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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Guliver, Woyzeck, Stilllegungskandidat, Schulleiter, Noricus, Thomas Gabler, ---------------------------------, ubahnfahrn, Neuenmarkt

"Expressbus ersetzt den IC Nürnberg-Prag" PM der DB zum Start des Busses

Startbeitrag von Neuenmarkt am 10.08.2009 19:59

Interessant ist der Passus:

"Der Expressbus ersetzt den IC-Verkehr zwischen Nürnberg und Prag, der am 1. Dezember 2004 eingestellt wurde. Hintergründe waren damals mangelhafte Auslastung auch auf Grund der langen und damit nicht wettbewerbsfähigen Reisezeiten.
"


Expressbus Nürnberg - Prag startet
Überspringen: Expressbus Nürnberg - Prag startet
Reisezeit 3 Stunden 45 Minuten / Busse verkehren sechsmal täglich

(München, 8. August 2009) Ab dem 9. August bietet die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Tschechischen Bahn zu den bestehenden Schienen-verkehrsverbindungen einen schnellen Expressbusverkehr zwischen Nürnberg und Prag an. Die Reisezeit zwischen den jeweiligen Hauptbahnhöfen verkürzt sich auf 3 Stunden und 45 Minuten. Pro Tag und Richtung werden sechs Busverbindungen ohne Zwischenhalt angeboten, die alle zwei Stunden verkehren und weitere Zuganschlüsse ins gesamte Land ermöglichen.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, zum neuen Angebot: "Die neue Buslinie wird sicherlich von den Kunden gut angenommen: zeitsparend, preiswert und mehrmals am Tag. Ich freue mich über die 3,5 Millionen Euro Investitionen, die im Freistaat getätigt wurden. Denn die Busse wurden in Neu-Ulm produziert."

Die Busflotte verfügt über die modernste Sicherheits- und Komfortausstattung (Snackbar, Toilette und Steckdosen am Platz) und bietet eine 1. und 2. Klasse.

Auf dieser Strecke gilt auch das Europa-Spezial: Nürnberg-Prag ist ab 19 Euro in der 2. Klasse erhältlich. Das Europa-Spezial Tschechien gilt weiterhin auch deutschlandweit ab 39 Euro in der 2. Klasse. BahnCard 25-Inhaber erhalten 5 Euro Rabatt.

Der Normalpreis für eine einfache Fahrt kostet für die Strecke Nürnberg-Prag 48 Euro in der 2. Klasse und 78 Euro in der 1. Klasse. BahnCard-Inhaber erhalten auf der deutschen Strecke die üblichen Rabatte, auf der tschechischen Strecke gilt RAILPLUS mit 25 Prozent Rabatt. Für Plätze an Bord der Busse besteht Reservierungspflicht. Bei gleichzeitigem Fahrscheinkauf ist jedoch die Reservierung im Fahrpreis enthalten.

Der Expressbus ersetzt den IC-Verkehr zwischen Nürnberg und Prag, der am 1. Dezember 2004 eingestellt wurde. Hintergründe waren damals mangelhafte Auslastung auch auf Grund der langen und damit nicht wettbewerbsfähigen Reisezeiten.

Die Busverbindungen sind auf die Fernverkehrszüge aus Frankfurt am Main, Stuttgart und München abgestimmt. So verringert sich beispielsweise die Reisezeit von Stuttgart nach Prag um etwa zwei Stunden.

Betreiber der Expressbusse ist die Omnibusverkehr Franken GmbH mit Sitz in Nürnberg, die zum Geschäftsfeld DB Bahn Stadtverkehr gehört. Die Omnibusverkehr Franken GmbH kooperiert mit dem Geschäftsfeld DB Bahn Fernverkehr.

Die Fahrtzeiten der Busse können unter www.bahn.de abgerufen werden. Busfahrkarten inklusive Reservierungen können im Internet, an DB Automaten, in DB Reisezentren, in DB Agenturen oder telefonisch beim DB Reise-Service unter der Rufnummer 0180 5 99 66 33* erworben werden.

* 14 ct/Min. aus dem deutschen Festnetz, Tarif bei Mobilfunk ggf. abweichend

Herausgeber: DB Mobility Logistics AG
Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland
Verantwortlich für den Inhalt:
Leiter Kommunikation Oliver Schumacher

Antworten:

Sorry, da habe ich etwas falsch gelesen.

Da platzt einem aber der Kragen, wenn man lesen muss, das die Bahn 3,5 Mio Euro für diese sinnlose Busverbindung investiert hat und sich darüber auch noch freut.

Es wäre besser gewesen, dieses Geld statt für Straße für den Schienenausbau zu nutzen.

Wieviele Reisende nach Prag sind in den entsprechenden RE ?

von --------------------------------- - am 10.08.2009 22:02

Fast 5 Jahre ohne IC-Verkehr ...

Zitat
Neuenmarkt
Interessant ist der Passus:

"Der Expressbus ersetzt den IC-Verkehr zwischen Nürnberg und Prag, der am 1. Dezember 2004 eingestellt wurde. Hintergründe waren damals mangelhafte Auslastung auch auf Grund der langen und damit nicht wettbewerbsfähigen Reisezeiten.
"


Früher konnte der Expressbus nicht fahren, da ja die A6 erst diesjährig fertig wurde ...

von ubahnfahrn - am 10.08.2009 22:27

Verständnisfrage

Wo steht denn das?
Ich lese hier nur, dass der DB-Konzernbevollmächtigte sich über die Herstellung der Busse im bayerischen Neu-Ulm freut, da die 3,5 Mio EUR, die die DB investiert hat, somit in Bayern geblieben sind. Von einem Freistaat Bayern, der die Busse gar gefördert haben soll, steht da gar nichts - das wäre soweit ich weiß auch gar nicht möglich.
Allerdings kommen mir 500 000 ¤ für einen Setra S 431 DT schon sehr viel vor, egal, wie hochwertig die Ausstattung ist...

von Woyzeck - am 10.08.2009 23:25

Re: Verständnisfrage

Vor 20 Jahren kostete ein einstöckiger, 12m langer Reisebus mit Standard-Ausstattung Pi mal Daumen 500.000 Mark, da kommt das schon gut hin.

Tom


von Thomas Gabler - am 11.08.2009 07:49

Halbe Millionen geht gut hin.

Hallo,

also eine halbe Millionen Euro pro Bus geht schon hin. Siehe etwa diesen Testbericht [www.autohaus.de], wo der Preis mit 431.000 Euro ohne MwSt. angegeben wird.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 11.08.2009 09:37

Re: Verständnisfrage

Wobei der 12m-Standardreisebus (zB Setra S 415 GT-HD) heute interessanterweise auch nicht viel mehr kostet - ein Unternehmer sprach mir gegenüber von Preisen im Bereich 280 000 bis 330 000 ¤. Dennoch habe ich vermutet, dass die DB als Großeinkäufer bei EvoBus (DB Stadtverkehr hat in den letzten Jahren je etwa 300 Busse abgenommen) schon ordentlich Rabatt auf die Doppeldecker bekommt - war demnach wohl nicht so ;-)

Grüße

von Woyzeck - am 11.08.2009 12:00

Prag-Bayreuth

Ein paar Anmerkungen aus Bayreuther Sicht:

Dank dem neuen Bus gibt es nun noch eine brauchbare Abendverbindung von Prag nach Bayreuth:

Prag ab 17.30 Uhr
Nürnberg an 21.15 Uhr

Nürnberg ab 21.48 Uhr
Bayreuth an 22.50 Uhr.

Die letzte Zugverbindung über Cheb verläßt Prag hingegen schon um 16.06 Uhr. Um 17.06 Uhr könnte man noch über Schwandorf und Hersbruck mit dem Zug nach Bayreuth fahren, aber leider klappt der Anschluß in Hersbruck abends nicht (Ankunft aus Schwandorf 22.06 Uhr, Abfahrt nach Bayreuth ebenfalls 22.06 Uhr), so daß man eine Stunde abends in Hersbruck warten darf. Das ist natürlich kein busspezifischer Vorteil, mit etwas gutem Willen könnte man die Anschlüsse in Hersbruck besser gestalten. In Prag gibt es übrigens auch einen schönen Anschluß vom EC aus Kosice (Prag an 16.54 Uhr).

Morgens in Fahrtrichtung Bayreuth->Prag gibt es keine Vorteile durch den Bus, die früheste Verbindung führt nach wie vor über Cheb.

Insgesamt betrachtet bietet der neue Bus für Fahrten Bayreuth-Prag den Vorteil, dass Verbindungen mit nur einmaligem Umsteigen möglich sind. Mit dem Zug über Cheb sind es mindestens drei Umstiege, derzeit wegen SEV auf tschechischer Seite sogar noch mehr. Die durchgehenden Züge Nürnberg-Prag sind von Bayreuth aus leider nicht vernünftig erreichbar. Die von der Reiseauskunft angebotenen Verbindungen Bayreuth-Dresden-Prag sind zumindest in Richtung Prag->Bayreuth wohl eher theoretischer Natur wegen den oftmals großen Verspätungen der ECs und der knappen Umsteigezeit in Dresden. Und wer möchte schon stundenlang im 612 nach Dresden fahren.

Natürlich wäre es mir auch lieber, man hätte ein vernünftiges Bahnangebot auf die Beine gestellt, das auch dem Reisenden aus Bayreuth etwas gebracht hat. Aber dieses Trauerspiel auf der Schiene geht ja nun schon seit Jahren, ohne dass sich etwas konkret geändert hat.

von Schulleiter - am 11.08.2009 12:43

Re: Prag-Bayreuth

Zitat
Schulleiter
Natürlich wäre es mir auch lieber, man hätte ein vernünftiges Bahnangebot auf die Beine gestellt, das auch dem Reisenden aus Bayreuth etwas gebracht hat. Aber dieses Trauerspiel auf der Schiene geht ja nun schon seit Jahren, ohne dass sich etwas konkret geändert hat.


Weil kein politisches Interesse an einer attraktiven Bahnverbindung besteht. Deutschland ist an bahnfeindlichkeit kaum zu überbieten!
Es wäre schön wenn man mal die Summen wie Frankreich investieren müsste. Bei uns muss man das nicht in NBS stecken, mir gehts nur um die Geldmittel, aber man muss ja alle 10 km eine Autobahn haben.
Die A6 war wichtig, aber bevor man jetzt B85 und anderen Käse ausbaut, sollte man erst mal die Bahn ausbauen, dann würde sich auch der Verkehr etwas reduzieren wenn sowohl Güter- als auch Personenverkehr konkurrenzfähig wären.


von Stilllegungskandidat - am 11.08.2009 22:15

Re: Bahnfahrer sind das Volk!

Ich stimme Dir uneingeschränkt zu.

Doch warum wird nicht auch mal seitens der betroffenen Bevölkerung Nordostbayerns die Initiative gegenüber der Politik ergriffen, für den Streckenausbau und die Elektrifizierung der beiden großen Elektrifizierungslücken (Hof - Nürnberg / Hof - Regensburg / Marktredwitz - Cheb)?

Die IHK's, das Gewerbe, EVU-Investoren, etc., machen sich dafür stark. - Doch hinter vorgehaltener Hand wird geflüstert "die Bevölkerung zeigt dafür kein Interesse". - Womit die sachignorierende Position der DB-Führungsetage forciert wird. Der DB-Konzern-Propagandist in München sich die Hände reibt.

Initiiert doch eine Unterschriftenliste zur Vorlage bei dem BayStMWIVT und dem Bundesminister für Verkehr, der sich doch kürzlich - zumindest artikulierend -
in Bayreuth für den Ausbau und die Elektrifizierung "stark gemacht" hat.

Die Bevölkerung könnte den Ministerialen das Feuer unter deren trägen Ärschen anfachen. Auch deren wahlpropagandistischen Lügen ein Ende bereiten.

(Eine vorsätzliche propagandistische Täuschung der steuerzahlenden Öffentlichkeit seitens des J., bei Investitionen die Bruttobeträge anzuführen; die DB bekommt als AG die 19% MwSt. wieder zurück. - Liest sich natürlich für den bürgerlichen Laien imposanter, hohe Bruttbeträge als "Investition" zu benennen.)

von Noricus - am 12.08.2009 09:15

Politikuninteressiert und Bahnfern...

Auch für mich wäre es wünschenswert, wenn sich die Bevölkerung viel intensiver in die Politik einmischen würde. Nicht nur bei Bahnthemen. Es gibt soviele Themen und soviele Möglichkeiten sich politisch zu betätigen.

Aber die Aktivitäten der Bevölkerung sind nach meiner Beobachtung praktisch gleich Null. Nur selten gibt es größere Bürgerinitiativen, wie gegen die A94 oder die Dritte Startbahn in München. Aber im Großen und Ganzen begnügt sich die Bevölkerung mit schimpfen auf die Politik ohne sich auch nur im geringsten einzumischen. Es werden keine Leserbriefe geschrieben, es wird keine Einsichtnahme in Pläne gemacht, es werden keine Anfragen an Politiker gestellt. Selbst diese sehr niederschwelligen politischen Ansätze sind vielen schon zu hoch. Die Politiker und Lobbyisten sind darüber natürlich nicht unglücklich und verstärken diese Tendenz auch noch.

Dazu kommt noch, das wir kein Bahnfahrervolk sind. Gerade mal 3% der Fahrten werden mit der Bahn unternommen. Und wieviele von diesen 3% dann der Bahn so zugetan sind, das sie aktiv für einen Ausbau und Verbesserung der Bahn eintreten?

Ich würde es mir sehr wünschen, das die Menschen aktiv in die Politik eingreifen, aber Hoffnung hab ich da keine mehr.

von Guliver - am 12.08.2009 10:43

Re: Politikuninteressiert und Bahnfern...

Zitat
Peter_Wolf
Auch für mich wäre es wünschenswert, wenn sich die Bevölkerung viel intensiver in die Politik einmischen würde. Nicht nur bei Bahnthemen. Es gibt soviele Themen und soviele Möglichkeiten sich politisch zu betätigen.


Hier wäre die Schweiz und ihr Mitbestimmungsrecht ein Vorbild.



von Stilllegungskandidat - am 12.08.2009 22:52

Theoretisch hätte man in Bayern die Möglichkeit.

Wobei in der Schweiz auch dazu kommt, das diese Möglichkeiten sowohl von der Bevölkerung als auch von den Parteien selbst intensiv genutzt werden.

In Bayern hätten wir auf kommunaler und landesweiter Ebene auch die Möglichkeiten zu Bürger- und Volksentscheiden. Aber die Parteien scheuen sich davon Gebrauch zu machen (ausser vielleicht die ödp) und aus der Bevölkerung kommen auch wenig Initiativen.

Wie geschrieben, die Möglichkeiten zur politischen Betätigung wären durchaus da (auch wenn der deutschlandweite Volksentscheid natürlich fehlt), man müsste sie nur massiv nutzen um den Herren und Damen Politikern mal Feuer unterm Hintern zu machen.



von Guliver - am 13.08.2009 07:28
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