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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
KBS 860, Martin, desperate Engineer, OC 15

Frage zur LZB-Einstellung der NBS NN - NIH an den Fahrdienstleiter

Startbeitrag von KBS 860 am 27.12.2008 23:01

Servus,

während der Zeit der ICE-T-Ersatzzüge bis zum letzten Fahrplanwechsel war die LZB-Vmax auf 250 km/h begrenzt.
Ab dem Fahrplanwechsel dürfen wieder 300 km/h gefahren werden, da die (meist nicht druckertüchtigten) Ersatzzüge nun über Augsburg fahren.

Nun fährt ja am Sa der IC 73936 MH ab 22:55 im ICE-3 Plan, bestehend aus 120-Sandwitch und 8 gemischte Wagen (Bimz bis Bomz über Bpmz).

Wird für diesen Zeitraum die LZB Vmax auf 250 km/h begrenzt, wegen möglichen Begegnungsverkehr mit ICE -1/2 und -3?

Wie aufwändig ist es, die LZB-Vmax zu verändern ?

Danke und Gruß aus ebendiesem (schön heizenden) IC ;-),

Heiko

Antworten:

NIH? Gibts ned.... MIH!! ;-) (owt)



von desperate Engineer - am 28.12.2008 01:00

LZB-Programmierung

Moin!

>(meist nicht druckertüchtigten) Ersatzzüge

Zunächst sei mal gesagt, dass die Begrenzung auf 250 km/h nicht nur was mit der
Druckertüchtigung zu tun hat. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die
Feststellung, ob die Strukturfestigkeit gegeben ist.

>Wie aufwändig ist es, die LZB-Vmax zu verändern ?

Das ist relativ aufwendig. Es müssen Vordrucke für die Programmierungsänderung
erstellt werden, das ganze zwischen zwei Berechtigten abgeglichen werden und das
größte Hindernis: Während der Eingaben darf im oder auf den betreffenden Abschnitt
zu kein Zug fahren. Da während des normalen Betriebs eine ausreichend große Lücke
zu finden ist schon net so leicht...

Zumal der özF noch andere Sachen zu tun hat, als (gefühlt) Stundenlang vor dem LZB-
Eingabegerät zu sitzen, und die Programmierung einzutippen. Das Ding hat nämlich
leider keine Windows-Oberfläche...

Gruß OC 15


von OC 15 - am 28.12.2008 10:45

Scho klar, war ein Vertipper ;-) (owt)

.

von KBS 860 - am 28.12.2008 13:30

Zugbegegnungen bei Verspätung; Strukturfestigkeit von Wagenkästen

Servus,

erstmal danke für die ausführliche Antwort!

Dem entnehme ich, dass die LZB-Vmax nicht für diesen speziellen IC herabgesetzt wird und somit bei 300 km/h bleibt.

Ich nehme an, die Führung des IC 73937 via NBS ist nur möglich, weil zur Zeit der Trassenbelegung durch besagten IC planmäßig nur ICE 1517 auf freier Strecke kreuzt, der durch 411 gebildet wird und damit eine Vmax von "nur" 230 km/h hat.

Wie wird das betrieblich gehandhabt, wenn z.B. ICE 885 oder ICE 1024 (beides 401) bzw. ICE 729 (403) mit Vmax von 280 bzw 300 km/h stark verspätet sind, so dass eine Begegnung mit IC 73937 möglich ist ?
Bekommt der entsprechende ICE per Befehl eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 250 km/h oder wartet der IC in MIH, bis die ICE durch sind ?

Mal ganz abesehen davon, dass mit Sicherheit kein Radsatz des IC entgleisungsgefährdet ist, wenn doch mal mit 500 km/h anstelle von 450 km/h begenet wird! ;-)

Zitat

Zunächst sei mal gesagt, dass die Begrenzung auf 250 km/h nicht nur was mit der
Druckertüchtigung zu tun hat. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die
Feststellung, ob die Strukturfestigkeit gegeben ist.


Mangelnde Druckertüchtigung ist ja immer das offizielle Argument gegen einen planmäßigen Einsatz solcher Wagen auf SFS mit Vmax größer 250 km/h.

Die Strukturfestigkeit des Wagenkastens (Stahlrohbau) ist weniger gefährdet, da ein Vollbahnfahrzeug grundsätzlich so auszulegen ist, dass die gesamten Zug- / Stoßkräfte alleine vom Untergestell aufgenommen bzw. durchgeleitet werden müssen. Die Seitenwand / Dach ist da zusätzliche Sicherheit.
Die Seitenwand (und das Dach ) erfährt ihre Höchstbelastung im Aufgleisfall durch Biegebeanspruchung (Anheben an einem Wagenende bei Abstützen auf das entfernte DG, Nachzuweisen nach EN 12663). Die Spannungsspitzen aus dieser Beanspruchung (und u.a. Beulen in Querrichtung) sind für die Kastenstruktur (Seitenwände, Dach) um ein Vielfaches größer als bei "Querverbiegen" der Seitenwand durch die Bugwelle (quasistatische Vergleichsspannung, da dynamischer Lastfall).
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass durch die bei 300 km/h größere Bugwelle laufdynamische Grenzwerte - gerechnet oder gemessen - geringfügig überschritten werden (nach EN 14363, vormalig UIC 518).

Gruß aus Bamberch,

Heiko



von KBS 860 - am 28.12.2008 21:24

Re: Zugbegegnungen bei Verspätung; Strukturfestigkeit von Wagenkästen

Wenn nicht druckertüchtigte FAhrzeuge auf dieser NBS unterwegs sind müssen alle Züge mit Befehl 10 verständigt werden, dass VMZ=250 einzustellen ist.

So geschieht das z.B. wenn mal wieder Umleiter auf der NBS fahren müssen, etwa wenn Regensburg-Nürnberg gesperrt ist.

von Martin - am 28.12.2008 22:07

Danke! (o.w.T.)

.


von KBS 860 - am 28.12.2008 23:22
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