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Eisenbahnforum Nordostbayern
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[PM] Nicht viel Neues wegen agilis in Regensburg

Startbeitrag von JimKnopff am 25.06.2009 08:43

Hallo und Guten Morgen!

[www.mittelbayerische.de]

Steht zwar nicht viel Neues drin, aber vielleicht interessierts jemanden.

In der gedruckten Ausgabe der MZ liest sich der letzte Absatz aber recht interessant:

"Dr. Josef Kindler verwies auf die großen Chancen durch die Nebenbahnstrecke (Eggmühl - Langquaid; Anm. von mir). Knerr betonte, dass er für die Strecken nicht zuständig sei. Zunächst müsste für eine Weiche gesorgt und die Strecke elektrifiziert werden sowie der Gleiskörper in Ordnung gebracht werden."

Eggmühl - Langquaid elektrifizieren? Wäre zwar wünschenswert, aber ich glaub nicht, dass das passieren wird. Grundsätzlich sollte mal der Oberbau und die Brücken erneuert werden. Da wäre doch ein Betrieb mit Dieseltriebwagen wirtschaftlicher, oder?!

Schöne Grüße
Gabriel

Antworten:

Zwei Punkte die für doch für eine Elektrifizierung sprechen können.

Klar dürfte die Bahnstrecke Eggmühl-Langquaid an sich kein Kandidat für eine Elektrifizierung sein. 10 km Nebenbahn-Stichstrecke.
Jedoch könnte sich die Elektrifizierung dadurch rechnen, das man zum einen kein extra Dieselfahrzeug anschaffen muss, das auf diesem Stummel hin und her pendelt (Dazu auch noch für Reserve sorgen muss, falls Wagen 1 in der Werkstatt ist).
Zum anderen kann man evtl. die 24 Minuten Wartezeit die die RBs Regensburg-Eggmühl in Eggmühl haben, durch eine Verlängerung der Züge nach Langquaid nutzen.
Wären in meinen Augen zwei Punkte, die solche eigentlich unsinnige Elektrifizierungen rechtfertigen könnten.
Wie es im konkreten Fall bei der Laabertalbahn aussieht kann ich persönlich nicht beurteilen. Aber die beiden Punkte, kein Extradieselfahrzeug in einem E-Netz beschaffen und möglicher effizienterer Betriebsablauf, könnten evtl. eine Elektrifizierung nützlich erscheinen lassen.

Grüße,
Peter

von Peter Wolf - am 25.06.2009 09:04

Für eine S-Bahn in Regensburg ...

... bietet sich aber an, die Strecke nach Langquaid miteinzubeziehen und dafür sogar ne Stromleitung drüberzulegen (ich hoffe mal, die Autobahnbrücke ist dafür hoch genug).

An der Strecke liegt ja auch das Ortszentrum von Schierling, dessen derzeitiger Bahnhof Eggmühl nicht gerade ortsnah liegt. Und die an der Bahn gelegenen Orte bieten durchaus Entwicklungspotenzial, auch wegen der B15n/A93 ...

Mit einer ordentlichen Anschlußbusverbindung ginge der Einzugsbereich der Strecke dann sogar bis ins Niederbayerische Rottenburg.

von ubahnfahrn - am 25.06.2009 10:30

Re: Zwei Punkte die für doch für eine Elektrifizierung sprechen können.

Servus,

ich sehe es auch so, das eine Wiederaufnahme des SPNV Eggmühl - Langquaid nur bei einer Durchbindung nach Regensburg Sinn macht. Ein ansonsten notwendiger Umsteigezwang reduziert die Attraktivität der Strecke so weit, das man es gleich sein lassen.

Im übrigen müssten für die agilis auch ein einzelner Dieseltriebwagen machbar sein, die fahren ja auch das Dieselnetz in Oberfranken. Das soll aber nicht bedeuten, das ich den Leuten dort unten den 101-plätzigen RegioShuttle wünsche!

von Martin Pfeifer - am 25.06.2009 15:33

Abwarten.

Das Diesel-Fahrzeug an sich dürfte jetzt denke ich sicherlich beschaffbar sein. Aber dann müsste man halt entweder das Dieselfahrzeug regelmässig zur "Diesel"-Werkstätte nach Oberfranken schicken, oder man richtet die "Elektro"-Werkstätte des Regensburger Netzes für die Wartung ein. Beides jetzt nicht unbedingt die idealen Vorraussetzungen.

Denke mal, eine PV-Reaktivierung im reinen Dieselverkehr ist ungünstig. Und eine PV-Reaktivierung mit Elektrifizierung mit so hohen Kosten verbunden, das sie unwahrscheinlich wird.

Wie hoch wären eigentlich die Kosten für eine Elektrifizierung? Reicht es da aus "einfach" die Strippe bis Langquaid zu legen oder müsste man dort ein zusätzliches Unterwerk errichten?



Mal abwarten was sich ergibt. Inselstrecken mit anderer Traktion sind halt immer blöd. Frag mich etwa auch was mit den Zweigstrecken von Cham weg passieren würde, wenn Schwandorf-Furth i Wald elektrifiziert würde...

von Guliver - am 25.06.2009 15:58

Re: Abwarten.

Zitat
Peter_Wolf
...
Wie hoch wären eigentlich die Kosten für eine Elektrifizierung? Reicht es da aus "einfach" die Strippe bis Langquaid zu legen oder müsste man dort ein zusätzliches Unterwerk errichten?...


Servus,

ich habe mal meine Liste der DS100-Abkürzungen geflöht, zum Glück haben auch die Unterwerke entsprechende Abkürzungen. Die Bahnstrom-Versorgung in diesem Bereich sollte eine Elektrifizierung Eggmühl - Langquaid problemlos verkraften, da es Unterwerke in Burgweinting, Plattling und Landshut gibt.

Was allerdings ein Kilometer einfache Oberleitung (die Bauart RE 100 dürfte ja genügen), weiß ich nicht und konnte es auch nicht ermitteln. Im Internet kursieren meistens nur summarische Ausgaben für entsprechende Projekte.

von Martin Pfeifer - am 25.06.2009 17:06

Elektrifizierung=bauliche Veränderung der Strecke,

also müssen auch Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden. Und damit wird die Sache so richtig teuer.
Also wenn schon Nahverkehr auf dieser Strecke, dann mit Diesel. Alles andere dürfte in der Wirtschaftlichkeitsrechnung einen Wert weit unter 1 ergeben.

von guest - am 25.06.2009 20:11

damit macht man sich dann alle sinnvollen Verkehrsausbauprojekte kaputt, oder? (oT)

damit macht man sich dann alle sinnvollen Verkehrsausbauprojekte kaputt, oder? (oT)

von Schwandorfer - am 25.06.2009 20:14

Re: Nur E-Betrieb sinnvoll

Eine Reaktivierung mit reinem Dieselbetrieb macht doch überhaupt keinen Sinn, da es weiter einen Umsteigezwang gibt und das kostet sehr, sehr, sehr viele Fahrgäste.

Eine Elektrifizierung kostet ein paar Euro, na und? In Karlsruhe ist man damit sehr erfolgreich, da wurden und werden auch Nebenstrecken elektrifiziert und Regensburg ist auch ein Oberzentrem das weiter wächst und noch mehr Pendler usw. auf sich ziehen wird. Das kann man doch nicht dem MIV überlassen, zumal der ÖPNV im Regensburger Raum für eine Metropole schwach ist.
Geld müsste auch da sein oder wieso hat man für die B15n so viel Geld? Die kostet auch etwas, dann sollte die Bahn einem auch mal was wert sein, gerade im Metropolraum Regensburg.
Ich würde da ebenso Kelheim und Burglengenfeld mit einbinden wollen, sind beides auch Reaktivierungskandidaten mit einem hohen möglichen Fahrgastaufkommen. Deutlich mehr als mit dem Bus.

Wenn man ernsthaft an der Reaktivierung nach Viechtach denkt, dann muss man solche Strecken hier erst recht reaktivieren, in Baden-Württemberg wäre das längst gemacht (in der Vor-S21-Zeit).

Und weil schon über die Chamer Zweigstrecken spekuliert wird. Das ist ein ganz anderer Fall, denn die Züge der beiden Chamer Äste enden ja eh normalerweise in Cham, daher ist gegen einen Dieselbetrieb nichts einzuwenden (Böblingen - Dettenhausen ist auch eine Dieselinsel mit wenigen Fahrzeugen z. B.).
Langquaid - Schierling - Eggmühl wird viele Fahrgäste anziehen, aber nur wenn es Direktverbindungen nach Regensburg gibt. Da die meisten Züge eh in Eggmühl enden, wäre eine Durchbindung kein Problem.

In einigen anderen Bundesländern wären solche Strecken längst reaktiviert. Wenn man Münchberg - Helmbrechts und Cham - Waldmünchen bestellt, wo ja wirklich wenig los ist, dann fragt man sich warum man solche Strecken mit wirklichem Potenzial nicht reaktiviert.

Achja, die Lärmschutzgeschichte würde ich jetzt nicht übertreiben wollen. Wie hat das die AVG im Karlsruher Raum gemacht? Die haben doch auch nicht alles eingehäust oder? Hier wird wohl wieder maßlos übertrieben.

von Stilllegungskandidat - am 25.06.2009 22:02

Da steht nichts (oT)

...Bitte löschen...

von Stilllegungskandidat - am 25.06.2009 22:03

Re: Nur E-Betrieb sinnvoll

Zitat

Wenn man ernsthaft an der Reaktivierung nach Viechtach denkt, dann muss man solche Strecken hier erst recht reaktivieren,


Man sollte die Strecken aber m.E. nicht gegeneinander ausspielen.

Zitat

Da die meisten Züge eh in Eggmühl enden, wäre eine Durchbindung kein Problem.


Zumal die RB Regensburg - Eggmühl momentan eh schon zum Teil mit 628 gefahren werden. Schade, aber man hätte das wohl in die Ausschreibung Regensburger Stern mit einfließen lassen müssen.

Die drei Stichstrecken um Regensburg (Kelheim, Burglengenfeld und Langquaid) böten sich schon wunderbar für eine Reaktivierung mit Ausrichtung auf Regensburg an.

ABER: Wenn reaktiviert, dann bitte auch RICHTIG, sprich neuer Oberbau, Auflassen von Bü, techn. Sicherung bei anderen Bü. Klar, da muß man Geld in die Hand nehmen, aber lieber ein paar Euro in werthaltige Infrastruktur stecken, als es irgendwelchen dubiosen (Bank-)Managern in die Tasche schieben.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 25.06.2009 22:15

Re: Nur E-Betrieb sinnvoll

Zitat
Schwandorfer
Zitat

ABER: Wenn reaktiviert, dann bitte auch RICHTIG, sprich neuer Oberbau, Auflassen von Bü, techn. Sicherung bei anderen Bü. Klar, da muß man Geld in die Hand nehmen, aber lieber ein paar Euro in werthaltige Infrastruktur stecken, als es irgendwelchen dubiosen (Bank-)Managern in die Tasche schieben.


So ist es, das sollte einem ein moderner SPNV wert sein.
Für andere Dinge hat man genug Geld, nicht eigenes, sonder unseres, z. B. für die Bankversager und Manager, die jetzt übrigens ja munter weiter machen dürfen, weil man dieses Treiben immer noch nicht eingeschränkt hat, alles nur billige Sonntagsreden, man hat ja den Steuerzahler, es hat sich doch nichts getan.

Natürlich sollte man keine Strecken gegeneinander ausspielen. Für die aktuelle Ausschreibung ist es zu spät, aber sowas könnte man auch nachträglich mit einbauen, aber spätestens zur Folgeausschreibung sollte man es geschafft haben die drei Zulaufstrecken einzubauen, also Kelheim, Langquaid und Burglengenfeld.
Ich erwarte da ja eh dass die Strecke Regensburg - Marktredwitz dann auch (zumal dann wohl elektrifziert, hoffentlich...) in den Regensburger Stern aufgenommen wird.


von Stilllegungskandidat - am 25.06.2009 22:52

Hier gibts unterschiedliche Rechtsauffassungen

Wenn ich mir die unterschiedlichen Elektrifizierungsprojekte ansehe, dann gibt es verschiedene Rechtsauffassungen zum Thema, ob eine Elektrifizierung eine erhebliche bauliche Veränderung darstellt. Natürlich jeweils nach Interessenlage, aber es gibt auch Fälle in denen eine Elektrifizierung keine Lärmschutzmassnahmen nach sich zog.

Etwa an der Strecke Hamburg-Lübeck, wo die Stadt Reinfeld keinerlei Lärmschutz bekam nachdem die Strecke elektrifiziert wurde.

Zur begründung steht dort:
Zitat

"Der Gesetzgeber sieht eine Lärmvorsorge bei dem Neubau oder der 'wesentlichen Änderung' eines
Verkehrsweges vor. Diese muss aber ursächlich für die Pegelerhöhung sein", heißt es in der Antwort der Bahn auf
ein Schreiben der Anliegerin Ute Heyck, die Am Kalkgraben direkt an der Strecke wohnt. Das wäre der Fall,
wenn eine Strecke nach dem Ausbau deutlich schneller befahren und dadurch erheblich lauter (mindestens
drei Dezibel) werden würde, heißt es weiter. Durch die Elektrifizierung trete dieser Fall nicht ein, so ein Sprecher
der zuständigen Abteilung Mobility Networks Logistics mit Sitz in Hamburg.


Nun ist die Frage: Durch eine Elektrifizierung würde die Strecke überhaupt erst reaktiviert werden. Aber umgekehrt, wäre der Lärmpegel vermutlich sogar niedriger als wenn ein Dieselfahrzeug die Reaktivierung durchführen würde. Könnte also am Ende beides vor Gericht bestehen. Sicher weiß man das wohl erst, wenn mans vor Gericht bringt.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 26.06.2009 03:30

Re: Elektrifizierung=bauliche Veränderung der Strecke,

Zitat
guest
also müssen auch Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden. Und damit wird die Sache so richtig teuer.
Also wenn schon Nahverkehr auf dieser Strecke, dann mit Diesel. Alles andere dürfte in der Wirtschaftlichkeitsrechnung einen Wert weit unter 1 ergeben.


Natürlich ist die Elektrifizierung der Strecke erst einmal eine bauliche Veränderung der Strecke. Die Frage ist aber, ob hier überhaupt die Grenzwerte für Schallschutzwände erreicht werden. Wir reden hier im Gegensatz zum Naabtal nicht von einer Durchgangsstrecke mit 5-min-Takt. Im entsprechenden schalltechnischen Gutachten dürfte sich auch niederschlagen, das die Strecke nur im SPNV befahren werden soll. Der SPNV kommt lärmtechnisch deutlich günstiger weg als der Güterverkehr!

Wenn den wirklich eine Reaktivierung gewünscht wird, sollte man einfach mal ein Gutachten mit den drei Varianten
1) Diesel Langquaid - Eggmühl; E-Betrieb Eggmühl - Regensburg Hbf
2) durchgängiger Dieselbetrieb Langquaid - Eggmühl - Regensburg Hbf mit
2a) dem 101-sitzigen Regio-Shuttle
2b) dem "normalen" Regio-Shuttle
3) durchgängiger E-Betrieb Langquaid - Eggmühl - Regensburg Hbf

erstellen und sehen was dabei herauskommt. Ich tippe da auf die Variante 2!


von Martin Pfeifer - am 26.06.2009 07:17

wg. Stichstreckenaktivierung

Hallo Ihr Lieben,

erstmal ein "Ich bin neu hier" von mir aus Burglengenfeld.
Da ich persönlich natürlich auch die Reaktivierung der Stickstrecke nach Burglengenfeld befürworte, habe ich vor drei Monaten mal die BEG angeschrieben, inwiefern so etwas realistisch wäre.

Das war die Antwort (für die, die das vlt. interessiert):

________________________________________
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 6. März 2009. Darin bitten Sie uns um Stellungnahme bzgl. einer Reaktivierung des Streckenabschnitts Maxhütte-Haidhof – Burglengenfeld.

Hierzu ist von unserer Seite Folgendes zu sagen:

Grundsätzlich stehen wir Streckenreaktivierungen kritisch gegenüber. Der Focus liegt derzeit auf einer Ertüchtigung der vorhandenen Strecken, um hier mindestens einen Stundentakt in ganz Bayern einführen zu können.

Während, wie sie richtig feststellen, einige Strecken, darunter auch die nach Neustadt-Waldnaab, für den SPNV reaktiviert wurden, gibt es für den Streckenabschnitt Maxhütte-Haidhof – Burglengenfeld von unserer Seite her bisher keine Überlegungen bzw. Studien.

Sollte eine Reaktivierung ernsthaft ins Auge gefasst werden, müssten zuallererst der Landkreis Regensburg und der RVV hier ihr Interesse bekunden und eine entsprechende Nachfrage darlegen. Hierzu ist uns bislang allerdings nichts bekannt.

Zudem müsste der Ausbau der Infrastruktur, welche bisher nur für den Güterverkehr genutzt wird, für den Schienenpersonennahverkehr angegangen werden. Da es sich hierbei um eine Eisenbahnstrecke des Bundes handelt, ist hier nicht der Freistaat, sondern der Bund gefordert. Dies betrifft insbesondere die Sicherung der Bahnübergänge, die Erhöhung der Geschwindigkeit oder den Bau von Bahnsteiganlagen. Die Bundesmittel für Infrastrukturprojekte im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs sind allerdings bereits bis zum Jahr 2013 verplant. Auch für den Zeitraum danach gibt es bereits eine Reihe von Festlegungen zugunsten bestehender Strecken. Zudem müsste die DB mit der Finanzierung dieses Projekts einverstanden sein. Daran bestehen vor dem Hintergrund der äußerst knappen Bundesmittel ernsthafte Zweifel. Eine Infrastrukturfinanzierung durch den Freistaat ist ausgeschlossen.

Eine Bestellung von Schienenpersonennahverkehr durch den Freistaat könnte daher auf absehbare Zeit allenfalls dann in Betracht kommen, wenn in der Region selbst eine Möglichkeit gefunden würde, die Kosten für eine Ertüchtigung der Infrastruktur zu übernehmen.

Wir hoffen, dass wir Ihre Frage umfänglich beantworten konnten. Diese E-Mail senden wir im Abdruck auch an das Bayerische Wirtschaftsministerium, an den RVV sowie den Landkreis Regensburg.
________________________________________


Möchte noch hinzufügen, dass ich persönlich kein "Eisenbahnfreak" bin (eher Laie), mich also bei Weitem nicht so mit der Materie auskenne wie die meisten hier, deswegen kann ich jetzt auch nicht so genau sagen, ob ich euch hiermit etwas Neues mitteilen konnte. Aber falls doch, dann freut's mich! ;)


von Oberpfälzer_BUL - am 26.06.2009 19:44

Re: wg. Stichstreckenaktivierung

Zitat

Grundsätzlich stehen wir Streckenreaktivierungen kritisch gegenüber.


Ob das grundsätzlich die richtige Einstellung für mehr Verkehr auf der Schiene ist? Vielleicht sollten da grundsätzlich mal ein paar Personen ausgetauscht werden.

Zitat

Der Focus liegt derzeit auf einer Ertüchtigung der vorhandenen Strecken, um hier mindestens einen Stundentakt in ganz Bayern einführen zu können.


Also Stundentakt auch nach Lam, Waldmünchen und Grafenau? Ich bin gespannt!

Zitat

Sollte eine Reaktivierung ernsthaft ins Auge gefasst werden, müssten zuallererst der Landkreis Regensburg und der RVV hier ihr Interesse bekunden


Wieso der Landkreis Regensburg? Bestehen hier irgendwelche Zusammenhänge, die sich mir nicht erschließen, oder hat sich der gute Antwortschreiber gar nicht angesehen, wo die Strecke eigentlich liegt?

Zitat

Dies betrifft insbesondere die Sicherung der Bahnübergänge,


Mal konkret auf Maxhütte - Burglengenfeld bezogen fielen mir da eigentilch nur zwei Bü ein: Direkt in Maxhütte am Bahnhof (derzeit nicht technisch gesichert) und direkt in Burglengenfeld am Bahnhof (derzeit handbediente Vollschranken). Alle anderen Übergänge haben entweder Blinklicht (+ Halbschranke) oder sind an unbedeutenden Feldwegen.

Zitat

Die Bundesmittel für Infrastrukturprojekte im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs sind allerdings bereits bis zum Jahr 2013 verplant. Auch für den Zeitraum danach gibt es bereits eine Reihe von Festlegungen zugunsten bestehender Strecken. Zudem müsste die DB mit der Finanzierung dieses Projekts einverstanden sein. Daran bestehen vor dem Hintergrund der äußerst knappen Bundesmittel ernsthafte Zweifel.


Also beschäftigen wir uns besser mal gar nicht näher mit soeinem Projekt, würde ja nur Arbeit machen...

Hat man an der ernsthaften Verbesserung der SPNV denn sowenig Interesse?

@Oberpfälzer_BUL:
Auf jeden Fall Danke für die Anfrage und für den aufschlußreichen Text hier!

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 26.06.2009 20:43

Stundentakt nach Grafenau kommt relativ sicher.

Hallo Tobias,

also zu Grafenau kann ich mittlerweile sagen, das dieser Stundentakt relativ sicher kommen wird. Man arbeitet gerade von den entsprechenden Stellen intensiv daran, die notwendigen Fahrzeiten zu realisieren. Man sieht das viele kleine Bahnübergänge nach der letzten Bauphase im Frühjahr gesperrt wurden und wohl bald entfernt werden. Mehrere Kilometer Gleise wurden neu gelegt. Und rund um Spiegelau (dem Kreuzungspunkt) werden 3 GSM-R-Masten aufgestellt um die Streckensicherung sicher zu stellen. Also da bin ich ganz zuversichtlich, das das dann spätestens 2013 realisiert wird.
Ich wart ja schon wie auf Kohlen auf die endgültige Ausschreibung der Waldbahn,Oberpfalzbahn,RB Regensburg-Marktredwitz ob es dort reingeschrieben wird.

"Koch/Steinbrück" lastet halt schon Schwer auf dem Nahverkehr. Wie kann man nur Ausgaben für Infrastruktur als "Subventionen" einordnen? Wurden eigentlich Ausgaben für den Straßenverkehr im "Koch/Steinbrück-Papier" als Subventionen bezeichnet und ebenfalls gekürzt?

Grüße,
Peter

von Guliver - am 26.06.2009 23:13

Re: wg. Stichstreckenaktivierung

Zitat
Peter_Wolf
Ich wart ja schon wie auf Kohlen auf die endgültige Ausschreibung der Waldbahn,Oberpfalzbahn,RB Regensburg-Marktredwitz ob es dort reingeschrieben wird.


Das wäre schön, aber in die Ausschreibung muss auch eine Übernahmepflicht für die bisherigen Mitarbeiter und das mindestens zum gleichen Gehalt wie bisher.
Nur wird das leider nicht passieren...

Ansonsten, tja, der Landkreis Regensburg wird sich wahnsinnig für die Reaktivierung Maxhütte - Burglengenfeld einsetzen oder gabs eine Gebietsreform und ich hab es nicht mitbekommen?

Ich bin ja froh das Züge nach Grafenau und Waldmünchen fahren, aber ich verstehe nicht wieso Strecken mit viel größeren Potenzial, da im Einzugsbereich einer Metropole nicht längst als Reaktivierungskandidaten im Gespräch sind. Da ist aber auch die örtliche Politik gefragt, wo sind sie? Ohne Lobbyarbeit macht die BEG nichts. Neustadt war ja sicher auch keine BEG-Idee sondern wurde "angeschoben".

Hier hat man Strecken die zum Glück noch alle vorhanden sind und riesiges Potenzial haben. Landshut - Rottenburg hätte das auch gehabt, aber da hat man sich die Chance mit dem Gleisabbau (keine Ahnung wie weit das Gleis von MLA noch geht) verbaut.

Zitat

Hat man an der ernsthaften Verbesserung der SPNV denn sowenig Interesse?


Warum sollte man? Die Strecken die da sind, da bastelt man rum, aber mehr gibts nicht, schließlich braucht man die Denkenergie für den Straßenbau, dafür ist nichts zu teuer und wenn Untermisthaufing für 10 Autos am Tag eine Umgehungsstraße bekommt, ist das auch ok.

Zitat

@Oberpfälzer_BUL:
Auf jeden Fall Danke für die Anfrage und für den aufschlußreichen Text hier!


Ich schließe mich an und bin gespannt ob der RVV oder andere Stellen die diese Mail noch erhalten haben auch antworten und wenn ja wäre interessant wie sie antworten.

von Stilllegungskandidat - am 26.06.2009 23:53

Man baut dort aus wo schon Züge fahren.

Zitat
Einstürzende Zielbahnhöfe
Ich bin ja froh das Züge nach Grafenau und Waldmünchen fahren, aber ich verstehe nicht wieso Strecken mit viel größeren Potenzial, da im Einzugsbereich einer Metropole nicht längst als Reaktivierungskandidaten im Gespräch sind.


Ich bezweifle in keiner Weise, dass es in Bayern sehr viele brach liegende Bahnstrecken gibt, die ein deutlich höheres Fahrgastpotential haben. Auch welche die teilweise vielleicht sogar sinnvoll im S-Bahn-ähnlichen Verkehr im Halbstundentakt befahren werden könnten.

Denke die E-Mail die "Oberpfälzer_BUL" von der BEG erhalten hat, entspricht der Wahrheit. Man macht einfach kein neues Fass auf. Man steckt die Gelder lieber in die Strecken die schon befahren werden. Auch wenn dort teilweise nur im 2-Stundentakt gefahren wird und vielleicht mal 10 - 20 Leute in den Zügen sitzen. "Da weiß man was man hat."

Klar mehr Verkehr auf die Schiene bringt man so kaum. Und ob sich die Verkehrspolitik da je in eine andere Richtung bewegen lässt... Und Volksentscheide in die Richtung dürften ja Verfassungswidrig sein, da sie den Staatshaushalt betreffen (siehe Transrapid-Volksbegehren).

Grüße,
Peter

von Guliver - am 27.06.2009 00:08

Landshut - Rottenburg

Zitat

Ich bin ja froh das Züge nach Grafenau und Waldmünchen fahren, aber ich verstehe nicht wieso Strecken mit viel größeren Potenzial, da im Einzugsbereich einer Metropole nicht längst als Reaktivierungskandidaten im Gespräch sind. Da ist aber auch die örtliche Politik gefragt, wo sind sie?


Vielleicht ist sich die örtliche Politik ihrer Möglichkeiten gar nicht bewußt und vielleicht ist deshalb eine Art Präsentationsfahrt - wie kürzlich auf Gotteszell - Viechtach geschehen - gar keine schlechte Idee!

Zitat

Hier hat man Strecken die zum Glück noch alle vorhanden sind und riesiges Potenzial haben. Landshut - Rottenburg hätte das auch gehabt, aber da hat man sich die Chance mit dem Gleisabbau (keine Ahnung wie weit das Gleis von MLA noch geht) verbaut.


Auf Landshut - Rottenburg sollte irgendwann mal Museumsverkehr durch den BLV bis Neuhausen eingerichtet werden. Was nun daraus wird (geworden ist): keine Ahnung, es ist ja recht still um das ganze geworden.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 27.06.2009 00:11

Re: Stundentakt nach Grafenau kommt relativ sicher.

Sehr erfreulich, denn ein 2-stunden-takt ist heutzutage alles andere als attraktiv.
Eine stündliche Verbindung in jede Richtung sollte zum Standard gehören (und das ist ja auch auf den meisten Nebenlinien so).
Die Vorhaltung eines Betriebssicheren Oberbaus verursacht ohnehin die gleichen Fixkosten, die Tatsache, daß hier nun in Zukunft die Doppelte Anzahl der leichtgebauten RS1 rollt, dürfte verschleißmäßig kaum ins Gewicht fallen.
Das mit GSMR finde ich sehr interessant, offenbar soll hier wohl recht preiswert ein technisch unterstützter Zugleitbetrieb eingeführt werden. Dafür ist keine "Festverdrahtung" zwischen den einzelnen Betriebsstellen nötig.
Da diese Technik m.w. auf PC-Standardkomponenten aufbaut, wird zur Datenübermittlung eine LAN-Verbindung gebraucht, welche auch über GSMR machbar ist.
Spiegelau wird wohl dann mit Rückfallweichen austestattet werden.

von fahr-gast - am 27.06.2009 11:38

So dürfte es sein.

Ja so dürfte der Plan sein. Rückfallweichen in Spiegelau und technisch unterstützter Zugleitbetrieb zwischen Grafenau-Spiegelau und Spiegelau-Zwiesel. Fahrzeit Spiegelau-Zwiesel müsste auf 27-28 Minuten gedrückt werden. Grafenau-Spiegelau stellt kein Problem dar, hier ist eher das Problem, das man längere Zeit in Grafenau rumsteht.

Man wollte sogar mit nur 2 GSM-R Masten auskommen, aufgrund von Protesten (u.a. eines Ortsansässigen Mediziners) musste die Höhe der Masten verringert werden, so das ein dritter Masten notwendig wurde.

Grüße,
Peter

von Peter Wolf - am 27.06.2009 13:00

Re: Landshut - Rottenburg

Zitat
Schwandorfer
Vielleicht ist sich die örtliche Politik ihrer Möglichkeiten gar nicht bewußt und vielleicht ist deshalb eine Art Präsentationsfahrt - wie kürzlich auf Gotteszell - Viechtach geschehen - gar keine schlechte Idee!


Reaktivierungen sind möglich, siehe Neustadt oder Traunreut, aber das wird mit Sicherheit nicht auf Betreiben der BEG geschehen sein. Wenn sich die lokale Politik und andere Vertreter mit Einfluss für eine Reaktivierung einsetzen, würde sich die BEG sicher nach einer positiven Studie nicht verwehren.
Nur scheint das viele nicht zu interessieren, man macht lieber populistische Sachen, ob sinnvoll oder nicht, weil das mehr Wählerstimmen bringt.

Zitat
Schwandorfer
Auf Landshut - Rottenburg sollte irgendwann mal Museumsverkehr durch den BLV bis Neuhausen eingerichtet werden. Was nun daraus wird (geworden ist): keine Ahnung, es ist ja recht still um das ganze geworden.


Wird wohl auch nichts mehr werden, so lange wie sich das schon hinzieht. Aber Museumsbetrieb ist eh nichts für diese Strecke, denn das wäre wirklich eine Strecke mit Potenzial, die trotz hoher Fahrgastzahlen eingestellt wurde.
Man hätte wenigstens die Trasse bis Rottenburg sichern sollen, aber naja, ist eben keine Straße oder kein Spielzeug a la Regionalflughafen.

von Stilllegungskandidat - am 27.06.2009 13:48

Re: So dürfte es sein.

Was? nur 2 Masten? enstaunlich, wenn man die topographischen eigenheiten der Gegend betrachtet.
wenn man bedenkt, daß beispielsweise entlang der KBS 857 (Flachland, vergleichsweise) mehr als ein halbes Dutzend gleichmäßig verteilt sind...?

von fahr-gast - am 27.06.2009 14:57

In Spiegelau

2 Masten (bzw. jetzt 3) auf dem Ortsgebiet in Spiegelau. Nicht auf der gesamten Strecke.

von Guliver - am 27.06.2009 15:01

Re: Landshut - Rottenburg

Zitat
Schwandorfer
Zitat


Auf Landshut - Rottenburg sollte irgendwann mal Museumsverkehr durch den BLV bis Neuhausen eingerichtet werden. Was nun daraus wird (geworden ist): keine Ahnung, es ist ja recht still um das ganze geworden.


Der Dampfzugbetrieb sollte nicht durch den BLV sondern durch den Verein "Dampfzugfreunde Landshut-Rottenburg übernommen werden. Infrastrukturinhaber müsste das BEM sein. Meines Wissens nach ist das Projekt allerdings wegen des Baus einer Umgehungsstraße gestorben.

Mfg tegernseebahn


von tegernseebahn - am 27.06.2009 22:10

Re: Landshut - Rottenburg

Zitat

Der Dampfzugbetrieb sollte nicht durch den BLV sondern durch den Verein "Dampfzugfreunde Landshut-Rottenburg übernommen werden. Infrastrukturinhaber müsste das BEM sein.


Ah ok, danke für die Aufklärung!

Zitat

Meines Wissens nach ist das Projekt allerdings wegen des Baus einer Umgehungsstraße gestorben.


Dachte, man hätte sich bzgl. der Umgehungsstraße irgendwie geeinigt?!

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 27.06.2009 22:18
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