Werrabahnneubau: DB und IHK für Ausbau - Länder dagegen

Startbeitrag von Neuenmarkt am 15.05.2009 13:21

Verkehrte Welt, während diesmal sogar die DB für den Lückenschluß bei Coburg ist so sind diesmal Bayern und Thüringen dagegen, aus dem Kurier vom 13.5.09

Bundesverkehrsminister Tiefensee begrüßt Überlegungen für einen Lückenschluß im Schienenetz zwischen Nordwest-Oberfranken und Südthüringen.

Dies sei eine gute Idee, sagte Tiefensee dem Präsidenten der IHK zu Coburg, Friedrich Herdan, am Rande der Schienenverkehrskonferenz der fünf IHKs der Europäischen Metropolregion Nürnberg in Coburg.

Jetzt müsse die Finanzierung des Projektes, das unter dem Namen Werrabahn bekannt geworden ist, nochmals geprüft werden, betonte der Minister. Herdan kündigte daraufhin an, dass die IHK zu Coburg ein Gutachten zum Kosten-Nutzenverhältnis eines Güterverkehrs auf der Werrabahn in Auftrag geben werde.

Dagegen lehnten die Vertreter der Bundesländer Bayern und Thüringen bei der Coburger Verkehskonferenzden Lückenschluß zwischen den Bundesländern ab. (Anmerkung von mir genauso wie den Schluß zwischen Blankenstein und Marxgrün, ist halt keine Thüringer Waldautobahn).

Die Bahnstrecke Bamberg-Lichtenfels-Coburg-Eisenach war mit der Grenzziehung nach dem 2.Weltkrieg unterbrochen und nach der Wiedervereinigung nicht wieder aufgebaut worden.

Minister Tiefensee appellierte an die beiden Länder, gemeinsam mit Sachsen bei der Optimierung und beim Ausbau des Schienennetzes in der Mitte Deutschlands zusammenzuarbeiten.

Die sei vor dem Hintergrund des gewaltig ansteigenden Güterverkehrsaufkommens von über 70 Prozent in den nächsten 20 Jahren eine zwingende Notwendigkeit.

IHK Präsident Herdan trat vehement für einen Lückenschluß zwischen Bayern und Thüringen ein. Er sei erforderlich, um dem geplanten, von der Wirtschaft mit Nachdruck geforderten ICE Halt in Coburg genügend Fahrgäste aus der Region zuzuführen, diesen damit langfristig zu sichern und wirtschaftlich betreiben zu können.

Der ICE Bahnhof Coburg gewährleiste zudem die Anbindung der Räume Kulmbach/Bayreuth/Hof sowie Kronach/Saalfeld an das Fernverkehrsnetz der Bahn.

Außerdem sei die Werrabahn für die Bewältigung des Güterverkehrs aus der Metropolregion Nürnberg nach Mittel und Norddeutschland zwingend notwendig.

Damit könnten die Unternehmen im Einzugsgebiet der IHK Coburg, Nürnberg, Schweinfurt, Würzburg, Bayreuth und Regensburg, die bei der Konferenz vertreten waren, erhebliche Kosten sparen.

Der Investiontionsaufwand von geschätzten 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Bahn ließe sich, so Herdan, problemlos refinanzieren.

Oliver Kraft, Vorstand Produktion der DB Netz AG, versicherte seine Unterstützung.

Die Vertreter der Länder, Peter Göttler vom bayerischen Wirtschaftsministerium und Lutz Irmer vom Thüringer Ministerium für Bau lehnten den Lückenschluß dagegen ab.

Thüringen sei nicht überzeugt das die Werrabahn wirtschaftlich Sinn mache.Göttler betonte, das in der Machbarkeitsstudie von lediglich 700 Personen ausgegangen werde die die Investition von 100 Millionen Euro nicht rechtfertige.

Anmerkung von mir: In dieser Studie (hierzu auch in der neuen "Schienen Aktuell" nachzulesen) ging man von nur von den reinen Fahrgästen die täglich hier ein und aussteigen, also örtlichen Bezug, aus.

Es wurden keine überörtlichen Fahrgäste bzw. der zubringerverkehr zu einem ICE Bahnhof Coburg oder gar der Güterverkehr untersucht.

Es sind immer wieder die gleichen "bewußten" Fehler in solchen Studien. So wurde z.B. beim Gutachten für den Lückenschluß Blankenstein-Marxgrün nicht der Güter und Ausflugsverkehr mit eingerechnet und als man vor Jahren ein Gutachten zu einer evtl. Wiederaufnahme des PV von Bayreuth Hbf nach Bayreuth-Alstadt machte, so ließ man auch hier den Güterverkehr (welcher ja die Strecke jahrzehntelang noch am Leben ließ) weg.

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