2 x Ilztalbahn in der PNP

Startbeitrag von Guliver am 12.08.2009 08:52

Leider wandern die Threads hier immer so schnell nach unten. Daher ein neuer Thread zur Ilztalbahn:
1x Nachberichterstattung zum Bahnhofsfest:
Zitat

Am Bahnhof herrschte wieder Hochbetrieb


Besucherandrang bei 1. Waldkirchner Bahnhofsfest - Ilztalbahnfreunde zeigen sich zuversichtlich

Von Otto Draxinger
Waldkirchen. „Das hätten wir nicht geglaubt, dass so viele kommen“, war eine vielfach geäußerte Aussage unter den Besuchern des 1. Waldkirchner Bahnhofsfestes. Auf dem Gelände herrschte absoluter Hochbetrieb. Bahnförderer und Bahninteressierte aus dem Raum Passau bis Freyung waren es, dazu frühere und jetzige „Bahnhöfler“, Erwachsene und Kinder, vorbeikommende Radwanderer, ehemalige Bahnbedienstete, Stadträte verschiedener Kommunen, Kreisräte und besondere Ehrengäste.

„Es grenzt schon
an Zauberei“

Diese alle begrüßte Ilztalbahnförderverein-Vorsitzender Michael Liebl herzlich, ganz besonders und persönlich als Vertreter des Schirmherrn stellvertretenden Landrat Helmut Behringer, die Abgeordneten Konrad Kobler, Eike Halitzky und Manfred Roos, Waldkirchens Bürgermeister Josef Höppler, Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold, stv. FDP-Landesvorsitzenden Gerhard Drexler, die Bundestagskandidatin der SPD, Rita Hagl, Kaplan Wolfgang Reincke, Alois Seidl vom Kreisbildungswerk, die langjährige rechte Hand der Freyunger Landräte Karl-Heinz Paulus und selbstverständlich die „Spitzen“ der ITB GmbH Prof. Dr. Thomas Schempf und Dipl. Ing. Helmut Wast Streit.
„Der Bahnhof Waldkirchen wartet darauf und ist es wert, dass man ihn der Öffentlichkeit zeigt“, begründete Michael Liebl die Idee für das Fest. Immerhin sei die ITB längst im Besitz einer Betriebsgenehmigung, Pächterin der knapp 50 Kilometer langen Bahnlinie Passau-Freyung und habe jetzt nur noch den Fortgang der Bemühungen um Fördergelder aus Interreg-Mitteln abzuwarten. „Dass man all dies bisher erreicht hat und dass man es insbesondere geschafft hat, dass die Bahn erhalten geblieben ist, das grenzt allein schon an Zauberei“, zeigte sich Liebl mit seinen Mitstreitern sichtlich zufrieden.
Auch MdL Konrad Kobler wandte sich über Mikrofon und Lautsprecher an die „hochgeschätzten Freunde der Ilztalbahn“. Ein Glanzpunkt sei es, heute dabei sein zu dürfen, eine steinige Strecke läge hinter den Bahnfreunden. Einige Jahre habe man an verschiedenen Stellen gemeinsam mit den „ITB-Schlüsselpositionen“ Liebl, Prof. Dr. Schempf und Ingenieur Streit an einem Strang gezogen und jetzt sei man voller Hoffnung auf die beantragte Mittelgewährung. Verständnis zeigte der Abgeordnete für lokale Widerstände der Vergangenheit, zumal die besagte Bahnstrecke in den letzten Jahren aufgegeben war.
„Zug und Rad miteinander“ wäre die optimale Lösung, zeigte sich Kobler überzeugt und „wenn man den ÖPNV fördert, gehört auch die Bahn in das Finanzierungskonzept aufgenommen“. Ein Lückenschluss hin zum Nachbarland Tschechien habe für ihn einen „Charakter der Wiedervereinigung“ und im Hinblick auf Förderbemühungen rief Kobler dazu auf, „die Rechte einzufordern wie in anderen Regionen Deutschlands auch“.
Bahn und Bike
als Optimallösung
„Steter Tropfen höhlt den Stein“, meinte auch Helmut Behringer, der den Schirmherrn Landrat Ludwig Lankl vertrat und der auch die künftige Unterstützung des Kreistages versprach. „Bahn und Bike“ sei die Optimallösung für die Bevölkerung und die Region und einen Bahn-Lückenschluss nach Tschechien, insbesondere über Haidmühle, bezeichnete der stellvertretende Landrat „als eine großartige Aufwertung unseres Landkreises“.
Für die Stadt Passau versicherte deren 2. Bürgermeister Urban Mangold in Richtung ITB-Förderverein und ITB-GmbH, „dass die Stadt Passau auf Ihrer Seite steht, an einer Reaktivierung der Bahnstrecke Interesse hat und dass die frühere Gegnerschaft im Stadtrat von gestern ist“. Es sei „Politik von vorgestern“, Straßen sechsspurig auszubauen und Bahngleise heraus zu reißen.
Zwischenzeitlich hatten sich gewiss um die 450 Besucher auf dem Bahnhofsgelände eingefunden. Die Bahnfreunde hatten viele Vorarbeiten geleistet und Hauptorganisator Max Götz zeigte sich hochzufrieden, aber auch erleichtert, dass ein vielfältiges und hübsches Rahmenprogramm so überaus gut angenommen wurde.

Jede Menge
Information

Der frisch getünchte frühere Warte- und Schalterraum wurde zu einem Inforaum umfunktioniert, in dem Besucher auf Monitoren die Bahnstrecke von Passau nach Freyung anhand einer vom Foto-, Film- und Videoclub Waldkirchen aufgenommenen nostalgischen Dampflokfahrt erleben konnten. Vergangene und künftige Bahnkonzepte wurden vorgestellt, die Kleinen (und nicht nur die) durften mit einer elektrischen Mini-Eisenbahn den Bahnhof von Waldkirchen schon im Vorgriff spielerisch befahren. Da betreuten Frauen vor dem Gebäude ein reichhaltiges Kuchenbüfett, vor der alten Güterhalle stand der Verpflegungswagen und davor sorgte „Zauberer Christian“ aus Bad Birnbach für zauberhafte Stimmung. Dichtgedrängt saßen die Gäste, bestens versorgt von der versierten Rita Benkert, im Getränkewagen.
Während die einen diskutierten und die gute Stimmung genossen, informierten sich andere an Infotafeln entlang der Stellwerksaußenwand über Details, Orte und Sehenswürdigkeiten an der genau 49,8 Kilometer langen Bahnstrecke oder bedienten sich am Stand von Sepp Gais aus Freyung mit selbstgemachtem Apfelmost.
Besonders deutlich wurde die „Faszination Bahn“ auf Bahnsteig 1, wo den Nachmittag über Kinder und Erwachsene gleichermaßen erwartungsvoll Schlange standen, um in der motorgetriebenen Draisine des Sepp Eder aus Aidenbach in den Genuss einer ersten Bahnfahrt zu kommen.
Das bunte Treiben belebten zudem Erich Pauli & Sohn mit der „Grenzgängermusi“ und der „Wanznpress“ sowie die Damen und Herren der „Tiefenbacher Bahnhäuslmusi“. Der siebenjährige Johannes Schempf verkaufte an alle Bahnsteigkarten, so, wie es früher einmal Usus war.


1x Sicherheitshinweise für Fußgänger
Zitat

Achtung Fußgänger: Baulok ist unterwegs

Bundespolizei bereitet sich auf Regel-Zugbetrieb vor - Betreten der Gleise ist dann eine Ordnungswidrigkeit

Von Annette Nigl
Freyung/Waldkirchen. Auch wenn kein Zug mehr unterwegs war - ganz ungenutzt blieben die Gleise zwischen Freyung und Waldkirchen in den vergangenen Jahren nicht. Viele Fußgänger nutzten die Strecken im Sommer zum Spazieren gehen oder im Winter zum Langlaufen. Damit ist seit vergangenem Freitag Schluss. Denn der Bauzug der Ilztalbahn GmbH (ITB) ist unterwegs, um die Strecke auf Vordermann zu bringen. Thomas Lang, Leiter der Bundespolizei, fordert deshalb alle Bürger auf, vor Betreten der Gleisanlage intensiv zu schauen und Unfälle zu vermeiden. Vorsicht ist auch wieder beim Überqueren der Bahnübergänge mit dem Auto geboten.
Kontrollen oder Infoveranstaltungen zu diesem Thema gebe es derzeit noch nicht. „Erst wenn der normale Regelzugbetrieb aufgenommen wird, müssen wir uns um die öffentliche Sicherheit auf der Bahnstrecke kümmern“, erklärt Lang. Denn der Bahnverkehr liege im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Laut Ilztalbahn GmbH sollen die ersten Züge im Sommer 2010 zwischen Freyung und Passau rollen. Und dann wird auch die Bundespolizei aktiv werden, wie Lang mitteilt. „Wenn es Gefahrenbereiche gibt, wollen wir dort Streifen einsetzen.“ Außerdem sollen Präventionsmaßnahmen durchgeführt werden, entweder durch Informationen über die Presse oder durch Infoveranstaltungen. Planungen hierzu würden bei der Bundespolizei bereits laufen. Auf eines weist Lang jedoch schon jetzt hin. „Wenn der Regelbetrieb aufgenommen ist, ist das Überschreiten der Gleise eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld geahndet wird.“ Dies werde von der Polizei auch kontrolliert. Jetzt, wo nur die Baulok unterwegs ist, stünden die Bürger selbst in der Verantwortung und müssen laut Lang die Ohren und Augen aufsperren.
Dass das Betreten der Gleise nicht ungefährlich ist, zeigt ein schrecklicher Unfall, der sich vor mehr als zehn Jahren ereignete. Vor der Stilllegung der Bahnstrecke wurde im Winter ein 35-jähriger Langläufer, der auf der Eisenbahnbrücke bei Schiefweg auf den Gleisen unterwegs war, getötet. Genau so eine Baulok, wie sie derzeit zwischen Freyung und Waldkirchen unterwegs ist, hatte den Mann aus Schiefweg mitten auf der Brücke erfasst und ihn 20 Meter mitgeschleift. Der Zugfahrer hatte damals den Mann durch Hupen warnen wollen. Dieser hörte das Signal jedoch erst, als der Zug ihn schon beinahe erreicht hatte. Der Versuch des Langläufers, noch zur Seite zu springen, scheiterte.

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