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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 8 Jahren, 4 Monaten
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Guliver

[PM] "„Sind wir Mittel zum Zweck, oder ..." (Einstieg von FRG in das Nationalparkverkehrskonzept)

Startbeitrag von Guliver am 13.05.2009 13:27

Passauer Neue Presse Lokalteil FRG 13.5.2009
Zitat

„Sind wir Mittel zum Zweck, oder ...


... haben wir Vorteile?“ - Kreisausschuss skeptisch über Einstieg in Projektstelle „Nationalparkverkehrskonzept“

Von Peter Püschel
Freyung-Grafenau. Den Vorschlag des Regener Landrats Heinz Wölfl an sich fand ja keiner schlecht. Aber Umstände und Erfahrungen sorgten doch etwas für Skepsis bei FRG-Landrat Ludwig Lankl und den Mitgliedern seines Kreisausschusses ...
Der Vorschlag: Der Landkreis FRG könnte sich künftig an der Projektstelle „Nationalparkverkehrskonzept“ beteiligen. Diese Stelle wurde vor neun Jahren am Landratsamt Regen ins Leben gerufen, um eine zusätzliche Verkehrsbelastung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks zu vermeiden - mit einigem Erfolg, wie der Bahnanschluss beim „Haus zur Wildnis“, die Einführung des Bayerwald-Tickets und Verbesserungen bei der Waldbahn beweisen. Jetzt könnte es gemeinsam auch im Bereich des Alt-Parks weitergehen, meint Wölfl - die Optimierung eines ÖPNV-Angebots im Winter zum Beispiel sei ein gemeinsames Anliegen, die kostenlose Igelbus-Nutzung mit Kurkarte, grenzüberschreitende Igelbus-Linien. Keine schlechte Idee, so die Meinung im Kreisausschuss.

Ohne FRG-Beteiligung keine Förderung mehr

Die Umstände: Der Regener Landrat scheint zu dieser Einladung gezwungen zu sein. Denn: Für „seine“ Projektstelle läuft am 15. Oktober die Projektphase und die damit verbundene Förderung aus. Und Wirtschaftsminister Martin Zeil hat ihm klar gemacht, dass es so wie bisher auch keine Förderung mehr geben wird. Es sei denn - die Arbeit der Projektstelle „Nationalparkverkehrskonzept“ wird neu ausgerichtet, und zwar unter verstärkter Einbeziehung des Landkreises Freyung-Grafenau. Also hat Landrat Wölfl seinem Kollegen Lankl einen Brief geschrieben.
„Sind wir Mittel zum Zweck?“, fragte denn auch Landrat Ludwig Lankl, „oder haben wir Vorteile?“ Das gelte es zu klären, bevor man sich mit dem Vorschlag näher befasst. Denn immerhin heißt „Einbeziehung von FRG“ auch „Kostenbeteiligung durch FRG“. Die Rede ist von jährlichen Gesamtkosten in Höhe von 135 000 Euro. Bei 50-prozentiger Bezuschussung und gerechter Aufteilung des Restes bedeutet das für unseren Landkreis 33 750 Euro pro Jahr.

„Holzauge
sei wachsam!“

Die Erfahrungen: „Als es um die Bayerwald-Marke ging, war Landrat Wölfl sehr ausgeschlafen“, wie Kreisrat Walter Bermann es ausdrückte - man solle aufpassen, dass man einen „kompetenten Verhandlungspartner“ nach Regen schickt. Landrat Lankl pflichtete bei: „Holzauge sei wachsam“. FRG will diesmal, wenn schon, gleichberechtigter Partner sein ...
So war man sich im Kreisausschuss schnell einig, dass es für eine Entscheidung noch zu früh ist. Prinzipiell hat der Landkreis zwar Interesse - auch vor dem Hintergrund, dass er ja selbst in die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Freizeitverkehrsnetzes „Donau-Ilz-Moldau“ eingebunden ist. Aber: Erst will man ein Konzept sehen, was genau die Projektstelle künftig tun soll, wie und wo sie aufgestellt wird und ob so hohe Personalkosten tatsächlich nötig sind.
Der Kreisausschuss beauftragte Landrat und Verwaltung, die Modalitäten für eine Neuausrichtung der Projektstelle und der damit verbundenen Ausweitung auf den Landkreis Freyung-Grafenau detailliert auszuarbeiten und dem Kreisausschuss dann ein Konzept zur endgültigen Entscheidung vorzulegen.


Ich hoffe das die Herren und Damen vom Kreistag Freyung-Grafenau nicht all zu skeptisch sein werden. Was Frau Wimber da in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, wie aktiv die für den ÖPNV ist verdient meinen höchsten Respekt. Das ÖPNV Netz rund um Zwiesel und Falkenstein ist wirklich ein gutes Beispiel für einen ländlichen modernen ÖPNV. Wenn ich das mit dem ÖPNV des südlichen Landkreises FRG vergleich, dann sind da Welten dazwischen (Nördlicher Landkreis ist mit Igelbussen und Waldbahn etwas besser). Das man da wegen 33 750 Euro pro Jahr diese Gelegenheit sausen lässt, wäre in meinen Augen ein Skandal 1. Güte. Aber wie mancher hier schon im Zuge der Ilztalbahn-Diskussion gesehen hat, ist man in dieser Region nicht unbedingt positiv auf den ÖPNV zu sprechen und will nicht einen einzigen Cent hergeben.

Grüße,
Peter
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