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Eisenbahnforum Nordostbayern
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[PM] '"Alles Luftschlösser" (Ilztalbahn)

Startbeitrag von Guliver am 22.03.2009 06:54

In der Sonntagspostille "Am Sonntag" der PNP heute ein Bericht und ein Kommentar zur Ilztalbahn:

Zitat

Trotz Betriebsgenehmigung der Ilztalbahn durch die Staatsregierung sagen die Kritiker:
"Alles Luftschlösser"

Von MICHAEL OSWALD
Seit Jahren lassen die Verantwortlichen der Ilztalbahn GmbH (ITB) nichts unversucht, die brachliegende Bahntrasse zwischen Passau und Freyung wieder zu reaktivieren. Doch bei ihren Bemühungen kommen sie nicht so recht vom Fleck. Deshalb werden solche Meldungen wie jüngst von der Staatsregierung in München schon gefeiert, als würde übermorgen der Schaffner in seine Pfeife trällern. Doch die Realität sieht anders
aus. Das wissen auch die Widersacher, die gegen das Projekt kämpfen. Einer von ihnen ist Hutthurms Bürgermeister Hermann Baumann. Er sagt offen zur AS: „Das sind alles nur Luftschlösser!“ Es war um die Jahrtausendwende,
als der Ortschef der Marktgemeinde erstmals mit der 45 Kilometer langen Strecke und
seinen Machern konfrontiert wurde. „Das hörte sich damals
alles sehr plausibel, ja zum Teil auch sehr realistisch und seriös an“, erinnert sich Baumann. Neun Jahre später füllen sich bei ihm fast drei Aktenordner zum
„Thema Ilztalbahn“. „Doch außer heißer Luft ist nichts übrig
geblieben“, so Baumann. Der CSU-Bürgermeister steht mit dieser Meinung auch nicht alleine auf weiter Flur. Viele seiner Amtskollegen, durch deren Gemeindegebiet die künftige Bahn tuckern soll, sehen das ganz ähnlich.
Deshalb könnte sich Baumann seiner Meinung nach auch ganz gelassen zurück lehnen,
denn: „Diese Bahn wird nie kommen!“, sagt er. Ein Passauer Stadtrat bringt es ebenfalls deutlich auf den Punkt: „Man muss ja die Strecke zwischen Passau und Freyung nur mal mit offenen Augen abfahren, um zu sehen, in welchem
indiskutablen Zustand die Trasse sich befindet. Da hängen ja zum Teil die Gleise vier bis sechs Meter unterspült in der Luft.“ Im lartext: Die Instandsetzung
würde einen Millionenbetrag verschlingen, Experten schätzen die Summe auf rund sechs Millionen Euro. Doch auf diesem Ohr scheinen die Initiatoren der Ilztalbahn
GmbH gänzlich taub zu sein. Denn die ITB wirdnicht müde, zu betonen, dass für die Sanierung der Strecke lediglich rund 800 000 Euro benötigt werden. „Diese 800 000 Euro sind doch total geschönt“, hält Hermann Baumann dagegen. Er
nennt in seinem Gemeindebereich beispielsweise die Abschnitte in Grabling und Voglöd.
Dort sind die Trassen, beziehungsweise die Schienen derart stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Reparaturen weit über 100 000 Euro verschlingen würden. Baumann: „Schon allein deshalb muss doch jedem klar sein, dass sich die ITB mit ihrer Kalkulation in ein unüberschaubares Abenteuer stürzt.“ Für die Gegner ist das finanzielle Desaster also vorprogrammiert. Dennoch mimt die Ilztalbahn
GmbH weiter den Optimisten. Allerdings werden sie jetzt durch die jüngste Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung gestärkt. „Das meinen sie
zumindest“, so Baumann. Dabei habe München gar keinen Ermessensspielraum
gehabt, musste dem Antrag auf Erteilung einer Betriebsgenehmigung quasi aus formellen Gründen stattgeben. Mehr aber auch nicht. Dennoch finden die ITB-Verantwortlichen auch immer wieder Befürworter. So haben die Stadtratsfraktionen der Grünen und der ödp einen Antrag eingereicht, das Vorhaben „ideell zu unterstützen“. Bürgermeister Urban Mangold: „Mit der Entscheidung aus München sehen wir uns jedenfalls bestätigt, an diesem Projekt festgehalten zu haben. Wenn die Freizeit-Nutzung einmal angelaufen ist, muss ein Nah-Verkehrskonzept aufgestellt und die Ilztalbahn in den Verkehrsentwicklungsplan
der Stadt aufgenommen werden.“ Ob aus der ideellen Unterstützung
später mal auch eine finanzielle wird, das soll laut Mangold die Zukunft zeigen.
Für Hermann Baumann ist indes die Marschroute der ITB sonnenklar. „Da wird ohne schlüssiges Betriebskonzept ein Projekt auf die Rampe geschoben, welches
von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist. Und wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, dürfen die angrenzenden Kommunenund Städte das Defizit ausgleichen.“ Deshalb steht für den Hutthurmer Bürgermeister jetzt schon fest: „Von uns wird es kein Geld geben!“ Er appelliert stattdessen an
die Verantwortlichen der Ilztalbahn, doch endlich einzusehen, dass ihre Kalkulation weder tragbar, noch mit realistischen Zahlen versehen ist. Baumann: „Schon ein altes Indianer-Sprichwort sagt: Wenn ein Pferd tot ist, muss man absteigen.
Doch die ITB will mit aller Macht einem toten Pferdwieder Leben einhauchen!“



Zitat

Bahn-Trickser
Von MICHAEL OSWALD

Mit allen Mitteln kämpft die Ilztalbahn GmbH (ITB) seit Jahren für die stillgelegte Eisenbahntrasse zwischen Passau und Freyung. Bislang mit mäßigem Erfolg. Schließlich
ist der Widerstand groß, es gibt eben nicht nur Freunde dieses Ewigkeits-Projektes. Und das ist auch nachvollziehbar (S. 7). Die Geister scheiden sich vor allen Dingen an
den Kosten für die Instandsetzung der Strecke. Die Ilztalbahn-Freunde rechnen mit rund 800 000 Euro, darüber schütteln die Gegner nur die Köpfe. Die Sanierung plus die laufenden Betriebskosten beziffern sie auf Millionen. Damit liegen die Kritiker wohl nicht falsch. Bleibt die Frage, was die ITB mit ihren schönen Zahlen und Gutachten bezweckt. Eindeutig: Sie hofft auf öffentliche Zuschüsse, also Steuergelder. Deshalb kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass eine Reaktivierung der Bahn
wegen der immensen Kosten unrealistisch ist. Der Zug wird hoffentlich bald abgefahren sein – nach nirgendwo. Hoffentlich sitzen dann die Bahn-Trickser von der ITB drin.


Man merkt schon die große Verbitterung der Ilztalbahngegner das es jetzt wohl auf die Zielgerade geht. Wo sind übrigens die 12 Millionen geblieben, die noch im Dezember von "Experten" als Sanierungsbedarf angegeben wurden? Und wieso rechnet man die Baukosten für 10 Meter wo in der Voglöd die Gleise in der Luft hängen hoch auf 50 km Bahnstrecke? Übrigens könnte Bürgermeister Baumann nicht ein klein bisschen dadurch beeinflusst sein, das das Busunternehmen "Fürst Reisen" seinen Stammsitz in seiner Gemeinde hat?
Insgesamt ein Artikel zum Wegwerfen, wenn er nicht von sovielen Leuten gelesen wird, die dann sagen: "Hab ich's doch gleich gewusst, die wollen mir nur mein Steuergeld aus der Tasche ziehen, um ihre Spinnereien zu finanzieren."

Antworten:

Man kann jetzt nur hoffen, das so schnell wie möglich etwas fährt. Und wenn es nur ein Bauzug ist. Die Leute müssen sehen das sich etwas tut.
Und spätestens dann ist Ruhe. ....... zumindestens bei den meisten. ;o)

von Para - am 22.03.2009 08:02
Wenn der Herr Bürgermeister von einem sehr hohen Sanierungsbedarf ausgeht und das auch mit Zahlen hinterlegen kann, die ähnliche Sanierungen kosten, dann dürfte die
Frage gestattet sein, ob er bei eigenen Projekten nicht generell zu teuer saniert und damit öffentliche Mittel verschleudert.

von Brotbüchse - am 22.03.2009 09:18

Wieso Nebenschauplätze aufmachen?

Zitat
Brotbüchse
Wenn der Herr Bürgermeister von einem sehr hohen Sanierungsbedarf ausgeht und das auch mit Zahlen hinterlegen kann, die ähnliche Sanierungen kosten, dann dürfte die
Frage gestattet sein, ob er bei eigenen Projekten nicht generell zu teuer saniert und damit öffentliche Mittel verschleudert.


Also ich persönlich halte jetzt nichts davon, bei Diskussionen darauf zu verweisen, das andere genauso Gelder verschleudern.
Rechtfertigt es eine Verschwendung von Steuergeldern durch X wenn Y es genauso tut?

Herr Baumann wirft der ITB GmbH konkret etwas vor, wieso sollte man dann sagen: "Du bist ja selber nicht besser!", statt konkret darzulegen, das das Konzept der ITB GmbH in seiner aktuellen Form wohl durchdacht ist, und seine Kritik haltlos ist.

Seinen Kritikern vorzuwerfen mit zwei Maßstäben zu messen, entwertet doch ihre Kritik nicht im mindesten. Es sagt lediglich aus, das man sich an schlechten Beispielen orientiert, statt aufzuzeigen, das man es selbst besser macht.

Grüße,
Peter



von Guliver - am 22.03.2009 09:52

Re: Wieso Nebenschauplätze aufmachen?

Zitat
Peter_Wolf
Zitat
Brotbüchse
Wenn der Herr Bürgermeister von einem sehr hohen Sanierungsbedarf ausgeht und das auch mit Zahlen hinterlegen kann, die ähnliche Sanierungen kosten, dann dürfte die
Frage gestattet sein, ob er bei eigenen Projekten nicht generell zu teuer saniert und damit öffentliche Mittel verschleudert.


Also ich persönlich halte jetzt nichts davon, bei Diskussionen darauf zu verweisen, das andere genauso Gelder verschleudern.
Rechtfertigt es eine Verschwendung von Steuergeldern durch X wenn Y es genauso tut?




Mit der Aussage des Herrn Bürgermeister verfolgt er eine bestimmte Absicht. Die genannten Zahlen dienen ihm in erster Linie dazu, die Behauptung aufzustellen, dass die Reaktivierung unmöglich ist. Dass öffentliche Bauaufträge nicht besonders billig sind, ist bekannt. Und die Art der öffentlichen Auftragsvergabe mit dem ganzen Hintergrund unbewiesener aber vielleicht zutreffender Preisabsprachen bezieht er so 1:1 auch auf die Ilztalbahn, als wäre es eine öffentliche Einrichtung, die sich aus öffentlichen Mitteln speist. Das ist sie ja gerade nicht. Ganz im Gegenteil: Wer privat ein Haus baut, oder seine Gartenanlage erweitert, muss, um Kosten zu sparen, viel in Eigenleistung machen, wenn das Geld knapp ist. Wenn viele Personen bei der Ilztalbahn mit Idealismus dabei sind, ergeben sich auch viele Kontakte zu Personen, die in interessanten Branchen arbeiten.... . Sofern er den Finanzbedarf vor dem Hintergrund öffentlicher Rahmenbedingungen ermittelt haben mag, muss noch einmal die Frage gestellt werden, ob solche Kosten für ein privates Projekt zulässig sind. Ich hätte unser Haus auch von der Stadt bauen lassen können. Was es gekostet hätte, würde ich mal lieber nicht wissen.

von Brotbüchse - am 22.03.2009 11:06

Die 6 Millionen finde ich nicht überteuert...

Zitat
Brotbüchse
Dass öffentliche Bauaufträge nicht besonders billig sind, ist bekannt. Und die Art der öffentlichen Auftragsvergabe mit dem ganzen Hintergrund unbewiesener aber vielleicht zutreffender Preisabsprachen bezieht er so 1:1 auch auf die Ilztalbahn, als wäre es eine öffentliche Einrichtung, die sich aus öffentlichen Mitteln speist.


Ich würde das nicht so sehen, das die 6 Millionen Euro die hier als Sanierungsbedarf genannt werden, stark überzogen sind. Ich denke das diese Zahl durchaus einen seriösen Hintergrund haben kann und nicht unbedingt aufgrund von überteuerten öffentlichen Aufträgen her kommen muss.

Für mich stellt sich nicht die Frage, ob die 6 Millionen Euro richtig sind oder die 800.000 der Ilztalbahn GmbH. Ich halte beide Zahlen für seriös und glaubwürdig. Die Frage ist: Was erhalte ich für das Geld? Für 800.000 Euro erhalte ich eine befahrbare Ilztalbahn, bei der man stellenweise mit 10 km/h dahinzuckeln muss und deren Brücken nicht viel Tragfähigkeit haben. Ausweichstrecken und Streckensicherung dürften dabei wohl auch eher spärlich sein. Dazu wird die technische Sicherung von Bahnübergängen auch auf dem niedrigst möglichen Stand sein. Für 6 Millionen Euro werde ich wohl schon eine bessere Streckenqualität erhalten, welche jedoch sicher auch nicht am oberen Rand sondern eher am unteren Rand von Nebenstrecken anzusiedeln ist.

Die Ilztalbahn ist durchaus mit geringerem Aufwand befahrbar zu machen. Aber man kann dort genausogut Millionen hineinstecken ohne eine Schnellfahrstrecke zu erhalten, da sie auch schon vor 2002 nicht unbedingt im besten Zustand war.

Die Ziele der Ilztalbahn GmbH sind sicherlich nicht unrealistisch. Die Zahlen des Herrn Baumann aber ebensowenig. Die Ilztalbahn hat einen massiven Sanierungsbedarf, wenn man sie dauerhaft für Güterverkehr und Personenverkehr herichten will. Die Reaktivierung sehe ich persönlich definitiv nur als Zwischenstation um zu zeigen, das die Bevölkerung und die Wirtschaft dieses Angebot an Personen- und Güterverkehr annimmt. Danach wird sicherlich die Staats- und Bundesregierung gefragt sein, diese Millionen an Zuschüsse zu zahlen. Den die Ilztalbahn GmbH wird das sicherlich aus Eigenmitteln auch mit engagiertesten Einsatz ihrer Mitglieder nicht schaffen. Sie haben schon jetzt sehr sehr viel erreicht. Aber ohne staatliche Unterstützung wird sich die Ilztalbahn längerfristig nur auf kleinem Niveau halten können. In dem Punkt geb ich Herrn Baumann recht. Nur ist die Frage: Was soll verkehrt daran sein, wenn die Ilztalbahn Zuschüsse erhält die sich volkswirtschaftlich rechnen? Nichts anderes geschieht auf den anderen 63.000 km Schiene in Deutschland, hunderttausenden Kilometer Straße, zig Flughäfen und vielen Kilometer Wasserstraßen auch. Deshalb sehe ich die Reaktivierung auch aus politischer Sicht so, das hier mit viel Eigenmitteln ein Argument geschaffen wird, die Ilztalbahn wieder fahrplanmässig mit (staatlich subventionierten) Personenverkehr zu befahren und den Güterverkehr zu unterstützen.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 22.03.2009 12:10
Ich bin ja schon gespannt, was dieselben Leute sagen, wenn die ITB mal ein paar Jahre erfolgreich läuft und zum Touristenmagnet geworden ist...

"Schon immer haben wir die Bahnstrecke unterstützt"
"Die anliegengen Kommunen haben dafür gesorgt, daß die Gleise erhalten bleiben konnten"

Usw...

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 22.03.2009 13:00

Re: Die 6 Millionen finde ich nicht überteuert...

Zitat
Peter_Wolf

Ich würde das nicht so sehen, das die 6 Millionen Euro die hier als Sanierungsbedarf genannt werden, stark überzogen sind. Ich denke das diese Zahl durchaus einen seriösen Hintergrund haben kann und nicht unbedingt aufgrund von überteuerten öffentlichen Aufträgen her kommen muss.

Für mich stellt sich nicht die Frage, ob die 6 Millionen Euro richtig sind oder die 800.000 der Ilztalbahn GmbH. Ich halte beide Zahlen für seriös und glaubwürdig. Die Frage ist: Was erhalte ich für das Geld?


In der Tat ist das die Kernfrage. Die Eigenmittel der Ilztalbahn, die sie für die Reaktivierung einsetzen will, sind natürlich gering. Wieso sollte sie auch 6 Millionen aufbringen, da es sich ja nur um einen touristischen Freizeit- und Güterverkehr handeln soll. Und nur von dem spricht ja die Ilztalbahn. Das ist der erste Schritt. Und hierfür werden eben keine umfänglichen Bauaufträge vergeben, sondern es wird vieles in Eigenregie bewerkstelligt werden müssen. Und ob der Zug dann mit 10km/h verkehrt, ist für das erste Verkehrskonzept m. E. ziemlich gleichgültig.

Wenn jetzt Herr Baumann in dem Zeitungsartikel die 6 Millionen Euro zum touristischen Freizeitverkehr in Bezug setzt, was er ja zwar nicht sagt, aber vom Leser so aufgefasst werden könnte, dann ist diese Aussage im gesamten Zusammenhang höchst unseriös. Es wertet das Bemühen der Ilztalbahner vollkommen ab, suggeriert, sie würden sich an öffentlichen Töpfen bedienen. Im ersten Schritt geht es um eine reine Touristenbahn, die auch Impulse für den Tourismus (Gasthöfe, Pensionen, Hotels) setzen wird, für die die öffentliche Hand noch nicht einmal einen Cent aufbringen muss. Fremdenverkehrsregionen konkurrieren untereinander mit ihren Angeboten. Ich würde sogar von einer privat finanzierten Tourismusförderung sprechen, mit der die gesamte Region durch die Ilztalbahn ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erhält. Wenn aber die Akteure vor Ort vom Typ Herr Baumann es nicht unversucht lassen, das Bemühen abzuwerten, werden sie die touristischen und damit wirtschaftlichen Chancen, die in der Ilztalbahn stecken, nie begreifen und anderen positiv vermitteln wollen.

Ob die Bahn für den SPNV taugt, ist bisher noch nicht eindeutig klar. Wenn die Touristenbahn angenommen wird, und damit der Beleg erbracht worden ist, dass das Konzept aufgeht - selbst dann kann man noch nicht auf einen öffentlich geförderten SPNV schließen. Diesen zu wollen, bleibt in erster Linie den Akteuren vor Ort überlassen. Und dass dann die 6 Millionen, die nötig sein mögen, um die Strecke für den SPNV zu modernisieren, nicht komplett auf die Gemeinden umgelegt werden, dürfte auch Herrn Baumann ziemlich klar sein. Er spricht also über über vollkommen ungelegte Eier.




von Brotbüchse - am 22.03.2009 13:12
Zum Thema Bürgermeister Baumann möchte ich schon gar nichts mehr sagen - der soll sich lieber weiter mit seinem Stellvertreter zum Thema Rettungswache in Hutthurm streiten ;-) Anstatt wieder mal zum Thema Bahn ein Fass aufzumachen, obwohl er in der Materie offenbar nicht bestens informiert zu sein scheint ...

Ich war erst kürzlich zusammen mit "218 002-4" auf einer Ilztalbahn-Info-Veranstaltung in Ruderting. Es ist schon erstaunlich, dass da immer nur Kommunalpolitiker aus den "hinteren Reihen" auftauchen und wie schlecht diese informiert sind. Man möchte schon manchmal glauben, die sind absichtlich desinformiert worden ...

Gruß Oliver

von WaldbahnerDEG - am 22.03.2009 17:53
Also der Kommentar ist wirklich unter aller Kanone.

Bei Bezeichnungen wie "ITB-Trickser" könnte ich mir sogar vorstellen, dass man dagegen rechtlich vorgehen kann, unterstellt der Autor (ein Boulevardjournalist unterster Güte) den ITB-Verantwortlichen doch Betrug...

Aber nun ja, eine derart unseriöse Berichterstattung ist man ja schon gewöhnt...

von passauer - am 22.03.2009 20:39

Re: Kommunalpolitiker ....

Der allerwerteste Bürgermeister des Marktes Hutthurm sollte sich lieber mal um den aktuellen Streit mit seinem Stellvertreter um die Rettungswache in Hutthurm kümmern und sich nicht in Bereiche einmischen, in denen er ofenbar schlecht informiert ist ;-) !

Ich war kürzlich zusammen mit "218 002-4" auf der Info-Veranstaltung der Ilztalbahn in Ruderting. Da tauchten mal wieder "nur" Kommunalpolitiker aus den hinteren Reihen auf, die Fragen stellten, bei denen ich mich ernsthaft an den Kopf gefasst habe ... ist es pures Desinteresse oder provokatives Gehabe? Von den Ausführungen des Prof. Schempf haben viele nur Bahnhof verstanden ;-)

Auffallend ist: Keiner von den kommunalen Größen, die sich ja angeblich alle umfassend mit der Materie beschäftigt haben, können den Unterschied zwischen "Eisenbahnfreunden", "Infrastrukturbetreiber" und "Betriebsführung" aufzeigen - sie fürchten nur alle zu Unrecht, dass man im Falle des Scheiterns den gemeindlichen Geldtopf öffnen müsse ...

Die Gemeinden sind es doch, die nach Radwegen schreien, aber keinen müden Euro selbst dafür ausgeben wollen. Dies Wege sollen dann von der EU und sonstigen Institutionen (also letztendlich von Steuergeldern) finanziert werden, egal wie sinnlos diese Projekte dann auch sind.

Die Kritik hat inzwischen ein Niveau erreicht, das ich nicht für möglich gehalten habe. Schlechte Verlierer? Nein, unredliche Verlierer: Denn man streitet mehr oder weniger unsachlich die offiziell verlautbarten Zahlen der ITB ab, legt aber in der Öffentlichkeit kein Gegengutachten mit anderren Zahlen vor - das spricht Bände. Nun ist von 1 Million bis 12 Millionen alles dabei - und alles richtig, je nach Ausbaustufe (man könnte auch auf den Nebenbahnen rund um Zwiesel locker noch 12 Millionen verbauen, wenn man sie hätte ;-) )

Ich hoffe nun wirklich, dass diese Äußerungen ein letztes Aufbäumen der Kritiker darstellen und dann ist hoffentlich Ruhe ;-)

Gruß Oliver

von WaldbahnerDEG - am 23.03.2009 08:13

Man verbaut 12 Millionen rund um Zwiesel....

Zitat
WaldbahnerDEG
(man könnte auch auf den Nebenbahnen rund um Zwiesel locker noch 12 Millionen verbauen, wenn man sie hätte ;-) )


Hallo Oliver,

genau das ist es was mich stört. Man verbaut 12 Millionen Euros und mehr in die Nebenstrecken. Sei es um Zwiesel, um Cham oder im Rottal.

Seit 3 Jahren wird zwischen Zwiesel und Grafenau jedes Jahr gebaut. Nach Zwiesel - Zwieselau im Jahr 2007, kam der Abschnitt Frauenau-Klingenbrunn 2008 dran und dieses Jahr Klingenbrunn-Spiegelau (dazu heute die SEV-Meldungen in der Zeitung). Dazu kommt noch die Generalsanierung 2002.

Kosten: 2002: 9,6 Mio Euro, 2007 2,3 Mio Euro, 2008 1,4 Mio Euro (+ 0,5 Mio Euro für Bahnsteig Grafenau). Macht zusammen 13,8 Mio Euro.

Auf der Rottalbahn wird in ähnlicher Höhe Investiert. Seit 2002 gute 10 Millionen Euro.

Die neue Deggendorfer Donaubrücke kostet ja 32 Millionen Euro.

Mühldorf-Landshut kostet 23 Millionen Euro um dort einen Stundentakt einzuführen.

Also ich denke wenn man sich ansieht, wieviel Geld in die Nebenbahnen fliesen, dann dürfte auch eine "Luxusvariante" von 12 Millionen jetzt mit entsprechenden politischen Willen (der zugegebener Maßen nicht da ist), kein Problem sein.

Grüße,
Peter



von Guliver - am 25.03.2009 14:13
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