 nach Blankenstein. Hier bei der Einfahrt in den Bedarfshalte-Bahnhof Lichtentanne.

Neue Signalsockel und Übergange. Vorboten der nahenden ESTW-Zeit, nicht nur in Lichtentanne:



Im Vorbau links mit den Blumen sitzt die Fdl. Ganz rechts im Bild ist noch die Gaststätte zur erkennen. Man hat von der Gaststätte aus also stets blick auf den regen Güterverkehr dieser einmaligen Strecke.

Nach knapp einer Stunde Fahrt zu 2,45¤ sind wir dann im abendlichen Blankenstein angekommen, dem derzeitigen Endpunkt der Strecke von Saalfeld aus kommend:



Der Bahnhof ist auch noch besetzt, jedoch wurde der Fahrkartenverkauf auch schon vor einiger Zeit eingestellt.


Fahrkarte Lichtentanne - Blankenstein. Scheinbar muss in ganz Thüringen immer irgendwas hinter dem eigentichen Bahnhofsnamen in Klammern stehen :-)


Die Mannschaft des "Wals" hat sich scheinbar schon auf die nahende Rückfahrt nach Saalfeld vorbereitet.


Bahnhof Blankenstein - wie in der Modellbahn hingestellt...

Letzter Blick nochmals zurück auf die Industrie-Szenerie in Blankenstein

Weiter gen Heimat gings dann eben wieder zu Fuß. Das Wetter wurde immer besser, wie man sieht...
Da es letzte Woche auch schon Oktober war, endete hier der beleuchtete Teil des Tages. Bilder vom Höllenthal selbst kann ich also nicht mehr zeigen.
Nur so viel: Wir schafften gerade schön den Fuß-Anschluss (Blankenstein Zug an 17:21Uhr - Höllenthal Zug ab: 18:38Uhr) und fuhren (diesmal kostenlos) nach Hof. Dort kehrten wir noch gemütlich in der Pizza Neustadt ein und fuhren mit der RB 22:37Uhr ab Hof zurück nach Neuenmarkt. Diesmal ein praktisch werksneuer Vogtlandbahn Desiro. (Wobei ich immer dachte, dass an Freitagen die DB auch schon einen 612er ins Rennen schickt..) Naja, egal.

War ein wirklich schöner, facettenreicher Ausflug in eine fast vergessene und z.T. noch (für mich) völlig unbekannte Welt, denn gerade über die kurze Strecke von Ludwigstadt nach Lehesten hört man gar nichts mehr.

Einige Fragen sind bei mir dennoch noch offen geblieben:

- gab es nicht mal eine Bahnbrücke der Lehestener Strecke, die man in Ludwigstadt vom Zug aus sieht bzw. sehen konnte?

- hatte man eigentlich irgendwann vielleicht mal vorgehabt die Lehestener Strecke nach Wurzbach gar runterzubauen oder wollte man wirklich nur die oberen Bergdörfer anschließen?

- hat jemand Bilder aus den letzten Tagen der Strecke?

Viele Grüße,
Johannes

alle Bilder in voller Auflösung und auch noch mehr Bilder gibts unter:
[www.flickr.com]







Antworten:

Hallo Schlömener,

der Beitrag ist echt klasse - wird im nächsten Frühjahr nachgelaufen, wenns recht ist ;-)

Ich hab ne ähnliche "Streckenbereisung" mal auf der Strecke von Lauscha nach Probstzella gemacht - da kommt man heute sicherlich gar nicht mehr durch. Aber die Idee, mal nicht nur die "Hölle" zu sehen, sondern gleich in "Ludsch" loszulaufen, ist blendend. Merci für die Anregung und die schönen ostzonalen Bilder!

Der Blaichacher

von Der Blaichacher - am 24.10.2008 06:43
Zitat

Kann es sein, dass DB noch bis in die 90er zum gezeigten Steinbruch gefahren ist?
Würde mich freuen, wenn hier jemand etwas dazu weiß...


Laut dem EK-Buch über die Frankenwaldbahn wurde bis Anfang der 60er-Jahre gefahren, danach wurde im Bf Ludwigsstadt verladen. Die Strecke wurde hinter dem Firmenanschluß direkt nach der Trogenbachbrücke 1971 stillgelegt und danach abgebaut.

Auf jeden Fall habt Ihr da eine lohnenswerte Wanderung und einen schönen Bericht gemacht. Mehr davon! ;-)

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 24.10.2008 09:12

Hallo. Danke :-) + Links auf weitere meiner Streckenwanderungen

... für das Lob. Wobei, der Tag war halt einfach echt klasse letzte Woche. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter (v.a. nach dem extrem verregneten Donnerstag - ich dachte schon, wir müssen den Ausflug abblasen.)

Weil Du gerade von der Strecke Lauscha - Probstzella geredet hast:
Im Juni letzen Jahres, sind wir (Heiko und ich) die Strecke von Probstzella nach Ernsttahl am Rennweg gelaufen. War ebenfalls ein super Ausflug, wenn wir uns aus etwas ranhalten mussten, um abends noch rechtzeitig in Ernsttahl oben anzukommen. Und wenn auch wir die Versorgungsdichte mit Einkaufsmöglichkeiten im Oberland dort unterschätzt hatten.

Es war ein wirklich heißer Sommertag und uns ging dann recht bald das Wasser aus. Aber wir habens durchgehalten (sind ja auch nicht durch die Wüste gelaufen) eher durch einen Urwald, wie man an den Bildern hier gleich sehen kann :-)

Man kommt schon noch durch heute denke ich. Man sollte sich halt "gescheit" anziehen :-) Wir hatten aber (beide) keine einzige Zecke - aber da denke ich eh, dass manche Menschen Zecken mehr als andere anziehen. Hatte selbst bislang noch nie eine, und das trotz Hobbies wie Schafzucht und Landwirtschaft allg. (wo man doch ab und an mal durch meterhohes Gras läuft)

Viel Spaß noch beim betrachten der Bilderserien der Wanderung aus dem letzten Jahr.

Man findet sie direkt hier:

Teil 1: [forum.mysnip.de]
Teil 2: [forum.mysnip.de]
Teil 3: [forum.mysnip.de]
Teil 4: [forum.mysnip.de]
Teil 5: [forum.mysnip.de]



Desweiteren bin ich noch folgende stillgelegte Strecke abgewandert bzw. -gefahren:

August 2008 - Wildflecken und Jossa: [forum.mysnip.de]

Juli 2008 - von Naabburg nach Schönsee: [forum.mysnip.de]

... und am selben Tag von Rötz nach Bodenwöhr nord: [forum.mysnip.de]



von derSchlömener - am 24.10.2008 09:21
Zitat
derSchlömener
Hallo,


Wir mussten selbst erstmal kucken, wie wir zur alten Bahntrasse richtung Lehesten vom Bahnhof auf kommen.
Durch den Ort hindurch, hinauf zur Firma WOM, dann nochmal hinunter zur Straße (es scheint, als wäre die Straßenbrücke vom Firmengelände zur benachbarten Talseite erst seit einigen Wochen / Monaten abgebaut worden zu sein) und auf der anderen Seite hinauf. "Schon" ist man auf der Bahntrasse.



Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass man vom Zug aus (aus Richtung Kronach kommend) auf der rechten Seite den Abzweig nach Lehesten gut gesehen hat, dass es da noch Schienenreste gab bis zu der Stelle, wo mal eine Brücke oder so auf die andere Talseite gestanden haben muss, und dass auf der anderen Seite vom Tal von der Trasse wegen Firmengelände oder so nichts mehr zu sehen war. Kann das sein? War schon länger nicht mehr dort...


Zitat
derSchlömener

Der Busverkehr in Thüringen, obwohl auch schon viel gestrichen wurde, ist im Vergleich zum OVF-Verkehr hier bei uns, ein Traum.


Schlechter als das "ÖPNV-Angebot auf hohem Niveau" in Oberfranken geht ja auch kaum...

Zitat
derSchlömener

Der Bahnhof Lichtentanne. Ein (noch)Idyll. Schon nach wenigen Wochen bzw. Monaten wird die Strecke ans neue ESTW angeschlossen sein. Die Vorboten hierzu sind unübersehbar. Dennoch: derzeit "Bahnidylle"-Pur.


Bleibt die Kreuzungsmöglichkeit erhalten?



Zitat
derSchlömener

Nur so viel: Wir schafften gerade schön den Fuß-Anschluss (Blankenstein Zug an 17:21Uhr - Höllenthal Zug ab: 18:38Uhr) und fuhren (diesmal kostenlos) nach Hof.


Ist dort kein Fahrkartenerwerb mehr im Zug möglich?

von Franz Josef Strauß - am 24.10.2008 12:28
Servus,

und beim Lesen des EK-Buches "Grenze über deutsche Schienen 1945 - 1990" fällt auf, das die von Dir fotografierte Tafel an der Grenze leider recht früh schon vor der Kapitulation des Dritten Reiches abbricht. Danach wurde es noch einmal richtig interessant, denn im Gegensatz zu vielen anderen an der Demarkationslinie unterbrochenen Strecke gab es hier vom 17.Juni 1947 bis zum 12. Juli 1951 noch einmal grenzüberschreitenden Verkehr, wenn auch nur Güterzüge.

Irgendwelche Hinweise über eine Verlängerung der Strecke nach Wurzbach konnte ich nicht finden. In Anbetracht der Tatsache, das die Strecke bei Ihrer Entstehung 1885 noch eine (innerdeutsche) Grenze zwischen dem Königreich Bayern und dem Fürstentum Sachsen-Meiningen überquerte und deshalb ein Staatsvertrag notwendig wurde, denke ich, das so eine Strecke von Ihrer Trassierung her zu aufwändig ist.

von Martin Pfeifer - am 24.10.2008 20:30

hauptbahnartige Trasse

Die Sache ist nur die:

Wenn man die Trasse abläuft, denkt man gar nicht daran, dass man auf einer Nebenbahn unterwegs ist - und schon gar nicht auf so einer kurzen:

Tiefe Einschnitte, weite Radien, sanfte und gleichmäßige Steigung. Vielleicht liegt das auch daran, dass diese Bahnlinie praktisch mit der Hauptbahn eröffnet wurde und man alles "in einem Rutsch" gebaut hat damals...



von derSchlömener - am 25.10.2008 22:38

Kreuzungsmöglichkeit Lichtentanne & Fahrkartenkauf Höllenthal

... ich NEHME mal an, dass die Kreuzungsmöglichkeit erhalten bleibt, weiß es aber nicht. Bei dem Verkehrsaufkommen auf der 557 würde es mich aber wundern, wenn sie das Kreuzungsgleich stilllegen würden.
Wobei: in Unterlemnitz hat mans ja auch so gemacht und dann ein paar Jahre später das Gleis wieder reingelegt bzw. angeschlossen.

In Höllenthal ist die Sache die (mit den Fahrkarten):
soweit ich weiß, kann man beim Fahrer (Lokführer, ich weiß... - aber Fahrer steht nunmal auf den Hinweisen im 628er :-) ) nur noch Fahrkarten bis zu einer Entfernung von 50km kaufen. Mit Fahrziel Neuenmarkt war ich da von Höllenthal aus kilometermäßig drüber. Hof als Fahrziel hätte eigentlich gehen müssen.

Viele Grüße,
Hannes


von derSchlömener - am 25.10.2008 22:41
Servus,

noch ein paar Kommentare meinerseits zu Deinem Beitrag.

Eine irgendwie geartete Überbrückung der B85 - von Dir im Zusammenhang mit der Firma WOM erwähnt - ist auf meiner topographischen Karte (CD-ROM, gekauft 2003) nicht erkennbar. Die müsste also schon wesentlich länger weg sein. Ist die Firma WOM das frühere WELA-Lebensmittelwerk?

Zitat

Kann es sein, dass DB noch bis in die 90er zum gezeigten Steinbruch gefahren ist?
Würde mich freuen, wenn hier jemand etwas dazu weiß...

Nein, das kann nicht sein. Laut dem bereits genannten EK-Buch "Grenze über deutschen Schienen 1945 - 1990" wurde der Gesamtverkehr Ludwigsstadt - Grenze (Lehesten) per 01.03.19971 eingestellt, es blieb lediglich der Anfang der Strecke als Gleisanschluß zum WELA-Lebensmittelwerk in Betrieb. Laut EK-Buch waren dies "rund fünfhundert Meter vom Bf Ludwigsstadt aus". Der Gleisanschluß des Steinbruches lag bei km 2,800

Zitat

Nach einigen Metern quert man den heute auch noch gut auszumachenden Kolonnenweg, ...

Das ist Absicht, der Kolonnenweg wird in gesamter Länge als Mahnmal an die deutsche Teilung erhalten.

Zitat

- gab es nicht mal eine Bahnbrücke der Lehestener Strecke, die man in Ludwigstadt vom Zug aus sieht bzw. sehen konnte?

Ich kenne von der Strecke überhaupt nur drei Fotos, die allesamt im Werk "Siegfried Bufe; Eisenbahn in Oberfranken; Bufe-Fachbuchverlag München 1982" abgedruckt sind. Ein Bild (Seite 260 oben) zeigt einen Nebenbahn-Zug auf dem Trogenbach-Viadukt, ein weiteres (Seite 99 oben) zeigt die Begegnung zweier E-Lok-bespannter Reisezüge "südlich der Trogenbach-Brücke" mit dem Gleis nach Lehesten im Vordergrund, ohne Aufnahmedatum. Die auf dem letzten Bild zu erkennende Trassierung (Höhenunterschied der Frankenwald-Strecke und der Lehestener Strecke, Brücke für einen Feldweg unter der Frankenwald-Rampe, im Gleis nach Lehesten aber Bahnübergang) lässt den Schluß zu, das die Strecke nach Lehesten die heutige B85 mit höhengleich mittels Bahnübergang gekreuzt hat, also das Tal ausgefahren wurde.

Zitat

- hat jemand Bilder aus den letzten Tagen der Strecke?

Im o.g. Buch Seite 260 unten ist eine Aufnahme der 98 1109 bei der Anschlußbedienung des Hartsteinwerkes Rentsch von 1955 abgedruckt, das war es dann an mir bekannten Bildern.



von Martin Pfeifer - am 26.10.2008 10:24

Re: Hallo. Danke :-) + Links auf weitere meiner Streckenwanderungen

Hallo Schlömener,

hab mich köstlich unterhalten gefühlt, danke für die Links!

Auch wenns hier ja bisschen off topic ist, hab ich nochwas zum Thema Lauscha-Probstzella für Dich - aber dürfte Dir ja wohl eh bekannt sein, oder?

[drehscheibe-online.ist-im-web.de]

Netter Gruß ausm Allgäu

Thilo

von Der Blaichacher - am 27.10.2008 07:35
Servus,

ich muß mich an einer Stelle korrigieren:
Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

noch ein paar Kommentare meinerseits zu Deinem Beitrag.

Eine irgendwie geartete Überbrückung der B85 - von Dir im Zusammenhang mit der Firma WOM erwähnt - ist auf meiner topographischen Karte (CD-ROM, gekauft 2003) nicht erkennbar. Die müsste also schon wesentlich länger weg sein. Ist die Firma WOM das frühere WELA-Lebensmittelwerk?
...
Zitat

- gab es nicht mal eine Bahnbrücke der Lehestener Strecke, die man in Ludwigstadt vom Zug aus sieht bzw. sehen konnte?

...das die Strecke nach Lehesten die heutige B85 mit höhengleich mittels Bahnübergang gekreuzt hat, also das Tal ausgefahren wurde.
...

Die Aussage zur Kreuzung der B85 ist falsch. Im Buch "Die innerdeutsche Grenze und der Schienenverkehr" aus dem Ritzau-Verlag (3. Auflage 1992) habe ich zwischenzeitlich gefunden, das die Gleise im Mai 1971 abgebaut wurden, "die Eisenbahnbrücke über die B85 allerdings erst Anfang 1973"

von Martin Pfeifer - am 27.10.2008 17:54
Wer Google Earth oder Google Maps "lesen" kann, wird nach Ihrer Schilderung sehr schön die Trasse bis nach Lehesten verfolgen können. Einen Anschluß zum Tagebau-Schieferbruch kann ich mir dagegen nur im Schiebebetrieb aus dem Bahnhof Lehesten heraus vorstellen.

Mich hat es speziell interessiert, weil ich 1957 einen ganzen Tag bei der Grenzkontrolle in der ollen Holz-Baracke (noch kein Güst-Neubau) in Probstzella festgehalten wurde.

Am Abend wurde ich dann in den Interzonenzug nach Nürnberg gesetzt und ich meine mich gut zu erinnern, dort in Ludwigstadt bei

50°28'49.43"N 11°23'33.68"E

südlich vom Schulhaus eine Bahnbrücke Richtung Lehesten gesehen zu haben.

Güterverkehr [mit geduldetem Personentransport] nach Lehesten nur vom 17.4.1947 bis 12.7.1951 auf der Bahntrasse.

Ein anderer Hinweis: aus Nordbayern gab es noch eine größere Gruppe von 200 Schieferbrucharbeitern die bis zum Tag der Mauererrichtung am 13. Aug. 1961 im Thüringer DDR Gebiet gearbeitet haben und mit Bussen über eine Kontrollstelle Ziegelhütte-Lauenhain nach Lehesten transportiert wurden.

Auf bayerischer Seite gab es bis zum 1.3.1971 noch DB Güterverkehr bis zum Steinbruch bei

50°28'51.96"N 11°24'56.04"E

All vorstehendes wird auf Seite 204 im Frankenwaldbahn Buch berichtet.

von DF5SX - am 15.09.2009 22:55
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