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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
guest, Martin Pfeifer, Cargonaut, Wunsiedel-Holenbrunn Hbf, fahr-gast, Neuenmarkt

Aktuelle PM der BEG zur Vergabepolitik

Startbeitrag von Neuenmarkt am 05.07.2009 08:20

[www.bayern-takt.de]

Antworten:

Das Problem für alle an einer Ausschreibung teilnehmenden Unternehmen ist aber, daß niemand vorher weiß, ob nun das billigste Angebot bevorzugt wird (etwa Dieselnetz Oberfr.) oder ein höherqualitatives, das dann auch etwas mehr kosten darf (etwa E-Netz Franken).
Wäre das schon bei der Ausschreibung klar, was hätte DB Regio oder Arriva/Vogtlandbahn davon abgehalten, ebenfalls mit einem schienenbusähnlichen Konzept mit RS1 in Oberfranken anzubieten?


von fahr-gast - am 05.07.2009 08:50

Ganz so einfach ist das nicht...

Servus,

wenn Wettbewerb und Ausschreiberei definitiv nicht auf dem Rücken des Personals und ggf. deren Familien ausgetragen werden soll, würde nur ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag dies verhindern.

"Allgemeinverbindlich" bedeutet, dass ausnahmslos alle Arbeitgeber dieser Branche das exakt gleiche Gehaltsgefüge zu vergüten hätten. Inklusive Zeitzuschlägen für Nachtarbeit, Sonntage, Feiertage, Schicht- und Wechselschichtzulagen, Jahressonderzahlung (="Weihnachtsgeld"), betriebliche Zusatzaltersversorgung, u.v.m.

Nur dann gäbe es einen Wettbewerb, in welchem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht über ominöse Billigtarif-Tochtergesellschaften die Leidtragenden sind.

Beste Grüße,
Michael


von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf - am 05.07.2009 10:37

was erwartest Du von der BEG?

Das sind auch nur Schreibtischtäter, die vom wirklichen Bahnbetrieb nur wenig Ahnung haben. Bester Beweis... Dieselnetz Mittelfranken was da für Konzepte durch die BEG anfangs gefordert wurden (mit 648 nach Neustadt/Aisch usw).

MfG Cargonaut

von Cargonaut - am 05.07.2009 11:26

Die Aussage ist so leider nicht richtig

Ausschreibungen in Bayern sind nämlich so aufgebaut, daß vom Bietenden zuerst ein Grundpreis pro Kilometer abgegeben wird.
Über die Ausschreibungsbedingungen hinausgehende Zusagen wie höhere Qualität, höhere Pünktlichkeit usw. werden nach einem bereits in den Verdingungsunterlagen bekanntgegebenen Schlüssel eingepreist und anschließend seitens der BEG vom Grundpreis abgezogen. Die Ausschreibung gewinnt dann der Bieter, der am Ende den niedrigsten Preis übrig hat.

Bei Ausschreibungen spielen also sehr wohl Personalkosten eine Rolle, aber auch Kosten für die Fahrzeugbeschaffung. Außerdem kann man sich natürlich die Fahrgeldeinnahmen schönrechnen oder seinen Preis drücken, indem gewagte Prognosen zur Pünktlichkeit abgegeben werden.
Auf die beschriebene Art und Weise kann man ein Angebot so hinbekommen, daß der Sieg schon fast unvermeidlich ist. Allerdings sollte auch bedacht werden, daß man sich mit diesem Angebot für 10 Jahre vertraglich festlegt. Und wenn sich die "zu optimistischen" Annahmen im Nachhinein als falsch herausstellen, dann fährt man 10 Jahre lang Verluste ein.

Der Vergabeprozeß ist also sehr wohl transparent, auch sind die Modalitäten allen bietenden EVU bekannt.Sämtliche Aussagen lassen sich jederzeit in den Verdingungsunterlagen nachlesen, den Zugriff darauf natürlich vorausgesetzt.

von guest - am 05.07.2009 17:49

Re: Die Aussage ist so leider nicht richtig

Zitat
guest
Ausschreibungen in Bayern sind nämlich so aufgebaut, daß vom Bietenden zuerst ein Grundpreis pro Kilometer abgegeben wird.
Über die Ausschreibungsbedingungen hinausgehende Zusagen wie höhere Qualität, höhere Pünktlichkeit usw. werden nach einem bereits in den Verdingungsunterlagen bekanntgegebenen Schlüssel eingepreist und anschließend seitens der BEG vom Grundpreis abgezogen. Die Ausschreibung gewinnt dann der Bieter, der am Ende den niedrigsten Preis übrig hat.

...


Meine Frage dazu: von allen EVU liegen jetzt die Kilometer-Preise für die einfachste Variante, den Standardfall ohne erhöhte Pünktlichkeit usw vor. Bekommt jetzt das EVU zu diesen Standard-Konditionen den Zuschlag, egal, was sie angeboten haben oder bekommt das EVU zu seinen Bedingungen (also mit mehr Pünktlichkeit, goldenen Hähnen auf dem Klo usw) den Zuschlag, welches bei der Umrechnung auf vergleichbare Konditionen am billigsten war?

von Martin Pfeifer - am 07.07.2009 17:39
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