[PM] "Hier hält der Zug nach Nirgendwo" (PNP 20.04.09)

Startbeitrag von passauer am 20.04.2009 05:23

Zitat

Hier hält der Zug nach Nirgendwo
SPD-Politiker informieren sich am Grenzübergang Haidmühle über die Ilztalbahn



Im Regen stehen gelassen fühlen sich vermutlich viele tschechische Bahnfahrer, für die am deutsch-tschechischen Grenzübergang Endstation ist. Ein Bild davon machten sich Michael Fritz (von links), Bernhard Roos, Wolfgang Kreissl-Dörfler, Christian Flisek, Rita Hagl, Prof. Dr. Thomas Schempf, Michael Liebl und Axel Scherzer am Bahnhof von Nove Udoli. (Foto: Endl)




Haidmühle/Nove Udoli. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo. So heißt ein deutscher Schlager aus den 70er Jahren. In regelmäßigen Abständen fährt dieser Zug im tschechischen Bahnhof von Nove Udoli ein. Hier ist nämlich Endstation für drei Bahnlinien des Nachbarlandes. Befürworter der Ilztalbahn kämpfen schon lange für einen Bahnanschluss von deutscher Seite her. SPD-Politiker haben sich mit Vertretern der Ilztalbahn getroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
„Nur wenn Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, funktioniert Europa im Kleinen“, befand Wolfgang Kreissl-Dörfler, Mitglied des Europaparlaments beim Treffen in Haidmühle. Zusammen mit den niederbayerischen Kandidaten für die Europawahl, Christian Flisek sowie MdL Bernhard Roos sammelte er Informationen über die in der Öffentlichkeit häufig umstrittene Ilztalbahn. Als lokale Politikprominenz begleiteten sie die Bundestags-Kandidatin Rita Hagl, der SPD-Kreisvorsitzende Axel Scherzer und Juso-Vorsitzender Michael Fritz.
Prof. Dr.Thomas Schempf, Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH, Michael Liebl vom Förderverein der Ilztalbahn und Röhrnbachs Pfarrer Markus Krell wanderten gemeinsam mit der Delegation vom Grenzübergang aus zum tschechischen Bahnhof. Sie stießen bei ihren Forderungen an die Politiker auf Gehör. „Immer mehr Touristen kommen aus Tschechien in unsere Region, doch die geeignete Infrastruktur dafür gibt es nicht“, kritisierte Michael Liebl. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren habe man eine Öffnung ins Nachbarland hier schlichtweg verpennt. In Österreich sei man da weit voraus. Mit dem so genannten Donau-Moldau-Ticket können Touristen für 16 Euro zwischen den beiden Nachbarländern Österreich und Tschechien pendeln.
Nicht nur für die touristische Infrastruktur sei die Ilztalbahn wichtig, sondern auch für den Erhalt eines wertvollen Kulturgutes, appellierte auch Professor Schempf von der Ilztalbahn GmbH. „Die tschechischen Bahnfahrer enden im Nichts - das ist beschämend“, fand MdL Bernhard Roos. Zusammen mit seinen Parteikollegen versprach er, sich für die Wiederbelebung der Ilztalbahn einzusetzen und den weißen Fleck auf der Landkarte an der bayerisch-tschechischen Grenze verschwinden zu lassen. - ste

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