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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 8 Jahren, 2 Monaten
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vor 8 Jahren, 2 Monaten
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domos, Ilztalbahner, Guliver, Stilllegungskandidat, 218 002-4

[ZM] Gotteszell - Viechtach: Stadt legt vor: Einstimmig für Bahnbetrieb

Startbeitrag von 218 002-4 am 01.07.2009 04:53

Aus dem heutigen Viechtacher Bayerwald-boten

Von Daniela Albrecht
Viechtach. „Nächster Halt, Viechtach, bitte links aussteigen“, diese Durchsage soll ab 2013 in den Zügen zu hören sein, dafür macht sich die Stadt Viechtach stark. Geschlossen sprach sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend als erste Kommune im Landkreis dafür aus, die Bemühungen um die Erweiterung der jetzigen Waldbahnstrecke um den Abschnitt Viechtach-Gotteszell zu unterstützen. In einer Resolution an das Bayerische Wirtschaftsministerium will die Stadt deutlich machen, dass ein Bahnanschluss Viechtachs wichtig ist - für die Stadt und die gesamte Region.
Auf Antrag der Unabhängigen war das Thema „Bahnanschluss“ von Bürgermeister Georg Bruckner auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung genommen worden. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn: „Jetzt, wenn überhaupt, besteht die Möglichkeit, dass die Strecke wiederbelebt wird, weil das jetzt von der Waldbahn bediente Streckennetz 2013 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium neu bestellt wird“, erklärte Unabhängigen-Stadträtin Monika Müller, die den Antrag für ihre Gruppierung eingebracht hatte. Zusammen mit weiteren Stadträten, darunter 2. Bürgermeisterin Birgit Nistler, hatte sie an einer Infoveranstaltung des Vereins „Wanderbahn im Regental“ teilgenommen, in der Vereins-Vorsitzender Arnulf Baier bei Abgeordneten, Bürgermeistern, Kreisräten, Stadt- und Gemeinderäten und bei Landrat Heinz Wölfl für das Vorhaben warb, das Wirtschaftsministerium zu überzeugen, die Bahnstrecke zwischen Viechtach und Gotteszell in das Bahnnetz aufzunehmen und Bahnverkehr zu bestellen.
„Viechtach ist ein weißer Fleck im Bahnnetz. Mit dem Anschluss an die Bahnstrecke würde Viechtach gleichzeitig mit dem Streckennetz der Deutschen Bahn verbunden werden“, erklärte Müller. Sie machte deutlich, dass die Zeit dränge, bis Ende 2009 müsse dem Wirtschaftsministerium deutlich gemacht werden, dass es notwendig sei, dass die Strecke wieder von der Bahn bedient werde. Und noch einen weiteren Aspekt sprach sie an. „Wir müssen uns dafür aussprechen, damit die 100 Arbeitsplätze am Viechtacher Bahnhof erhalten bleiben“; denn wenn die Strecke nicht mit ausgeschrieben werde, könnte das Werk in Viechtach geschlossen werden. „Arriva hat sich beim Kauf der Aktion verpflichtet, das Werk sechs Jahre weiterzubetreiben. 2010 läuft diese Frist aus.“Hinzu komme, dass auch für viele Touristen ein Bahnanschluss wichtig ist und auch die Bevölkerung, die immer älter werde, künftig wohl verstärkt auf die Eisenbahn setzen werde.
Mit ihrem Vorstoß war Müller sowohl CSU-Stadtrat Stefan Ebner, als auch der SPD-Fraktion zuvor gekommen. Auch sie hatten bereits einen entsprechenden Antrag in Arbeit. Dementsprechend vielen auch die Wortmeldungen in der Stadtratssitzung aus. Nacheinander unterstrichen auch Bürgermeister Georg Bruckner, CSU-Fraktionssprecher Edwin Schedlbauer und SPD-Stadtrat Walter Weihmann, wie wichtig der Bahnanschluss wäre und dass es das Bestreben aller sei, mit einer Resolution an das Bayerische Wirtschaftsministerium Flagge für den Bahnverkehr zu zeigen.
Einstimmig votierte deshalb das Gremium für den Antrag und die geplante weitere Vorgehensweise. So wird nun ein von Stefan Ebner zusammen mit ödp-Kreisrätin Brigitte Baueregger vorformulierter Text für die Resolution in der Stadtverwaltung ausgearbeitet, die dann von allen Fraktionen getragen ans Wirtschaftsministerium gesandt wird.

Antworten:

Ich brech ab, es gibt wirklich noch Gemeinden mit Interesse am Schienenverkehr!?

Irgendwie ists doch ein Wunder, in Freyung, das gar nicht soweit weg ist, geht man einstimmig gegen die Bahn vor, während man in Viechtach die Flaggen für die Bahnstrecke -einstimmig!- hochhält.


Mit besten Hoffnungen für die SPNV-Zukunft der Strecke,
domos

von domos - am 01.07.2009 11:28

Re: Ich brech ab, es gibt wirklich noch Gemeinden mit Interesse am Schienenverkehr!?

Servus Thomas,
ganz richtig ist das nicht, denn grad in Freyung selbst bestünde seitens der Politik durchaus Interesse an der Bahn. Blockiert wird das Projekt halt in erster Linie von den direkten Ilztalgemeinden, die sich relativ weit weg von der Trasse erstrecken und dort lieber einen Radweg für "Bergauf-bin-ich-zu-fett-und-bergab-hab-ich-Angst"-Radfahrer sähen. Zudem kann man die sich super in Schuss befindende Regentalbahn halt (LEIDER) nicht mit der Ilztalbahn im momentanen Zustand vergleichen, für die sich wohl allein schon 20 Leute drei Monate Urlaub nehmen müssten, nur um sie mal halbwegs freizuschneiden...
Gruß,
Tobias

von Ilztalbahner - am 01.07.2009 11:34

oha, dann mal danke für die Korrektur!

Gruß vom lernenden Schüler, der grad über den letzten Klausuren des Jahres hängt an den Lehrenden (der wahrscheinlich gerade dabei ist, die letzten Noten zu machen ;-))
domos

von domos - am 01.07.2009 11:46

Re: oha, dann mal danke für die Korrektur!

Eine mündliche Schulaufgabe noch in der 11., dann war's das :-) Gruß zurück

von Ilztalbahner - am 01.07.2009 12:47

Re: Interesse mit Hintergedanken

Zitat
domos
Irgendwie ists doch ein Wunder, in Freyung, das gar nicht soweit weg ist, geht man einstimmig gegen die Bahn vor, während man in Viechtach die Flaggen für die Bahnstrecke -einstimmig!- hochhält.


Ich wette mal dass sie das nur machen weil die Arbeitsplätze in Viechtach auf dem Spiel stehen und die gibts nun mal in Freyung und Umgebung nicht, da ist leider kein Bw.

Wenn die Strecke nicht mit aufgenommen wird in die Ausschreibung gehe ich jede Wette ein dass sie zur Übernahme ausgeschrieben und das Bw geschlossen würde. Es gibt also nur diese Chance Bw und Steuereinnahmen vor Ort zu halten.




von Stilllegungskandidat - am 01.07.2009 22:05

Sehe ich auch so.

Würde in Viechtach nicht die Regentalbahn sitzen, sondern ein größeres Busunternehmen ohne Bahnverkehr, dann würde die Stadt alles tun um die Bahn weg zu kriegen. So hängen Arbeitsplätze und Gewerbesteuer dran. Und so bemüht man sich dann auch um den erhalt dieser Einrichtung.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 01.07.2009 22:37
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