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Neuenmarkt

ZM: Massiver Politikerkampf für kostenlose Fahrradmitnahme

Startbeitrag von Neuenmarkt am 28.04.2009 06:59

Kampf für Radfahrer geht weiter

Service | Wegfall der kostenlosen Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen sorgt im Landkreis Kulmbach für Unruhe. Landrat Söllner: "Völliger Quatsch". Spitzenpolitiker in Berlin und München sollen Machtwort sprechen.
Von Gerd Emich

Kulmbach - Mit massiven Beschwerden über das neue Radticket der Bahn werden derzeit die Kommunalpolitiker im Landkreis überschwemmt. Die kostenlose Mitnahme der Drahtesel ist - wie berichtet - in den Nahverkehrszügen seit Anfang April abgeschafft worden. Seither müssen Bahnkunden für diesen Service bis zu 4,50 Euro zahlen. Bisher hatte der Landkreis die Kosten mit einer Pauschale abgegolten.

"Viele Bürger denken jetzt, dass wir an der neuen Regelung schuld sind, weil wir vielleicht nicht mehr dafür zahlen wollen", empörte sich Landrat Klaus Peter Söllner am Montag. "Genau das Gegenteil ist der Fall." Über den oberfränkischen Bezirksverband des Landkreistages wurde der Bahn sogar der Vorschlag unterbreitet, über die Höhe der künftigen Ausgleichszahlungen zu verhandeln. "Wir würden den Vertrag sofort wieder abschließen. Es wäre auch überhaupt kein Problem, dass wir zum Beispiel 500 Euro drauflegen würden", so Söllner.

Probleme aus dem Süden

Dass es zu solchen Gesprächen nicht gekommen ist, lastet Söllner aber nicht den oberfränkischen Vertretern der DB Regio AG an. Dort habe man in den letzten Jahren immer verlässliche Partner gefunden. Die Urheber des Problems sitzen seiner Ansicht nach im Süden des Freistaates: "Nur, weil einige Regionen in Südbayern und der Oberpfalz bei der Suche nach einer einheitlichen Regelung nicht mitgezogen haben, wurde die kostenfreie Fahrradmitnahme zurückgefahren."

Als Vorsitzender des oberfränkischen Landkreistages wendet sich der Lichtenfelser Landrat Reinhard Leutner jetzt auf der Suche nach Hilfe an die Konzernspitze der Bahn in München und Berlin sowie an die zuständigen Landes- und Bundesministerien. "Uns wurde ein faires Angebot für die weitere kostenfreie Fahrradmitnahme zugesichert. Dies ist selbst nach Nachfragen bei der DB Regio nicht geschehen", heißt es in einem Protestschreiben von vergangener Woche.

Kritik an Gutscheinen

Als Verbündeten sehen die oberfränkischen Landkreise auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG).

Dort widerspricht man der Darstellung der DB Regio AG, dass die neue Regelung mit allen Beteiligten einvernehmlich abgesprochen sei. "Einer generellen Abschaffung der kostenlosen Fahrradmitnahme haben wir nicht zugestimmt", so die Geschäftsführung der BEG.

Bei der Neuvergabe von Verkehrsleistungen macht das Unternehmen seinen Partnern inzwischen sogar zur Auflage, mit interessierten Landkreisen und kreisfreien Städten entsprechende Verhandlungen aufzunehmen.

Als "völligen Quatsch" bezeichnet Landrat Söllner Vorschläge der Bahn, wie den Kunden der alte Service weiter angeboten werden kann. Die Landkreise sollen mit Rabatt Fahrradticket-Kontingente ankaufen und gratis zum Beispiel an Touristen weitergeben. "Solche Gutscheine zu verteilen, ist schon vom Ablauf her nicht zu leisten", so Söllners Kritik. "Wir sind stinksauer, dass ein funktionierendes System, das wir aufgebaut haben, jetzt kaputt gemacht worden ist."

[www.frankenpost.de]

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