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Eisenbahnforum Nordostbayern
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9
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
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Guliver, Martin Pfeifer, Martin, JimKnopff, Schwandorfer

? Durchfahrtgeschwindigkeit 80 durch ebenerdigen Bahnübergang?

Startbeitrag von Guliver am 19.05.2009 18:54

Hallo,

der Bahnhof Vilshofen darf nur mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h durchfahren werden. Ist der Grund hierbei die Existenz eines ebenerdigen Bahnübergangs direkt hinter einer Kurve? Oder gibt es hier andere Gründe? Da die Durchfahrtsgleise jetzt ohne Weichenabzweigung zu befahren sind, kann es daran wohl nicht liegen. Wie sieht es mit Lärmentwicklung aus? Ein ICE mit 120 km/h alle 2 Stunden unter Tags erzeugt ja jetzt auch nicht soviel mehr Lärm, als Güterzüge die mit 80 km/h nachts zuhauf durch den Bahnhof fahren.

Wobei ich mich echt frag: Da baut man 2005 einen Fußgängertunnel mit 2 Aufzügen. Einen am Hausbahnsteig und einen am anderen Tunnelausgang. Ein 3. Aufzug, welcher auf den Inselbahnsteig führen würde hat man intelligenter Weise nicht eingebaut. Somit wird der oben beschriebene ebenerdige Bahnübergang noch benötigt.

Grüße,
Peter

Antworten:

Zitat

der Bahnhof Vilshofen darf nur mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h durchfahren werden. Ist der Grund hierbei die Existenz eines ebenerdigen Bahnübergangs direkt hinter einer Kurve? Oder gibt es hier andere Gründe?


Eventl. die Kurve an sich?

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 19.05.2009 19:17
Servus,

Zitat
Peter_Wolf
Hallo,

der Bahnhof Vilshofen darf nur mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h durchfahren werden. Ist der Grund hierbei die Existenz eines ebenerdigen Bahnübergangs direkt hinter einer Kurve?


normalerweise nein. Bahnübergänge als solche erfordern nur bei fehlender technischer Sicherung eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn bei Streckengeschwindigkeit keine ausreichende Warnzeit vorhanden ist - Stichwort: Sichtdreieck. Wenn Bahnübergänge in überhöhten Gleisen liegen, wird normalerweise die Straßenfahrbahn so gestaltet, das die Überhöhung des Bahngleises unvermindert durchgeht. In diesem Fall hat die Straße halt ein ziemliches auf-und-ab-Profil, was dem PKW-Verkehr hemmt.

Zitat
Peter_Wolf
Oder gibt es hier andere Gründe? Da die Durchfahrtsgleise jetzt ohne Weichenabzweigung zu befahren sind, kann es daran wohl nicht liegen.


Gehe ich Recht in der Annahme, das hier Zwischenbahnsteige mit höhengleichem Zugang durch einen Mittelbahnsteig mit Tunnel ersetzt wurden? Dann können je nach konkreter örtlicher Lage beim notwendigen Auseinanderziehen der Gleise durchaus ungünstige Bogen-Kombinationen auftreten. Soweit ich mich an Vilshofen erinnern kann, hat es hier aber einen Hausbahnsteig für das durchgehende Hauptgleis nach Passau und einen Mittelbahnsteig für das durchgehende Hauptgleis nach Plattling sowie das Überholungsgleis. Damit könnten höchstens Bogen-Weichen als Gleiswechsel zwischen den durchgehenden Hauptgleisen dafür sorgen, das hier nicht der Grenzwert der Überhöhung ausgeschöpft werden konnte - ansonsten hätte der abzweigende Strang des Gleiswechsels eine negative Überhöhung (sog. Untertiefung), was nicht zulässig ist.

Zitat
Peter_Wolf
Wie sieht es mit Lärmentwicklung aus? Ein ICE mit 120 km/h alle 2 Stunden unter Tags erzeugt ja jetzt auch nicht soviel mehr Lärm, als Güterzüge die mit 80 km/h nachts zuhauf durch den Bahnhof fahren.


Normalerweise juckt das die Bahn nicht. Wenn der Bahnsteig-Umbau eine wesentliche Änderung ist, so das der Bestandsschutz für den Zustand ohne Lärmschutzwände entfällt, werden halt Lärmschutzwände mitgebaut.

Zitat
Peter_Wolf
Wobei ich mich echt frag: Da baut man 2005 einen Fußgängertunnel mit 2 Aufzügen. Einen am Hausbahnsteig und einen am anderen Tunnelausgang. Ein 3. Aufzug, welcher auf den Inselbahnsteig führen würde hat man intelligenter Weise nicht eingebaut. Somit wird der oben beschriebene ebenerdige Bahnübergang noch benötigt.

Grüße,
Peter

Habe ich das richtig verstanden: der Bahnsteig ist gar nicht an diesen Fußgängertunnel angebunden oder fehlt nur der Aufzug, es gibt aber eine Treppe? Letzteres kommt nämlich immer mal wieder vor, einfach weil der Bahnsteig aufgrund der örtlichen Verhältnisse sehr schmal ausfallen muß und damit einfach kein Platz für den Aufzug samt der notwendigen Verkehrsflächen, u.a. für einen Rollstuhlfahrer ist.

von Martin Pfeifer - am 19.05.2009 19:28

Durchaus möglich.

Zitat
Schwandorfer
Zitat

der Bahnhof Vilshofen darf nur mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h durchfahren werden. Ist der Grund hierbei die Existenz eines ebenerdigen Bahnübergangs direkt hinter einer Kurve? Oder gibt es hier andere Gründe?


Eventl. die Kurve an sich?

Viele Grüße

Tobias


Wäre denkbar. Die weiteste ist diese Kurve sicherlich nicht. Wobei ich mich frage wieso ein paar Kilometer weiter in der Löwenwand ähnlich enge Kurven dann mit Neigetechnik 120 km/h gefahren werden darf.

Kam nur grad drauf, weil ich morgen nen Unterrichtsgang zum Bahnhof plane und da das Foto von dem Bahnübergang sah. Würde mich persönlich schon irgendwie ärgern, das man wegen ein paar Tausend Euro, die man vor 3 Jahren für einen dritten Aufzug seitens der DB mehr ausgeben hätte müssen, für jeden ICE ein paar Minuten verschenkt.

Wenn der Grund in den engen Kurvenradien liegt, gut, dann kann man nichts machen, ein Ausbau ist aufgrund der vorher liegenden Brücke und engen Bebauung kaum möglich.

Grüße,
Peter


von Guliver - am 19.05.2009 19:32

Mittelbahnsteig über Treppe erreichbar (m.2 B.)

Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

Zitat
Peter_Wolf
Wobei ich mich echt frag: Da baut man 2005 einen Fußgängertunnel mit 2 Aufzügen. Einen am Hausbahnsteig und einen am anderen Tunnelausgang. Ein 3. Aufzug, welcher auf den Inselbahnsteig führen würde hat man intelligenter Weise nicht eingebaut. Somit wird der oben beschriebene ebenerdige Bahnübergang noch benötigt.

Grüße,
Peter

Habe ich das richtig verstanden: der Bahnsteig ist gar nicht an diesen Fußgängertunnel angebunden oder fehlt nur der Aufzug, es gibt aber eine Treppe? Letzteres kommt nämlich immer mal wieder vor, einfach weil der Bahnsteig aufgrund der örtlichen Verhältnisse sehr schmal ausfallen muß und damit einfach kein Platz für den Aufzug samt der notwendigen Verkehrsflächen, u.a. für einen Rollstuhlfahrer ist.

MfG Martin Pfeifer


Der Mittelbahnsteig ist an den Tunnel durch eine Treppe angebunden. In meinen Augen wäre da schon Platz für einen Aufzug gewesen.

Hier ein Foto:


Der 2. Lift befindet sich rechts auf der anderen Seite der Gleise (man sieht dort nur das Geländer)

PS:
Und hier noch ein Bild dieses Übergangs


von Guliver - am 19.05.2009 19:39
Hallo zusammen!

Die Beschränkung auf 80 km/h existiert schon sehr lange und ist wegen der Kurve an der Bahnhofsausfahrt Richung Plattling. Mehr als wie 80 km/h möchte ich da nicht fahren!

Das mit dem fehlenden Aufzug auf dem Mittelbahnsteig geht mir auch nicht ein. Nochdazu liegt der Bahnhof am Donauradweg und relativ viele Radfahrer benutzen diesen Bahnhof. Aber auch für Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer ist das sehr beschwerlich.

Schöne Grüße
Gabriel

von JimKnopff - am 20.05.2009 07:04

Für Radfahrer und Gepäck auch keine Förderbänder oder Fahrrinnen

Zitat
JimKnopff
Hallo zusammen!

Die Beschränkung auf 80 km/h existiert schon sehr lange und ist wegen der Kurve an der Bahnhofsausfahrt Richung Plattling. Mehr als wie 80 km/h möchte ich da nicht fahren!


Okay. Und die Kurve kann man auf keinen Fall ausbauen, den direkt dahinter die Bahnüberführung, die Vilsbrücke und ein Einschnitt durch die Stadt kommen. Wenn ich richtig gemessen hab ist der Kurvenradius 240 m. Maximal könnte man da vielleicht noch 10 - 15 m mit viel Aufwand rausschlagen. Mehr ginge aber nicht mehr.

Zitat
JimmKnopff
Das mit dem fehlenden Aufzug auf dem Mittelbahnsteig geht mir auch nicht ein. Nochdazu liegt der Bahnhof am Donauradweg und relativ viele Radfahrer benutzen diesen Bahnhof. Aber auch für Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer ist das sehr beschwerlich.

Schöne Grüße
Gabriel


Am Mittelbahnsteig gibt es lediglich eine einfache Treppe. Nicht einmal ein Gepäckförderband oder eine Führungsrinne in der man die Fahrräder hochschieben könnte.
Dazu kommen noch 38 cm niedrige Bahnsteige, wo man auch noch eine entsprechende Höhe zum Wagen überwinden muss.

Insgesamt also nicht gerade der modernste und barrierefreiste Bahnhof.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 20.05.2009 12:04

Re: Für Radfahrer und Gepäck auch keine Förderbänder oder Fahrrinnen

Zitat
Peter_Wolf
Zitat
JimKnopff
Hallo zusammen!

Die Beschränkung auf 80 km/h existiert schon sehr lange und ist wegen der Kurve an der Bahnhofsausfahrt Richung Plattling. Mehr als wie 80 km/h möchte ich da nicht fahren!


Okay. Und die Kurve kann man auf keinen Fall ausbauen, den direkt dahinter die Bahnüberführung, die Vilsbrücke und ein Einschnitt durch die Stadt kommen. Wenn ich richtig gemessen hab ist der Kurvenradius 240 m. Maximal könnte man da vielleicht noch 10 - 15 m mit viel Aufwand rausschlagen. Mehr ginge aber nicht mehr.


Servus,

240 m Halbmesser kann nicht sein. Zum einen bedarf bei Hauptbahnen ein Bogen-Halbmesser unter 300 m der Ausnahme-Genehmigung des Reichs- bzw. später Bundesverkehrsministers, zum anderen passen die zulässige Geschwindigkeit, der Halbmesser und die zulässige Überhöhung nicht zusammen.

Laut Oberbauvorschrift ist folgende Überhöhung herzustellen:

ü = ( 8* V²) / H
Ü ist die Überhöhung in mm, V die zulässige Geschwindigkeit in km/h und H der Bogen-Halbmesser in m. Das nach H umgestellt und den Grenzwert von 150 mm Überhöhun eingesetzt ergibt einen Halbmesser von wenigstens 340 m

Zitat
Peter_Wolf
Zitat
JimmKnopff
Das mit dem fehlenden Aufzug auf dem Mittelbahnsteig geht mir auch nicht ein. Nochdazu liegt der Bahnhof am Donauradweg und relativ viele Radfahrer benutzen diesen Bahnhof. Aber auch für Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer ist das sehr beschwerlich.

Schöne Grüße
Gabriel


Am Mittelbahnsteig gibt es lediglich eine einfache Treppe. Nicht einmal ein Gepäckförderband oder eine Führungsrinne in der man die Fahrräder hochschieben könnte.
Dazu kommen noch 38 cm niedrige Bahnsteige, wo man auch noch eine entsprechende Höhe zum Wagen überwinden muss.

Insgesamt also nicht gerade der modernste und barrierefreiste Bahnhof.

Grüße,
Peter


Servus,

auf Deinem Bild ist sehr schön zu erkennen, das ein Aufzug zum Mittelbahnsteig durchaus noch Platz hat. Gehe ich Recht in der Annahme, das der Tunnel älter ist und die Aufzüge nachträglich eingebaut wurden?

Wenn ja, dann hat die Bahn da schlicht und ergreifend gespart. In der Vergangenheit, als auf vielen Bahnhöfe noch Personal vor Ort war, hat man nämlich keine Aufzüge gebaut, sondern den von Dir gezeigten höhengleichen Zugang belassen / eingebaut. Der Plan war simpel: wenn mal ein Behinderter oder auch eine größere Gruppe mit Rädern etc auf den Bahnsteig musste, hat ein Bahn-Mitarbeiter diese Person über den Überweg geleitet. Zugleich erleichtert dieser Zugang auch den Winterdienst (man denke nur an das Befüllen der Streugut-Kästen!). Mittlerweile sind die Bahner vor Ort weg, so das für solch eine Aktion ersteinmal jemand kommen muß. Im Bf Amberg, wo es ähnlich ist, war in der Zeitung mal eine dicke Beschwerde, wie schwierig es für Rollstuhlfahrer ist, mal spontan nach Nürnberg zu fahren.

Vermutlich wurden die Aufzüge auf dem Hausbahnsteig und am Tunnelausgang von der Gemeinde bezuschusst, während Station und Servicewüste für jenen zum Bahnsteig kein Geld ausgeben wollte. Oder auch keine Einigung über die Unetrhaltskosten (bei jenem auf den Mittelbahnsteig gibt es vermutlich keine Zuschüsse von der Gemeinde, da dieser ja nicht dem Verkehr innerhalb der Gemeinde dient). Alles schon dargewesen.

von Martin Pfeifer - am 20.05.2009 20:43
Dass die 80 km/h mit dem Bahnübergang (der keiner ist, da Kreuzungen von Eisenbahnen mit Wegen die ausschließlich dem innerbetrieblichen Verkehr dienen per Definition keine BÜ sind) nichts zu tun haben, kann man doch schon daran erkennen, dass man bogenschnell mit immerhin 90 km/h die Kurve nehmen kann ;)

von Martin - am 24.05.2009 06:20
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