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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 8 Jahren, 3 Monaten
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Stilllegungskandidat, Guliver, WaldbahnerDEG, Martin Pfeifer, 218 002-4

[ZM] Gotteszell - Viechtach: Probefahrt für den Bahnbetrieb

Startbeitrag von 218 002-4 am 09.06.2009 18:12

Aus dem Bayerwaldboten:

Viechtach. Die Bemühungen um die Wiederaufnahme eines regulären Eisenbahnbetriebs zwischen Viechtach und Gotteszell erleben in knapp zwei Wochen einen vorläufigen Höhepunkt: Am Samstag, 20. Juni, führt der Verein „Wanderbahn im Regental“ mit Unterstützung verschiedener Parteien und Interessengruppen für einen ausgewählten Personenkreis eine Informationsfahrt auf der historischen Bahnstrecke entlang des Schwarzen Regens durch. Wie Vorsitzender Arnulf Baier in seiner Einladung schreibt, haben sowohl Staatsminister MdL Helmut Brunner, als auch MdB Ernst Hinsken ihre Teilnahme bereits zugesagt
18 Jahre nach dem letzten Zug im Jahre 1991 kommt nun wieder Bewegung in die Diskussion um die Bahnstrecke zwischen Viechtach und Gotteszell. Anlass ist die Tatsache, dass der Freistaat Bayern demnächst das Waldbahn-Netz neu ausschreiben wird. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise sei deshalb auch die Erweiterung des Personennahverkehrs auf der Schiene zu diskutieren. Einen weiteren Baustein in der Argumentation der Befürworter bildet die Tatsache, dass in Teisnach eine FH-Außenstelle entsteht - und im Falle einer Wiederbelebung der Bahnstrecke könnten Studenten mit dem Zug von Deggendorf in die Marktgemeinde fahren.
Als Sonderzug fährt am 20. Juni ein moderner Waldbahn-Triebwagen vom Typ „RegioShuttle“ um 16.30 Uhr am Bahnhof Viechtach ab und erreicht über Teisnach und Ruhmannsfelden Gotteszell-Bahnhof. Dort präsentiert Andreas Fried, der Autor des Buches „Regentalbahn“ alle wesentlichen Aspekte des Projektes. Zur Teilnahme eingeladen sind ausschließlich Mandatsträger aus der Region, Bürgermeister und Gemeinderäte.
Informationen zum Projekt gibt es auch im Internet unter www.bayerwaldbahn.de . - gsc

Antworten:

Servus,

das hört sich ja sehr interessant an... Fährt der RegioShuttle am 20.06. nur für die Prominenz oder sind auch öffentliche Fahrten geplant? Auf der von Dir genannten Homepage steht noch gar nichts von diesem Aktionstag. Der Tag ist kein regulärer Betriebstag der Wanderbahn, die Strecke wäre also frei. Obwohl: die Uhrzeit des Promi-Zuges sieht allerdings nicht nach zusätzlichen Fahrten für die Öffentlichkeit aus.

von Martin Pfeifer - am 09.06.2009 20:00

*Daumendrück*

Wäre gut wenn die Strecke Gotteszell - Viechtach in das Waldbahnnetz mit aufgenommen wird.

Von der Lage her wäre Gotteszell ganz gut für eine Anschlussmitnahme geeignet. Die Waldbahn von Zwiesel nach Plattling fährt um :20 dort ab, die Waldbahn von Plattling nach Zwiesel fährt um :33 ab. Das wären ca. 15 Minuten Standzeit. Damit könnte man einen 2-Stundentakt hinbekommen. Die Wanderbahn hätte heute schon die dafür benötigten 50 Minuten Fahrzeit und ein Regioshuttle ist deutlich stärker motorisiert als der Esslinger Triebwagen mit Steuerwagen.


Grüße,
Peter

von Guliver - am 09.06.2009 20:34

Re: Unrealistisch

nnnn

von Stilllegungskandidat - am 09.06.2009 20:53

1/5 der Landkreisbevölkerung hat einen direkten Bahnhofsanschluss im Ort!

Naja ganz so schlecht braucht man die Strecke nicht reden!

Ruhmannsfelden und Patersdorf haben auch einen Bahnhof in der Nähe des Ortszentrums. Teisnach und Geiersthal teilen sich beide den Bahnhof Teisnach. Dazu noch die ehemalige Kreisstadt Viechtach. Macht zusammen 17.500 Einwohner in diesen 5 Gemeinden oder 1/5 der gesamten Bevölkerung Regens.

Da auf der Bahnstrecke lediglich ein Wagen unterwegs sein wird, kann im Stichstreckenblock gefahren werden. Die Fahrzeit ansich sehe ich weniger als das Problem. Aktuell besteht lediglich unregelmässiger Busverkehr und die Fahrzeit von Plattling nach Viechtach ist mit ca. 2 Stunden nicht gerade schnell. Selbst mit 40 - 45 Minuten Fahrzeit und Umsteigezeit kommt eine regelmässige Zugverbindung auf 1:10 - 1:15. Ausserdem sind ähnliche Durchschnittsgeschwindigkeiten keine Seltenheit: Siehe Zwiesel-Grafenau (38 km/h), Passau-Pocking (38 km/h) oder Cham-Waldmünchen (40 km/h). Klar ist das nicht gegenüber dem Autoverkehr konkurrenzfähig. Eine deutliche Verbesserung im ÖPNV würde es jedoch sicher bedeutet.

Und ich würde auch nicht die Waldbahn gegen die Bahnstrecke Freyung-Passau ausspielen. Gotteszell-Viechtach passt zur Ausschreibung "Waldbahn, Oberpfalzbahn, RB Regensburg-Marktredwitz", Passau-Freyung wäre in meinen Augen eine ideale Fortsetzung für einen Triebwagen der Südostbayernbahn und somit im Zusammenhang mit der Ausschreibung des Mühldorfer-Liniensterns in Zusammenhang zu bringen.

Sicherlich ist viel an der Strecke zu machen. Aber das wird an den anderen Waldbahnstrecken auch gemacht. Ebenso wäre auf der Strecke Freyung-Passau auch so einiges zu tun. Schätze das der Investitionsbedarf hier für eine Reaktivierung nicht geringer ist (zumal die Strecke doppelt so lang ist). Und auch Freyung-Passau hat den Nachteil das viele Orte nicht direkt angebunden sind, sondern nur geschnitten werden. (z.B. Hutthurm, Ruderting).

Ich sehe insgesamt beide Strecken auf einer ähnlichen Stufe und halte beide für Reaktivierungswürdig.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 09.06.2009 21:20

Re: 1/5 der Landkreisbevölkerung hat einen direkten Bahnhofsanschluss im Ort!

tttt

von Stilllegungskandidat - am 09.06.2009 22:29

Re: 1/5 der Landkreisbevölkerung hat einen direkten Bahnhofsanschluss im Ort!

Zwei unqualifizierte anonyme Beiträge von jemandem, der sich durch völlige Unkenntnis der örtlichen Gegebenenheiten im Landkreis Regen disqualifiziert und daneben noch eine sehr einseitige Vorstellung vom System ÖPNV hat .... *kopfschüttel*

Gruß Oliver

von WaldbahnerDEG - am 10.06.2009 11:36

Wie schnell könnte ein Regioshuttle die Wanderbahn befahren werden?

Hallo,

wie weot könnte man Fahrzeit auf der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach theoretisch drücken? Die Wanderbahn im Regental befährt sie ja aktuell mit 45 - 50 Minuten. Allerdings gibt es bei dieser drei Faktoren die Beschleunigungen zu lassen würden:

-Es wird bei jedem Halt länger gehalten, der Schaffner steigt aus und schaut ob jemand aussteigen will, erst dann wird weitergefahren. Im regulären Verkehr könnte man sicherlich die kleinen Haltestellen zu Bedarfshaltestellen machen und somit Zeit einsparen.

-Der Esslinger Triebwagen hat 294 kW. Er wiegt ca. 35 Tonnen. Dazu kommt der Steuerwagen ohne Motor. Ein Regioshuttle wiegt 40 Tonnen hat dafür 620 kW (699 kW bei VT 27/28). Die Beschleunigungsleistung dürfte also um einiges höher liegen. Was bei den schon erwähnten Langsamfahrstellen und damit verbundenen Abbrems- und Beschleunigungsvermögen durchaus von Bedeutung sein kann.

-Ich vermute mal, das der Fahrplan der Wanderbahn nicht auf die letzte Sekunde ausgereizt ist. Daher dürften hier auch noch die ein oder andere Minute rauszuholen sein.


Wie groß wäre der Zeitgewinn wenn man all diese Faktoren berücksichtigt?


Grüße,
Peter

von Guliver - am 10.06.2009 16:21

Wie sind die Verkehrsbeziehungen nach Viechtach?

Im Landkreis Regen kenn ich mich jetzt auch nicht so genau aus. Wie sind eigentlich die Verkehrsbeziehungen rund um Viechtach?

Als ehemalige Kreisstadt dürften dort doch so einige Einrichtungen sein, die für die umliegenden Gemeinden Anziehungskraft haben. Etwa die Realschule, das Gymnasium, das Krankenhaus, Einkaufsmöglichkeiten. Wäre da ein Potential vorhanden? Wie sieht es mit Schülerverkehr von Gotteszell, Ruhmannsfelden, Patersdorf, Geiersthal und Teisnach nach Viechtach aus? Gibt es größere Betriebe entlang der Strecke?

Grüße,
Peter

von Guliver - am 10.06.2009 20:10

Re: Vom kopfschütteln kommen keine Fahrgäste

Zitat
WaldbahnerDEG
Zwei unqualifizierte anonyme Beiträge von jemandem, der sich durch völlige Unkenntnis der örtlichen Gegebenenheiten im Landkreis Regen disqualifiziert und daneben noch eine sehr einseitige Vorstellung vom System ÖPNV hat .... *kopfschüttel*


Muss man den Landkreis Regen unbedingt kennen um festzustellen dass die Strecke in ihrer heutigen Form nicht reaktivierungswürdig ist?
Du wirst doch nicht ernsthaft behaupten dass man nennswert Fahrgäste an Land ziehen kann mit Fahrzeiten wie um 1900? Wenn man die Strecke ausbaut und die Fahrzeit kürzt wäre sicher die Vorraussetzung besser. Wie groß das Potenzial ist, das wissen die Anwohner dort besser.

Wo waren die Beiträge eigentlich unqualifiziert? Seid doch etwas realistischer. Ich würde mich über jede reaktivierte Bahnstrecke freuen, nur fehlt mir hier der Glaube.

von Stilllegungskandidat - am 10.06.2009 23:12

Re: Vom kopfschütteln kommen keine Fahrgäste

Vor allem wegen solcher Schwachsinnsäußerungen wie "wer fährt schon Bus".
Zum ÖPNV gehört nun mal beides.
Aber was rede ich überhaupt, man sollte Dich besser ignorieren (wie jeden annoymen Schreiberling).



von WaldbahnerDEG - am 11.06.2009 18:56

Verkehrsbeziehungen nach Viechtach?

In der Tat Realschule, Gymnasium, Krankenhaus, Einkaufsmöglichkeiten.
Ferner das Finanzamt Viechtach (Außenstelle des FA Zwiesel), und das für den gesamten Landkreis REG zuständige Amtsgericht Viechtach.
Regen zB hat weder Krankenhaus, Gericht oder Finanzamt, nur das Landratsamt.

Gruß Oliver

von WaldbahnerDEG - am 11.06.2009 19:01

Re: Vom kopfschütteln kommen keine Fahrgäste

Zitat
WaldbahnerDEG
Vor allem wegen solcher Schwachsinnsäußerungen wie "wer fährt schon Bus".
Zum ÖPNV gehört nun mal beides.


Du kannst mich gerne ignorieren, davon werden wir auch kein Volk von Busfahrern. Du lebst in einer Traumwelt die nicht existiert.
Sicher gehören auch Buslinien zum ÖPNV, aber wer nutzt denn die Buslinien? Es sind Leute die nicht anders können.
Wer fährt auch freiwillig mit wenn man für 20 km 45 Minuten braucht, nur weil man jeden Weiler anfahren muss und an jedem Misthaufen eine Haltestelle hat.

Gut, ich kenn mich nicht aus, vielleicht sind ja die Busse im tiefsten Bayerwald alle vollgefüllt, weil es auch wahnsinnig attraktiv ist eine Strecke mit dem Bus fahren, wo man wahrscheinlich selbst mit dem Fahrrad schneller wäre.
Und wenn das nicht abschreckt, dann der Fahrplan, wo Mo - Fr vier mal am Tag ein Bus fährt, in den Ferien nur drei mal und an drei Montagen und vier Donnerstagen im Jahr nur zwei mal am Tag. Samstag fährt nur ein Bus und Sonntag gar nichts. Dazu hat jede Fahrt eine andere Route und Kuhkaffing wird zwar mit dem Frühbus angeschlossen, aber der Spätbus fährt dann über Ameisenhaufing, außer an Freitagen wenn Vollmond ist, da ist im Fahrplan vermerkt dass über Kuhkaffing gefahren wird.
Kommt das nicht alles bekannt vor?

Es wird den Leuten doch total schwer gemacht mit dem Bus zu fahren, aber wenn du meinst sind es eben Schwachsinnsäußerungen und die Busfahrpläne auf dem Land sind Wunderwerke und attraktiv.



von Stilllegungskandidat - am 11.06.2009 22:00

Wer nutzt Buslinien? 4 mal soviele wie Bahnlinien

Also in Deutschland nutzten jedenfalls 2007 vier Mal soviele Leute Buslinien, als Bahnlinien. Weiß jetzt nicht um wieviel mal mehr Leute Bus als Zug fahren müssen, damit wir ein Volk von Busfahrern werden, statt eins von Zugfahrern. Aber nun ja.

Vor allem frag ich mich, was jetzt das Argument gegen den Bus ist? Ein schlechter Fahrplan hat jetzt speziell nichts mit dem Fahrzeug zu tun. Es gibt genauso "im tiefsten Bayerischen Wald" Buslinien die täglich (auch Samstag/Sonntags) im Stundentakt verkehren. Sehe da jetzt keinen Unterschied ob da jetzt ein Zug oder ein Bus dieses Angebot fahren würde. Vernünftig geplant können beide attraktiv sein. Unvernünftig geplant können beide unattraktiv sein.

Das Problem dürfte eher an der kommunalen Zuständigkeit im Busverkehr liegen. Die Landratsämter haben oft keine eigene Verkehrsplanung und überlassen sie somit den Busunternehmen. Der Bahnverkehr dagegen wird zentral aus München geplant und dort hat man eben eine Verkehrsplanungsstelle.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 11.06.2009 22:10

Re: So ein Schmarrn

Zitat
Peter_Wolf
Also in Deutschland nutzten jedenfalls 2007 vier Mal soviele Leute Buslinien, als Bahnlinien. Weiß jetzt nicht um wieviel mal mehr Leute Bus als Zug fahren müssen, damit wir ein Volk von Busfahrern werden, statt eins von Zugfahrern. Aber nun ja.


Das dürfte nicht schwer sein, weil es sicher hundert mal mehr Buslinien als Bahnlinien gibt. Wach doch endlich auf, der Bus ist nur im Stadtverkehr bzw. in Ballungsräumen, mit Abstrichen noch in Touristenzentren ein genutztes Verkehrsmittel. In Großstädten wird natürlich viel mit dem Bus gefahren, aber doch nicht auf dem Land und das zurecht, der Bus ist keine Alternative.
Zahlen sehen auf dem Papier schön aus, aber in der Realität ist es was anderes. Aber im Kreis FRG ist das sicher anders, da sind alle Busse bis auf den letzten Platz gefüllt, jeder fährt mit dem Bus zur Arbeit und die Polizei muss Busse wegen Überbesetzung räumen lassen.

Zitat
Peter_Wolf
Vor allem frag ich mich, was jetzt das Argument gegen den Bus ist? Ein schlechter Fahrplan hat jetzt speziell nichts mit dem Fahrzeug zu tun. Es gibt genauso "im tiefsten Bayerischen Wald" Buslinien die täglich (auch Samstag/Sonntags) im Stundentakt verkehren. Sehe da jetzt keinen Unterschied ob da jetzt ein Zug oder ein Bus dieses Angebot fahren würde. Vernünftig geplant können beide attraktiv sein. Unvernünftig geplant können beide unattraktiv sein.


Diese schlechten Fahrpläne haben aber immer Buslinien, vor allem weil sie jeder Landkreis oder Miniverbund selber plant und so siehts dann aus, vor allem enden dann viele Linien an der Landkreisgrenze im letzten Kuhdorf.
Ein Argument gegen den Bus? Schau dir die Realität an und bei vergleichbarem Angebot ist der Zug immer attraktiver als der Bus. Der Bus wird nur angenommen wenn er schneller ist und das ist gerade auf dem Land selten, weil man ja alle 20m eine Haltestelle braucht und im Zickzackkurs auf sein Ziel zufährt.
Ich bleibe dabei, wenn man für 20 km 45 Minuten braucht, fährt kein Mensch mit der nicht muss und das auch nicht wenn im 5-Minuten-Takt gefahren wird.
Würde ich auch so machen, den nächsten P+R-Parkplatz ansteuern und dann mit dem Zug fahren.

Ist toll wenn es hier auch Busfans gibt, aber ich steige freiwillig in keinen Bus und ich kenne viele die das genauso sehen. Genau das ist die Realität.


von Stilllegungskandidat - am 13.06.2009 00:07

Alle 5 Meter eine Bahnhaltestelle?

Schön und gut, wenn man freiwillig in keinen Bus steigt und nur Zug fährt. Aber was hat das mit der ÖPNV-Realität in Deutschland zu tun?

Wenn ich 10 oder 20 km bis zum nächsten Bahnhof mit dem Auto fahren muss, dann fahre ich sicherlich die restlichen 50 km nicht mit dem Zug. Wenn ich kein Auto habe, dann werde ich dieses Zugangebot ohne Busverbindung gar nicht wahrnehmen können.

In Deutschland gibts nunmal nicht alle 5 Meter eine Bahnhaltestelle. Von daher ist die Frage ob man nun einen Zug deutlich bequemer, angenehmer und besser findet als einen Bus eine drittrangige, wenn das Zug-Angebot gar nicht existiert.

Der Bus hat nunmal auf dem Land die Funktion die Fläche zu erschließen, die Bahn diese einzelnen Regionen zu verbinden. Jedes ÖPNV-Fahrzeug hat seine Vor- und Nachteile. Sei es Bus, Bahn, Straßenbahn oder U-Bahn. Es ist doch ein absoluter "Schmarrn" zu sagen, lediglich die Bahn ist ein legitimes ÖPNV-Verkehrsmittel. Jedes Fahrzeug hat seine berechtigte Stellung in ÖPNV.

Und welche Kunden spricht der ÖPNV auf dem Land hauptsächlich an? Sind es zeitsensible Geschäftsleute, die möglichst schnell von A nach B kommen wollen? Oder sind es eher die Leute die weniger Zeitsensibel sind? Schüler, Touristen und Ältere, denen das Angebot wichtiger ist, als eine 10 Minuten schnellere Fahrt.

PS:
Es gibt durchaus in FRG Busse die bis auf den letzten Platz belegt sind, und bei denen manche Fahrgäste nicht mitkommen. Und das ausserhalb des Schülerverkehrs und in Standardbussen. Nennt sich "Igelbus"-System und die sind in der Hauptwandersaison bei schönen Wetter proppenvoll.

von Guliver - am 13.06.2009 07:54

Re: Alle 5 Meter eine Bahnhaltestelle?

Zitat
Peter_Wolf
Schön und gut, wenn man freiwillig in keinen Bus steigt und nur Zug fährt. Aber was hat das mit der ÖPNV-Realität in Deutschland zu tun?


In der Realität sehe ich Busse die 2-3 Fahrgäste haben. Die anderen verstecken sich sicher alle oder, denn in der Bus ist eigentlich total überfüllt. Außerhalb von Stadtbuslinien muss man schon lange suchen bis man Buslinien findet die außerhalb des Schülerverkehrs gut ausgelastet sind.

Zitat
Peter_Wolf
Wenn ich 10 oder 20 km bis zum nächsten Bahnhof mit dem Auto fahren muss, dann fahre ich sicherlich die restlichen 50 km nicht mit dem Zug. Wenn ich kein Auto habe, dann werde ich dieses Zugangebot ohne Busverbindung gar nicht wahrnehmen können.


Die meisten Bürger wohnen sehr nahe am nächsten Bahnhof oder was meinst du warum die P+R-Parkplätze so gut genutzt werden? Und wie viele Menschen (abgesehen von den bekannten Fällen, z. B. Schüler) haben heute kein Auto, wenn der nächste Bahnhalt 20-30 km oder mehr weg ist? Die passen alle in einen Kleinbus.
Und eine Gegend wo die nächste Bahnlinie meilenweit entfernt ist füllt auch keine Buslinien im Taktverkehr.

Zitat
Peter_Wolf
In Deutschland gibts nunmal nicht alle 5 Meter eine Bahnhaltestelle. Von daher ist die Frage ob man nun einen Zug deutlich bequemer, angenehmer und besser findet als einen Bus eine drittrangige, wenn das Zug-Angebot gar nicht existiert.


Du verstehst mich falsch, denn ich habe nichts gegen den Bus als Zubringer zur Bahn. Das funktioniert in vielen Gegenden, wenn es optimal aufeinander abgestimmt ist. Daneben gibts aber viele ländliche Regionen wo ein AST/ASB-Netz ausreicht, weil einfach der Verkehrsbedarf nicht da ist.
Um mal deine Region zu nennen:
Hier könnte ich mir eine Bahnlinie Zwiesel - Grafenau und Freyung - Passau im Stundentakt vorstellen und dazwischen eine Schnellbuslinie, ebenfalls im Stundentakt die auf direktem Weg Freyung mit Grafenau verbindet, ohne Umwege über 20 Misthaufen und 14 Weiler.

Zitat
Peter_Wolf
Der Bus hat nunmal auf dem Land die Funktion die Fläche zu erschließen, die Bahn diese einzelnen Regionen zu verbinden. Jedes ÖPNV-Fahrzeug hat seine Vor- und Nachteile. Sei es Bus, Bahn, Straßenbahn oder U-Bahn. Es ist doch ein absoluter "Schmarrn" zu sagen, lediglich die Bahn ist ein legitimes ÖPNV-Verkehrsmittel. Jedes Fahrzeug hat seine berechtigte Stellung in ÖPNV.


Halt, ich habe nie gesagt dass nur die Bahn ein legitimes Verkehrsmittel ist (Tram und U-Bahn zähle ich auch zur Bahn, das muss man jetzt nicht extra erwähnen) und der Bus nicht. Ich habe nur die Feststellung gemacht (und das ist nun mal Tatsache) dass der Bus für sehr viele Menschen unattraktiv ist, gerade auf dem Land.
Und wenn man kein Ideologe ist, muss man sich einfach von der Vorstellung verabschieden dass man alles mit dem ÖPNV zurücklegen muss, auch den Vor- und Nachlauf. Man kann auch MIV mit ÖPNV kombinieren und das machen die meisten, weil es einfach bequemer ist mit dem Auto an den P+R-Parkplatz zu fahren als zu sehen dass der Bus bei Ankunft des Zuges gerade den Bahnhof verlässt, dann darf man schön nachwinken.

Zitat
Peter_Wolf
Und welche Kunden spricht der ÖPNV auf dem Land hauptsächlich an? Sind es zeitsensible Geschäftsleute, die möglichst schnell von A nach B kommen wollen? Oder sind es eher die Leute die weniger Zeitsensibel sind? Schüler, Touristen und Ältere, denen das Angebot wichtiger ist, als eine 10 Minuten schnellere Fahrt.


Du sprichst es ja an, genau die von dir genannten Personen nutzen den Busverkehr und wo es keine Touristen gibt, fällt auch dieser Kreis weg. Nur auch Touristen nutzen keine Buslinie die drei mal am Tag fährt und dabei jedes mal anders und mit 25 Fußnoten. Die Schüler werden immer weniger und es gibt auch immer weniger ältere Bürger ohne eigenes Auto, von daher darf man eben den Kreis der Berufspendler und Einkäufer nicht vernachlässigen und die werden in den meisten Fällen gar nicht vom Bus angesprochen und ich kann es ihnen nicht verübeln.

Zitat
Peter_Wolf
Es gibt durchaus in FRG Busse die bis auf den letzten Platz belegt sind, und bei denen manche Fahrgäste nicht mitkommen. Und das ausserhalb des Schülerverkehrs und in Standardbussen. Nennt sich "Igelbus"-System und die sind in der Hauptwandersaison bei schönen Wetter proppenvoll.


Das ist schön und das freut mich ja, das gleiche hast du mit Skibussen, nur ist das ein saisonales Angebot und kein richtiger ÖPNV. Die regelmäßigen Ausflugsfahrten von Freyung oder wo auch immer nach Prag dürften sicher auch von den Urlaubern gut genutzt werden.

von Stilllegungskandidat - am 13.06.2009 12:22

Re: oT

....

von WaldbahnerDEG - am 13.06.2009 15:37
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