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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
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Guliver, Stilllegungskandidat, ubahnfahrn

(Etwas OT:Verkehrspolitik im Bay. Wald) [PM] „Jeder ausgebaute Kilometer Straße hilft“

Startbeitrag von Guliver am 10.07.2009 13:22

Wenn Politiker zuviel Geld für Verkehrsprojekte haben:
PNP Waldkirchen 10.7.2009
Zitat

„Jeder ausgebaute Kilometer Straße hilft“

Bürgermeister der Region sehen nur in Infrastrukturverbesserung Chance für Entwicklung - Vorrangig Straßenbau

Von Reinhold Steiml
Waldkirchen. Soll die Region im Allgemeinen und der südliche Landkreis Freyung-Grafenau im Besonderen in Zukunft zum Wohle seiner Bevölkerung, der Lebens- und Wohnqualität, der örtlichen Firmen, der Arbeitsplätze gestärkt und kontinuierlich weiterentwickelt werden, dann ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür die passende Infrastruktur. Dazu gehören das Breitbandnetz und der Straßenausbau bzw. der gute Anschluss an das Fernwegenetz. Darin sind sich die Bürgermeister aus der Region einig und sie fordern dies auch mit Nachdruck.
Vorrangiges Thema: Den „Hauptschlagadern“ helfen, der B 12 und dem Autobahnzubringer. Die immer stärker werdende Verkehrsdichte mache einen kontinuierlichen Ausbau unumgänglich, so die versammelten Bürgermeister.
Waldkirchens Stadt-Chef Josef Höppler weiß es aus Bürgerversammlungen, von Betriebsbesuchen, aus den Gesprächen mit den Menschen und aus eigener kommunalpolitischer Erfahrung: „Wenn wirtschaftliche Weiterentwicklung machbar sein soll, dann geht dies nur mit guten Straßen und Anbindungen.“
Die Auswirkungen sprechen laut Höppler eine deutliche Sprache - und er führte die demographische Entwicklung vergleichbarer Städte ins Kalkül. Eine Umfrage besagt: Waldkirchen werde bis 2025 geschätzte 4,3 Prozent der Einwohner verlieren (Freyung 11,6, Hauzenberg 5,6, Grafenau 10,2), Bildung wandere ab (Waldkirchen 27,1 Prozent, Freyung 7,0, Hauzenberg 16,9, Grafenau 39,8) das Durchschnittsalter steige 2025 auf 46,7 Jahre in Waldkirchen, der Jugendquotient gehe zurück usw. Dagegen würden Städte wie Plattling - mit guter Erschließung, direkt an der Autobahn, mit Bahn- und Wasserstraße im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent wachsen und sogar 10,2 Prozent an Bildungswanderung dazu bekommen. Dem gegenzusteuern, gehe nur mit einer Stärkung der Infrastruktur, ist Höppler überzeugt.
Und das nicht nur er. MdB Barthl Kalb, ohnehin Berichterstatter für Verkehrsentwicklung auf Bundesebene, legt großen Wert darauf, dass in diesem ländlichen Raum die Finanzausstattung für den Fernstraßenanschluss so hoch wie irgend möglich ist: „Die Entfernung in Zeit und Kosten ist unerhört wichtig für die Wirtschaft“, weiß er. Die B 12 gehöre ausgebaut, ebenso dritte Spuren für die Autobahnzubringer geschaffen, so wie für den Grafenauer Raum der Ausbau der Elsenthaler Leite für die Anbindung über Hengersberg an die A 3 elementar gewesen sei. Für Kalb ist die Nord-Süd-Verbindung aus dem südlichen Landkreis nach Passau und darüber hinaus sowie über Aicha an die A 3 lebensnotwendig.
Mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm gebe es neue Möglichkeiten für Sanierungen 2009/10, es müsse aber auch gelingen, trotz allem notwendigen Sparwillen darüber hinaus auch Investitionen für die Fernstra-ßenanbindung auf hohem Niveau auch für diesen ländlichen Raum sicherzustellen: „Eine passende Infrastruktur ist der Standortfaktor schlechthin!“ Wenn es daran kranke, kranke auch die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Für Landrat Ludwig Lankl haben B 12 und Autobahnzubringer Aicha Priorität - vor allem auch mit Blick auf die Verkehrsdichte.
Darüber hatte Joachim Sattler vom Staatlichen Bauamt bemerkenswerte Auskünfte. 13 000 Fahrzeuge seien täglich auf der
B 12 unterwegs, 9000 auf der Staatsstraße Außernbrünst-Waldkirchen-Jandelsbrunn zur Landesgrenze - „und in Bayern liegt der Durchschnitt bei 4000!“ Für Sattler gebe es zwei wertvolle Achsen für den südlichen Landkreis: Die A 3 Richtung Regensburg und die B 12 über Passau Richtung A 94. Es sei schon sehr gut, dass über das Konjunkturprogramm des Bundes derzeit Substanzerhaltung und -verbesserung möglich ist, doch um weitere Standortnachteile in Sachen Verkehr abzumindern, sei eine Nachrüstung mit dreistreifigen Überholbereichen vonnöten (siehe unten).
Die Fülle von Maßnahmen ließen die anwesenden Bürgermeister durchschnaufen, aber auch unmissverständlich machten sie deutlich: „Steter Tropfen höhlt den Stein!“ Will heißen: Nicht nachgeben im Bemühen, nach und nach die Infrastruktur und den Verkehrsanschluss zu verbessern.
Waldkirchens Stadtoberhaupt Josef Höppler pochte darauf, dass dieser ländliche Raum mit aller möglichen finanziellen Unterstützung aufholen müsse und Röhrnbachs Bürgermeister Josef Gutsmiedl brachte den offensichtlichen Trend der Betriebe ins Kalkül, die Nähe zur Autobahn bzw. an gute Anbindung zu suchen: „Jeder Kilometer verursacht Kosten!“ Deshalb müsse man gemeinsam Flagge zeigen - Kreis, Gemeinden, Abgeordnete - um die wichtigen Lebensadern dementsprechend der Situation gemäß auszubauen: „Das Verkehrsaufkommen wird nicht weniger, wir alle hier sind abhängig davon!“
„Weg ist Zeit und Zeit ist Geld“, konstatierte Jandelsbrunns Hans Wegerbauer. Er ist froh darüber, dass mit der Umgehung nun nicht mehr 8000 Fahrzeuge pro Tag durch seinen Ort müssen; aber diese Hilfe benötige man eben überall an diesen Lebensadern.
Max Ertl sprach als Waldkirchens Werberingvorsitzender aus dem Blick der Geschäftswelt: „Wir hier in Waldkirchen merken bei größeren Aktionen oder Veranstaltungen, dass die Gäste aus Tschechien oder gerade auch aus dem Österreichischen - letztere dank des nun guten Ausbaus der Staatsstraße von Jandelsbrunn her - immer mehr werden.“ Solche Hilfen bräuchten auch B 12 und Autobahnzubringer von Aicha her.
Auch Stefan Thür als 3. Bürgermeister von Neureichenau stellte die positive Entwicklung dank der gut ausgebauten Lebenslinie SS 2130 zwischen Waldkirchen und Neureichenau/Landesgrenze heraus. Touristen und Einheimische profitierten davon, der Wintersport mit dem Hochficht, die hiesige Geschäftswelt durch die eindeutig mehr werdenden Österreicher, die das starke Angebot in der hiesigen Region dank der nun guten Straße nützen.
Landrat Ludwig Lankl und Haidmühles 2. Bürgermeister Franz Weiboltshamer sprachen in diesem Zusammenhang auch an, nicht die Staatsstraße Wegscheid-Haidmühle-Philippsreut als Querverbindung zu vergessen, da auch sie Ausbauhilfe aufgrund ihres schlechten Zustandes brauche. Wie wertvoll der Ausbau der Verkehrsadern ist, zeigt auch eine Aussage von Hans Wegerbauer (Jandelsbrunn): „Selbst die Sonnener profitieren von der gut ausgebauten Staatsstraße Jandelsbrunn-Waldkirchen!“
Dass es noch viel zu tun gibt, beweisen Joachim Sattlers Aussagen. Aber dass man auch Hartnäckigkeit in der Realisierung zeigen wolle, bestimmte das Fazit aller: „Unser Raum braucht diese Hilfe, damit der Lebenswert gehalten werden kann. Sonst sinken unsere Chancen!“

Antworten:

Was will uns jetzt ...

... dieser Zeitungsartikel sagen ?

von ubahnfahrn - am 10.07.2009 16:51

"Straßen sind lebensnotwendig."

Eigentlich will der Artikel nicht viel sagen. Nur das in den Augen von manchem Kommunalpolitikern "Straßen lebensnotwendig" sind und jeder Euro dafür absolut sinnvoll ist.
War ehrlich gesagt eigentlich nur sprachlos, als ich den Artikel las, das die einzige Idee die unsere Herren Kommunalpolitiker zum Ausbluten der ländlichen Region haben, die ist, das man schon sehr gut ausgebaute Straßen (sowohl B 12 als auch der Autobahnzubringer haben keinerlei Ortsdurchfahrten mehr und sind streckenweise dreispurig) noch weiter auszubauen (Vielleicht das man noch schneller weg kommt?).
Die gleichen Politiker, die behaupten ein paar hunderttausend Euros für die parallele Ilztalbahn wären absolute Steuerverschwendung.

von Guliver - am 10.07.2009 16:57

Re: "Straßen sind lebensnotwendig."

Zitat
Peter_Wolf
Eigentlich will der Artikel nicht viel sagen. Nur das in den Augen von manchem Kommunalpolitikern "Straßen lebensnotwendig" sind und jeder Euro dafür absolut sinnvoll ist.
War ehrlich gesagt eigentlich nur sprachlos, als ich den Artikel las, das die einzige Idee die unsere Herren Kommunalpolitiker zum Ausbluten der ländlichen Region haben, die ist, das man schon sehr gut ausgebaute Straßen (sowohl B 12 als auch der Autobahnzubringer haben keinerlei Ortsdurchfahrten mehr und sind streckenweise dreispurig) noch weiter auszubauen (Vielleicht das man noch schneller weg kommt?).
Die gleichen Politiker, die behaupten ein paar hunderttausend Euros für die parallele Ilztalbahn wären absolute Steuerverschwendung.


Was erwartest du, das ist deutsche Verkehrspolitik wie man sie seit Jahrzehnten kennt. Selbst eine 4spurige Ortsumgehung eines 20-Einwohner-Kuhkaffes mit 20 Autodurchfahrten am Tag (mal ein leicht übetriebenes Beispiel) wird wahrscheinlich noch positiv bewertet und nicht als Steuerverschwendung.

Es gibt doch alleine bei den Bestandsstrecken genug Beispiele der Benachteiligung.
Bayern - Tschechien: Die A6 ausgebaut, bei den Bahnstrecken gar kein Konzept und auch kein Geld da.
Bayern - Thüringen: Zwei Autobahnen durch den Thüringer Wald gestampft, aber bei der Bahnlinie jahrelanger Baustopp und Bummeltempo.

Es gibt noch viele Beispiele über den Stellenwert der Eisenbahn, dazu passt dass eben die Politik von der Auto- und Fuhrunternehmerlobby massiv beeinflusst wird. So fordern auch immer wieder ostbayerische Politiker die Lkw-Maut zu senken und hetzen gegen die absolut sinnvolle Erhöhung. Da wird für mich Lobbypolitik für die Fuhrunternehmermafia betrieben!
Die Eisenbahn hat größere Probleme durch die Finanzkrise als die dummen Fuhrunternehmer die sich mit ihrer Preistreiberei gegenseitig unwirtschaftlich machen. Würde man die Maut nicht anheben schadet man dem Schienengüterverkehr. Durch die Krise wurden doch viele Verkehre auf die Straße rückverlagert.
Daher ist die Mauterhöhung richtig. Es gibt einfach zu viele Fuhrunternehmen die auch noch einen harten Preiskampf führen, also ist es nur eine natürliche Auslese und wenn ein paar verloren gehen ist das nicht weiter schlimm, auch das ist Marktwirtschaft.

von Stilllegungskandidat - am 10.07.2009 18:41

Was ich erwarte? Nichts!

Also von der Verkehrspolitik erwarte ich eigentlich schon lange nichts mehr. Finds nur jedesmal wieder erstaunlich, mit welcher Vehemenz sich manche Sachen halten.

von Guliver - am 10.07.2009 21:10
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