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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Guliver, 218 002-4

Freibier für Ilztalbahnfreunde (PM)

Startbeitrag von Guliver am 06.06.2009 14:00

Passauer Neue Presse 6.6.2009

Zitat

Mangolds Retourkutsche gegen Baumann

Passauer 2. Bürgermeister kritisiert Wette des Hutthurmer Rathaus-Chefs und spendiert 50 Liter Freibier für Bahnfreunde

Von Karin Mertl
Passau/Kalteneck. 50 Liter Bier und Leberkäs-Semmeln will Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP) den ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins Ilztalbahn spendieren. Eine Retourkutsche gegen den Hutthurmer Bürgermeister Hermann Baumann, der um 50 Liter Bier gewettet hat, dass auf der Ilztalbahn-Trasse kein Zug mehr fährt. Die Bahnfreunde treffen sich am kommenden Donnerstag, an Fronleichnam, um 15 Uhr am Bahnsteig Kalteneck. Im „Baumann-Land“ also, wie Urban Mangold stichelnd feststellt.
Bürgermeister Baumann (CSU) hatte die Wette in der letzten Gemeinderatssitzung angestoßen: „50 Liter Bier, dass auch im April 2010 kein Zug fährt“, sagte er, als der Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH (ITB), Thomas Schempf, dem Gremium sein Reaktivierungs-Konzept vorstellte.
Verhalten
„sehr destruktiv“
Die Provokation des Hutthurmer Rathaus-Chefs hat nun offenbar Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold zu einer Gegenoffensive angestachelt. Der ÖDP-Politiker betont, dass die Stadt Passau großes Interesse daran habe, dass der Eisenbahnverkehr zwischen Passau und Freyung wieder aufgenommen und ein grenzüberschreitender Freizeitverkehr Donau-Ilz-Moldau eingerichtet wird. Aus diesem Grund gibt er Baumann nun Kontra, indem er mit einer großzügigen Geste öffentlichkeitswirksam auf die Bahnfreunde zugeht: „Es ist mir ein Bedürfnis, mich mit dieser Brotzeit bei den vielen ehrenamtlichen Helfern zu bedanken. Die Freunde der Ilztalbahn haben sich durch die vielen Querschüsse nicht beirren lassen, sondern dafür gesorgt, dass diese Bahnstrecke künftigen Generationen erhalten bleibt. Das ist ein bewahrender Dienst an unserer Heimat“, erklärt er. Um seine Haltung zu untermauern, holt er weiter aus: „Angesichts der weltweit knapper werden Ressourcen und der immer größeren globalen Nachfrage nach Treibstoffen, wird es wohl schon in 10 bis 15 Jahre zu einer deutlichen Verteuerung des Individualverkehrs kommen. Es wäre deshalb wirtschaftlich und klimapolitisch sehr kurzsichtig, eine bereits bestehende Bahn-Infrastruktur für einen Radweg herauszureißen.“
Dass es einen Lokalpolitiker gibt, der gegen die Reaktivierung der Ilztalbahn öffentlich Wetten abschließt, bezeichnet Mangold als „sehr destruktiv“. In einer Pressemitteilung weist er Baumann zurecht: „So sollten gewählte Volksvertreter nicht mit ehrenamtlich aktiven Bürgern umgehen!“
In Sachen Ilztalbahn wünscht sich der Passauer Politiker, dass die Bemühungen intensiviert werden, „damit rechtzeitig zum 1000-jährigen Jubiläum des Goldenen Steigs 2010 durch die Inbetriebnahme der Ilztalbahn und durch Shuttle-Bus-Verbindungen zum tschechischen Bahnnetz eine grenzüberschreitende Verbindung wiederhergestellt werden kann.“ Sein mittelfristiges Ziel ist ein öffentlicher Verkehr wie bei der Waldbahn zwischen Plattling und Bayerisch Eisenstein.

Antworten:

Re: Wie kann man nur ...

... dem von der Bevölkerung geäußerten, eindeutigen Willen sowie den demokratischen Beschlüssen der Anliegergemeinden so in den Rücken fallen?! Hat man immer noch nicht begriffen, dass die geplante Reaktivierung der Ilztalbahn der Region bereits einen Millionenschaden zugefügt hat, indem sie die rund EUR 5.000.000 Fördergelder in andere Regionen umgelenkt hat?!

Im Ernst: Es ist tieftraurig, wie einige Anliegerkommunen und deren Bürgermeister, allen voran die Herren Baumann (Hutthurm) und Gutsmiedl (Röhrnbach), der Reaktivierung (wenn auch mittlerweile nur mehr ideelle) Steine in den Weg legen - immerhin haben die Bürgerbegehren pro Bahn Anno 2006 deutlich mehr Stimmen erreicht als diejenigen pro Radweg; zudem wird die Reaktivierung der Strecke auf der Grundlage des Allgemeinen Eisenbahngesetzes AEG betrieben, welches seinerzeit vom (meines Wissens demokratisch gewählten ...) Deutschen Bundestag beschlossen wurde - oder reicht dies als demokratische Legitimierung nicht mehr aus? Mir drängt sich irgendwie der Eindruck auf, die Herren Bürgermeister wissen sich anders nicht mehr zu helfen - die sollen sich doch endlich mal mit der Realität abfinden (was sie übrigens zu Zeiten, als es sehr schlecht um die Ilztalbahn stand, immer von der "Gegenpartei" gefordert haben...). Aber so geben sie m.E. ein Paradebeispiel für sehr schlechte "Verlierer" ab!

Kopfschüttelnde Grüße

von 218 002-4 - am 06.06.2009 22:52

Man sollte mal die Frage nach den Gründen des Widerstands stellen....

Unsere Medienlandschaft ist wenig investigativ. Man druckt nur das was man vorgesetzt bekommt. Verkünden die Ilztalbahn-Freunde etwas, wird das unkommentiert abgedruckt, schreiben die Ilztalbahn-Gegner (Radwegefreunde kann man ja kaum sagen) wird das unkommentiert abgedruckt.

Dabei wäre durchaus mal zu untersuchen, welche Gründe dahinterstecken das in Hutthurm, Röhrnbach und in Fürsteneck so Widerstandsbastionen bestehen.

In Hutthurm sitzt mit Prager ein größeres Busunternehmen, das sicherlich keine regelmässig bediente Bahnlinie in ihrem Stammland will.
In Röhrnbach besitzt ein Autohaus den Bahnhof und mindestens 2 Bahnübergänge wurden illegal von der Gemeinde zuasphaltiert bzw. zugeschüttet.
In Fürsteneck Bf.... Naja die Interessen des Herrn H. dürften bekannt sein.

Alles reine Spekulation von mir, aber die Hintergründe des Widerstands wären es durchaus einmal wert beleuchtet zu werden. Schade das es hier keine investigativen Journalisten gibt, sondern nur noch durch Sparmaßnahmen gebeutelte Rumpf-Lokalredaktionen.

Grüße,
Peter


von Guliver - am 07.06.2009 09:26
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